In dieser Kummerkasten-Folge wird’s heiß. Ich spreche über eine Frage, die mir im Coaching und in Führungsrunden immer häufiger begegnet: Was mache ich, wenn jemand in meinem Team anfängt, mit AfD-Thesen zu kokettieren?
Ich erzähle, warum das nicht einfach „eine Meinung wie jede andere“ ist, sondern ein echtes Risiko für Teamkultur, Vertrauen und Sicherheit. Und ich erkläre, warum Populismus am Arbeitsplatz nie neutral bleibt, er testet Grenzen, verunsichert Menschen und sendet ein Signal, das jede Führungskraft ernst nehmen muss.
Ich spreche darüber, was Popper mit dem Toleranzparadoxon meint, warum extremistische Positionen nicht mit Meinungsfreiheit verwechselt werden dürfen und welche Verantwortung wir als Führungskräfte haben: Schutz geben, Haltung zeigen, Kultur sichern.
Dann geht’s um die Praxis: Wie reagiere ich im Moment selbst? Wie spreche ich das im 1:1 an? Was bedeutet es für die Teamnormen? Und warum ist Wegschauen keine Option, wenn Menschen oder Organisationen Schaden nehmen könnten?
Am Ende bleibt eine klare Botschaft: Kokettieren ist ein Test. Führung bedeutet, darauf zu antworten.
Viel Spaß beim Zuhören!
---------------------------------------------------------
Quellen:
Gutachten der AfD: https://www.tagesschau.de/inland/afd-medien-publizieren-verfassungsschutz-gutachten-100.html
Fallzahlen politisch motivierter Straftaten 2024 vom BKA: https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/PMK/PMKZahlen2024/PMKZahlen2024_node.html
---------------------------------------------------------
Und so erreicht Ihr mich:
Homepage: https://www.odonovan.de/veraenderungsstabil
Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Episode des Podcasts
"Veränderungsstabilen". In diesem Podcast schauen wir uns Dinge an, die Organisationen,
Systeme, Führungskräfte, Teams, Menschen drauf haben sollten, um in dieser wilden Welt,
in der wir heutzutage leben, erfolgreich und gesund wirtschaften zu können. Dieser
Episode ist eine Kummerkasten -Frag -den -Holgie -Episode. Es gibt Einsendungen und ich
nehme auch Fragen, die mir so im Coaching unterkommen. Schieb sie durch einen
lustigen ChatGPT, der darauf trainiert ist, daraus so eine Kummerkasten -Anfrage zu
machen, mit ein bisschen Ausschmückungen. Und dann antworte ich darauf. Heute geht es
um ein heißes Thema und ich bin ganz ehrlich sehr gespannt, was mit dieser Episode
passieren wird. Aber ich finde die Frage ist eine wichtige, ich finde die Frage ist
eine relevante und ich finde die Frage sollte nicht tabuisiert werden und jetzt
gucken wir mal wie das abläuft hier. Hier kommt die Frage. Liebe Holge, bevor ich
zu meiner Frage komme, dein Podcast ist so bahnbrechend, dass ich überlege meine
Kinder nach dir zu benennen. Noch nie hat jemand Führung so klar, mutig und
praxisnah beschrieben wie du, jetzt aber zum ersten Teil. Ich leite ein Team mit 20
Leuten. Einer Meine Mitarbeiter fängt an, mit AfD -T -Sinn zu kokettieren im Team
-Meeting. Keine offenen Tiraden, eher kleine Sprüche und Andeutungen, aber genug, dass
die Stimmung kippt. Ich bin unsicher. Soll ich das ignorieren? Soll ich ihn
konfrontieren? Wie gehe ich am besten damit um, ohne das Team noch mehr zu
verunsichern? Gezeichnet? Ratlos zwischen Recht und Pflicht.
