Artwork for podcast Veränderungsstabil
Ep. 127: Narrative für eine bessere Zukunft (Talk mit Anne M. Schüller)
Episode 12727th April 2026 • Veränderungsstabil • Holger Heinze
00:00:00 00:59:10

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Shownotes

Sichere dir deinen Platz für die Buchpremiere von „Der Customer-Code“ am 26. Mai in Frankfurt -> https://www.odonovan.de/buchpremiere

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In dieser Folge spreche ich mit Anne M. Schüller über Narrative. Also die Geschichten, die wir uns über Arbeit, Unternehmen und Zukunft erzählen.

Und schnell wird klar: Genau da liegt ein großes Problem.

Wir bewegen uns in einer Welt voller negativer Geschichten. Meckern bekommt Aufmerksamkeit. Und Algorithmen verstärken genau das.

Das wirkt. Auf unser Denken. Auf unser Handeln. Und am Ende auf das, was wirklich entsteht.

Wir sprechen darüber, warum Narrative mehr sind als Storytelling. Sie prägen Kultur. Entscheidungen. Und Veränderung.

Ein zentraler Punkt ist für mich die Unterscheidung zwischen Vorderbühne und Hinterbühne. Offiziell wird oft eine schöne Geschichte erzählt. Aber auf der Hinterbühne zeigt sich, was wirklich los ist.

Und genau dort entscheidet sich, ob Veränderung gelingt.

Wir schauen darauf, warum viele Organisationen in negativen Schleifen festhängen. Und was es braucht, um da rauszukommen.

Mehr echtes Zuhören. Mehr ehrliche Geschichten. Und Führung, die Zukunft nicht nur plant, sondern verständlich und greifbar macht.

Denn am Ende gilt:

Menschen folgen nicht Zahlen.

Sie folgen Geschichten.

Und genau diese Geschichten entscheiden darüber, wie unsere Zukunft aussieht.

Viel spaß beim hören.

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So erreicht Ihr Anne M. Schüller:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/anne-schueller/

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Bücher: https://www.anneschueller.de/meine-buecher.html

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Buch: https://shop.haufe.de/prod/dramafreie-arbeitswelt

Transcripts

Bevor wir in die heutige Podcast-Folge starten, ein kurzer Hinweis in eigener Sache. Mein Freund

und Kollege Matthias Musmacher und ich, wir haben zusammen ein Buch geschrieben. Das Buch heißt Der

Customer Code. In dem Buch geht es um die Frage, warum Kundenzentrierung, das Ausrichten an den

Bedürfnissen der Kunden, warum das so oft in der Praxis scheitert, woran es scheitert und was es

wirklich braucht, damit Kundenzentrierung funktionieren kann. Dazu machen wir eine Buchpremiere am

26. Mai in Frankfurt am Main. Wir sprechen über die Ideen hinter dem Buch, machen einen Reality

-Check mit euch im Publikum und gehen in einem kleinen Deep Dive darauf ein, wie Customer

Experience und Organisationsentwicklung zusammenhängen. Das Ganze ist bewusst interaktiv angelegt,

also kein Frontalvortrag oder Vorlesen, sondern es gibt einen Austausch, wir fragen und wir gehen

in die Praxis. Und danach gibt es genug Zeit für Gespräche und für Networking. Wenn jemand möchte,

dann signieren wir natürlich auch Bücher. Wenn dich das interessiert, dann schau mal in die

Shownotes, denn da findest du alle Infos und kannst dir direkt einen Platz buchen. Und jetzt zurück

zur Podcast-Folge. Ja, ich spreche mir über die, für die Meckern zur Gewohnheit geworden ist,

ohne dass sie das merkt, die in der Kaffeepause, im Personalraum, wo auch immer, wo das Meckern

üblich ist. Das ist zu einer normalen Geschichte geworden und alle stehen dabei und hören zu.

Hallo und herzlich willkommen da draußen zu einer weiteren Episode des Podcasts Veränderungsstabil,

in dem wir uns Dinge angucken, die Organisationen, Führungskräfte, Menschen, Teams heutzutage so

drauf haben sollten, um in dieser wilden Welt erstens nicht unterzugehen und zweitens möglichst

dauerhaft erfolgreich und gesund wirtschaften und handeln zu können. Wie ihr wisst,

hole ich mir gerne Gästinnen und Gäste rein, die zu gewissen Teilen mehr Ahnung haben als ich und

dann presse ich die für euch aus und ihr könnt von ihnen lernen. Gast habe ich heute hier bei mir.

Ich freue mich sehr, die Anne M. Schüller ist heute hier, um über ihr neues Buch Narrative mit mir

zu sprechen. Liebe Anne, herzlich willkommen. Ja, ich danke für die Einladung. Für euch da draußen,

falls ihr die Anne noch nicht kennt, ich ratte jetzt mal die Bücher runter, die man mit einer

einfachen Suche bei einem großen Buchverkäufer mit A im Namen direkt so findet.

Dann seht ihr mal ungefähr, was die Anne bisher so rausgebracht hat. Marketing Automation für

Bestandskunden, Leitfaden Word-of-Mouth-Marketing, die erfolgreiche Arztpraxis.

Kunden auf der Flucht, Zukunftstrend-Empfehlungsmarketing, Marketing-Automation,

Touchpoint-Sieg, das neue Empfehlungsmarketing, das Touchpoint-Unternehmen, die Orbit

-Organisation, ich glaube preisgekrönt oder fast preiskrönt, ein Organisationsmodell, Bahnfrei für

Übermorgengestalter. Zukunft meistern, das Trend- und Toolbook für Übermorgengestalter und jetzt

ganz neu, Narrative für eine bessere Zukunft. Liebe Anne, erzähl uns doch mal ganz kurz, das klingt

so ein bisschen, du kommst aus dem Marketing, du kommst durchaus aus der Kundenzentrierung oder aus

dem Kundenfreundlichwerden und bist jetzt aber Zukunftsforscherin geworden mit den letzten Büchern.

Kann das sein? Ja, ich habe mich intensiv mit Zukunft beschäftigt. Also schönen Dank, dass du alle

für das Werbeprogramm listest. Ich bin seit 25 Jahren unter anderem Buchschreiberin.

Ich bin hauptsächlich Kino-Speaker, halte also Vorträge auf Bühnen, habe dadurch mit unglaublich

vielen Menschen, mit ganz viel Business, mit ganz vielen Branchen, verschiedenen Branchen und auch

Themenstellungen zu tun. Ja, alles geht in letzter Zeit natürlich in Richtung veränderungsstabil.

Also wo wir sagen, wir brauchen, müssen natürlich als Unternehmen die Stabilität haben, aber müssen

in die Veränderung gehen. ich unterscheide zwischen Change und Transformation. Da können wir dann

gleich zum Beispiel auch drüber sprechen. Und ich komme ursprünglich aus der Marke, ich habe BWL

studiert, war dann lange im Vertrieb, Vertriebsleitung, dann Marketing, Marketingleitung, am

Schluss in der Geschäftsleitung für einen sehr, sehr großen französischen Hotelkonzern mit an die

250 Hotels seinerzeit schon in Deutschland. Insofern liebte ich das, als du im Intro gerade sagst,

Gästinnen, weil das war immer mein Ding auch schon, immer schon vor 25 Jahren von Gästen und

Gästinnen zu. sprechen im Wissen. Die beiden brauchen grundsätzlich verschiedene Dinge und da

müssen wir uns drauf einstellen, damit wir die glücklich machen können. So, und das Gleiche habe

ich dann als Selbstständige gemacht. Also man sieht auch, ich habe verschiedene Branchen

geschrieben, über ganz viele Aspekte geschrieben, am Anfang Sales und Marketing Themen und habe

dann im Laufe meiner Arbeit festgestellt, die wahren Probleme, die liegen drinnen im Unternehmen.

Es klappt so oft nicht am Kunden, weil drinnen im Unternehmen die Voraussetzungen nicht stimmen.

Und was ich dann festgestellt habe, nicht die Menschen im Unternehmen sind verkehrt, sondern in

aller Regel sind es Strukturen und Prozesse und Denk- und Vorgehensweisen, die es am Ende nicht

zulassen, Customer First, also für den Kunden, Kundenzentrierung für den Kunden das Beste

anzubieten. Und dann habe ich gesagt, bevor wir drinnen im Unternehmen nicht gut aufgestellt sind,

brauche ich den Leuten das draußen gar nicht erklären. Das macht nur Frust, weil wir wüssten ja und

wir wollten auch. Aber im Unternehmen ist das möglich und wir hätten auch Ideen, aber unser

Management interessiert das gar nicht. Die hört uns gar nicht zu. Wir sollen für die einfach

funktionieren. Und das ist eine Geschichte, die hat sich jetzt in letzter Zeit, wo die Dinge ein

bisschen unstabil geworden sind, hat sich leider, leider genau diese Haltung sogar verschärft. Das

heißt, wenn ich es richtig verstehe, du hast erst dich damit beschäftigt, wie erreichen wir Kunden?

Marketing, Automation. Dann ging es darum, okay, wenn wir jetzt die Kunden haben, wie machen wir

sie glücklicher? Dann kamst du auf Organisation, Organisationsstrukturen, Einschränkungen.

Da klingt auch so ein bisschen Kultur nach, da Führung und so, das zieht sich ja auch alles durch,

auch alles Themen, die wir hier immer wieder im Podcast haben. Und all das, all diese 20 Bücher

oder sowas, haben dich dafür aufgestellt, dafür vorbereitet. uns jetzt, heute hast du es bekommen

tatsächlich, das neueste Buch zu geben. Und da geht es um Narrativ für eine bessere Zukunft.

Wie kraftvoll erzählte Geschichten unser Leben und die Arbeitswelt positiv wandeln. Ja, richtig.

Ja, das ist eine lange Geschichte und du siehst und die Hörer und Hörerinnen, die hören das auch.

