Artwork for podcast Veränderungsstabil
Ep. 143: Du hast nicht zu viel zu tun. Du hörst nur mit nichts auf. (Talk mit Marina Schakarian)
Episode 1437th September 2026 • Veränderungsstabil • Holger Heinze
00:00:00 01:07:20

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Shownotes

Wir haben zu viel zu tun. Eigentlich wissen wir das alle. Und trotzdem lautet die Antwort darauf erstaunlich oft: effizienter werden, besser priorisieren, produktiver arbeiten – oder einfach mal lernen, Nein zu sagen.

Aber was, wenn genau das zu kurz gedacht ist?

In dieser Folge spreche ich mit Marina Schakarian, Autorin des Buches „Weniger machen, mehr schaffen“, über ein Problem, das mir in Unternehmen immer wieder begegnet: strukturelle Überlastung. Marina begleitet Teams in Transformations- und Veränderungsprozessen und sagt ziemlich klar: Wir kommen aus dieser Überlastung nicht heraus, indem wir immer besser darin werden, noch mehr zu schaffen. Wir müssen lernen, aufzuhören.

Wir sprechen darüber, warum Überlastung nicht einfach an der Anzahl unserer Aufgaben liegt, sondern auch daran, dass wir unsere eigene Wirksamkeit immer weniger spüren. Wir hetzen von Termin zu Termin, arbeiten To-do-Listen ab und fragen uns am Ende des Tages trotzdem: Was habe ich heute eigentlich geschafft? Dabei geht uns etwas verloren, das Marina als „Werkstolz“ beschreibt – das Gefühl, das eigene Ergebnis überhaupt noch sehen und greifen zu können.

Und natürlich geht es ums Nein-Sagen. Nur eben anders, als man vielleicht erwartet. Denn bevor ich Nein sagen kann, muss ich überhaupt wissen, wozu ich Ja sagen will. Ohne strategische Klarheit und Fokus wird aus „Du musst besser Nein sagen“ schnell nur der nächste Produktivitätstipp, der die Verantwortung für ein strukturelles Problem beim Einzelnen ablädt.

Besonders spannend wird es für mich beim Thema Loslassen. Denn weniger zu machen bedeutet nicht nur, Aufgaben von einer Liste zu streichen. Es bedeutet, Verantwortung und manchmal auch Einfluss abzugeben. Es bedeutet, Projekte zu beenden, Gewohnheiten loszulassen und sich möglicherweise sogar von einem Bild zu verabschieden, das man von sich selbst hatte. Und genau deshalb fällt uns Aufhören so verdammt schwer.

Wir sprechen darüber, wie Unternehmen Enden besser gestalten können, warum Veränderung immer auch Verlust bedeutet und weshalb Fokus erst dann wirklich möglich wird, wenn wir akzeptieren, dass eben nicht alles wichtig sein kann.

Und am Ende landen wir bei einem Gedanken, der für mich weit über Produktivität hinausgeht:

Ich werde niemals alles schaffen. Und trotzdem bin ich okay.

Vielleicht beginnt gesünderes Arbeiten genau dort. Nicht mit der nächsten Methode, dem nächsten Tool oder noch mehr Selbstoptimierung. Sondern mit der Entscheidung, weniger zu machen – damit wir das, was wirklich wichtig ist, wieder richtig machen können.

Viel spaß beim hören.

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Transcripts

Hallo und herzlich willkommen da draußen zu einer weiteren Folge des Podcasts Veränderungsstabil,

in dem wir uns anschauen, was Organisationen, Führung, Teams, Menschen heutzutage denn so drauf

haben sollten, damit sie in dieser wilden, wilden Welt erstens nicht untergehen, noch da sind,

und zweitens aber möglichst lange erfolgreich und gesund wirtschaften und arbeiten können.

Ich hole mir gerne Expertinnen und Experten für Teilkompetenzen für eine Fähigkeit oder mehr

Fähigkeiten, die man braucht, um in dieser wilden Welt eben nicht unterzugehen und gesund zu

bleiben. Und heute habe ich wieder so eine Expertin für den Podcast gewinnen können.

Es ist die Marina Schakarian, wie man spricht. Wie man schreibt. Man schreibt es,

wie man spricht. Die Autoren des Buches Weniger machen, mehr schaffen.

Liebe Marina, herzlich willkommen. Vielen Dank. Danke für die Einladung, Holger. Marina, stell dich

doch mal unseren Zuhörerinnen und Zuhörern vor. Meine Frage für die Vorstellung wäre.

Was qualifiziert denn dich eigentlich ein Buch übers weniger Arbeiten zu schreiben? Genau, mein

Name ist Marina Schakarian. Ich arbeite selbstständig. Ich begleite Teams bei Transformations- und

Veränderungsprozessen auf der Team-Ebene meistens, weil da entstehen die größten Fragen.

Wie sollen wir denn jetzt unsere Unternehmensstrategie für uns runterbrechen? Wie können wir aus

unserer Überlastung rauskommen? Und da habe ich mich fokussiert auf das Feld eben nicht.

mehr zu machen, nicht mehr nach vorne zu rennen, sondern erstmal innezuhalten und bei sich

auszumisten. Was qualifiziert mich dazu? Vor allem meine eigene Überlastung,

dass ich gemerkt habe, wie viele Teams, also eigentlich alle, mit denen ich spreche und arbeite,

haben keinerlei Ressourcen, keinerlei Kapazitäten. Und ich war... Zeit so die Frau für Neuanfänge.

Ich habe sehr viele Entwicklungsvorhaben umgesetzt. Ich war selbst Redaktionsleiterin. Es war immer

ein neuer Kanal, neues Format. Ich fuchse mich rein, das machen wir, das übernehmen wir, das ist

alles kein Problem. Und ich habe auch so viele Innovationsvorhaben und Entwicklungsvorhaben

umgesetzt mit Teams und habe dann eigentlich gemerkt, am Ende schaut man immer in leere Gesichter.

Man sitzt da und sagt, wer soll es denn machen? Gut, dann meldet sich vielleicht die eine oder

andere Person, nimmt es auf ihre Überstunden und zieht da irgendwie den Karren weiter und am Ende

sind eigentlich alle ausgebrannt. Das heißt, ich habe gemerkt, dass Überlastung kein individuelles

Mindset-Produktivitätsthema ist. Ich mag Prozesse und Prozesse optimieren,

das ist alles toll, aber wir sind an einem Punkt angekommen, wo ich über Branchen hinweg sehe,

dass wir in einer strukturellen Überlastung sind und da kommen wir, und das ist meine Antwort, nur

raus, indem wir anfangen und mehr aufhören. Ich bin sehr gespannt, was du uns gleich erzählst,

wenn man so in deinen Lebenslauf reinschaut, hier so LinkedIn. Du bist eine Erklärerin, oder?

Also das ist so das, wenn ich das so durchlese, denke ich mir, okay, da ist jemand, die hat das

Handwerk, dass ich erkläre Themen und ich bringe die rüber. Irgendwie lange kultiviert, oder? Ja,

also wenn du sagst erklären, dann denke ich an Erklärbär. Das finde ich jetzt nicht so

schweichelhaft. Das ist eines der größten Komplimente, das ich kenne. Du bist der Erklärbär.

Das ist doch schön.

Ich muss sagen, ich bin sehr bei der operativen Ebene, sehr beim Team.

Deswegen ist es mir wichtig, Dinge runterzubrechen. Ich komme nicht mit den 333 Methoden und

versuche, die auf das Team zu pressen, sondern es ist wichtig, dass nach einer ...

Arbeit am Team, dass das Team danach gemeinsam sagt, okay, wir haben für unseren Alltag

pragmatische, gute Lösungen gefunden. Und da ist es mir wichtig, genau. konkrete Impulse zu setzen,

statt irgendwie die große große Welt zu erklären und die große Theorie zu erklären.

Und das ist, glaube ich, auch wichtig, dass man sagt, ich verstehe euch, ich verstehe, wieso ihr in

diesen Situationen seid, in denen ihr seid. Und das ist eben nicht nicht so von oben. Das Buch

heißt Weniger machen, mehr schaffen. Untertitel Aufhören, loslassen, fokussieren. Der Weg zu

weniger Überlastung im Arbeitsalltag. Und es ist so, wir sind jetzt hier in Episode Roundabout 140

von diesem Podcast. Das heißt, wir gehen so ins dritte Jahr und das Thema Überlast ist immer da.

Also ich würde fast wetten, dass wir hier noch keine Episode hatten, in der es nicht darum geht,

dass alles, was wir besprechen, was ja so in Richtung, man müsste das tun, man könnte das machen,

dass alles immer im Kontext ist von und das in einer Volllast-Situation. Ich habe ja sogar schon

eine Folge mal gemacht, das war mir eine Herzensfolge, hätte da draußen überhaupt niemanden

interessiert, mit dem Titel Hey, warum habe ich eigentlich nie Zeit? Und die Antwort war Naja, weil

du halt in einem System arbeitest, das seine Ressourcen verbrauchen will, nutzen will. Und jeder

Fuhrparkleiter kriegt auf die Nase, wenn er da irgendwie 25% vom Fuhrpark ungenutzt rumstehen hat,

weil wir mal betriebswirtschaftlich gelernt haben, Ressourcen dürfen nicht verschwendet werden. Und

verschwendet heißt, wir werden nicht genutzt. Also nutzen wir alle Ressourcen. Deswegen ist deine

Zeit immer komplett voll verplant. Das heißt, wir brauchen immer... irgendwie uns bewegen wollen,

eine Fähigkeit, das ist dann, wenn man es trivialisiert, dann sagt man,

du musst halt Nein sagen lernen und so ein Quark. Aber so einfach ist es halt nicht. Und deswegen

bin ich sofort draufgesprungen, als mich jemand aufmerksam gemacht hat. Marina, auf dich, auf das

Buch. Weil ich habe gesagt, okay cool, lass es uns doch jetzt einmal sauber durchdeklinieren.

Weniger arbeiten. Nimm uns mal mit. Also das Buch hat ein Intro und dann kommt Teil 1.

Aufhören.

Hey, kurze Durchsage. Wenn euch Veränderung stabil gefällt, dann nehmt euch doch mal kurz Zeit und

gebt dem Podcast eine Bewertung auf dem Streaming-Dienst, mit dem ihr gerade hört. Das hilft uns

enorm, weil dann noch mehr Menschen den Podcast entdecken können und so können wir die Community

weiter wachsen lassen. Vielen Dank fürs Unterstützen, vielen Dank fürs Zuhören und jetzt geht's

weiter mit der Episode. Genau, das Erste und das ist für mich der erste Schritt, ist das Aufhören.