So, lieber ratlos. Jetzt Jetzt wird es spannend. Wir haben jetzt verschiedene Ebenen
bei dieser Frage, also erst mal ist hier die Ebene AFD -Tesen, vor allem unter die
Meinungsfreiheit, gehört zu was an den Arbeitsplatz. Wenn wir das geklärt haben, dann
müssen wir überlegen, wie wir damit umgehen. Ich fange mal an. Ihr kennt das
mittlerweile, ich habe als Antworten mir so ein paar Tesen hingelegt. Meter -Tesen in
dem Fall. Abschnitt 1 oder Tese 1. Die AFD -Tesen sind keine Meinung wie jede
andere. Und das ist mir auch wichtig, die Frage ist ja hier nicht, jemand hat
irgendwas politisches gesagt oder jemand fängt hier an seinen CDU -Wahlprogrammen
umzusetzen, sondern wir reden ja von AfD -Thesen. Wir reden von Thesen an der Partei,
die erstens per Gutachten als extremen eingestuft ist, als Gutachten auch vorallem als
verfassungsfeindlich eingestuft ist und die populistisch ist. Ich bin großer Anhänger
des Toleranzparadoxons von Popper, der gesagt hat, man sollte gegen alles tolerant
sein, außer gegen die Intoleranz. Das heißt das, ich glaube es gibt auch Goebbels
oder Göring, hat er so mal gesagt, sich drehen ist total lustig gemacht, wie demlich
die Weimarer Republik war, weil es wäre ja wohl offensichtlich gewesen, dass die
NSDAP dieses System abschaffen wollte. Und das System hat das nicht gesehen und hat
sie einfach gewähren lassen und hat sie machen lassen. Also ich weiß auch nicht, ob
es ein echtes Zitat ist oder ob es in den Mund gelegt wurde, aber es würde halt
passen. Also es geht um genau diese Frage. Wir haben also eine AfD. Ja, da gibt es
bestimmt auch hier irgendwie den George, der früher bei euch auf dem Bolzplatz war
und der da jetzt irgendwie drin rumläuft, warum auch immer, was der für Probleme
hat. Aber das ist halt so ein Fall von, wenn ich den Glas Wasser auf den Tisch
stelle und mache da zwei Tropfen Urin rein, trinkst du das dann? Ne, wobei da ja
tausende von guten Tropfen drin sind in diesem Glas. Also wir haben eine Partei, die
ist gefährlich und wir haben eine Partei, die ist populistisch. Und es ist jetzt so,
wenn wir uns das angucken, ich kann das immer sehr empfehlen, Tilo Baum, gibt es
auf LinkedIn, repost ich immer mal wieder, der beschäftigt sich mit dem Unterschied
zwischen Meinungen, Fakten, Argumenten, Behauptungen und wie man mit diesen Dachen
umgeht. Wir haben auch einen Zweiteiler sogar gemacht, um Weihnachten herum, wir haben
es der Empfehlung. Populismus, egal ob das jetzt die AfD ist oder anderer Populismus,
basiert auf emotionale Vereinfachungen, auf Pseudofakten, auf aus dem Kontext gerissenen
Dingen, auf teilweise ausgedachten Dingen und auf gezielter Verzerrung. Das wissen wir
alle. Diese AfD -Menschen, wenn die in irgendwelchen Diskussionen sind, das hält ja
keinem halbwegs sinnvollen Faktencheckstand. Da werden teilweise Zahlen ausgedacht,
da werden teilweise Zahlen in der Null oder 2 Nullen hinten dran gehängt. Es geht
ja nur um Angst, Schüren, um extreme Behauptungen und dann einfache Lösungen auf
diese extremen Behauptungen. Also Deutschland wird überrannt. Daten und Statistiken
belegen das Gegenteil, aber wer es glauben will, der glaubt es halt. Das heißt, das
erste Thema hier ist hinzugehen zu sagen AfD -Tesen. Bedeutet jetzt nicht, also hat
es jetzt nicht jemand, der vertritt hier CDU -Tesen oder grüne Tesen oder sonst was,
sondern es geht darum, es geht um populistische Tesen. Wir haben keinen richtig gut
funktionierende linken Populismus in Deutschland, aber in Südamerika implodiert da
gerade so ein bisschen was, dass wir ohne jetzt in den Hof als in Theorie zu
gehen. Das wäre auch so was, wo man sagt, naja, es sind halt populistische Thesen
und das erste Problem mit populistischen Thesen, jemand, der sich denen anschließt,
entscheidet sich bewusst gegen Fakten und für ein Weltbild. Um es sehr, sehr deutlich
zu machen, ich bin der Meinung, wenn jemand der AfD glaubt, dann glaubt jemand der
AfD, weil er das will. Nicht, weil die Faktenlage es hergibt. Es ist sehr, sehr
einfach, das zu widerlegen, was da behauptet wird. Aber jemand, der das glauben will,
der wird das glauben. Jetzt sind wir wieder in Führung und in Organisationen und in
Arbeitsplatz. Ich habe also als Führungskraft einen Mitarbeiter, der sich entschieden
hat, etwas zu glauben, was sehr, sehr leicht widerlegbar wäre. Der sich entschieden
hat, in eine Ideologie, sich einzukaufen, in eine Ideologie einzusteigen, in ein
Weltbild einzusteigen, das leicht durch Fakten widerlegbar wäre. Ich habe jemanden, der
erst mal von dieser Konsensrealität wie Sachen funktionieren und sich verabschieden.