Ich bin natürlich generalistisch aufgestellt. Ja, und das ist auch ein Zukunftsskill, also eine

Fähigkeit, eine Kompetenz, die die Menschen in Zukunft immer mehr brauchen. Weil dieses tiefe

Spezialistentum, das wird die KI in vielen Bereichen besser können als der Mensch. Und dort wird

die ja auch trainiert. Eine KI ist immer Spezialist, eine generative KI und auch die Roboter und es

gibt ja viele Formen von KI, die sind immer Spezialisten für irgendetwas. Also dieses allgemeine

generative, generalistische, da verträumt man ja in der KI. Das ist wohl doch noch ein Weg,

der ein bisschen länger dauert, als manche sich das erhofft haben. Und das ist unsere Zukunft. Da

können wir stark sein. Also eben sozusagen im Draufschauen, im Dinge kuratieren, im Sinne von KI,

die uns Dinge vorschlägt, die zusammenzubringen und zu verbinden und miteinander zu verknüpfen. Und

das Ganze eben nicht drinnen im Unternehmen über die Silos hinweg, sondern auch, das ist jetzt das

Nächste, was die Unternehmen machen müssen, über die Unternehmensgrenzen hinaus sich vernetzen mit

anderen Unternehmen, sogenannte Business. das Äkosysteme kreieren, weil die Welt ist nicht nur so

wild, wie du eingangs sagtest, die ist auch so stark vernetzt, dass wir nur in der Kooperation

vieles überhaupt noch stemmen können, von den Kosten her stemmen können, vom Know-how her stemmen

können. Und so wie sich mein Weg über die Bücher entwickelt haben, so hat sich dann auch natürlich

draußen die Thematik entwickelt und das, was die Unternehmen viel zu lange verpasst haben, ist,

sich mit Zukunftsthemen zu beschäftigen aus Gründen, über die wir hoffentlich noch sprechen, weil

das ist darstellbar und es ist auch lösbar.

Hey, kurze Durchsage. Wenn euch Veränderung stabil gefällt, dann nehmt euch doch mal kurz Zeit und

gebt dem Podcast eine Bewertung auf dem Streaming-Dienst, mit dem ihr gerade hört. Das hilft uns

enorm, weil dann noch mehr Menschen den Podcast entdecken können und so können wir die Community

weiter wachsen lassen. Vielen Dank fürs Unterstützen, vielen Dank fürs Zuhören und jetzt geht's

weiter mit der Episode. Also sehr spannend, weil was jetzt durchgeschieden hat für mich ist

vielleicht eine Antwort auf eine der prägendsten Fragen, die wir gerade haben. Ich würde mal

behaupten, eine der absolut dringendsten Fragen, die Menschen im Moment haben, ist in dieser Welt,

in der die KI immer schlauer wird und immer mehr Dinge tut und immer mehr von dem übernimmt, womit

ich früher... Freude und Miete gestritten habe. Was mache ich denn eigentlich noch? Was ist denn

eigentlich noch meine Rolle? Und das eine, was so ein bisschen rauskommt, ist so die Orchestrierer.

Also ich muss es nicht mehr selber machen, aber ich orchestriere meine ganzen Klavieren. nenne die

Agenten, weil das Wort Sklave nicht so gut ist, aber diese kleinen digitalen Sklaven. Also ich

orchestriere und du sagst aber auch Narrativen, also auch das Geschichtenerzählen ist ein Job,

eine Verantwortung, die beim Menschen bleibt. Und das sind genau die zwei Dinge, die können wir der

KI nicht überlassen, weil sonst führt die uns auf falsche Wege. Und vor allen Dingen das

Geschichtenerzählen, das ist so tief menschlich, das steckt so tief in unserer Natur drin. Wir

haben die Antennen dafür noch, im Moment zumindest noch, haben wir die Antennen dafür,

wann ist eine Geschichte fake und wann könnte sie wahr sein. Wir können das am besten natürlich

dann mit unseren Antennen, mit unserer Intuition feststellen, wenn diese Menschen uns gegenüber

sind. Und deswegen ist diese menschliche Nähe, die wird immer wichtiger werden. Wir werden eine

Sehnsucht haben nach Offline-Momenten. Zwischenmenschlichen Offline-Momenten,

die diesen Warm Glow erzeugen. Also diese innere Wärme, die entsteht, die wir auch wirklich spüren.

Es wird uns auch körperlich warm, wenn wir ein Erlebnis haben mit einem Menschen, der nur Wärme und

Liebe und Zugewandtheit ausstrahlt. Und das kann eine KI nie. Das wird die nie lösen können.

Die kann auf Empathie trainiert werden. Die spielt uns Empathie vor. Die kann auch gegenüber

Menschen, die da jetzt nicht so gut sind, kann die sogar viel mehr auch rausbekommen, wie geht es

dem anderen dabei? Weil die einfach diese Mikromimik, wenn die KI uns sieht, diese Mikromimik

ausliest und das können wir oft nicht so gut oder nur partiell können wir das gut, wenn wir lange,

lange, lange darauf trainiert worden sind. Und wir müssen uns eben überlegen, was wird die KI in

Zukunft können und was wird die ganz sicher nicht können. Und die KI, die wird nur in den wenigsten

Fällen einen sogenannten Warm Glow erzeugen. Das passiert höchstens bei völlig vereinsamten

Menschen, die niemanden im Umfeld haben, der Warm Glow macht. Dann nehmen sie vielleicht mit der KI

verlieb und verlieben sich sogar in die, weil die einem Warm Glow vorgaukelt. Und wenn das heute in

die Arbeitswelt reingeht, wenn das in die Kundenkontakte reingeht, wenn das vor allen Dingen auch

endlich in die Führungswelt reingeht, weil dort sitzen ja die ganzen Leute. Leute, die Emotionen

immer noch für so einen Psychologengedöns halten und jetzt gerade wieder in diesen härteren Zeiten

geht auch das leider weg. Also alles, was die KI niemals können wird, wenn wir uns da stabil machen

und wenn wir uns da fit machen, wenn wir Menschenexpertise in jeder Hinsicht stärker entwickeln,

diese Menschen, die werden nie aussterben. Wer übrigens tiefer in diesen Glow einsteigen will und

die Episode noch nicht kennt, Episode 103 hatte ich den Tom Hirschmann hier. Der Titel war KI ist

parasoziale Pornografie. Ich lasse das mal so stehen, aber er legt es unheimlich gut aus. Es geht

aber genau in dieselbe Richtung, wie du auch sagst. Also die KI kann uns Menschlichkeit vorgaukeln.

Wir können uns entscheiden, uns das vorgaukeln zu lassen. Das ist dann halt wie Pornos gucken. Es

ist nicht das echte Ding, aber es produziert schon irgendwas. Also schaut mal, 103. Aber ich habe

für dich die Frage, Anne. Du sagst ja, das Buch heißt Narrative für eine bessere Zukunft. Von

welcher besseren Zukunft redest du denn da? Also zunächst nochmal vorweg, das war ja deine zweite

Frage, wieso Geschichten? Und eine KI, die wird niemals ehrliche, wahre Geschichten erzählen

können. Und wenn ich jetzt zu einem Storyteller werde oder werden möchte,

dann hilft mir die KI vielleicht. Ja, die hilft mir vielleicht bei der Vorrecherche. Die hilft mir,

wenn ich sprachlich nicht top bin, auch so ein bisschen an meiner Sprache zu feilen, eine

Geschichte vielleicht emotionaler zu machen. Das sagt uns ja, die KI schlägt uns ja ständig vor.

Soll ich das, was ich dir jetzt gerade erarbeitet habe, soll ich das ein bisschen emotionaler

machen? machen oder in diese oder jene Richtung mal für dich gehen. Die macht ja sogar die

Vorschläge in die Richtung, dann kann die das auch. Ja, aber die echten, wahren Geschichten aus den

Unternehmen für die Menschen, für die Kunden, für die Mitarbeiter, am Ende des Tages muss das

Unternehmen oder die Verantwortlichen dafür im Unternehmen, müssen die selber kreieren. Die nehmen

die KI zur Hilfe, aber die Geschichte machen die selbst. Und dieses Geschichten erzählen, weil so

tief in unserem Hirn verwoben ist, ist das, wo wir am ehesten, wenn wir den Menschen sehen, noch

Fake von echt werden unterscheiden können. Also das, wird eine der ganz großen Aufgaben werden,

auch für Führungskräfte wieder speziell, weil alles Managen, wo die Führungskräfte in der Regel

auch stark sind und wo die sich auch darauf zurückziehen, auf ihre Zahlen, Excel-Sheets,

Dashboards und so weiter, das wird die KI besser können. Das heißt, wenn ein Manager, eine

Führungskraft sich auf das Managen spezialisiert, dann ist der übermorgen weg vom Fenster. Wo der

sich mit retten kann, ist, wenn der stärker in diese Menschen-Expertise geht, Menschenversteher

hoch 2, hoch 3, hoch 10 werden wird. Und dort an der Stelle glänzt. Und das hat immer mit

Geschichten zu tun, weil Zahlen, Daten, Fakten, Schwerstarbeit für unser Oberstübchen. Geschichten

gehen so rein und fesseln und faszinieren und ermöglichen uns im Geiste schon mal, das Neue,

die Veränderung durchzuspielen. Und dann ist auf einmal alles ganz leicht. So, dann habe ich den

zweiten Teil beantwortet. Und jetzt möchtest du jetzt... Genau, jetzt muss ich was ganz anderes...

Bevor wir jetzt kurz reden... Wir müssen jetzt erstmal klären, was das Wort Narrative heißt. Ich

habe natürlich meine KI gefragt. Ich habe gesagt, erklär mir das Wort. Und die KI, das können sie

ja. KI, ich habe schon KBT gefragt. Aber er sagt also Ursprung Latein. Narrare ist erzählen oder

berichten. Und Gnarus ist wissend oder kundig. Also ich habe nur drei Semester Asterix studiert.

So, das heißt also eine Erzählung, die irgendwie Wissen transportiert. In meinem Kopf ging dann

sofort, was ich im Geschichtsunterricht früher gelernt habe, so dieser Benkelsänger, der auf dem

Dorfplatz ist und singt dann das Lied, in dem er transportiert, dass der König drei Königreiche

weiter gerade an der Syphilis verweckt. Also so Zeitungs-Warum, warum er dieses Beispiel jetzt

gerade immer im Kopf gab.

Und jetzt sagt aber mein Chat GPT und ganz spannend sagt, es gab jetzt aber eine entscheidende

Bedeutungsverschiebung, nämlich wir benutzen heute das Wort Narrative. besonders im politischen

Kontext, als etwas, das eine Interpretation mitgibt, ein Framing mitgibt, eine Deutung mitgibt.