Ich würde auch gerne nochmal darauf eingehen. Ich habe ja auch oft Anfragen, wo es darum geht zu

sagen, mein Team ist überlastet, gib einen Impuls zum Thema Nein sagen. Nein sagen ist so ein

kleines Bausteinchen, finde ich auch eher am Ende, wenn man dann für sich die Klarheit hat,

dass man Dinge natürlich nicht auf eine persönliche Ebene kommuniziert, sondern eher auf einer

Arbeitsebene, auf einer strukturellen. ich mache keine zweistündigen Impulse zum Thema Nein sagen,

weil dann wird es ja wieder aufs Individuum ausgelagert. Und wenn wir davon ausgehen, dass wir eine

strukturelle Überlastung haben, wie du auch richtig gesagt hast, und unsere Ressourcen sind auch

einfach endlich, gleichzeitig erkennen viele nicht, dass sie in ihrem Arbeitsalltag,

weil du meintest, die Ressourcen werden verplant, ja, aber gleichzeitig haben wir oft selbst mehr

Gestaltungsraum, als wir. vielleicht fühlen und wir sind manchmal in so kleinen Fallen und eigenen

Punkten, wo wir sagen, ach, wir planen uns auch voll und dann sieht ja der Arbeitsalltag meistens

so aus, wir sitzen den ganzen Tag am Schreibtisch, wir arbeiten Dinge ab, wir sind im Termin und

weiter im Termin und kommen kaum dazu, irgendwie auf Toilette zu gehen oder was zu essen und am

Ende des Arbeitsalltags sitzen wir da und denken, ja, was haben wir denn eigentlich geschafft? Und

dieses Gefühl, Kennen viele, weil unsere Arbeit eben so fragmentiert geworden ist, weil wir ja gar

nicht mehr diesen Werkstolz haben können. Den hatten wir wahrscheinlich auch vor dem Homeoffice

nicht. Wir sind jetzt irgendwie nicht die, die irgendwie was geschreinert haben über Monate hinweg,

sondern wir hatten immer schon Arbeitspakete. Aber natürlich durch das Homeoffice ist alles

nochmal.

zum einen entgrenzter, aber auch fragmentierter geworden. Wir können auch gar nicht mehr ins Büro

der KollegInnen gehen und sagen, ach, wo ist denn gerade mein Arbeitspaket? Wie sieht es dann aus?

Ah ja, das ist gerade da in der Buchhaltung. Okay, schön. Sondern wir sitzen da, wir arbeiten ab

und das führt natürlich dazu, dass wir das Gefühl bekommen,

wir wissen gar nicht, wo ist denn gerade bei uns

unser Arbeitspaket und wo ist das große Ganze? Und wir verlieren da sehr schnell den Überblick. Und

da sind wir auch schon, weil du meintest nach dem Intro. Ich finde, man muss die alle abholen bei

dem Gefühl, was wir kennen. Es ist zu viel, es ist für alle zu viel. In meinen ganzen Gesprächen

geht es darum, Überlastung ist vorhanden. Und interessant ist ja auch,

sich zu fragen, woran merkt man das? man überlastet ist. Und es sind meistens nicht per se zu viele

Aufgaben. Also das ist für mich auch wichtig zu sagen, sonst könnte man das ja auszählen und sagen,

Person A hat 50 Aufgaben, Person B hat 55, Person B gibt einfach Person A zweieinhalb Aufgaben ab,

dann ist doch das alles super. Sondern Überlastung ist immer eine Kombination aus einer

gleichbleibenden Last an Anforderungen, also dem Gefühl, ich habe zu viel,

was von mir gefordert wird, vielleicht auch an diffusen Anforderungen, die ich gar nicht greifen

kann. Deswegen ist es besonders schwierig in Veränderungszeiten, wenn sich Dinge ändern und man

weiß gar nicht, wo ist denn gerade... Und wie werde ich gerade bewertet? Was sind gerade die

Anforderungen, die auf mich einprasseln? Und dem Gefühl, ich habe eigentlich eine zu niedrige

Wirksamkeit und ich fühle mich gar nicht handlungsfähig. Und das ist so das klassische Hamsterrad,

was viele fühlen. Das heißt, man rennt, man rennt, man rennt, man macht weiter, aber eigentlich

weiß man gar nicht, wo ist mein Arbeitspaket? Ist das eigentlich gut, was ich mache? Und da sind

wir eben bei den ganzen Mechanismen, die dazu beitragen, dass wir das Gefühl haben, wir sind...

Wir sind eigentlich ständig und dauerhaft überlastet. Also ich merke gerade, das ist eine von den

Folgen, an denen ich ganz, ganz viel mitschreiben muss. Ich habe mir eine Seite Notizen gemacht

beim Zuhören. Super cool. Also das Erste, was ich mir aufgeschrieben habe, was ich unterstreichen

will, ist, du sagst Überlast oder diese Erfahrung, ich fühle mich überlastet,

ist eine Kombination aus, ich habe eine gewisse Last, die ist gleichbleibend, aber meine gefühlte

Wirksamkeit nimmt ab. Also ich habe immer noch genauso viel Auf dem Teller so, aber ich schaffe

weniger irgendwie runter. Und da ist mir direkt aufgefallen, wollte ich dich fragen, weil ich das

immer beobachtet habe. Viele Leute, ist das glaube ich gar nicht klar.

Überlastung, oder ich mache es noch ein bisschen weiter, Stress ist total subjektiv. Es ist nicht

objektivierbar. Wir haben ganz oft diese Diskussionen mit, du arbeitest bei der öffentlichen

Verwaltung, Kunden aus der öffentlichen Verwaltung. Das sind im Allgemeinen die Orte,

die die meisten Stressopfer haben. Das sind im Allgemeinen die Orte mit den meisten

physisch sichtbaren Gastritis und Hörstürzen, obwohl man sagt, objektiv wird da weniger gearbeitet

als vielleicht in einem anderen System. Und da sind wir, also du nickst, die Leute,

die das Video nicht sehen, sagen, also siehst du auch so, das ist sehr, sehr subjektiv, ob ich mich

überlastet fühle oder nicht. Ja, genau, deswegen kann man das teilweise nicht, ohne dass man mit

den Menschen spricht. und mit den Mitarbeitenden ins Gespräch kommt, kann man das gar nicht

verstehen. Und Stress auf jeden Fall ist ja eine subjektive Reaktion, setzt sich zusammen daraus,

ob ich sage, ist das für mich gerade der Stress auch relevant und fühle ich mich dem gewachsen? Und

da sind wir eben an dem Punkt, dadurch, dass so viel Veränderung stattfindet, und das kriegt man ja

mit, das kriegt man aus Mails mit, aus Terminen mit, das legt sich ja auch wie ein Schleier darauf,

dass man denkt, oh Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott. Das, was ich mache, ist das noch relevant, ist

das nicht relevant? Es geht ganz viel um Klarheit, um Ruhe, die wir gar nicht reinkriegen.

Das heißt, zu sagen, ja gut, dann sei mal nicht so überlastet, ist doch alles entspannt, du machst

einfach deinen Job weiter. Das greift zu kurz. Das andere, wo ich mich eben ertappt gefühlt habe,

schon als du es gesagt hast, war, wir wissen am Ende des Tages gar nicht, was wir geschafft haben.

Und ich bin auch so ein Typ, dass ich dann irgendwie... Ich habe hier den Zettel, habe ich den

noch? Vor ein paar Tagen sind meine Kinder hier rein. Ich war am Arbeiten und habe mir einen Zettel

zugesteckt und dann wieder rausgegangen und auf dem Zettel stand, wann bist du endlich fertig mit

Arbeiten? Und dann bitte wenden. Und auf der anderen Seite war das Formular, wo ich es dann

ausfüllen sollte. Wann bin ich fertig? Wann kann ich mit ihnen spielen? Und das kam um roundabout

17 Uhr, weil auch die Kids schon raffen, dass da ungefähr ein Arbeitstag endet. Und ich hatte aber

gar kein Gefühl dafür, ob es okay ist, Feierabend zu machen. Und ich arbeite ja viel mit KI

-Agenten mittlerweile. Also bin in mein Claude gegangen und habe gesagt, ich würde gerne Feierabend

machen. Kannst du mir mal zusammenfassen, was ich heute geschafft habe und ob das als Tagwerk okay

ist? Und dann kam zurück, du hättest vor zwei Stunden Feierabend machen können. Aber ich hatte

überhaupt kein Gefühl dafür. Und du hast eben das Wunderschöne, also wenn ich es richtig gehört

habe, hast du das Wort Werkstolz eben verwendet? Erklär uns doch mal Werkstolz. Werkstolz,

ich habe das auch irgendwann mal von einem guten Freund und Mentor übernommen, Patrick Breidenbach,

und der hat gesagt, Werkstolz hat man natürlich, wenn man das Werk vor sich sieht,

wenn man es irgendwie fühlt, wenn es irgendwie haptisch wird. Das ist natürlich bei Berufen, die

eben am Schreibtisch arbeiten, eh schon schwer. Und ehrlicherweise ist AI,

da nimmt natürlich auch eine gewisse Art von Werkstolz weg. Also wenn wir früher da saßen und

erstmal Gedanken investiert haben, wie machen wir eine Präsentation, wie machen wir das? Und dann

merkt man, oh, wir haben irgendwie den Ideenfunken, den bekommen wir selbst. Dann klöppeln wir die

Präsentation. Oder jetzt wertfrei, ob das jetzt gut oder schlecht ist, was KI uns übernimmt. Aber

durch die Arbeit mit KI. hat man natürlich auch, gibt man diese,

dieses Werk ist ja dann nicht mehr im eigenen Kopf. Und wir können auch gar nicht mehr

nachvollziehen unsere Gedankenwiege. Und wissen manchmal nicht, wie ist man dazu gekommen?