Das ist ein Problem.
Hey, kurze Durchsage. Wenn euch Veränderungsstabil gefällt, dann nehmt euch doch mal
kurz Zeit und gebt den Podcast eine Bewertung auf dem Streamingdienst, mit dem ihr
gerade hört. Es hilft uns enorm, weil dann noch mehr Menschen im Podcast entdecken
können und so können wir die Community weiter wachsen lassen. Vielen Dank fürs
unterstützen, vielen Dank fürs Zuhören und jetzt geht es weiter mit der Episode. Das
zweite ist, Populismus, kann nicht so von der AfD weggehen oder die Beispiele werden
aber immer AfD sein, Populismus braucht eben die Toleranz von Dissonanzen.
Also ich habe eine kognitive Dissonanz. Die AfD will unsere Werte schützen, angeblich,
stellt sich als etwas sehr konservatives zurück zu, als es gut war und so weiter
da, stellt aber gleichzeitig das Grundgesetz gesetzten fragen. Die AfD will im Grunde
genommen gleichgeschlechtliche Ehe abschaffen, hat eine Vorsitzende, die lässt
beschleppen. Die AfD will irgendwelche Leute jagen, die Deutschland verlassen, die
Vorsitzende sitzt in der Schweiz. Das sind kognitive Dissonanzen, also das sind
logische Widersprüche, wo man hingeht und sagt, hey, wofür steht denn ihr denn jetzt
eigentlich? Also da muss man jetzt noch nicht tiefer einsteigen, so von wegen wir
stehen für den kleinen Mann, aber das ist das Wahlprogramm, das am negativsten für
geringverdienende Haushalte ist. Das sind aber Widersprüche und Populismus braucht eine
Toleranz gegenüber dieser Widersprüche. Das funktioniert über die Ideologie. Aber mein
Problem in meinem Team ist, wie ich wieder bei der Führungskraft ist, ja, ich habe
jetzt jemanden, der ganz offensichtlich in einem gewissen Teil seines Lebens zumindest
Logik ausgeschaltet hat. Und wenn ich jetzt eine IT -Abteilung führe und ich habe da
einen Süßatmen und der soll logisch am Betrieb dieses Server arbeiten, ich sehe aber,
dass der zumindest dosiert, Logik abschalten kann. Wer sagt mir denn eigentlich, dass
der nicht irgendwann hingeht und sagt, ja, ja, ich habe jetzt hier von der Firewall
ganz, ganz viele Meldungen gekriegt, dass jemand angreift und so. Ich glaube aber,
dass unsere Server sicher sind, weil das hat der CEO's. So, ein Süssart, mir will
ich nicht haben. Aber es ist ja dieselbe Denkart, die ich brauche, um Populismus
gutzufinden. Schwierig. Tese 3, und damit gehen wir jetzt wieder zurück an den
Arbeitsplatz, ist extremistische Haltungen sind schlichtweg ein Sicherheitsrisiko.
Natürlich kann ich meine Meinung haben, wenn meinungsfreiheit. Weil wir haben auch
Meinungsfreiheit, das heißt ich darf der Meinung sein, die AfD ist eine gute Idee.
Aber wenn ich diese Meinung bin, wenn ich diese Freiheit ausspiele, dann darf ich
nicht mehr in der Sicherheit von einem Kernreaktor arbeiten, weil ich offensichtlich
Logik ausschalte und weil dieses rechthaberische, also ich will lieber im Recht sein
und Privilegien bekommen, als dass es irgendwie logisch ist. Wenn das Teil meines
Seins ist, wer kann mir denn dann noch bei kritischen, risikorelevanten Sachen trauen?
Ich habe ja einen Fehlberufen, ich will fast behaupten in allen, irgendwo eine
grundlegende Vertraulichkeit. Betriebsgeheimnisse. Wenn jemand hingeht und nimmt es nicht
so genau mit der Logik und nimmt es nicht so genau mit der kognitiven Dissonanz und
dann kommt jemand aus seiner populistischen Partei und sagt, hier kannst du uns nicht
mal irgendwie hier sagen, was ihr geplant habt, mit wem arbeiteten die eigentlich
zusammen. Wir wollen mal gucken, zeig doch mal bitte hier irgendwelche Lock -Dateien,
wie schon wieder in der IT, aber zeig mir mal Lock -Dateien, mit wem da
zusammengearbeitet. Wie kann ich mich dann darauf verlassen, dass diese Person diese
Vertraulichkeit schützt, obwohl die Ideologie und die populistische Partei was anderes
sagen? Wie kann ich denn sicher sein, dass die Kundenkontakte und so weiter noch
geheim gehalten werden? Und das letzte ist natürlich, ich habe ja auch einen Ruf.