Und ich hatte auch in meinen Vorbereitungsfragen, glaube ich, drinstehen, das Wort Narrative wird

sehr, sehr gerne verwendet, aber wird auch durchaus als manipulative Geschichte heutzutage

verwendet. Im Sinne von, wir müssen jetzt mal, weiß ich nicht, meine Frau kommt rein und sagt hier,

Der Wiesaurus-Konzert am Wochenende fällt aus, wir müssen das den Kindern sagen und dann sage ich,

wir müssen eine Narrative entwickeln. Weißt du, was ich meine? So, jetzt hol du uns mal ab, wie du

das Wort verstehst und wie du es verwendest. Also zunächst mal alles richtig, was die KI dir da

vorformuliert hat. Das Wort ist an sich neutral. Es bedeutet erzählen. Und berichten finde ich

nicht, weil im Narrativ steckt wirklich mir das Erzählen. Ich unterscheide zwischen berichten und

erzählen, weil ein Bericht ist immer zahlen, daten, faktenlastig und eine Geschichte ist immer sehr

menschlich und sehr emotional. Nachdem wir alle gemeinsam menschlich und emotional sind, ist es

automatisch so, dass die Geschichte uns stärker berührt. Und für mich ist ein Narrativ, eine

Erzählung mit Bedeutung, immer noch neutral. Die Bedeutung kann positiv sein,

die kann negativ sein. Und diese Erzählung mit Bedeutung gibt in der Tat uns einen Ordnungsrahmen.

Ich vergleiche das immer oder ich mache dieses Bild gerne so auf. Das Narrativ ist das Gebäude und

in dem Gebäude, das alles zusammenhängt, gibt es verschiedene Räume und da finden verschiedene

Geschichten, Storys statt. Nur weil eine Geschichte, das kann einfach ein kleines Geschichtchen

sein zur Erhaltung. Aber das Narrativ ist dann der große Rahmen darüber, der dem Ganzen Bedeutung

verleiht. Und deswegen ist Narrativ in verschiedenen Bereichen sehr, sehr wichtig, unter anderem in

der Arbeitswelt. Aber auch zum Beispiel in der Philosophie, ja auch zum Beispiel in der Geschichte.

Geschichte ist immer Narrativ. Geschichte ist nie die Wahrheit, sondern Geschichte ist immer das,

was der Gesinner erzählt, also sein Blickwinkel auf die Abläufe, das, was in unseren

Geschichtsbüchern steht. Also deswegen auch nie die ganze Wahrheit und immer gefärbt. So

Philosophie, Religion, Ideologien, Politik, Literatur, auch in der Psychologie,

da gehen wir dann in den Bereich der Selbsterzählungen, der Glaubenssätze, die man auch positiv,

negativ deuten kann. Also es ist immer die gleiche Geschichte und ich habe mich eben auf die

Arbeitswelt und auf die Zukunft spezialisiert. Das sind die drei Themenbereiche, die ich mir

rausgesucht habe, weil man kann also nicht den ganzen Komplex in so einem Buch abarbeiten, dann ist

es nicht mehr so fokussiert. Also für mich ist ganz wichtig, Der Begriff ist neutral. Der kann

jetzt natürlich so wie Manipulation benutzt werden. Auch Manipulation ist per se ein neutraler

Begriff. Ja, weil Manipulation bedeutet, übersetzt, etwas mit den Händen tun.

Manus, ja, also die Hand. La main auf Französisch, manipulé. Etwas mit den Händen tun, das kann

etwas Positives und Negatives sein. Und Manipulation ist eben sehr stark in die negative Ecke

gerutscht, aber wir manipulieren immer. Wenn beispielsweise, wir sehen uns jetzt nur, wir sitzen

uns gerade nicht gegenüber, wenn du schickes Parfum aufgelegt hättest, oder hasst und ich mich ein

bisschen hübsch angezogen und geschminkt habe, dann manipulieren wir. Ja, in einem positiven Sinne.

Das ist ja nicht negativ. Ja, wir wollen einfach die Umstände ein bisschen angenehmer machen für

alle, die jetzt gerade in diesem Rahmen, in diesem Frame, sprich im gleichen Raum sind. Wir

manipulieren immer. Die Frage ist nur, welche Interessen haben wir positive oder negative? Und das

Gleiche gilt für Narrative. Welche Interessen habe ich positiv oder negativ? Ich habe gestern einen

Vortrag mir angehört von so einer Psychologie-Koryphäe zum Thema Narzissmus und Erstgespräche im

Coaching mit Narzissten. Patienten. Und er fing an mit, da kommt rein und sagt so, also Narzissen

manipulieren und dann aber, stopp, wir manipulieren ja alle. Wenn wir einen Menschen finden, der

nicht manipuliert, sollten wir uns Sorgen um ihn machen. Die Narzissten tun es halt in einem extrem

hohen, zwanghaften Rahmen. Erstens und zweitens hin und wieder manipulieren sie auch so, dass es

auf der anderen Seite wirklich zu Schaden kommt. Das ist der Unterschied. Und deswegen muss man es

therapieren. Aber ich fand diese Aussage lustig. Und da ging es so eine Raunen durch den Raum, der

gesagt hat, wir manipulieren alle ständig. Das ist menschlich. Wie schön, dass du schon zwei

Podcasts hast, wo ich mit den Leuten eins bin.

Gut. Du hast das mit der Narrative geklärt. Wir gehen da gleich noch rein, aber ich will erstmal

über den Titel klären. Narrative für eine bessere Zukunft. Was ist denn die bessere Zukunft, von

der du da träumst? Also die Narrative, die wir im Moment verwenden, die sind leider in aller Regel

negativ. Ja, da ist was völlig in die Abwärtsschleife geraten. Wir haben uns quasi daran gewöhnt,

dass Genörgel quasi schick ist. Ja, wer nicht nörgelt und wer nicht klagt und jammert, da fragt man

sich, was ist denn mit dem los? Wie kannst du die Welt schön sehen? Guck doch mal. Also wir gucken

uns das Negative an und verlieren und verlernen den Blick für das Positive. Das ist ein Stück weit

natürlich auch typbedingt. Ja, manche Menschen sind so halb volles, halb leeres Glas. Hat bestimmt

auch jetzt mit der aktuellen Wirtschaftslage zu tun, dass es mehr Menschen nicht mehr so gut geht,

wie sie sich das vielleicht vorstellen. und wünschen. Es hat mit der schnellen Veränderung zu tun,

bei der viele Menschen gar nicht mehr mitkommen und das Gefühl haben, sie werden verlieren und

nicht gewinnen in diesem Szenario. Es gibt sehr viele Gründe und einer der Hauptgründe sind eben

leider die sozialen Netzwerke. Weil dort haben die Menschen massiv gelernt, wenn sie mit

Negativverlager kommen, vor allen Dingen gern als Clickbait auch noch so etwas ganz furchtbar

Gefährliches produzieren, dann bekommen sie Aufmerksamkeit. Und diese Aufmerksamkeit,

die geht dann natürlich in zwei Richtungen wieder. Positiv, ja, ich bin ganz deiner Meinung oder

nein, ich bin ganz einer anderen Meinung, da muss ich was klarstellen. Nur die Aufmerksamkeit ist

erst da und das zählt der Algorithmus. Das heißt, wenn ich also richtig Clickbait mache und richtig

KI-Schrotte da platziere und Fake-News platziere, dann werden ganz viele Menschen dahin gehen,

weil das ist normal. Wir haben ja im Grunde im Hirn nur zwei Tendenzen. Hinzu,

wenn es was Positives ist, weg von, wenn es was Negatives ist. Und das menschliche Hirn tendiert

zum Weg zu, wenn das Weg ums geht, sehr gefährlich ist. Weil das könnten wir, wenn wir das nicht

beachten, mit dem Leben bezahlen. Ja, wenn es positiv ist, dann können wir uns nur freuen und ein

schöneres Leben haben. Aber wenn wir das Gefährliche nicht beachten, könnten wir es mit dem Leben

bezahlen und unser genetisches Material kommt nicht in die Zukunft. Also achten wir daraus. Machen

die Medien genauso. Only bad news are good. Das wissen die lange und die sozialen Medien und die

Algorithmen verstärken das jetzt. Und so ist eben in den ganzen sozialen Netzwerken so eine

Negativspirale in Gang gekommen. Ich nenne das Verhinderungsabgrundnarrative, je nachdem, wie stark

das ist. Und da stecken wir jetzt gerade. Dass wir alle lernen müssen, also grundsätzlich klick

keinen Mist. Ich gehe da nicht hin, ich gucke nicht hin, ich kommentiere es auch nicht, um es

richtig zu stellen, weil der Algorithmus lernt eins daraus. Das scheint für die Menschen

interessant zu sein und spielt uns das immer weiter nach oben. Das Gefährliche an der Situation,

das haben die wenigsten Menschen bisher überhaupt in der Folge durchdacht, die KI wird gerade

trainiert mit diesem ganzen Mist. Und KI verstärkt immer. Die verstärkt das Gute und die verstärkt

das Schlechte. Die skadiert. Und die lernt gerade das Schlechte und wird das Schlechte verstärken

und wird die Zukunft mit diesem schlechter, schlechter werdenden Material versorgen. Und diesem

Trend müssen wir uns entgegenstimmen, weil in einer Abgrundzukunft wird sowohl der Einzelne als

auch die ganze Gesellschaft und die Wirtschaft und das ganze System, das ja bereits wackelt, wird

in den Abgrund gehen. Und diese Auswirkung, dass die KI das jetzt alles gerade lernt und

multipliziert sozusagen, skaliert multipliziert, diese Auswirkung, dessen sind sich viele Menschen

überhaupt nicht bewusst. Hast du Views gelesen von Marc-Uwe Kling? Nein. Das ist, also für euch

erzähle ich überhaupt nichts, weil das ist ein Buch, das hat eine kurze Handlung, das kann man in

einer Sitzung lesen. Roman, Marc-Uwe Kling ist der Typ mit den Känguru-Chroniken. Also ist ein

Roman, ist ein brutaler Roman. Das ist wirklich nichts für Zartbeseitete. Den könnte man zuerst

lesen und dann kann man in dein Buch reingucken und die Lösung dafür finden. Sag doch mal den Titel

an. Der Titel heißt Views. Also das Englische für Impressions, Views. Und es geht um diese Frage.

Was generiert Aufmerksamkeit und wie erzählen wir es? Ich habe noch eine andere Frage. Es gibt ja

auch eine Narrative. Wir sind beide aktiv auf LinkedIn. Da gibt es eine Narrative, die ich jeden

Tag aus Brot geschmiert bekomme. Und die ist in erster Metaebene. Meckern. In zweiter Metaebene.

jemand, der darüber meckert, dass Deutsche so gut meckern können. Oder in dritter Meta-Ebene

jemand, der darüber meckert, dass wir darüber meckern, dass die Deutschen so gut meckern können.

Also was ich versuche zu sagen ist, legst du dich da nicht mit zwei extrem mächtigen Dingen an?