Ach, das klingt ja gut, das nehmen wir mal und das wandeln wir um. Und Werkstolz ist etwas,

was man sich schon überlegen sollte. Worauf ist man stolz? sein Tagwerk oder sein Wochenwerk,

an dem man arbeitet. Und wenn wir natürlich so fragmentierte Stückchen haben, immer da ein Termin,

da ein Termin, da ein Termin, dann ist es ja so, dass meistens Termine noch mehr Fragen aufwerfen,

dann geht man da noch mal rein, dann muss man da noch mit Menschen sprechen. Und das heißt, man hat

gar nichts, woran man, ich stelle mir jetzt gerade so eine Eisskulptur vor, an der man arbeitet,

man hat so einen Eisklotz und an der arbeitet man so. Und das hat man gar nicht,

weil man

weil man entweder gar nicht weiß, was ist denn das große Ganze, an dem ich arbeite, weil ich so

fragmentiert bin, dass ich gar nicht den Blick habe dafür und deswegen ist es wichtig und auch eine

Führungsaufgabe oder eine Unternehmensaufgabe, nicht tolle Visionen zu skizzieren,

die irgendwo in der Zukunft sind, sondern wirklich etwas Haptisches, zu sagen, wo stehen wir denn

gerade, woran arbeiten wir gerade, was ist denn unser Werk, damit überhaupt der Stolz dann kommen

kann. Ich habe das schon ein paar Mal hier im Podcast erwähnt, Ich habe mir in Cloth irgendwann mal

so ein Ding gebaut, wo ich gesagt habe, ich sage dir jetzt, was ich heute vorhabe zu tun. Fünf To

-Dos, zehn To-Dos. Und dann malt mir das Ding so eine Art Super-Mario-Level. Und immer, wenn ich

ein To-Do geschafft habe, kann ich es abklicken und dann hüpft dieser kleine, pixelierte Holger in

diesem Super-Mario-Level von links nach rechts. Das ist ein bisschen gaga, aber es funktioniert

für mich total, weil ich dann, ich kann es immer noch nicht anfassen natürlich, ich kann es mal

ausdrücken oder so, aber ich sehe mein... Fortschritt des Tages. Und das geht so ein bisschen gegen

die Fragmentierung. Cool. Ich hatte noch eine Sache, die ich mir aufgeschrieben habe und die fand

ich sehr spannend. Wollte mal gucken, ob du es so pointiert auch gemeint hast. Weil ich habe mir

aufgeschrieben, ganz oft denken wir, es beginnt mit dem Nein-Sagen.

Also wir hören uns jemanden an und der sagt, ich bin so überlastet, ich habe so viel zu tun. Und

dann geht auch der handelsübliche Führungskräfte-Coach hin und sagt, dann reden wir mal über das

Nein-Sagen. Was ich bei dir gehört habe, war, Also das Lösen dieser Überlastung beginnt nicht,

damit Nein zu sagen, sondern ich mache ganz andere Dinge und am Ende steht, ich bin in der Lage,

Nein zu sagen. Hast du so richtig verstanden? Ja, genau. Weil meistens ist das so, dass es,

also die Frage ist ja nach der Ursache. Und es wird häufig, und das ist natürlich die

Unternehmensantwort, weil sie auch einfacher ist, zu sagen, das Individuum, das Individuum sollte

lernen. ein Nein sagen, irgendein Skill. Ich sehe auch gerne Coaching so als Pflaster,

was man gerne Führungskräften oder Mitarbeitenden draufdrückt. Ich coache auch Führungskräfte,

aber es ist wirklich ein ganz kleiner Pflasterchen, was wir auch manchmal brauchen.

Aber wenn die Strukturen natürlich nicht passen, dann hält dieses Pflaster nicht lang und meistens,

wenn Überlastung herrscht und wenn man das Gefühl hat, die Mitarbeitenden, die können gar nicht.

Nein sagen in Anführungszeichen, dann liegt es daran, dass sie vielleicht nicht wissen, wozu sie

Ja, wozu sie Nein sagen. Das heißt, es gibt in dem Sinne keine strategische Klarheit, keine

Ausrichtung und da reinzugehen ist viel wichtiger. um dann zu sagen, und jetzt müssten wir

eigentlich alle gut Nein sagen können, weil es ist klar für alle. Und da bin ich auch vom

Individuum weg eher Richtung Rollen. Es müsste ja dann nach so einer Klärung oder nach der Arbeit

mit dem Team, müsste eigentlich jede Person ähnliche Entscheidungen treffen können und zu ähnlichen

Sachen Ja und Nein sagen können, weil dann ist es ja auch klar. Wofür steht das Team? Was ist die

DNA vom Team? Was kann nur das Team erreichen? Wofür ist das eingekauft?

Was tragen sie zum Unternehmen bei? Und welche Aufgaben sind eher nice to have? Ja,

und oft ist die Klarheit auch nicht da. Wenn ich in einem reaktiven Zustand bin,

dann mache ich halt alles, was mir auf den Tisch gelegt wird. Und unterscheide auch nicht mehr, ist

das jetzt nice to have? Ist das existenziell? Brauche ich das?

Braucht das die Organisation? Und dann kommt meistens dazu, wenn die Hierarchie da noch reinkickt

und eben das vom Chef kommt oder vom Chef-Chef, dann wird das eh gemacht. Und dann wird gesagt,

ja gut, ihr müsst ja besser Nein sagen können. Aber wie denn so, wenn man gar nicht die Marke hat,

um zu entscheiden? Und da gehen wir jetzt mal hin. Also Teil 1 vom Buch heißt Aufhören. Kapitel 1,

wieso immer mehr. Du erklärst, woher kommt diese ganze Menge von Arbeit? Kapitel 2,

warum lohnt es sich, ein bisschen weniger zu machen? Also für die unter euch, die das noch

irgendwie brauchen, schaut in das Buch rein. Also weniger macht zufrieden, es macht gesünder,

es schafft Klarheit. Da gibt es sechs Gründe von der Marien. Ich gehe jetzt gerade so ein bisschen

drüber, du darfst mich bremsen, aber ich habe Bock auf den zweiten Teil. Ja, die Lösungen.

Genau, drittes Kapitel ist, ja, weniger machen, aber wovon denn? Also da gibt es dann Finde Dein zu

viel. Ich glaube, da geht es um so ein bisschen Einsortierung. In meiner Erfahrung ist das so,

wenn man jemanden dorthin führt, dann wissen die Leute relativ schnell eigentlich. Dann gibt es ja

diese Not-to-do-Listen und sowas. Eigentlich haben wir ganz schnell ein ganz gutes Gefühl,

was wir aufhören sollten zu tun und was wir weitermachen wollen. Ja, wenn wir das mal dürfen. Das

ist ja eben der Punkt.

Weil uns wird ja gesagt, Arbeit und viel Stress ist ja gut. Das ist ja so das neue,

ich vergleiche es auch, das neue Rauchen. Früher hat man gesagt, das ist schick, wenn man sich eine

Zigarette anzündet. Jetzt ist es so, auch wenn man abends mit Freunden sitzt oder auch unter

Kollegen, wie läuft es bei dir? Viel zu tun. Das heißt, die Person ist erfolgreich, die Person ist

gefragt, das ist toll. Und solange das so ist, was wir auch nicht ändern können mit einem Buch oder

einem Gespräch, aber man muss sich das bewusst machen, dass natürlich mehr Arbeit und Überstunden

erstmal bei uns gesellschaftlich akzeptiert und gutiert werden.

Und dann ist es wichtig, sich davon zu lösen und sich auch zu fragen, Ich darf zu viel fühlen und

gleichzeitig muss ich nicht sagen, ich muss besser werden. Das muss besser werden. Ich muss mich

produktiver, ich muss halt noch früher aufstehen. Andere schaffen das doch auch. LinkedIn ist ja

voll von Menschen, die sagen, ich habe ein Projekt nach dem nächsten, ich bin total erfolgreich und

sich da rauszunehmen und zu sagen, nein, das ist eine strukturelle Überlastung, in der ich mich

befinde. Unser ganzes System ist so aufgebaut. Also ab der Schulzeit ist man in einer Überlastung.

Dann ist es wichtig. Sich daraus zu nehmen, zu sagen, nee, für mich, für meinen Fokus, für meinen

Erfolg, für mein Weiterkommen, aber auch für den Erfolg meines Unternehmens ist es wichtig,

dass ich mich fokussiere und dass ich weniger mache, weil dann kann ich erfolgreicher sein in dem,

was ich mache. Weil ich kann ja nur Dinge meistern, wenn ich meine Ressourcen, ich stelle mir das

so als Karaffe oder Vase vor mit Wasser, wenn ich die auf zwei,

drei Behälter verteile und nicht auf 15. Und was wir haben ist, ich verteile meine gleichen

Ressourcen, meine Aufmerksamkeit, meine Konzentration auf sehr, sehr viele Gläser und es stellt mir

jeder noch ein Glas dazu und sagt, hier auch, hier auch, hier auch. Und dann wundert man sich,

wieso Teams oder Personen nicht über dem Mittelmaß performen. Aber wie denn? Es geht nicht mehr,

diese Ressourcen zu steigern mit irgendwie individuellen Stellschräubchen und Pflasterchen, sondern

man muss auch für das Unternehmen, müsste daran sehr interessiert sein, dass Teams genau wissen,

was sie machen und dass sie sich gut fokussieren und priorisieren können. Du hast mich gerade voll

getroffen mit diesem Nebensatz mit, wir sind überlastet ab der Schule. Ja. Total krass. Meine

Tochter geht jetzt in die Vierte. Das heißt, wir reden jetzt über weiterführende Schulen und so.

Und mir ist gerade komplett aufgefallen, wie das da sprachlich mit drin ist.

Also dieser Blöde, dann fängt der Ernst ins Leben an, bla bla. Aber ich habe gerade wirklich

gemerkt, wie wir tatsächlich, wenn wir mit ihr reden, ihr jetzt schon in Aussicht stellen,

du wirst dann überlastet sein. Wir sagen das nicht so, aber wir sagen halt so,

hey, genieß nochmal die Grundschule. Wenn du in die Fünfte kommst, ist es vorbei. Und also wir

kündigen jetzt schon an, dann beginnt dein Training in ständiger Überlastung zu funktionieren,

um es mal hart zu sagen. Ja, also meine Tochter kommt jetzt in die Grundschule und das wurde ihr

jetzt seit einem Jahr gesagt. Genieß jetzt noch die Zeit in der Kita, jetzt dann geht das los,

dann bist du. Und ich glaube, das ist auch wichtig zu verstehen und das macht ja auch das

Schulsystem, das prägt uns ja, also Notendurchschnitt. In allem ein gutes Mittelmaß sein,

Dinge ausgleichen, keine Ausschläge nach unten, los und eben die Ressourcen auf möglichst viele

Gläser gleich gut verteilen. Und das hilft uns aber im Arbeitsleben eben nicht weiter. Wir brauchen

Spezialistinnen, wir brauchen spezialisierte Teams, die wissen, wofür sind sie die beste Besetzung.