Ich habe ja eine Reputation mit meiner Firma, oder jeder Risikomanager wird zeigen,
Unternehmen haben eine Reputationsrisiko, wie wir da stehen. Ich habe eine Marke am
Markt und wenn diese Marke auf einmal dadurch beschmutzt wird, oder dadurch in den
Dreck gezogen wird, das rauskommt, dass da Mitarbeitende, ja weiß ich nicht, AfD
-Sympathisanten, ich glaube, das reicht nicht. Wahrscheinlich hat jede Firma, bei den
Werten, den Werten, die haben halt jetzt größere Unternehmen, hat da Sympathisanten
und Wähler und sonst was. Aber wenn jetzt auf einmal ich hingehe und muss es mal
durchdenken und sagen, warte mal kurz, also ihr habt jetzt hier in eurer
Personalabteilung jemanden, der offen diese Partei unterstützt.
Ja, ja, das ist ja kein Rassist, aber das ist ja eine Partei, in der Rassisten
sind. Also weiß ich nicht, ob ich das als Teil meiner Rekrutinmarke haben will. Das
ist schwierig. Also wenn ich diese radikalen Ideologien dulde als Unternehmen. Und als
Führungskraft bin ich vertrete, der ist Unternehmens. Muss ich mir diese Fragen
stellen. Möchte ich das, das nach außen kommt? Und ich kann immer wieder daran
erinnern. Als Führungskraft bin ich Kulturstifter. Die Dinge, die ich akzeptiere oder
toleriere, das sind Dinge, die ich in meiner Kultur als Wert dann irgendwann haben
werde. Also wenn da jemand für die AfD steht und offene in irgendwelchen Team
-Meetings Dinge propagiert, die von sich geben, muss ich erstmal, wie gesagt, man dann
mal nach überlegen, wie verlässlich ist diese Person denn noch? Weil ist ja
offensichtlich sehr offen für kognitive Dessonanzen. Ich muss aber auch fragen, ist
das okay? Will ich hier ein System haben, das als Wert hat? Du kannst hier
populistische, extremistische, teilweise gewaltnahe Dinge von dir geben und das wird
toleriert. Also wir sind ein Ort, an dem sowas toleriert wird. Ist das cool? Wollen
wir sowas sein? Das ist schwierig, weil Populismus dreht sich um Gewalt. Also das
ist keine Meinung, das ist ein empirisches Muster. Populistische Ideologien, wenn die
normalisiert werden, dann steigt die Gewalt gegen die Gegner dieses Populismus. Das
sind meistens Minderheiten, so funktioniert Populismus nämlich. Ich nehme Probleme, die
ein großer Teil der Wählerschaft hat und ich gehe hin und finde einen Schwarzen
Peter, finde einen Schuldigen und sage, die sind Schuld. Juden, die nicht Engländer,
die Fahrradfahrer, Warum? So funktioniert es halt. Und dann gebe ich den die Schuld
und dann steigt Gewalt. Das ist im Kern von Populismus. Und ich muss mit der AfD
zu Tonismen einfach das Geschäftsmodell, was sie sich gewählt haben, um an die Macht
zu kommen. Das heißt also, wer diese Populistischen alle verbreitet, der verbreitet
auch diese, zumindest indirekt, dieses Gewaltproblem. So, ich bin als Führungskraft
also Kulturstifter. Ich bin auch eine Schutzinstanz. Ich muss Menschen vor Dingen
schützen. Ich muss meine Organisation aber auch vor Bedrohung schützen. Und ich hoffe,
ich habe hergeleitet, warum populistische Ideologien bedrohlich sind. Die sind
bedrohlich für Menschen, die sind bedrohlich für meine Organisation, die sind
bedrohlich für meine Sicherheit, wenn ich da einen Extremisten, der dosiert sein
Gehirn ausschalten kann, an einem wichtigen Punkt habe und dann kommt einer von
seiner Ideologie und sagt, hier schalt mal dein Gehirn aus und gib mir mal Zugang
zu vertraulichen Daten, dann habe ich ein Problem. Das sind alles meine
Antwortlichkeiten als Führungskraft. Was kann ich jetzt tun, um die wahrzunehmen? Ich
glaube nicht, dass es eine eindeutige Antwort darauf gibt, aber ich habe mal ein
bisschen was gesammelt. Erstens würde ich persönlich klarstellen, solange ich im Raum
bin - und das hat nichts damit zu tun, weil ich Führungskraft bin noch nicht
- solange ich im Raum bin, werden Thesen von der AfD, von populistischen Thesen, was
auch immer, nicht unwidersprochen im Raum stehen. Immer wenn ich im Raum bin und du
gibst sowas von dir, musst du damit rechnen, dass du Gegenwind von mir kriegst. Wie
dieser Gegenwind aussieht, das hat viel mit der Situation zu tun. Ich würde im
Zweifelsfall immer erstmal versuchen, klarzustellen, damit allen, die da auch beteiligt
sind, klarzustellen, dass es nicht Fakten basiert ist, dass es ausgedachte Dinge sind.