Einmal mit dem Algorithmus oder der Menge von Algorithmen, die uns trainieren. Ne, wir trainieren

sie ja nicht mehr, sie trainieren uns. Und dann mit einer kulturellen Identität der Deutschen,

die gerne meckern. Oder ist das überhaupt so? Ja, ja, also ich sage ja, wir sind gerade so mitten

auf der Abwärtsspirale unterwegs und wir können das auch nur gemeinsam stemmen,

wenn wir alle gemeinsam lernen. Meckern bringt uns gar nichts weiter. Das Meckern bringt nichts und

niemanden weiter. Der blockiert uns nicht nur selber im Kopf und lähmt uns für

Lösungsmöglichkeiten. Ja, weil wenn ich meckere, wenn ich sozusagen mich selber mit negativen

Gedanken flute, dann gerät mein Hirn und damit mein ganzer Körper in den Tunnelblick. noch immer

mehr Negatives. Also es verstärkt sich sozusagen diese Sichtweise immer mehr. Und irgendwann kann

ich das Positive nicht mehr sehen. Und unser Hirn funktioniert nach dem Motto Use it or lose it.

Das heißt, was ich nicht mehr übe, das positive Sehen verschwindet. Und ich gehe unter in meiner

eigenen Meckerspirale. Und wie gesagt, es gibt ein paar Menschen, die haben da eben auch wirklich

ein Thema dabei. Über die spreche ich nicht. Ich spreche mehr über die, für die Meckern zur

Gewohnheit geworden ist, ohne dass sie das merken. Die in der Kaffeepause, im Personalraum, wo auch

immer, wo das Meckern üblich ist. Das ist zu einer normalen Geschichte geworden und alle stehen

dabei und hören zu. Und ich sage, nur im Unternehmen, wenn es da einen gibt, der immer meckert. Und

niemand bleibt bei dem stehen und hört sich seine schlimmen Geschichten an, jeden Tag noch ein

bisschen schlimmer, weil er kriegt ja Aufmerksamkeit dadurch. Alle gehen weg, um sich nicht mit

seinen Meckerpaketchen zu belasten. Und er hat kein Publikum mehr und keine Aufmerksamkeit mehr.

Das wird in ein paar Sitzungen oder Treffen in der Kaffeeküche, wird der das beenden,

weil er die Aufmerksamkeit nicht mehr bekommt. Das ist jetzt menschliche Aufmerksamkeit, aber

Algorithmus ist das gleiche Prinzip. Das heißt, wenn es uns allen gelingt, wegzugehen aus diesen

Meckerecken, nicht mitzumachen, sich nichts anstecken zu lassen und sich nicht auch von diesem

Algorithmus lenken zu lassen. Also ich sage mal, jemand, der Likes braucht, wofür braucht der Like?

Ich brauche wenige Follower, die ich aber mit meinem Content erreiche und überzeuge und zum

Mitmachen für eine bessere Welt bringe. Die brauche ich. Ich brauche nicht ein Maximum. an Liked.

Das muss ich so ehrlich sagen, das ist so ein Männerding auch irgendwo. Sorry. Entschuldigung, aber

du hast dreimal so viele Likes wie ich. Quantität, also ich will jetzt nicht diesen berühmten Satz

sagen, du kannst ihn sagen, aber ich sag ihn nicht, aber ich glaube, jeder, der zuhört, der weiß,

was ich meine. Also Quantität, Zentimeter werden vorgezogen. Das doch. Nein,

ich sage es aber nicht. Und in Wirklichkeit geht es eben um Qualität. Also lieber mit Qualität in

den sozialen Netzwerken als dieses Gieren nach Likes. Die bringen gar nichts. Oder ich sage mal ein

anderes Bild. Kein Schwein wird durchwiegen Fett. Also indem ich die Zahl ermittle,

sondern indem ich dem qualitativ gutes Essen gebe. Oder kein Fieber geht weg, wenn ich Fieber

messe. Und das Männliche ist eben sehr stark dieses Messen von Dingen, um sich an mehr von nicht

nur zu ergötzen, sondern auch Status und Macht aufzubauen. Und das sind alles so Dinge. Also ich

komme jetzt wirklich von einem Bereich in den anderen. Aber das hängt ja alles zusammen. Und wir

müssen zur Basis kommen, weil der erste Schritt zur Veränderung ist immer das Mindset. Ich muss es

verstehen, dazu brauche ich auch Wissen, dazu brauche ich auch dieses vernetzte Wissen, weshalb,

wieso, warum. Und wenn ich es verstanden habe, dann kann ich ja erst hingehen und kann sagen, jetzt

brauche ich noch ein paar Skills, also Wissen und Können. Und jetzt brauche ich noch ein paar

Tools, Werkzeuge, einen ganzen Werkzeugkasten voll. Und jetzt kann ich Dinge verändern. Der erste

Schritt ist das Mindset. Und das wird bei vielen Change-Projekten oder Transformationsprojekten in

den Unternehmen gar nicht am Mindset gearbeitet.

sozusagen ausgerollt, ein fertiges Konzept und wundern sich, dass es nicht funktioniert. Wir müssen

erst am Mindset arbeiten. Und das ist das, was ich erreichen möchte. Wenn wir alle aufhören, uns

selbst in den Abgrund zu reden und anfangen, konstruktive Gedanken zu haben und die auch immer

wieder auszusprechen, auch vor uns selbst auszusprechen. Unser Gehirn hört uns ständig beim Denken

zu, weil die Gedanken kreisen ja ständig, sind das positive, negative Gedanken. Also mein Buch,

mein erstes Tool, also in dem Buch gibt es sehr viele Tools, wie mache ich das jetzt? Und mein

erstes Tool heißt Selbstrevision. Ich mache mal für mich selber eine Strichliste, wie oft denke ich

positiv, negativ, um überhaupt eine Ahnung davon zu bekommen, in welcher Gedankenwelt bin ich

eigentlich unterwegs. Um dann erstreckt festzustellen, ich dachte, ich bin eigentlich ganz positiv,

aber ich rede und denke eigentlich immer nur über negative Dinge nach und beschäftige mich in den

sozialen Netzwerken immer nur mit diesen Clickbaits und mit diesen Hooks und mit diesem KI

-Schrott, weil der irgendwie sensationell wirkt. Und diese Revision muss ich machen und dann muss

ich sagen, ich reite mich selber in den Abgrund. Es ist ja kein Wunder, dass ich nichts auf die

Reihe bekomme, weil ich mache mein Hirn zu und mache es nicht auf. Ich gehe mit Schäubklappen durch

die Welt und müsste eigentlich die Welt mit großen Erarmungen empfangen, weil sie einfach so viele

Chancen bereithält, aber nur für denjenigen, der sie auch sehen will. Du hast eben Teil 1, Teil 1

des Buchs heißt Narrative für mehr Lebensqualität. Eine schöne Überschrift, die heißt Katastrophe

oder Anastrophe. Was ist denn eine Anastrophe? Also offensichtlich die Strophe über die Anna. Nein,

aber was ist es denn? Das ist wirklich toll, dass man diese Frage genau in dem Kontext, wo wir

jetzt gerade sind, wo wir angekommen sind, stellt. Weil das bringt es auf den Punkt. Katastrophe,

diesen Begriff kennt jeder. Du brauchst gar nicht fragen, was ist eine Katastrophe? Und Anastrophe,

den Begriff kennt fast niemand. Die Anastrophe ist die Kehrtwende zum Guten. Wir befassen uns

ständig mit der Kehrtwende zum Schlechten, also mit der Katastrophe oder mit der möglichen

Katastrophe. Wir machen einer Mücke einen Elefant, sagt ja auch der Volksmund so schön. Und das

Gegenteil, die Kehrtwende zum Guten, den Begriff kennt fast noch niemand, geschweige denn,

dass wir uns damit befassen. Und in der Folge spreche ich dann eben auch von diesem K-Typen und

von diesem A-Typen. Und jetzt logischerweise, der K-Typ ist immer der, der rummeckert und in

allem die Katastrophe sieht und sich nicht immer nur Sorgen macht. Ja, es gibt Hirne, die machen

sich Sorgen über Dinge, die fast gar nicht passieren können, die derart unrealistisch sind, dass

man sich manchmal im Kopf fragt, auf was für Gedanken merkwürdige Gedanken kommen. Der so sehr

turnt der in seinem eigenen Hirn mit negativen Gedanken rum. Und diese Gedanken sind eigentlich

immer Geschichten und das ist interessant. Ja, und wir beschäftigen uns in Gedanken viel mehr mit

der Zukunft. als mit der Vergangenheit. Was ist morgen? Was ziehe ich morgen an? Hoffentlich geht

es den Kindern morgen gut. Hoffentlich ist in der Arbeit alles okay, wenn ich jetzt vielleicht da

ankomme, das Meeting. Hoffentlich ist das nicht wieder so langweilig. Wir befassen uns immer mit

der kürzeren oder längeren Zukunft. Das ist 80 Prozent dessen, was in unserem Hirn los ist. Und

jetzt kannst du dir vorstellen, wenn 80 Prozent unserer gedachten Zukunft negativ ist, wo die

Zukunft für den einzelnen Menschen, für die Arbeitswelt und wo diese Zukunft insgesamt hingeht.

Und das müssen wir durchbrechen. Und da gibt es eben diese A-Typen. Nicht nur, weil ich Anna heiße

oder ich heiße eigentlich Anna Maria. Also ich habe vier A's. A ist ja der Herzton. Ich habe vier

A's in meinem Namen und wäre also quasi prädestiniert dafür, auch alles zu mögen,

was mit A anfängt. Irgendwie auch Amazon, Buch bei Amazon. kaufen immer gerne Leute. Ich habe auch

vier A's im Namen, habe ich gerade festgestellt. Nämlich? Ich heiße ja Holger Harald Alexander

Heinze. Alexander? Das ist der schönste Männername von allen. Weißt du, was der heißt? Nee. Der

Beste aller Männer. Ach echt? Bei uns heißt der, der Vater wollte, dass ich so heiße und der muss

sich hinten anstellen. Der griechische Ursprung ist der Mensch und Alex der Beste. Zu den Typen A

-Typ und K-Typ. Ich würde jetzt mal behaupten, du kannst es gerne zerlegen, mit wenigen Ausnahmen,

Mutanten auf den Kopf gefallen oder sowas, sind wir alle erstmal K-Typen. Weil wir alle erstmal

Angst haben und getrieben sind vom Überleben und deswegen erstmal das Negative sehen. Wir können

uns zum A-Typen, zum Positiven, hin entwickeln oder trainieren, aber sind in der Natur K-Typen.