Und ich würde gerne nochmal zurückkommen bei dem zu viel. Was ist zu viel und woran erkennt man

das? Wichtig ist da, auch wenn das belächelt wird, komme ich gerne mit Marie Kondo und der

Komponente der Energie. Also nicht nur zu sagen, in den und den Aufgaben,

da bin ich gut, sondern auch das gibt mir Energie und das zieht mir Energie. Also das Zielbild ist

nicht, das ist auch wichtig für mich zu sagen, das Zielbild ist nicht, ich mache den ganzen Tag nur

das, was ich locker flockig mag. Und ich komme ganz easy durch den Tag. Das ist nicht das Zielbild

und das Ideal. Aber zu wissen, wieso man zum Beispiel an einem Arbeitstag total fertig ist.

ist schon wichtig, um es einzusortieren. Zu sagen, ach so, ja, ich habe halt Aufgaben gemacht,

die zu meinem Job vielleicht dazugehören, vielleicht nicht, aber die mir Energie zielen. Das kann

ich dann entweder besser ausgleichen, besser in meine Woche integrieren. Also einige sagen mir ja

so Abzeichnungssachen oder so Buchhaltungssachen, die gehören dazu, die muss ich machen.

Aber sich zu überlegen, dass man die nicht durch... To-Do-Liste sich diktieren lässt, sondern die

smart zusammensetzt und schaut, was kann ich gut, was gibt mir Energie. Sich darüber Gedanken zu

machen, ist nochmal eine andere Betrachtung von diesem Wust. Also für mich ist wichtig,

wenn man das Buch liest, dass man aus diesem diffusen Überlastungsgefühl konkrete Anknüpfungspunkte

finden kann, wo man sagt, ach, jetzt weiß ich, wieso ich am Ende des Tages da sitze und denke,

ich kann es gar nicht greifen, dieses Gefühl. Und auch wenn man das auf die Teamkomponente spielt,

ist es wichtig zu schauen, wofür bin ich die beste Besetzung? So,

da ein bisschen wegzugehen von dem, das macht mir Spaß nur, sondern was kann ich denn da am besten?

Und was kann ich gar nicht gut? Und dieses gar nicht gut, und da spielt natürlich psychologische

Sicherheit mit rein, da eher zu schauen, wo kann man eine bessere Besetzung dafür finden.

Weil also eben To-Do-Liste gesagt hast, habe ich direkt den Impuls gehabt zu sagen, naja, also

ich liebe To-Do-Listen. Das strukturiert die verschiedenen Ideen,

die man hat. Dann hat man wirklich was, was man abarbeiten kann, cool. Wenn man tatsächlich nur auf

Basis der To-Do-Liste arbeitet, dann passiert ja dieser Shift, dass ich jetzt meinen Tag über

Tätigkeiten organisiere und das Ziel ist es, die Tätigkeit getan zu haben, die auf der To-Do

-Liste steht. Und ich verliere dann, und das passiert oft, wenn ich in Überlastung bin, wenn ich in

großen Abhängigkeiten bin, ich verliere den Blick auf das erwünschte Ergebnis eigentlich. Dann gehe

ich aus dem Tag raus und habe ganz viele To-Dos gemacht, aber ich habe das Werkstück nicht

irgendwie produziert oder bin dem nicht näher gekommen und dann fällt das weg. Das ist das eine.

Und das andere, was mir gerade aufgefallen ist, ich hänge immer noch an dem Schulbeispiel

irgendwie, weil ich habe noch nie gehört, dass jemand gesagt hat, hier, guck mal, hier ist mein

Zeugnis und da habe ich im Schnitt eine 2- oder eine 3. Und dann sagt jemand, warum?

Und dann ist die Antwort, weil Schule ist ein 30-Stunden-Job und das war das Beste, was möglich

war, wenn ich diese Regeln, also wenn ich das einhalte. Nein, nein, da wird ja schon gesagt,

du musst mehr machen. Und wenn du da nur auf eine 3 in XY kommst, Ja, dann musst du mehr büffeln.

Und wenn das mehr büffeln, dann musst du mehr, dann musst du zur Nachhilfe gehen und das ist alles

on top. Und dann sitzt dir heute eine Managerin gegenüber und sagt, naja, ich habe halt so viel,

ich muss 60 Stunden arbeiten, sonst schaffe ich es nicht. Ich versuche denen immer zu sagen, aber

das ist eigentlich Betrug. Du hast einen 40-Stunden-Job. Ich sage nicht, dass du nach 40 Stunden

und 0 Sekunden einen Stift fallen lassen sollst. Aber im Grunde musst du hingehen und sagen, das

hier ist möglich im Rahmen von meinen 40 Stunden. Und nicht mal, weil es im Vertrag steht,

sondern... weil er einen Tag 24 Stunden hat und weil alles andere Raubbau ist.

Also insofern, wenn du durch die Schule durchgehst, müsste man eigentlich eher kultivieren zu

sagen, jeder von euch hat 30 Wochenstunden und macht das Beste, was ihr in diesen 30 Wochenstunden

hinkriegt. Und nicht alle müssen eine Eins schaffen und wenn das dich 60 Wochenstunden kostet,

dann mach halt, weil das ist direkt diese... und alle, also ich verstehe das,

dass in der Schulzeit man versucht, allen gute Möglichkeiten zu geben für die Zukunft,

weil Stärken können sich noch ausarbeiten. Man möchte gerne an ein Ziel kommen.

Dafür ist natürlich der Notendurchschnitt in irgendeiner Art und Weise wichtig. Danach vergisst man

den ja und niemand fragt mehr danach und davor ist es das Wichtigste überhaupt. Aber da zu

kultivieren, zu sagen,

Das Fach ist mir wichtig, weil da merke ich, da möchte ich mich weiterentwickeln und das eben

nicht. Ich habe im Buch auch ein Beispiel, weil es ist auch ein gutes Beispiel zu sagen, zu welchem

Facharzt würde man gehen. Der, der sagen würde, ach, ich bin in allem so ein bisschen gut,

ich weiß so ein bisschen alles oder zu sagen, naja, ich bin in dem Fach, die Koryphäe,

was mir den anderen ist, geschenkt und da wollen wir eigentlich. Kinder und Menschen hin ausbilden,

auch Mitarbeitende, zu sagen, ich muss nicht in allem okay sein, sondern es ist besser,

wenn ich mich fokussiere. Und ich verstehe das in der Schulzeit, man nicht mit 13 sagen kann, da

will ich hin. Aber sich da schon zu überlegen, was macht mich aus und was ist gerade mein Lernfeld?

Was ist gerade mein Fokus? Und Fokus sollte nicht... nur Mankos auszugleichen,

so wie in der Schule, zu sagen, genau da, da musst du Nachhilfe und das andere, das läuft gerade

noch, bis wir dann wieder reagieren. Das ist sehr kurzsichtig. Und da steckt doch auch wirklich

einfach diese Fähigkeit drin, ich komme ja da so aus dieser Transaktionsanalyse und so,

ich bin okay, du bist okay, auch hinzugehen und sagen, ich bin okay. auch wenn ich nicht alles

kann. Also einfach hinzugehen und zu seiner Kompassor, sorry, das kann ich nicht oder sorry, das

mache ich nicht. Und nicht hinzugehen, bei allem zu sagen, ja, ja, mache ich, ja, mache ich, ja,

mache ich, ja, mache ich, ja, Chef, gute Idee, ja, Chef. Und dann bis zur Selbstaufgabe, Dinge zu

übernehmen, für die man gar nicht qualifiziert ist oder die man gar nicht mag. Ja, und das Schöne

ist natürlich, wenn man dann nicht nur aus einer individuellen Perspektive, weil das passiert auch

manchmal, man kennt ja so Mitarbeitende, die sich dann, also die das in sich sehr kultiviert haben,

zu sagen, nein, so, nee, dafür bin ich nicht zuständig, ist nicht meine Zuständigkeit,

sondern dass man das auf einer strukturellen Ebene gut argumentieren kann.

Zu sagen, das ist hier nicht gut aufgehoben, weil wir haben gerade den Fokus.

Und nicht eben auf das Individuelle zu gehen, du musst jetzt halt einfach ... zu deinem Chef auch

mal Nein sagen, die Stirn bieten, aber manchmal ist es ja so, dass die Hierarchie nicht für uns mit

priorisiert, sondern es ist die Aufgabe von Chefin, Chef Dinge weiterzugeben und manchmal

delegieren sie besser, manchmal schlechter, aber dann gilt es ja zu sagen, es einzuschätzen und da

auch einen Rückkanal zu haben und das nicht einfach aufzunehmen als, das wurde mir jetzt

aufertragen, sondern gut auf die Ebene zu gehen und mitzudenken und bestenfalls das zusammen zu

machen. Also ich mache das im Team und Führungskraft. Ich mache das jetzt nicht nur auf der Team

-Ebene zu sagen, ich mache jetzt das Team-Fit, sondern es geht ja darum, meistens die Fragen sind,

also zu 99 Prozent kann sie die Führungskraft auch nicht beantworten. Und dann kommt so, ah ja,

nee, also wir wissen gerade auch nicht strategisch. Gut, wie sollen wir das Problem lösen? Ich habe

so ein Coaching-Modul, was ich dann immer mal bringe, das nenne ich die Kunst des konstruktiven

Neins, wo es dann darum geht zu sagen, also mach das nicht, lehn das ab,

aber mach es halt nicht auf die Arschlochart und Weise, weil oft schwingt das Pendel dann zu weit

in die andere Richtung von diesem, ja, ja, ich mache alles, hinzu, ich lasse dich jetzt abtropfen.

Nee, nee, nee, geh hin und ganz freundlich, also ich mache das nicht, vielleicht mache ich es heute

nochmal irgendwie und helfe dir aus, weil jetzt ist es gerade hier dringend. Oder ich helfe

jemandem. Dann sind wir im klassischen Abgeben von Verantwortung. Ich bilde jemanden aus, wenn ich

gut darin bin. Oder ich helfe dir, irgendeinen anderen Weg zu finden. Ich lasse dich nicht einfach

abtropfen und im Regen stehen, aber gleichzeitig finde ich einen Weg, es nicht selber zu tun. Aber

trotzdem ist es wichtig, nochmal zu sagen, es ist absolute Aufhörkompetenz, ist Führungsaufgabe.

Da fängt es an. Und man kann sagen, wenn man merkt, dass im Team Widerstände sind.

gegen Veränderungen, gegen neue Sachen, dann ist das eigentlich ein Impuls, da hinzuhören. Und dann

heißt das eigentlich, dass es eine Art Überlastung oder Unklarheit gibt und da sollte man dann

reingehen. Weil natürlich vom Team aus ist es immer schwierig, je nachdem, zu sagen,

hier Chef, wir müssen mal reden. Ich glaube, du bist da nicht so klar. kann man nicht so

aufbringen.