Du sagst direkt nein, also zerleg mich bitte. Wir kommen zwangsläufig als A-Typen auf die Welt.

Weil wir sind völlig abhängig von unserer Umwelt und müssen mit jeder Phase unseres Körpers, in

jedem Bruchteil von Gedanken, müssen wir erhoffen, dass Menschen sich um uns kümmern, dass sie uns

nähren, dass sie uns sauber machen, dass sie uns in den Schlaf hinein singen, dass sie uns gut

gesinnt sind, dass sie den besten möglichen Lebensstart für uns realisieren.

Wir sind 100% A-Typen. Ich erzähle hier mal die Geschichte von meiner Tochter, die ich mit zwei

oder drei auf den Boden gesetzt habe. Und dann ist die schnurstracks in den Pool gelaufen. Da habe

ich hinterhergesprungen, habe sie rausgezogen. war ein riesen Tuberpo. Ich habe sie abgetrocknet.

Ich war natürlich auch ein bisschen aufgeregt. Dann habe ich sie angeschaut und gesagt, wie kannst

du denn in den Pool springen, wenn du nicht schwimmen kannst? Und sie guckt mich an und sagt, Papa,

bevor ich in den Pool gesprungen bin, wussten wir nicht, ob ich schwimmen kann.

Herrlich. Also insofern, ja, du hast recht. Dann sage ich es anders. Werden wir dann irgendwann

alle, also legen wir das dann ab, dieses Kindliche, ich bin auf die Nase gefallen, ich stehe halt

wieder auf, das wird schon alles gehen? Ja. Ja, oder? Wir kriegen es irgendwann abtrainiert,

trainieren uns das selbst ab oder wo geht es verloren? Ich sage 50-50, wir haben natürlich einen

Genpool. Also es gibt Menschen, die sind von Hause, die sind so geboren, die sind optimistisch

geboren, die sind mutig geboren, die sind neugierig geboren. Das ist ein Stück weit ein Genpool,

den ich mitbekomme, der in diese Richtung geht. oder weniger hat. Es gibt sehr vorsichtige

Menschen, es gibt sehr ängstliche Menschen. Ja, da ist einfach diese Amygdala, das ist ja dieses

Angstradar im Kopf, ist eigentlich super aktiv und schleudert sofort ein Maximum an Angsthormone

sozusagen, also an Adrenalin für die Kurzzeitangst und Cortisol für die Langzeitangst aus.

Das heißt, ein Stück weit sind wir abhängig von Genpool und Biochemie. Das können wir marginal

verändern. Bei Biochemie können wir ein ganz bisschen, aber an Im Grunde wenig, weil wenn die

Angstreaktion kommt, die kann man nicht unterbrechen. Wenn die Gänsehaut kommt, die kann man nicht

auf halbem Weg unterbrechen. Du hast die Gänsehaut. Du kannst nur eben irgendwann, wenn der Kopf

das Denkhirn wieder zugeschaltet wird, also nicht das Angstzentrum im Bruchteil von Sekunden

reagiert. sondern wenn das Denken wieder zugeschaltet wird, weil interessant ist, dass für diesen

Bruchteil von gefährlichem Moment wird das Denken ausgeschaltet, das ist zu langsam. Wenn es wieder

zugeschaltet ist, du würdest jetzt sagen, oh, da hatte ich die Folge sowieso, da haben wir den

gehabt, der hat dazu was erzählt, dann würde ich sagen, hinhören, weil das ist so wichtig, ein

bisschen mehr zu wissen, wie unser Biosystem da oben funktioniert, die Biochemie funktioniert,

weil dann können wir sie erstens verstehen und dann zweitens, indem ich sie verstehe, Mindset,

Skillset, Toolset, immer in dieser Reihenfolge, indem ich dann Skills erwerbe und Tools bekomme, an

die Hand bekomme, um das so ein bisschen zu bewältigen. Aber die erste Angstreaktion, die kommt

immer. Ich kann bloß dann die Angst schnell wieder runterdämmen, mehr oder weniger schnell wieder

runterdämmen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Die haben andere sicher auch schon im Podcast gut

erklärt. Die kann man auch nachlesen. Ich hätte mir das jetzt verkniffen, aber wenn du mich

herausforderst, Folge 122 mit Caroline Adler, Shane scheitert im Gehirn, geht es genau darum.

Super, du hast schon viele tolle Leute gehabt, merke ich gerade. Ich bin nochmal umso stolzer, dass

ich heute dabei sein kann. Und was war deine Frage? Ich wäre jetzt in die nächste Richtung

gegangen, nämlich, also meine Frage war ja, kommen wir als K-Typen auf die Welt? Du sagst, nein,

als Kinder sind wir A-Typen, wir sind optimistisch, wir gucken auf das Positive. Lass mir den

Gedanken, lass das schnell noch zu Ende machen. Also ich sage plus minus 50 Prozent, kommen wir ein

Stück weit als eher positiv oder eher negativ, sage ich jetzt mal so, auf die Welt. Und der Rest

ist Umwelt und der Rest ist Erziehung. In das Elternhaus, in der frühen Phase,

die Schule, in der zweiten Phase. Und die jugendliche Gruppe in der dritten Phase und die

Arbeitswelt in der vierten Phase. Und wir können Glück haben und in ein Elternhaus kommen, dass

diese positiven Ansätze, die wir mitbringen, also in dem Fall konstruktiv, lösungsorientiert,

optimistisch, zuversichtlich in die Welt zu schauen, die das verstärken oder die das verhindern.

Ja, wenn jemand mir ständig Angst macht, wenn ich nur zwei Schritte nach Hause mache oder wenn du

deine Tochter, ich bleibe in deinem Beispiel, furchtbar bestraft hättest dafür, dass die das getan

hat, dann hätte die nie mehr in ihrem Leben auch nur irgendwas in diese Richtung getan, weil das so

ein maximal prägendes Erlebnis war. Ja, ich darf nicht so mutig sein und darf mein eigenes Leben

nicht herausfordern sozusagen. Und dann in der jugendlichen Phase nochmal ganz stark, da müssen wir

einfach hoffen, dass die jungen Menschen in eine entsprechend gute Umgebung hineinkommen, einen

guten Frame, wie man auch immer das nennen möchte, in der Arbeit. Welt dann ganz genauso. Und da

entgleisen die Leute an mehreren Stellen oder sie haben Glück. In der frühen Phase,

dass Eltern, Familien, Angehörige, Freunde die auffangen oder die geraten auf die schiefe Bahn,

sagt ja auch der Volksmund. Also wenn wir dem Volksmund ein bisschen zuhören, der ist so

unglaublich schlau. Der erzählt uns eigentlich alles darüber, wie ein Leben gut oder weniger gut

verlaufen kann. So, und jetzt deine Frage. Du hast ja im Buch quasi, du fängst an mit dieser

Herleitung, erklärst das, wo das herkommt. Da gibt es ganz tolle Sachen. Da gibt es dann hier... du

hast auch einfach schöne, wunderschöne Worte drin. Schluss mit der Selbstverzwergung und direkt

danach, wie Erzählungen die soziale Fitness stärken. Ich muss jetzt gar nicht rein, du legst aber

die Basis dafür, wie Narrativen auf, wie auch immer man es nennt, Mindset,

Ausblick, Perspektive, Haltung, das ist ja alles so ein Ding einzahlt. In Teil 2 guckst du es dir

dann an, guckst auf die Arbeitswelt. Und da dreht sich dann ganz viel um Unternehmenskultur und

auch um Change und Transformation. Du hast vorhin schon mal angeteasert, dass du unterscheidest

zwischen Change und Transformation. Das würde mich interessieren. Und dann interessiert, glaube

ich, die Hörerinnen und Hörer, weil wir sind ja hier im Business-Podcast. Was ist denn da die

Empfehlung? Wie arbeite ich mit Narrativen? Du hast eben schon so ein bisschen gesagt. Nimm den

Meckerern in der Kaffeeküche das Publikum, dann hören sie auf. Aber da würde ich gerne noch so ein

bisschen reingehen. Also erzähl uns was, wie die Narrativen die Arbeitswelt verbessern. Teil 1, wir

müssen die Menschen stärker machen, weil Teil 2, die Arbeitswelt, da habe ich die entweder

erstarkten oder weniger erstarkten Menschen und ich habe die eher positiven oder die eher negativen

Menschen. Und wir haben im Moment sehr viele erschöpfte Menschen, weil wir haben auch einen

erschöpften Planeten. Wie Ihnen so außen auf einem erschöpften Planeten werden die Menschen

zwangsläufig erschöpft. Und ich kann die nur stark machen, damit die Arbeitswelt stärker wird und

wir stark in die gemeinsame Zukunft gehen. Deswegen Schritt 1 Leben. Wie mache ich die Menschen

stärker und konstruktiver, lösungsorientierter? So Arbeitswelt. In der Arbeitswelt,

da habe ich eben schon angedeutet, du hast Unternehmenskultur gesagt. Ist die Unternehmenskultur

generell betrachtet? eine positiv gestaltete oder eine negativ gestaltete. Ich spreche von der

lachenden und von der vergifteten Unternehmenskultur. Und ganz viele Kriterien, woran man das eine

und das andere festmachen kann. Ich glaube, gesunder Menschenverstand ist in einer vergifteten

Unternehmenskultur, wo also alles nur negativ ist und Lug und Trog und hinter dem Rücken und

Missgunst und all diese Geschichten. Ich will da gar nicht näher drauf eingehen. Da kann natürlich

wieder nichts Großes, Starkes für die Zukunft daraus erwachsen, sondern ich brauche eine lachende

Unternehmenskultur. Das bedeutet aber nicht, wir lachen uns ständig tot über irgendwelche dummen

Witzchen, sondern es ist eine konstruktiv-positiv-freudig-geschichte Unternehmenskultur,

in dem die Menschen psychologische Sicherheit erfahren und aus dieser psychologischen Sicherheit

heraus ihre Scheuklappen verlieren, ganz weit aufmachen, dann entsteht nämlich Kreativität und nur

dann können wir eben über kreative neue Ideen solche Szenarien entwickeln, die in der Zukunft

greifen werden. Als zweite Voraussetzung erstens erstarkte Menschen brauche ich eine konstruktive,

positive Unternehmens- und Arbeitskultur. Und in jedem Unternehmen haben wir Vorderbühne,

Hinterbühne. In welcher Nummer ist das bei dir bearbeitet worden? Also ich habe tatsächlich eine

Episode, die heißt die Zermürbungsmaschine. Da geht es um die Erschöpfung. An die habe ich gerade

gedacht. Vorderbühne, Hinterbühne haben wir noch nicht so ausführlich gehabt. Ganz spannend, weil

auf der Vorderbühne findet natürlich alles offizielle statt. Also wie im Theater auf der

Vorderbühne findet das offizielle Spiel statt, das gespielt werden soll. Also sozusagen die schöne

Version des Spiels. Im Unternehmen auch die ganzen geschönten Geschichten. was für ein tolles

Unternehmen mit einer tollen Unternehmenskultur, mit allem ganz toll, alles dies und das, tolle

Führungskräfte, tolles Wir-Gefühl und so weiter und so fort. Und auf den Hinterbühnen findet das

wahre Leben statt. Ich habe neulich ganz kurz, ich habe neulich so Dinge erzählt, in einem Change,

großer Change. Da war Townhall und der neue CEO hat einen Vortrag gehalten und dann einer konnte

nicht teilnehmen, weil er hatte die Rufbereitschaft, ne, IT. Dann kommen die anderen zurück ins

Büro und sagen, und was haben die erzählt? Ja, der hat erzählt, wie gut es uns geht, was wir

operativ alles hinkriegen, wie belastbar wir sind, wie gut wir bei den Kunden und so weiter da

stehen. Und dann sagt er, oh, das ist ja krass. Ist noch irgendwas offen? Dann sagt einer, ja, wir

müssen rausfinden, von wem er geredet hat.