Und dann sind wir bei Teil 2 vom Buch. Das heißt, der Teil 2 heißt Loslassen. Genau. Vielleicht

kurz bevor wir zu Loslassen nur eine Ergänzung, weil die mir gerade eingefallen ist.

Wichtig ist, also wenn man ganz schnell schauen kann, auch im Team, wo gerade was...

was eine Betrachtungsebene ist zum Thema wichtig und nicht so wichtig. Da an zwei Marker zu denken,

zum einen oder an drei Marker, zum einen Aufwand, also was sind Dinge, die bei uns besonders

aufwendig sind. Einfach auch mal die Aufgaben oder Projekte sortieren nach, da fließt viel auf Zeit

und Energie rein und dann einmal zu schauen, was ist strategisch gerade total relevant für uns.

Also wofür stehen wir? Was können nur wir leisten? Und die andere Komponente ist eben die

Energiekomponente. Was nervt uns total? Und das kann man auch gut im Team zusammen machen,

dass man sagt, was sind Dinge, die aufwendig sind und gleichzeitig super nervig. Und wenn man

merkt, die beiden Sachen... passend zusammen, dann sollte man da reingehen. Man kann nicht alles

streichen, aber man kann sehen, Dinge, die total aufwendig sind, strategisch nicht so relevant sind

und nerven.

Ich habe mit einem Team das mal gemacht, dann kamen plötzlich raus die Dienstreiseanträge. Bei

allen sind das komplette Nervaufgaben. Da muss man ran. Das sind Dinge,

die Überlastung auch nochmal und die Motivation runterreißen und da Kann man natürlich ans

Optimieren gehen. Man kann bei einigen Aufgaben schauen, ist es bei uns richtig aufgehoben im Team

oder sollte das vielleicht irgendwo anders passieren? Kann man das vielleicht zeitlich

entschlacken? Das sind ebenso die Stellschrauben, an die man gehen kann, wenn man auf seine eigene

Überlastung schauen will, aber auch im Team. Und jetzt sind wir beim Loslassen. Und jetzt gehen wir

zum Loslassen. Wie geht Loslassen, Marina? Loslassen ist ein Wort, was meistens mit...

weiß ich nicht, Sonnenuntergängen und Luftballons in Händen verbunden wird.

So wird tatsächlich, also habe ich das Gefühl, so ein bisschen therapeutisch. Ich habe andere

Bilder, aber okay. Ist das so, ja?

Ich glaube, einige haben diese Bilder. Und es ist mir wichtig zu sagen, es ist eine logische

Konsequenz. Wenn man anfängt aufzuhören und Dinge weniger zu machen, kommt man an den Punkt,

dass man merkt, Man hängt ja trotzdem an Dingen. Wieso macht man die trotzdem weiter,

auch wenn man manchmal weiß, die Aufgabe ist eigentlich nicht so wichtig und nicht so relevant oder

wenn Projekte beendet werden und wir sind natürlich, wenn wir über Veränderung sprechen, sprechen

wir auch über Enden, ganz klar. Weil Neuanfänge, kein Neuanfang gibt es ohne ein Ende und wenn wir

da sind, müssen wir uns damit beschäftigen, wie wir Enden besser gestalten und wie wir Und was wir

da auch merken, wie beim Aufhören, das Verarbeiten von Dingen,

die nicht mehr in unserem Arbeitsalltag sind, auf den Feierabend ausgelagert werden. Das heißt,

das ist eine individuelle Sache, da kann sich irgendwie Person XY zu Hause bei der Frau aufregen,

aber es hat im Arbeitsalltag nichts verloren. Und das ist auch falsch, weil Enden sind eigentlich,

wenn sie gut ... begleitet sind und gut gestaltet sind, sind eigentlich totales Potenzial,

möglichst viele mit an Bord zu holen, um weiter in die Zukunft zu segeln. Und was ja sonst passiert

ist, ein Unternehmen oder ein Team hat viele Veränderungen, Veränderungen und irgendwann mal

schauen sich die Führungskräfte um und sagen, ja, wo sind denn alle? Die einen haben da keine Lust,

die anderen sind da im Zynismus, die anderen sagen, ich hänge immer noch irgendwie vor einem Jahr

bei meinem Projekt. Und das betrifft sowohl Enden, die wir selbst gestalten, das heißt Dinge,

die wir selbst beenden und aussortieren für uns, aber auch die fremdbestimmten Enden.

Das heißt, das passiert ja auch, es werden Formate, es werden Projekte gestrichen,

es werden Dinge nicht verlängert, was ja gut ist, aber meistens wird das als rein administrativer

Prozess begriffen. Dann wird sich in der Management-Ebene überlegt, okay, das sollten wir nicht

mehr machen, okay, Portfolioanalyse, aussortiert. Und dann wird das dem Team gesagt und dann wird

gesagt, ab dem 1.10. arbeiten wir so und so oder wir legen die Teams zusammen,

weil das ist viel effizienter. Und dann muss das Team halt damit klarkommen. Und was das alles

bedeutet, das ist so der Komplex beim Loslassen, wie wichtig es ist, über Trauer zu wissen,

jetzt nicht zu sprechen. Ich lade jetzt nicht ein, zu sagen, die Führungskraft macht einen

Stuhlkreis, stellt eine Taschentücherbox in die Mitte und sagt, so, wer trauert denn hier alles?

Aber zu wissen, was Trauer bei uns auch im Arbeitsalltag... macht und dass sie auch da ist.

Und wir alle vermissen etwas aus unserem alten Arbeitsalltag, aber wir sind alle trotzdem

arbeitsfähig. Aber das ist übrigens genau das, wo ich hingegangen bin. Mit dem Wort loslassen. Ich

habe früher mal als Trauerredner gearbeitet. Nicht wirklich freiwillig, sondern weil einfach in

kurzer Zeit so viele Menschen aus meiner Familie gestorben sind, dass es sehr viel einfacher war,

einen von uns auszubilden als Trauerredner, als ständig einen zu bezahlen. Volk! Naja, was denn?

Okay, verrückt. Ich hatte die Zeit und habe nicht Nein gesagt damals. Und da ging es viel um

Loslassen. Jetzt habe ich mich viel damit beschäftigt. Wie funktioniert so eine Beerdigung, so eine

Trauerfeier? Was macht die denn eigentlich? Und sie macht einen Abschluss. Also die Trauerfeier...

Könnt ihr jetzt alle denken, was ihr wollt? Ich bin der Meinung, der Toto hört sie nicht. Der hat

aber wenigstens davon. Aber die Leute, die dort sind, denen ermöglicht man, einen Event mit einer

Zeit abzuschließen und sich von etwas zu verabschieden und einfach für sich zu akzeptieren, das ist

jetzt weg. Finde ich blöd, finde ich gut, wie auch immer. Aber es ist auf alle Fälle vorbei, im

englischen Closure. Das ist so dieses, ich mache den Sackdeckel zu, dann ist es auch gut und jetzt

ist eine neue Phase. Und ich habe gerade überlegt, okay, wenn ich mal in dem Bild bleibe. Wen

beerdige ich denn, wenn ich loslasse? Wovon verabschiede ich mich denn? Und mein erstes Bild war,

naja, wenn ich das jetzt tue, also ich habe jetzt im Teil 1 ein Buch gelesen, Teil 1, ich habe

realisiert, ich bin komplett in Überlast, viel zu viel. Und jetzt will ich einen Schnitt machen,

jetzt will ich loslassen. Ich beerdige dann doch den alten Holger. Ich beerdige doch den Holger von

letzter Woche, der in dieser...

Selbstüberschätzungsverzerrung drin ist, also der glaubt, er schafft viel mehr, aber was ich viel

krasser, wo ich gerade viel mehr hingegangen bin, ist, ich gestehe ja in dem Moment auch einfach

ein, dass es denen, also, wie soll ich das sagen, das ist ja so ein Spiel, gerade wenn ich im

sozialen Kontext Unternehmen bin. Ich habe viel mehr auf meiner Platte, als ich schaffe und dann

gucke ich, dass ich so viel wie möglich mache, arbeite bis zur Erschöpfung und dann erst, wenn ich

erschöpft bin, bin ich in der Lage zu sagen, ich kann jetzt nicht mehr. Da ist ja eine Illusion und

das ist ja eine Kollektivillusion, weil alle meiner Firma glauben, der Holger schafft das, ich

glaube, ich schaffe das und wenn ich jetzt ins Loslegen gehe, jetzt beerdige ich ja, eigentlich

gehe ich da hin und sage, Leute, wir haben uns die letzten Jahre alle in die Tasche gelogen, ich

habe das alles gar nicht geschafft und zumindest nicht auf eine gesunde Art und Weise und ich

verabschiede mich jetzt von dieser Selbstüberhöhung, ich verabschiede mich jetzt von diesem

Chugger, der Holger schafft ab. Weißt du, was ich meine? Also es ist auf jeden Fall, du

verabschiedest dich von einem Zukunfts-Ich, was nicht eintritt mehr. Was es nie gab,

also von dieser Lüge, kann das alles. Genau, ja. Also da ist man schon auch,

deswegen ist es für mich wichtig, im Buch auch darauf einen Blick zu wenden, was für Identitäten

und Konstrukte man von sich hatte. Ich habe zum Beispiel nach meinem Studium im Konzern gearbeitet.

Das heißt, ich dachte... Die Zukunftsmarina, die wird international ein Team leiten,

wird unterwegs sein, wird irgendwie auf jeden Fall im Team arbeiten. Was mache ich? Ich bin alleine

und selbstständig und arbeite nicht international. Und auch wenn ich das jetzt nicht...

möchte, muss man sich damit beschäftigen, Dinge zu verabschieden und auch Vorstellungen von sich zu

verabschieden, die man von sich hatte, die unrealistisch waren oder in irgendeiner Art und Weise,

aber auch das gehört natürlich dazu, wenn man kündigt, aber ich würde auch das runterbrechen,

selbst von Aufgaben oder Projekten, die man als Team sagt, ach, das ist eigentlich total unsinnig,

dass wir das machen, lass uns das mal weggeben und plötzlich merkt man, ach, Menschen haben damit

Probleme. Das liegt auch daran, dass ein Primärverlust,

wie das Aufhören von einem Projekt, Sekundärverluste mit sich ziehen kann,

die wir vielleicht gar nicht vorher begreifen. Wir können irgendwie um die Kollegin trauern,

mit der wir sonst immer die Projekte gemacht haben, aber ich würde da auch die Komponente

aufmachen, wenn man Arbeitsplatzumzüge, was ja auch gerade viel Thema ist, man macht Share-Desk

-Policy, man zieht Teams zusammen und dann vermisst man. Den eigenen Stuhl oder den Ausblick aus

dem Büro. Und sich das bewusst zu machen und das auch stehen zu lassen und auch als Führungskraft

erlauben zu lassen, dass Leute nicht bei Veränderung immer in die Hände klatschen, sondern auch

Anpassungsschwierigkeiten haben und das auch, wie du gesagt hast, gut oder schlecht finden können.