Genau. Das beschreibt eine tolle Story, das beschreibt es sehr schön. Und das ist eben eine

Hinterbühne. Auf der Hinterbühne werden die wahren Geschichten erzählt. Und das passiert in der

Kaffeepause, das passiert im nicht offiziellen Teil des Unternehmens. Und wenn wir die Narrative,

die im Unternehmen kursieren, kennenlernen wollen, müssen wir auf die Hinterbühne. Und darum finden

Berichte, in Berichte finde ich nicht die wahre Wahrheit, weil der Bericht immer geschönt ist.

Das kennst du, kommt der Vorstand oder ist plötzlich irgendeine Evaluation oder es ist

Jahresgespräch, plötzlich alle Projektampeln stehen auf grün. Trug und klug, ich kriege die Worte

schon nicht mehr aus meinem Mund raus, um Quartalsziele zu erreichen. Klug und trug. Lug und Trug.

Um Quartalsziele zu erreichen und immer ein positives Bild abzugeben. Wir sind die Größten,

weil dann gibt es auch den entsprechenden Bonus. Ja, und das zieht sich durch das ganze Unternehmen

durch. So ein CEO war das CDU höchstpersönlich, der einfach so eine Lug und Trug Geschichte

aufmacht, weil das die schöne Welt auf der Vorderbühne ist. Und eine PR-Geschichte, die ja

vielleicht noch durchstechen will an irgendein wichtiges, was weiß ich, Wirtschaftsmedium. Die

Mitarbeiter werden das sofort entlarven. Und nicht nur das, es wird nicht nur auf die Hinterbühne

darüber zerfetzt man sich die Mäuler, wie man so schön sagt. Es wird auch in die sozialen Netzwerke

gespielt und es wird auch auf die Arbeitgeberportale gespielt. Das heißt, wir erfahren die ganze

Wahrheit. Aber selten die offiziellen Oberen in den Unternehmen, wohl aber die Kunden.

weil die sich genau da tummeln und natürlich die zukünftigen High Potentials, die sagen, in so

einer Unternehmenskultur so fake, so vorgetäuscht und gar nicht wahr, mit denen will ich gar nichts

zu tun haben. Ja, das heißt, wir müssen an die Unternehmensgeschichten herankommen. Kriege ich nie

über Mitarbeiterbefragungen, weil auch dort habe ich genehmiges Verhalten, was zum Ankreuzen,

also das Unternehmen hat eigentlich schon vorgegeben, die Idee, in die es da gehen soll. Oder aber

Berichte, auch da kriege ich es nicht, sondern ich muss auf die Hinterbühne. Und dort muss ich die

wahre Geschichte erfahren. Und dort brauchen die Mitarbeiter jetzt auch diese psychologische

Sicherheit. Das heißt, ich muss jetzt einen Raum schaffen und einen Rahmen schaffen, wo ich

tatsächlich an die wirklich wahren Geschichten herankomme. nicht an Zahlen, Daten, Fakten,

weil in der Episode, in dem die ganze Episode erzählt wird, jetzt kommen die ganzen Details raus,

woran es wirklich hakt. Weshalb denn ein Fehler wirklich passiert ist. Und dann ist nicht

Mitarbeiter Meier wieder mal derjenige gewesen, welcher, sondern der Fehler ist passiert,

weil in den Strukturen, Prozessen oder Entscheidungswegen oder im Rahmen dieser Silo-Organisation

etwas so schlecht läuft, dass Fehler zwangsläufig sind. Und nur daraus kann die Organisation

lernen. Die lernt nichts aus dem, was vor der Bühne erzählt wird. Eine Organisation lernt nur

wirklich für die Zukunft, wenn die diese Episode sich wirklich gezielt anhört und auf die Details

lauscht, um den wahren Knackpunkt herauszufinden. Und nur wenn wir an diesen wahren Knackpunkt

herankommen, dann können wir auch so eine Thematik lösen und so etwas Besserem machen. Jetzt

brauche ich dann nur noch die Tools. Mit welchen Tools gelingt das, an die wahren wirklichen

Episoden zu kommen, erzählten Geschichten heranzukommen? Und wie mache ich so ein Setting,

um das dann auf die Reihe zu bekommen? Also wie sorge ich für psychologische Sicherheit? Und da

gibt es jetzt mehrere Möglichkeiten. Also da könnte ich jetzt ad hoc, ich weiß nicht, wie viel Zeit

wir noch haben, vier, fünf Tools nennen, wo es ganz einfach ist, wenn ich die Mechanismen

verstanden habe, ganz einfach ist, diese Räume zu schaffen. Die Leute können ja auch mein Buch

lesen. Da steht 40 Tools. Alles sehr sorgfältig erklärt, sehr Praxis. Oder du sagst,

mach mal noch ein Beispiel, wie du willst. Oder du hast vielleicht noch andere Fragen. Ich habe

jetzt erstmal, bin ich gerade getriggert, weil ich habe den ganzen Vormittag gesessen an einer

Präsentation, einem Vortrag, da geht es um Change, Change Management. Und die Frage war, eine der

Fragen war, wofür brauchen wir denn eigentlich Externe? Dafür. Und das ist genau die Antwort. Also

die Antwort ist, weil die mir im Zweifelsfalle Wahrheiten sagen und Geschichten erzählen, die sie

euch nicht erzählen. Per Definition. Also das ist ja so dieses, ich habe auch manchmal, wenn ich

Führungskräften sage, es um Jahresziele geht und so weiter, dann sagen die, was soll ich in die

Jahresziele reinschreiben? Soll ich nehme jede Kennzahl rein? bei der du akzeptieren kannst,

belogen zu werden. Das ist genau der Punkt. Der Externe hat an der Stelle zwei wesentliche Rollen.

Erstens, der hängt nicht ab von seinem Vorgesetzten, der ihm auf der Karriereleiter, wie man so

schön sagt, weiterhilft oder im nächsten Jahr mehr Gehalt verdienen oder großzügige

Urlaubsregelungen. Das sind ja die Gründe, weshalb die Führungskräfte nie die ganze Wahrheit

erfahren, weil Mitarbeiter sind ja nicht dumm. Die machen sich ja nicht selbst einen Strich in der

Rechnung. Vor allen Dingen, wenn ein Mitarbeitergespräch, das ist ja der Irrsinn schlechthin

gekoppelt, ein Gehaltsgespräch, dann ist natürlich alles immer lieb und nett und fein und alles

steht auf grün, weil ich will ja das Gehalt. Also ich finde es manchmal absurd, dass Führungskräfte

nicht aus so simple Gedanken gesunden Menschenverstand kommen. Und der Externe, der kann erstens

diese ganzen heiligen Kühe, die man auf der Vorderbühne gar nicht anspricht, die kann er mal

benennen, weil er sie einfach sieht als Externe mit dem Blick obendrauf. Und wenn er in der guten

Position ist, ja, nicht diesen Auftrag dringendst zu benötigen, noch ein paar Mann- oder Frau

-Tage zusammenbringen muss, ja, in den ganzen großen klassischen Beratungsgesellschaften,

das wäre die Voraussetzung. Ja, wenn der Berater wirklich so cool drauf ist, dass er sagt, ich bin

ins Unternehmen gerufen worden, um diese blinden Flecken anzugucken, die heiligen Kühe mal

anzusprechen. Und ich mache das. Ich benutze, ohne zu manipulieren, benutze ich natürlich

anschlussfähige Worte, um es den Leuten nicht ganz so schmerzvoll zu machen.

Das ist eine positive Manipulation, weil es verfolgt ja das Ziel, das Unternehmen an der Stelle

voranzubringen. Dafür werden die Experten gebraucht. Und es gibt eben auch Experte, Story

-Listening-Experte. Das wäre das Stichwort dafür, Story-Listening. Ich muss den Geschichten

zuhören oder Story-Harvesting, sagt man auch manchmal. Ich muss diese Hinterbühnengeschichten

ernten. als Geschichte, als ganze Geschichte. Und da gibt es eben diese Spezialisten,

die ausgebildet sind, solche Gespräche zu führen. Das Erste, was die machen, die sorgen für

psychologische Sicherheit. Es gibt also eine Vertraulichkeitserklärung. Die würden, auch wenn die

die Story nennen, nie den Menschen nennen, der die Story gebracht hat. Das wäre an der Stelle

wichtig, dass die Mitarbeiter versichert sind. Mein Name ist nicht im Spiel. Ja, weil sonst gibt es

immer jemanden, solange der Name des Mitarbeiters plötzlich ins Spiel kommt, der, was weiß ich, der

Führungskraft oder dem obersten checkt. Der Mitarbeiter hat aber das und das gesagt. Also diese

Geschichten passieren tatsächlich. Die Mitarbeiter sagen nur die volle Wahrheit. Wenn die ganz

geschützt auch wieder aus diesem Prozess herauskommen, in der Hoffnung, durch deren Input wird

etwas besser. Und das können so externe Storytelling-Experten, die machen dann Interviews,

also nicht Frage-Antwort-Interviews, sondern Erzähl-Interviews, die können das machen. Das wäre

eine wunderbare Geschichte für Externe, die sich darauf spezialisiert haben oder spezialisieren

wollen, mehr von diesem Listening-Story-Ernten zu machen. Wenn wir das jetzt machen, ich habe

noch eine Frage oder fast schon ein Störgefühl. Vorhin hast du gesagt, wir haben diese negativen

Narrativen im Unternehmen und wir nehmen ihnen das Publikum, dann hören sie auf. Jetzt sagen wir

aber, wir schicken da Leute, die die harvesten, die von ihnen lernen. Machen wir ja auch erstmal

täglich Brot. Das funktioniert auch ganz gut. Also Frage 1, widerspricht sich das nicht ein

bisschen? Oder andersrum, wie gehe ich denn dann deiner Meinung nach damit um? Ich laufe da durch

die Gegend, dann höre ich mir das an. Und gerade im Change, ich glaube, das kommt auch in deinem

Buch vor, haben wir ja oft diese erlernte Hilflosigkeit. Da sind drei, vier Changes in den Sand

gesetzt worden und dann trifft jede neue Veränderung, trifft auf, ja, guten Tag, wir sind hier die

ECMI Corporation, wir sind unheimlich schlecht in Veränderungen. Unsere Chefs haben immer

beschissene Ideen, die haben keine Ahnung von unserem Alltag und das wird eh wieder alles hier auf

Sand laufen. War ich jetzt damit, mit dieser Narrative? Ja, also das sind zwei, also aus meiner

Sicht sind das jetzt zwei verschiedene Baustellen. Die Baustelle, wenn ich das Unternehmen

voranbringen will, vor allen Dingen in Veränderungsprozesse, das ist eine Frage, die im Übrigen

noch offen ist. Ich notiere mir die gerade. Du hast an einer Stelle gefragt, was ist der

Unterschied zwischen Change und Transformation? Da gibt es in der Tat einen. Wir wollen jetzt

natürlich diese Geschichten hören. Das sind dann echte Geschichten. Das sind dann keine

Lästergeschichten. Das sind keine Jammergeschichten, wie ich die in der Kaffeeküche habe, sondern

ich mache mal am Beispiel der Fehlerkultur. Da ist es so plastisch, weil da einfach so viel...

Falsches und Schlechtes immer noch in den Unternehmen passiert. Sündenbock-Safari als Stichwort.

Sündenbock-Safari. Was ist denn die Sündenbock-Safari? Da werden Sündenböcke gejagt. Okay,

sehr schön. Und das ganze Unternehmen bei ich war es nicht, so wie im Paradies. Die Schlange hat

mich verführt. Ich war es nicht. Nein, Eva hat mich verführt. Also immer Schuld ist immer der

andere, die andere Abteilung, der andere Bereich, die Führungskraft, die Mitarbeiter, nur selber,

ich bin nicht schuld. Und solange ich eben einen Namen drüber schreibe, also der ist schuld oder

die ist schuld, lernt die Organisation nichts. Also sie muss die Geschichte erfahren, welchen

Rahmen hat, welche Spielregeln, welchen Rahmen, welches Spielfeld hat die Organisation entwickelt.

sodass Fehler immer möglich sind und wie muss man das verändern, sodass zumindest mal dieser Fehler

in Zukunft nicht mehr passiert. Und dazu brauche ich die wahre und die ganze Geschichte. Das ist

dann keine Jammergeschichte mehr, sondern das ist eine Erlösungsgeschichte, weil endlich der

Mitarbeiter dem zugehört wird. Er braucht nämlich jetzt nicht mehr, wenn alles super läuft, gar

nicht mehr länger jammern, sondern hat die Hoffnung, jetzt hört mir jemand zu. Ich traue mich

nicht, es dem Chef zu sagen, aber die Person, ohne dass mein Name im Spiel ist,

weil die ja mehrere Geschichten sammelt, aus dieser Geschichte sozusagen eine prototypische

Geschichte zusammenstellt, warum dieser Fehler immer wieder im Unternehmen passiert. Namen spiele

keine Rolle, sondern der Ablauf und prototypisch der Ablauf, warum so ein Fehler immer passiert.

Der wird jetzt offengelegt und jetzt kann sich was ändern. Das heißt, der Mitarbeiter erzählt die

Geschichte in der Hoffnung, dass sich jetzt was ändert. Aber es müsste sich auch was ändern, weil

wenn der Experte gekommen ist und hat seine ganze Arbeit gemacht, er hat den Auftrag bekommen, ist

bezahlt worden und es ändert sich dennoch nichts. Das wäre natürlich die größte Katastrophe. Das

heißt, man muss sich im Unternehmen auch gut überlegen, ob man so einen Prozess einleitet, weil

wenn man gar nichts machen will, wenn man zum Beispiel macht, jetzt machen alle plötzlich Story

Listening, das ist jetzt gerade so eine Management-Mode geworden, aber es soll sich ja in

Wirklichkeit gar nichts ändern. Wir wollen die Mitarbeiter eigentlich beruhigen, indem wir die mal

wieder in so einen Prozess reinschicken. Die Enttäuschung ist natürlich umso größer und irgendwann

verlieren die Mitarbeiter sämtlich. ist Vertrauen in die Kompetenzen einer oder die Kapazitäten

einer Führungskraft. Und das ist oft eine Gratwanderung, weil, wie gesagt, ich mache das ja und du

hörst manchmal Dinge, sagst du, oh Rupert, das ist total hilfreich, du hörst manchmal Sachen, da

musst du so ein bisschen den konstruktiven Kern freilegen und du hörst auch einfach manchmal Dinge,

da merkst du, dass der Geschichtenerzähler gar kein Interesse daran hat, irgendetwas zu verändern,

sondern hat nur Interesse am Drama, am Schrecklichen, am Leid. Das kann jemand,

der gut ausgebildet ist, kann das in eine konstruktive Richtung lenken oder aber diese Klarheit

schaffen. Was ist der eigentliche Nutzen, den der Storyteller hat? Besont er sich sozusagen im

Drama? Hat er gelernt, auch über dieses Drama erzählen, Aufmerksamkeit zu ergattern?

Oder hat er ein konstruktives Ziel, nämlich dadurch, dass er es jetzt endlich mal ausspricht im

ganzen Ablauf der Episode, hat er den Wunsch und das Ziel, dass im Unternehmen wirklich was

vorangeht. Weil das Thema ist folgendes, wenn die Mitarbeiter mehrfach gelernt haben, ist, ich habe

mich jetzt mal geoutet, entweder persönlich bin ich durchs Feuer gegangen vor alle Augen oder auf

dem Hinterweg Story Listening Externe, der es dann an die Unternehmensleitung heranträgt und es

verändert sich trotzdem nichts. Das macht er einmal und nie wieder. Und in der Situation stecken

wir jetzt. Es gibt ja diesen neuen Begriff, der jetzt gerade aus Amerika rüberschwappt ist, Quiet

Cracking. Also früher hätte man gesagt, innere Kündigung. Irgendwann macht der Mitarbeiter nur noch

Dienst nach Vorschrift, weil sein Acta nirgendwo an, aber man kann ihm auch nichts. Und dieses

Quiet Cracking, dieses stille Zerbrechen des Unternehmens an dem,

was ich nenne, das große Schweigen. Weil die Menschen zu oft gelernt haben, die haben es ja

mehrfach versucht. Ja, gerade diese Übermorgengestalter, die haben immer wieder neue Ideen

eingebracht, Vorschläge gemacht, Hinweise gegeben, aufgezeigt, angeregt und es bewegt sich nichts.

Und da sind wir jetzt in vielen Unternehmen. Und das macht natürlich Change und Veränderung immer

schwieriger, wenn die Mitarbeiter einfach an dem Punkt sind, dass sie lernen, es wird auch bei der

nächsten Change, bei der nächsten Transformation wird sich wieder nichts verändern. Also Change ist

eine Verbesserung des Bestehenden. Das ist der große Unterschied. Change ist eine Verbesserung des

Bestehenden. Und eine Transformation ist eine komplette Umwandlung des Bestehenden. Ja,

der Change, den kann ich Schritt für Schritt machen, aber eine Transformation, da verändert sich

von jetzt auf gleich alles. Ja, schöner Vergleich aus dem Tierreich. Die Transformation ist die von

einer gefräßigen Raupe zum wunderschönen Schmetterling. Das ist eine Transformation. Change ist die

Schlange, die sich häutet. Zum Beispiel, ja. Da gibt es sehr viele. Also ich mag diesen Mimik

-Oktopus, der sich mit Tinte sozusagen mal kurz unsichtbar macht, sondern der nimmt die Gestalt

anderer Tiere an. Der kann mit seinen Tentakeln und seinen Farbwelten andere Tiere nachbilden,

also gefährliche Tiere oder was auch immer er da, wenn er sich gerade parren will oder was auch

immer. und verändert sich dann zurück, aber hat durch diese Veränderung den Change des Bestehenden

etwas bewirkt. Eine Transformation ist eine komplette Umwandlung von etwas in etwas Neues.

Und es gibt Unternehmen, die müssen sich changen und es gibt Unternehmen, sehr klassische

Unternehmen, die müssen sich transformieren, sonst werden sie die Zukunft nicht schaffen. Und das

ist eine erste Unterscheidung, die man treffen muss, wohin. Wir nennen das alle Change, aber es

sind sehr verschiedene Prozesse, die dann in Gang gebracht werden müssen. Das ist schön. Du hast

gerade völlig ohne irgendeine Verbindung zur Unterhaltung eine der schönsten Erinnerungen meines

Lebens bei mir getriggert. Ich war mal beim Taufgang und habe mit so einem Oktopus eine Stunde

verbracht. Er ist an so einem Riff entlang gelaufen und hat mir alle seine Tricks gezeigt. Und das

ist heute noch so, wenn ich in eine Narkose gehe und der Narkosearzt sagt, gehen Sie an einen

schönen Ort, dann gehe ich da hin an das Riff mit dem Oktopus. Herrlich. Hat mit nichts irgendwas

zu tun. Der Teil 2 in deinem Buch endet mit, wie ihr narrative Brücken in die Zukunft baut.

Ganz kurz, erklär uns das, gib uns einen Ansatzpunkt, damit die Hörerinnen und Hörer richtig Lust

kriegen, das Buch zu machen. holen, weil danach rattern wir nochmal kurz runter, was man da drin

noch alles an Werkzeugen findet und sind fertig für heute. Und sind fertig, genau. Also das Ende

Teil 2 geht über in Teil 3. Ja, das heißt, also wir müssen uns fit machen für die Zukunft.