Und das ist vollkommen in Ordnung. Sie können trotzdem weitermachen. Man kann sie trotzdem

mitnehmen, aber sie müssen diesen... Raum haben, auch losgelöst von der Entscheidung,

Emotionen zu äußern, weil Emotionen helfen, mit der Veränderung umzugehen. Es ist schlecht,

die Emotionen zu unterdrücken, weil die kommen irgendwo raus und es ist besser, ihnen einen Raum zu

geben. Und als du gesagt hast, ja, wen beerdigen wir denn? Da würde ich sagen,

da sind wir ja auch schon irgendwie bei meinem Modell, das ist teilweise nicht klar. Und das ist

das größte Problem. Der erste Schritt ist oftmals nicht getan. Es herrscht keine Klarheit,

was beendet wird. Bei fremdbestimmten Enden, also wenn die Management-Ebene was entscheidet und

dann wird irgendwas schön geredet und gesagt, wir gehen jetzt in die Zukunft und wir richten uns

neu aus und es wird alles ganz toll, ganz toll. Und alle sitzen da und denken sich, ist mein

Projekt betroffen? Bin ich betroffen? Man weiß nicht, wen man beerdigt. Und manchmal lügt man sich

auch ein bisschen selbst in die Tasche und sagt, ich muss jetzt ein bisschen produktiver werden,

ein bisschen mich optimieren. Und dann weiß man auch nicht, was man weniger macht und aufhört.

Bevor wir in das Modell reingehen, das Modell ist super, aber ich hatte gerade noch eine Sache, wir

sind jetzt bei der Aufnahme 43 Minuten, wenn es geschnitten ist, 41 oder so, vor einer Minute oder

sowas, war ich an einem Punkt, habe gedacht, merkt ihr mal die Zeit und dann guckt mal die Abbrüche

beim Hören dieses Podcasts. Als wir gesagt haben, ich muss mein altes Ich beerdigen und so weiter,

habe ich gedacht, ich glaube, da gibt es jetzt viele, die gerade sagen, okay, ich bin nicht bereit

und mache das Radio aus. Und habe dann aber gedacht, woher kam dieses Bauchgefühl? Und was mir

gerade aufgefallen ist beim Zuhören ist, wenn ich da etwas beende, eine Verantwortlichkeit abgebe

oder sage, ich mache das nicht mehr, dann gebe ich ja auch immer Einfluss ab. Also ich war gerade

in einem Hausbeispiel. Ich habe hier eine Familie, wir haben ein Haus, wir haben Zuständigkeiten

und jetzt sagen wir, ich bin zuständig fürs Wäsche waschen. Das ist gut, da kann ich dafür sorgen,

dass niemand meine weißen Unterhemden rosa färbt. Ich bin zuständig fürs Kochen. Das ist cool. Dann

kann ich immer entscheiden, was gegessen wird und welche Zutaten drin sind. Das ist gut für mich.

Ich bin fürs Einkaufen zuständig. Ich kann immer dafür sorgen, dass die Sachen, die ich mag, im

Kühlschrank sind. Und bin fürs Aufräumen zuständig und Staubsaug. Ich bin Stauballerger.

Ich kann immer sicherstellen, dass... Also ich habe Einfluss über diese ganzen Verantwortlichkeiten

und diese ganzen Töpfen, in denen ich rumrühre. Wenn ich jetzt hingehe und sage, ich muss einen

abgeben, weil es ist viel zu viel, muss ich akzeptieren, dass ich auch den Einfluss abgebe. Ich

habe jetzt nicht mehr die Finger drin. Jetzt kann es sein, dass irgendeiner von meinen Mitbewohnern

hier... nicht mehr meine neue Lieblingsschokolade kauft und dass ich dann enttäuscht bin. Und das

ist im Konzern ja auch so. Also ich glaube, viele sind überlastet, weil sie die Finger in allem

drin haben, aus Misstrauen, weil sie Angst haben müssen, die machen Mist, da steht meine Abteilung

schlecht da, ich muss mich hier verteidigen und so weiter. Und in dem Moment, wo ich loslasse,

brauche ich ja irgendwie, weiß ich nicht, Mut oder Vertrauen oder irgendetwas, was es mir

ermöglicht zu sagen, ja, ich lasse euch jetzt einkaufen fahren. Weißt du, was ich meine? Und das

ist ja, wenn wir über Führungskräfte reden, über die klassische deutsche Führungskraft, die ist ja

immer noch konditioniert auf Kontrolle, auf Risikovermeidung, auf schlimme Dinge vermeiden. Also

das Stückchen brauche ich irgendwie, um loslassen zu können. Genau, das ist wichtig. Und man muss

aber auch sagen, wenn wir wollen, dass Menschen loslassen, ob jetzt die Führungskraft oder das

Team, wollen wir, dass sie ihre gewohnte Gegenwart loslassen. die Vergangenheit,

nicht irgendwas aus der Vergangenheit streichen, sondern wir wollen von ihnen, dass sie in eine

Ungewissheit gehen und das, was sie heute kennen, aufgeben. Und das macht Angst.

Und deswegen glaube ich auch, bei meinen Inputs blende ich das Wort enden ein und alles schon so.

Und dann sage ich, naja, ist unangenehm. Es ist einfach ein unangenehmes Wort. Es ist bei uns nicht

gesellschaftlich neutral konnotiert. Es ist mit Verlust, mit Scheitern,

hängt es zusammen. Und deswegen hat man natürlich auch als Team, kriegt man auch einen Schreck,

wenn man Dinge gestrichen bekommt, die eigentlich dazu führen sollten, dass man sich besser

fokussiert. Aber man freut sich nicht darüber, weil man denkt, oh Gott, ich habe was falsch

gemacht. Deswegen wurde mir etwas gestrichen oder wurde mir eine Aufgabe gestrichen.

Und das können wir auch wiederum nicht mit einem Gespräch ändern, sondern nur durch das Lernen,

dass man auch das Aufhören und das Beenden wirklich als Strategie mitdenkt.

Deswegen ist es zum Beispiel wichtig, dass man, bevor man etwas Neues anfängt, immer an das Ende

denkt.

implementiere, bevor Menschen emotional, identitätsmäßig da dranhängen, überlege ich mir,

wann soll es enden. Und das kann enden, wenn das Ziel erreicht ist, das kann enden, wenn das Ziel

nicht erreicht ist, das kann enden, wenn ich das Gefühl habe, mein Aufwand matcht nicht mit den

Erwartungen. Und was sind die Misserfolgsfaktoren von etwas? Oder wann ist einfach die Ziellinie

erreicht? Und ich sage, ja super, weil jedes Meeting sollte endlich sein. Alles ist endlich bei uns

im Leben und wir klammern es gerne im Leben, aber auch im Arbeitsleben gerne aus. Und wenn man das

mitdenkt, dann hat man zumindest so einen Quick Win, dass man, bevor alle tief emotional an etwas

hängen, man sagt, hey, was sind unsere Erwartungen daran? Und dann weiß man auch, ah, wir können

wieder zurückkommen. Dinge beenden. Und je mehr wir beenden, umso mehr lernt auch die Organisation,

dass es eben nicht mit Pfui und A und Scham zu tun hat, sondern dass es ein normales Lernen ist,

wie sich auch die Entwicklung im Unternehmen zeigt.

Ja, genau, damit man sich nicht viel merken muss, heißt mein Modell Enden-Modell.

Ja.

Genau und es fängt dann mit Ehrlichkeit. Also das Ende beim Namen nennen, das kann man machen,

indem man nicht nur große Verkündungen und Mails schreibt, sondern indem man auch mit dem Team

schaut, was ist klar, was ist unklar. Also dass man auch alle auf ein Wissensniveau hebt.

Dass man merkt, weil manchmal ist ja auch ein Widerstand gegen Veränderungsprozesse,

liegt auch daran, weil Dinge unklar sind. Oder weil Menschen denken, anderen sind sie klar und mir

sind sie nur nicht klar. Manchmal ist ja vieles unklar und es ist auch wichtig, dann klar zu

machen, was noch nicht entschieden ist und was vielleicht noch gestaltbar ist. Und wo soll man da

seine Ressourcen und seine Aufmerksamkeit hin entwickeln und nicht das irgendwie toll und schön.

mit tollen Metaphern. sondern wirklich, und das weißt du als ausgebildeter Trauerredner auch,

man muss ja auch Enten beim Namen nennen. Und das passiert häufig nicht.

Wir machen jetzt ausgebildet.

Ja, Enten ist tatsächlich, das ist auch mit Enden oder Enten. Ich weiß auch nicht, wie ich es

besser ausspreche. Es ist halt so, wie es ist und jeder hört das raus, was er gerne raushören

möchte.

Ja, und schau mal, als du den Satz gesagt hast, wir kriegen das nicht hin, Es ist ein bisschen

traurig, aber es ist auch entlastend.

Denkt man sich, ach okay, es liegt nicht nur an mir. Und da sind wir beim zweiten, beim enden für

nachfühlen, weil alle Emotionen und alle Gefühle dürfen auch sein.

Die können auch parallel sein. Wir dürfen die Entscheidung richtig finden und uns auf die Zukunft

freuen und sagen, das ist die richtige Entscheidung und dürfen trotzdem traurig sein.

Trauer am Arbeitsplatz äußert sich nicht nur durch Traurigkeit,

sondern es kann auch sein, dass man Konzentrationsprobleme hat, dass man Zynismus spürt.

Das sind alles Emotionen und die gilt es auch, denen einen Raum zu geben und sie auszuhalten,

auch als Führungskraft. Und da nicht, und das ist natürlich, was Führungskräfte lernen. zu managen,

zu sagen, oh, da scheint irgendwas unklar zu sein, also muss ich da nochmal reingehen oder zu

sagen, sieh es doch so. Also Emotionsmanagement zu betreiben ist eigentlich das Gift, was nicht

schlimm gemeint ist. Das kennt man ja auch, wenn man ein Kind hat, zu sagen, na, ist nicht so

schlimm, wenn sich das Kind wehtut, hilft meistens wenig. Das anzunehmen,

zu sagen, die Emotionen, die jetzt da sind, sind vollkommen in Ordnung. Es ist vollkommen in

Ordnung, dass ihr vom Kopf gestoßen seid. Es ist vollkommen in Ordnung, dass ihr auch traurig seid.

Es ist vollkommen in Ordnung. Und lasst uns darüber sprechen. Ich spreche meistens mit

Führungskräften darüber, dass sie einfach mal sammeln sollen, was sie vermissen. Und nicht,

was ihnen fehlt, weil fehlen ist ja etwas, wo man sagt, das muss man jetzt ausgleichen. Was fehlt

euch? Oh Gott, da muss man als Führungskraft ran und das ihnen liefern, sondern zu sagen, was

vermisst du? Ja,

also es ist die Frage, wann man es macht. Aber wenn man sagt,

wir, also erstmal ist es schön, wir sind ja alle irgendwie in irgendwelchen Veränderungsprozessen.

Diese Frage kann man mit dem Team eigentlich jederzeit stellen. Lernen über Emotionen zu sprechen,

indem man fragt, jetzt hat sich so viel geändert im letzten halben Jahr, was vermisst ihr von

früher, aus eurem alten Arbeitsalltag? Aber man kann es natürlich auch akut verwenden, wenn man

weiß, okay, etwas wird sich ändern, was werdet ihr vermissen? Und das zu sammeln und plötzlich

merkt man eigentlich, man merkt, dass man die Kolleginnen und Kollegen versteht,

dass man plötzlich merkt, ach so, ja, ich dachte die... Kollegin hat gar kein Problem damit. Oder

man merkt, jeder vermisst etwas. Ich mache das auch oft, wenn Teams zusammengelegt werden, dann hat

meistens irgendwie ein Team weniger Probleme als andere. So wird mir das gesagt. Das eine Team,

das wird da irgendwo so drangeflanscht und das andere, das ist noch da. Aber dann zu merken, nein,

die anderen vermissen auch etwas. Es heißt nicht, dass man da irgendwie was akut machen soll,

aber man merkt, man ist vereint. Und das brauchen wir in Veränderungsprozessen und bei Enden,

um gut damit umzugehen, dass man plötzlich merkt, die Personen, die mir vielleicht gar nicht so

klar oder sympathisch waren, die erzählen von früher in Anführungszeichen und ich verstehe,

was sie ausmacht und was sie vermissen. Und das kann man einfach stehen lassen.

Ja, oder ich. Ich finde, genau, ich vermisse das und das und das und das, was früher war. Das ist

jetzt nicht so und ich kann trotzdem weiter in die Zukunft gehen. Und der dritte Buchstabe ist das

D, also für Dankbarkeit. Und das hat natürlich auch eine emotionale Komponente,

was auch... was irgendwie allen klar ist, zu sagen, man sollte das Alte wertschätzen und würdigen,

aber irgendwie funktioniert das nicht im Arbeitsalltag. Das heißt, wenn man in die Zukunft springt

und sagt, unser neuer Arbeitsalltag sieht so und so aus, das und das wird enden, dann nimmt man

sich nicht die Zeit, das Alte gut gehen zu lassen. Und das kann sein,

indem man... zusammen sich nochmal Fotos und Videos anschaut, schaut,

wie kann man eine Wall of Fame machen zum Beispiel. Bei Umzügen ist das so, wenn man in ein neues

Büro zieht, was nimmt man mit? Also gibt es physische Sachen, die wir bei uns ins Büro stellen? Ich

habe zum Beispiel eine grüne Bürolampe, die ist noch von meinem ersten Job. Die habe ich

mitgenommen und ich habe das Gefühl, ich starte nicht bei null. Und da sind wir bei deinem Super

Mario Holger, der durch den Arbeitsalltag springt. darum zu sagen dann,

okay, wir sind genullt, jetzt geht es wieder los, sondern zu sagen, wir kommen mit etwas und wir

haben diese teilweise physischen Sachen, entweder eine Erinnerungsbox als Team irgendwie an der

Wand, wir kommen von irgendwo her und wir können auch Gesprächsanlässe haben,

darüber zu sprechen und wir fühlen uns dann nicht so nackt und bestärkt. Also das zum Thema

Dankbarkeit, Wertschätzung, auch gerne physisch zu sagen, was können wir schaffen und mitnehmen,

um auch gut Abschied zu nehmen.

Genau, und die letzten beiden Buchstaben würde ich auch gerne zusammenfassen. Wir sind bei E für

Einfluss. Die Frage ist dann auch zu sagen, worauf habe ich Einfluss,

was ist gestaltbar? Also statt zu sagen, wir hängen immer wieder an einer Fragestellung,

wo wir sagen, die Entscheidung war falsch, wir sollten nochmal, ich verstehe nicht,

wieso haben wir das gehen gelassen, wieso stellen wir das ein? Da eher zu sagen, worauf habe ich

Einfluss, was können wir gestalten, können wir die Kommunikation gestalten? Können wir das Timing

gestalten? Was können wir stattdessen machen? Also da den Fokus so ein bisschen aufs Neue richten.

Und dann sind wir bei N für Neuanfang. Das ist auch der letzte Buchstabe und ich habe das extra

ganz ans Ende gepackt, weil N steht meistens im Arbeitsalltag eher direkt.

Neuanfang, wir gehen direkt in die Zukunft, aber es sollten Schritte für den Übergang davor.

funktionieren und gemacht werden, bis man dann im Neuanfang ist. Und der Neuanfang für mich ist zu

sagen, wie kann ich die Zukunft so konkret wie möglich greifen und fühlen können.

Weil wieso wir auch nicht gut loslassen können, ist, wir wissen nicht, wie sich das Neue anfühlt.

Wie fühlt es sich an? in diesem Team zu arbeiten. Wie sind unsere Arbeitsorganisationen und unsere

Prozesse und unsere Rollen, aber auch, wie fühlt sich das Neue an? Und da zu schauen,

wie kann ich so ein bisschen da reinschnuppern, damit ich mir auch die Scheu nehme vor dem Neuen,

um gut loslassen zu können.

Genau, für mich ist... Für mich ist das der dritte Schritt in meinem Dreiklang,

zu sagen, wenn ich es geschafft habe, meinen Kalender zu entrümpeln und mir Zeit zu schaffen,

natürlich die Frage, worauf verwende ich die Zeit, die ich dann habe. Und das ist wichtig. Für mich

setzt sich Fokus zusammen aus drei Punkten. Einmal. Was sind die Anforderungen an meine Rolle?

Weil für mich ist wichtig, also das Buch ist nicht eine Berufsberatung, dass danach rauskommt, ich

möchte gerne eigentlich was ganz, ganz, ganz, ganz anderes machen. Es ist auch möglich, aber es

geht eher zu schauen, in dem System, in dem ich gerade arbeite, mit den Fähigkeiten, die ich gerade

habe und mit den Begebenheiten, die um mich rum sind, wie kann ich am besten mich...

Und meine Position ausrichten, damit ich gesünder und erfolgreicher bin. Also passend zu deinem

Motto vom Podcast. Und da zu schauen, einmal Fokus heißt, was sind die Anforderungen an mich und

meine Rolle von meiner Führungskraft, von meinem Unternehmen, wie auch immer. Was sind meine

Stärken, die ich am besten Fall schon rausgearbeitet habe, als ich Dinge beendet und aussortiert

habe? Was kann ich besonders gut? Und was sind meine Ambitionen? Wo will ich hin? da für mich

Klarheit schaffe, hilft es mir, meinen Fokus gut auszurichten und dann auch einetwegen Nein zu

sagen und sich rauszunehmen. Das ist das eine bei Fokus, was für mich total wichtig ist und das

kommt mit Klarheit über die eigene Rolle, aber auch über die eigenen Ambitionen.

Wenn man jetzt ehrlich ist, das ist jetzt kein neues Thema. Das Enden ist schön herausgearbeitet.

Das ist ein Thema, das sehen wir überall, alle Welt. Wir wissen, dass Fokus gut ist. Wir wissen,

dass wir es brauchen. Die Methoden auch. Für mich steckt da jetzt auch wieder drin, was gibt mir

denn dein Buch, was ich nicht über Fokus wusste. Naja, einfach dieser Abschied. Ich muss mich in

eine Lage versetzen zu sagen, viel tun ist nicht so viel wert, wie wenig tun und es fertig kriegen.

Im Grunde genommen, ich weiß nicht, ob du da auch unterwegs bist, ich habe ja mal eine Zeit lang in

diesem OKR-Universum gearbeitet mit Organisationen und das ist auch so eine Aussage,

die rational sagen alle, ja, ja, gute Idee, Heinze, machen wir. Und dann sage ich, cool, jetzt ist

hier euer Haufen von 120 offenen Projekten, wie sieht es aus? Nee, sind alle wichtig. Ja, genau.

Und das kann, also das ist nicht so und das kann auch nicht so sein und ich glaube, wichtig ist da,

ja, es ist keine neue Erkenntnis, gleichzeitig ist es trotzdem so wichtig ist zu betonen,

weil es ja offenbar immer noch nicht in der Arbeitsrealität angekommen ist, dass man das machen

darf und dass man sich ausrichten darf. Und ich glaube, viele nehmen sich auch einfach überhaupt

keine Zeit, sich zu überlegen, wofür ist meine Rolle denn wirklich, wirklich da und was mache ich

einfach so mit. Und das andere ist bei Fokus, was man auch machen sollte, ist sich natürlich über

den Medienkonsum sich Gedanken zu machen. Ich muss sagen, da sehr privat empirisch.

Ich halte nicht viel von so Disziplinsregeln, Vorgaben. Also ich bin nicht die disziplinierteste

Person. es darum geht, wenn ich Dinge habe, wenn ich Dinge im Kühlschrank habe, wenn ich Dinge vor

mir habe. Ich arbeite lieber mit Distanz. Ich habe vor, ich glaube, das sind jetzt anderthalb

Jahren, alle meine Apps auf dem Handy gelöscht, weil ich gesagt habe, so geht es nicht weiter.

Und ich fahre damit viel besser. Also sich zu überlegen, wie kann man sich, ich muss mich teilweise

schützen, weil unsere Ablenkung ist auch unsere Arbeitsgrundlage. Wir haben das Handy dabei,

wir haben den Rechner dabei. Und sich da analoge Auszeiten, analoge Ablenkungen zu schaffen,

das zu kultivieren, kann man einfach besser, wenn man eine gewisse Distanz hat zu den Sachen und

sich diese Distanz auch erlauben, um klar zu denken, um sich gut zu fokussieren. Ich habe vor ein

paar Tagen so einen Hack auf LinkedIn gelesen. Das kann ja nicht wahr sein. Das iPhone kann man

mittlerweile auf schwarz-weiß stellen. Ja, ja. Und dann habe ich das probiert und das ist

abgefahren. Das macht keinen Spaß mehr. Ich habe mein Handy verloren.