Und das Erste, was wir brauchen, wir brauchen eine Geschichte. Wir brauchen die Geschichte, dass

wir uns vorstellen können, wie wird denn diese Zukunft für uns? Und das wird so oft, also dein CEO,

dann ist ein Town Hall Meeting und der macht Zahlen, Daten, Fakten, Fake Stories, geschönte

Geschichten, alles ein bisschen aufgeplüscht und dann meint, meint er, das ist das Bild der

Zukunft. Oder es werden dicke Strategiepapiere gemacht. Ich war neulich jetzt tatsächlich auch in

der Geschichte auf einer Veranstaltung, ich arbeite ja als Speaker im Wesentlichen. Das heißt, ich

gebe also diese Impulse rein und ich kann an der Stelle auch wirklich jeden Impuls reinbringen. Ich

kann derjenige sein, der sozusagen Advokat des Mitarbeiters Klartext spricht, weil man wird selten

mehrfach für einen Vortrag gebucht. Der ist einmal im Jahr große Führungskräfte, Mitarbeiter

-Tagen, Kundenveranstaltungen. Das heißt, ich habe nie die Angst, dass ich nicht mehr gebucht

werde. weil es eh selten ist im Vergleich zum Unternehmensberater oder einem Coach. Das heißt, ich

kann quasi Klartext reden und wir stehen dann hinterher mit ein paar Leuten noch am Bistrotisch

zusammen und wir sprachen eben über Transformation und die Zukunftsstrategie und ich sage, liebe

Mitarbeiter, stand ein paar Mitarbeiter, erklärt mir doch mal bitte, was diese Zukunftsstrategie,

die da offensichtlich erarbeitet worden ist, was die den Menschen bringt, den Menschen, der

Gesellschaft, dem Planeten. Und dann sagten die Mitarbeiter, also ehrlich gesagt, das haben wir gar

nicht so recht verstanden. Weil in diesem Strategiepapier, Management, Speak, alles so Worthülsen

und so weiter, sehr elitär in der Sprache, also Dinge besprochen wurden oder niedergeschrieben

wurden, die Mitarbeiter kaum verstanden haben. Und dann sagt der Führungskraft, da stand eine

Führungskraft dabei, das verstehe ich jetzt nicht, aber wir haben doch dieses Strategiepapier an

alle ausgeteilt. Und ich habe ihn dann beiseite genommen und habe gesagt, also im Vertrauen, ich

unterschreibe auch gerne Vertraulichkeitserklärung, ich würde das Strategiepapier mal sehen. Und

das war genau das. Es ist nichts, was mich emotional berührt. Es ist nichts, wo ich als Mitarbeiter

sage, da möchte ich dringend dabei sein. Also das ist so eine tolle Zukunftsgeschichte. Da möchte

ich dran mitwirken. Da möchte ich irgendwann meinen Namen mitgenannt kriegen. Nichts davon stand da

drin. Also schnöde Zahlen, Daten, Fakten. Es ging nicht um die Zukunft aller, sondern wie kann das

Unternehmen den Profit weiter erhöhen. Das ist nichts, was die Kunden interessiert. Das ist nichts,

was die Mitarbeiter interessiert. Mitarbeiter wollen gar nicht teilen mehr von so etwas sein und

gehen bei erster, bester Gelegenheit. Und es wird immer an der Stelle noch so unglaublich viel

falsch gemacht. Und das ist dieser Übergang. Wie können wir das anders gestalten? Dass es nicht

mehr in Strategie so ein dröges Papier ist, sondern wie wir als erstes ein Bild der Zukunft bauen,

eine Geschichte der Zukunft entwickeln. Jede Innovation braucht Geschichte, damit ich mir überhaupt

vorstellen kann, wie die sich in meine Arbeit oder in mein Leben integriert. Erst brauche ich die

Geschichte und die dreht sich in meinem Kopf. Und das ist völlig gefahrlos. Und dann kann ich mich

so langsam damit vertraut machen. Es ist aber noch völlig gefahrlos, weil es ist noch gar nicht in

meinem Leben. Und ich kann mich damit anfreunden, weil ich es sich schon mehrfach von allen Seiten

durchdacht und mit anderen Menschen besprochen habe. Also wir müssen da ganz andere Zugänge finden,

vor allen Dingen in dieser Transformation, die viele Unternehmen brauchen. Das Alte geht nicht

mehr, das Neue ist noch nicht ganz da. Wir sind also in dieser Zwischenwelt gerade unterwegs und

entscheidend ist, was da passiert. Und es ist genau diese Welt der Geschichten. Wir erzählen uns

schon mal die Geschichte, wie es dann in Zukunft sein kann und machen den Menschen Lust, dabei zu

sein, den Kunden Lust, das zu kaufen und den Mitarbeitern Lust, dazu beizutragen. Und auch da wird

ja viel Quatsch gemacht, weil wir... wie als Menschen, weiß ich nicht, aber ganz oft einfach die

negativen Geschichten erzählt werden. Wenn denn mal welche erzählt werden, dann wird ja, wir müssen

uns ändern, weil sonst fällt uns der Himmel auf den Kopf und dann wird es ganz, ganz schrecklich.

Da wird ja nicht so ein Ding erleben. Und die KI, die ja uns eigentlich bloß die Arbeitsplätze

wegnimmt und so weiter. Also es werden dann wieder immer in dieser Abwärtsspirale, es werden jetzt

wieder diese Negativgeschichten erklärt, erzählt, zugelassen, auch zugelassen, dass das jetzt alles

wieder negativ erzählt wird. Und wir wundern uns, dass kein Mensch Lust hat, unter diesen Umständen

groß sich anzustrengen und gute Zukunft für sich. und natürlich auch für die zukünftigen

Generationen zu sehen. Zukunft wird aus Geschichte gemacht. Und die Geschichten, die wir uns über

Zukunft erzählen, die entscheiden darüber, ob unsere Zukunft eine gute oder eine schlechte wird.

Und deswegen ist dieser Moment so wichtig, dass wir anfangen, uns aus diesen

Verhinderungsnarrativen zu lösen und dass wir eben diese Aufbruchgeschichten, diese

Rückenwindgeschichten anfangen zu erzählen, damit wir Lust auf Zukunft haben und Lust darauf haben,

das gemeinsam zu gestalten. Du hast eine Kapitelüberschrift im Buch, die heißt,

moderne Führungskräfte brauchen Erzählexpertise. Das würde ich fünffach unterstreichen. In dem

Konstrukt Veränderungsstabilität habe ich das Vier-Faktoren-Modell. Das sagt, wenn man ein

Verhalten haben möchte von sich selbst oder anderen, müssen vier Faktoren gegeben sein. Motivation,

Fähigkeit, Gelegenheit und psychologisches Kapital. Also ich will es machen, ich kann es machen,

ich komme dazu, es zu machen. Und ich traue mir selbst zu, es zu machen. Mein letztes Wort für

heute wäre, Leute. Schaut mal in das Buch von der Anne rein, da kriegt ihr einige von diesen

Faktoren. Ausprobieren müsst ihr es natürlich selber, aber wenn ihr das durchlest, wenn ihr da

reinguckt, dann werdet ihr die Motivation haben, dann versteht ihr, warum es sich lohnt, warum es

in eurem Interesse, im Interesse eurer Organisation, im Interesse unserer Gesellschaft, darüber

haben wir gar nicht geredet, über die Empörungsgesellschaft und so weiter, ist auch alles drin im

Buch. warum es in unserem Interesse als Menschen ist, mit diesen Narrativen positiv und konstruktiv

umzugehen. Ihr werdet motiviert werden, ihr kriegt Handwerkszeug dafür. Ja, und dann müsst ihr

Selbstgelegenheit schaffen und dann wächst auch das psychologische Kapital, weil wenn man mal

anfängt, mit den positiven Narrativen zu arbeiten, dann wird man sehr schnell merken, erstens,

das macht Spaß und zweitens, das funktioniert sehr viel besser. Liebe Anne, dein letztes Wort. Was

magst du uns noch mitgeben? Womit willst du uns noch den Mund wässrig machen, dass wir dein Brand

-Niegelnagel-neues Buch kaufen? Also ganz herzlichen Dank, dass du das so schön jetzt am Schluss

zusammengefasst hast. Ich hätte es gar nicht besser können. Und das Entscheidende ist, wir müssen

viele werden. Und jeder Einzelne zählt. Das ist so eine wichtige Botschaft. Jeder Einzelne zählt

auf dem Weg zu einer besseren Zukunft. Und wir bewegen uns alle in diese Zukunft hinein. Und die

Zukunft wird so sein, wie wir sie uns erzählen. Und ab morgen Selbstrevision.

Zu gucken, das ist der Start, zu gucken, bin ich da mehr auf der positiven, auf der negativen

Schiene und dann Mitstreiter suchen. Das ist so wichtig, dass wir nicht alleine bleiben, sondern

dass wir mit allem, was wir tun, versuchen, Mitstreiter zu finden, dass wir möglichst viele werden,

dass das eine große Bewegung hin zu einer positiven Konstruktion lebenswerten, wünschenswerten

Zukunft. Ja, am Ende des Tages, für mich gibt es immer dieses Trigger-Ding, wenn irgendwo jemand

sagt, du erzählst was, du erzählst einen Plan oder sowas und dann kommt jemand mit, aber was denn

wenn? Und dann kommen die negativen Narrativen und dann einfach dagegen zu halten und sagen, aber

was denn, wenn es gut geht? Ja, genau. Was wäre denn dann? Liebe Anne, vielen Dank für deinen

Besuch. Ich freue mich. Vielen Dank fürs Zuhören. Lasst uns ein Like da, lasst uns ein Abo da,

wie immer. Gebt uns Feedback. Kommt zu mir auf LinkedIn. Kommt zu Anne auf LinkedIn. Die Sachen,

wir verlinken das natürlich alles in den Shownotes. Da findet ihr die Bücher, die gibt es. Das Buch

gibt es bei Amazon, das gibt es bei Buch 7, das gibt es bei vielen anderen Outlets. Ich bin ein

großer Buch-7-Fan. Schaut es euch an in verschiedensten Formaten. Guckt rein und dann lasst uns

die Welt ein bisschen mit positiven Narrativen fluten. Rage Bait und Rolex Pimmel ein.

Auf LinkedIn gibt es genug. Das war's. Fertig. Tschüss. Macht was Anständiges. Ciao.

Schönen Dank. Ciao.

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