Also ich bin jemand, der hat das Ding immer in der Hand. Und ich bin dann nach einem Tag oder so

hier rumgelaufen und dann sagt irgendein Kind, guck mal XY nach und ich packe in die Tasche und ich

sage, mein Handy ist weg. Und dann musste ich wirklich im Haus suchen, weil das Ding auf einmal so

uninteressant geworden ist, dass ich es tatsächlich irgendwo verlegt habe. Ja, und das muss man

schon überlegen. Also ich glaube, nur zu sagen, disziplinier dich, fokussier dich und mach das,

das ist in unserer digitalen Welt einfach zu kurz gedacht, sondern da auch reinzugehen und zu

sagen, was lenkt mich denn ab? Bei mir war es auch dieser, mir überhaupt keine Freude machen da

mehr Medienkonsum. Und dann sagt man ja immer, brauche ich für die Arbeit. Aber das ist auch eine

Lüge. Und da zu sagen, ich habe tatsächlich alle Apps, ich kann die auf dem Rechner aufmachen,

aber ich habe sie mit einer Zeit versehen und mit einem Code.

Auch mein App Store ist zum Beispiel mit einem Code geschützt, den ich selbst nicht habe. Weil ich

weiß genau, ich würde es mir sonst schönreden und zu sagen, die App brauche ich jetzt doch mal

schnell, ich ziehe sie mir runter. Und so bin ich wirklich, ich bin glücklicher geworden und es hat

mir auf jeden Fall geholfen, mich darauf zu fokussieren, was ich mir vorgenommen habe. Also ich

muss gerade lachen, weil eigentlich ist es überhaupt nicht lustig, aber was du sagst aus dem

Playbook, wie man mit Süchtigen umgeht. Ich muss gerade denken, es ist so wie wenn du hier bei der

lokalen Spielhalle hier so ein Foto, Maria Schakarian, dieser Frau bitte keine Jetons geben.

So ist es jetzt beim App Store. Es ist so. Und ich habe mich da sich selbst geschützt.

Das fing ja alles an, dass ich gesagt habe, ja, ich stelle mir dann so eine Zeit ein und das ploppt

dann auf auf dem Bildschirm. Ja, das kenne ich. Oder dieses, willst du diese App wirklich öffnen?

Und man ist dann irgendwann mal nur noch, die Finger wissen schon, was sie drücken, bevor man das

versteht. Und sich da zu schützen und zu sagen, nee, ich mache das wirklich bombensicher. überlegt,

ob ich mir praktisch ein Zweithandy, so ein Dampffon, schaffe. Aber habe gemerkt, dass es ja doch

gut ist, wenn man irgendwie Google Maps hat und die Kamera. Und so habe ich mein Handy so

eingerichtet, dass ich Anrufe habe und irgendwie Nachrichten. Und ansonsten ist es stumm und die

Apps sind runter. Es hat mein Leben verändert. Nein, das will ich so nicht sagen, aber es hat mir

auf jeden Fall geholfen, mich zu fokussieren. Kann man die Telefon-App löschen?

Kann man sicher. Hast du wirklich viele Anrufe? Nein, und ich will auch keine, deswegen. Ja gut,

du kannst auch einfach alles. Telefonieren ist die unwichtigste Feature vor diesem Ding. Nee, ich

bin jetzt eher, mein Handy ist jetzt wie mein Festnetz, also ich habe eine feste Stelle in meinem

Haus dafür, das wird da angeschlossen, wenn ich heimkomme und das liegt da. Und es kann klingeln,

es klingelt nicht viel. Aber was machst du denn, wenn du jetzt gerade wie jeder normale Mensch

irgendwie auf dem Weg vom Klo zum Händewaschen bist und in dem Moment fällt dir ein, was macht denn

eigentlich Matt Damon? Was machst du denn mit dem Impuls? Das ist eine gute Frage. Also entweder

ich gehe danach nach dem Klo zum Rechner, also zu meinem Laptop und kann es nachschauen.

Dann war es wahrscheinlich nicht so wichtig, was Matt Damon macht. Oder ich habe auch wieder,

ich habe halt einfach jetzt einen Notizblock und Stift neben meinem, also bei mir kommen viele

Gedanken, wenn ich mich schlafen lege, kennen sich ja viele. Und so hatte ich halt immer im Handy

und dann war ich ja schon irgendwo anders. Ich war ja gar nicht mehr bei dem Gedanken. Und so

schreibe ich ihn auf und dann ist er da und am nächsten Morgen kann ich drauf schauen, ich bin ja

trotzdem noch erreichbar und ich habe trotzdem noch meinen Rechner. Aber ich habe mich da einfach

verloren drin. Und da war die Zeit halt auch weg. Da kann ich noch und nöcher sagen,

ich will weniger machen, ich will mehr schaffen, ich will mich mehr auf das fokussieren, was

wirklich wichtig ist. Wenn ich aber quasi die Ablenkung bei mir im Arbeitsalltag immer dabei habe,

war es für mich dann irgendwann mal nicht mehr möglich. Wirklich wie bei einer Süchtigen. Und ich

bin da definitiv kein Einzelfall. Es gibt noch ein schönes Kapitel. Ich will gar nicht sagen, was

drinsteckt. Ich will euch da draußen nur so ein bisschen den Mund wässrig machen. Das Kapitel

heißt... Nein zu sich selbst sagen. Wir verraten gar nicht, was drinsteht. Aber ich kann es euch

empfehlen und es ist im Kontext mehr schaffen, aber wie. Da geht es um Energiewächter und um

alternativlose Entspannung. Also auch da mal reinzugehen und zu sagen, es ist halt, wir holen uns

unsere Entspannung ja eh irgendwie. Die Frage ist halt, können wir es steuern? Distanz statt

Disziplin hast du eben schon gesagt. Bewusst und radikal am Smartphone. Aber eben auch Ablenkung

nicht verteufeln. Ich finde das schön. Das Buch ist nicht so, mach das, schmeiß dein Handy weg,

mach das, dann ist es doch easy, stell dich nicht so an. Nee, wir sind Menschen und wir sind keine

Binärwesen. Und das ist alles sehr messy und da muss man dann gucken. Nein zu sich selbst und nein

zu anderen und dann folgt dann, wie wird aus mehr, weil wir sind jetzt wieder in dieser

Mehrbewegung. Das Buch funktioniert ja so, am Anfang erstmal realisieren, das ist zu viel, was

loswerden und jetzt aber wieder auch ein bisschen mehr machen, anders mehr machen, aber Große Frage

des letzten Kapitels, wie sorgen wir denn jetzt dafür, dass aus diesem neuen Meer nicht wieder zu

viel wird? Und das ist der Cliffhanger, mit dem enden wir eigentlich. Ja, ich möchte noch einen

Gedanken, wenn ich darf, teilen, weil ich finde das wichtig, was du gesagt hast und was du betont

hast. Für mich ist wichtig, dass wir alle netter zu uns sind. Also für mich ist wichtig,

auch in dem Buch. Genau.

Auch zu Mitmenschen ist natürlich auch schön. aber zu sich selbst auch, weil wir sind unsere

größten Kritiker. Und für mich ist wichtig zu sagen, dass Selbstführung auch bedeutet,

sich in seiner Imperfektion auszuhalten. Zu sagen, ja. dann habe ich halt wieder einen Tag,

wo ich halt eben nicht total fokussiert irgendwas abgearbeitet habe. Dann habe ich halt mich mit

meinen Zweifeln und meinen irgendwie Problemen beschäftigt. Es ist so. Und sich da zu sagen,

ich muss wieder netter zu mir selbst sein und eben nicht diese Produktivitätspeitsche auspacken,

sondern Und auch mit diesem Gefühl, Menschen eben nicht allein lassen, dass man sagt,

wir alle hadern mit unserem Arbeitsleben, wir alle hadern auch, weil es manchmal entweder zu viel

oder zu schwer ist. Und da auch zu sagen, wir, wie du gesagt hast, wir sind richtig so und wir

sollten uns da netter auch uns selbst begegnen und nicht dann sagen, oh Gott, die 15 Impulse muss

ich auch noch machen. Das ist mir wichtig fürs Buch, aber auch für meine Haltung. Und das ist aus

meiner Sicht auch, wir sind uns völlig einig, der Kern, an den du immer wieder kommst, wenn du über

Überlastung redest. Am Kern ist immer diese Selbstliebe, wie auch immer du es nennen willst,

hinzugehen und zu sagen, ich kann jetzt auch um 17, 15 sagen, so viel habe ich geschafft. Manchmal

ist es viel, manchmal ist es wenig, aber das ist okay. Ich bin als Holger okay. Ich muss nicht noch

drei Stunden draufknallen. damit ich okay bin. Ich muss nicht die Kinder ins Bett bringen und

danach noch zwei Stunden an den Rechner, damit ich okay bin. Das, was ich abgeliefert habe, ich

werde niemals alles schaffen. Das muss einfach klar sein. Es ist viel zu viel da. Vorhin hatte ich

mal ein Beispiel. Ich habe eine 30-Stunden-Woche als Schüler und ich gucke halt das Beste, was

ich da raushole und dann bin ich okay. Ich bin nicht un-okay, weil ich nicht die Eins habe,

weil ich nicht das gemacht habe und gebüffelt habe und Nachhilfe und das und das und das. Ja. Ja.

Punkt. Ja, Punkt. Ihr seid okay da draußen, realisiert es halt. Sehr emotionale Folge.

Super, mir hat es sehr gut gefallen. Marina, vielen Dank fürs Vorbeikommen. Danke dir, Holger. Ihr

findet das Buch von der Marina in allen gut sortierten, wahrscheinlich auch in schlecht sortierten

beim Redline Verlag im Sommer:

Weniger machen, mehr schaffen. Marina Schakarian. In den Shownotes kriegt ihr alle Links.

Ihr findet sie auch auf LinkedIn. Da habe ich sie auch gefunden. Vielen Dank fürs Vorbeikommen.

Danke. Wir sind okay. Wir sind okay. Und ihr da draußen seid weiterhin okay. Vielen Dank fürs

Zuhören. Vielen Dank für die Kommentare, für die Einsendungen, für die DMs. Ich freue mich. Ich bin

gespannt, ob und wie viele Folgentitel meiner Lieblingsserie, in dem das Zitat vorkam,

mir geschickt werden oder irgendwo kommentiert werden. Das war veränderungsstabil. Vielen Dank fürs

Zuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss.

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