Da muss man aber gucken, weil das Problem an Populisten ist, dass sie mitunter sehr
kunstvoll darin sind, ihre populistischen Thesen, rabulistisch, wie man so schön sagt,
also eloquent und auf diskursiven Sieg ausgerichtet darzustellen, da muss man gucken,
ob man sich in diesen Tanz begibt oder nicht. Manchmal sehr leicht zu gewinnen,
manchmal auch nicht. Aber der Punkt ist, es muss immer stressig sein. Es kann nicht
mit Stille und mit Duldung, das wird nicht passieren. Wenn jemand das vertritt, dann
werde ich dagegen. Das Zweite ist, es muss 1 zu 1 Gespräche geben mit jemandem, der
das tut. Und da wird ruhig und sachlich, aber eben auch unmissverständlich und
verbindlich klar gemacht. Ich höre das, das ähnelt Das ähnelt AfD -Positionen, egal
wie die Partei heißt, aber das sind populistische und antidemokratische Positionen. Und
das ist hier nicht okay. Wo ich bin in einem Team, auf das ich Einfluss habe, in
einem Team für das ich auch so ein bisschen den Schutzauftrag habe, wird das nicht
laufen. Wir pflegen eine demokratische, eine menschenwürdige, eine respektvolle
Gesprächskultur, wo wir keine Minderheiten herabsetzen. Und wir pflegen eine
Gesprächskultur, in der Logik funktioniert und in der wir nicht dosiert, kognitive
Dessonanzen halten und irgendwelche ausgedachten Sachen. Ja, das ist halt meine
Meinung, so funktioniert das nicht. Wir haben hier einen Logik -Herleitung ist die
Basis dessen, was wir hier tun. Deswegen bitte ich dich auf solche Äußerungen zu
verzichten, dass du privat machst, ist dein Thema. Hier gehört das nicht hin, im
Unternehmen hat das keinen Platz. Wenn sich das wiederholt, wenn es da trotz gibt
oder wenn das weitergeht, dann muss man das eskalieren, wie man Personalthemen
eskaliert. Dokumentieren, Personalabteilung mit einem Beziehen, abmahnen, trennen. Und es
geht nicht darum, dass ich hier sage, schmeißt alle AfD -Sympathisanten raus, wie
gesagt, es geht nicht bei den aktuellen Wahlzahlen. Und das wäre tatsächlich auch
eine Einschränkung der Meinungsfreiheit, die ich persönlich nicht vertreten würde. Es
geht nicht darum hinzugehen und zu sagen, ich habe rausgefunden, der die der gewählt
schmeißt den raus und wir fangen an den zu tritzen. Sondern es geht darum, dass
jemand am Arbeitsplatz etwas tut, was dort nicht hingehört. Wie jemand tut etwas am
Arbeitsplatz, was die Teamkultur vergiftet, was Werte transportiert, die nicht in meine
Teamwerte passen und was Verhalten zumindest ankündigt, das schädlich sein könnte fürs
Team oder für die gesamte Organisation. Und wenn diese Sachen sind, egal was die
Basis ist, Das könnte auch jemand sein, der offen über sein Heroinkonsum redet und
andere da reinholen will. Was fällt mir noch ein? Das könnte sein, dass einer der
Mitarbeitenden, wenn ich jetzt wieder in meinem IT -Beispiel bin, erzählt, dass er
gerne mal irgendwo im Darknet unterwegs ist und illegale Sachen aufkauft, irgendwie
Passwordsafes aufkauft oder so. Dann müsste ich ja ganz genau so hängen, weil es ist
dieselben Argumente zählen. Also es wird etwas getan, was Unsicherheit stiftet,
was mein Unternehmen schlichtweg bedroht und er zeigt eine Verhaltensweise. Wenn auch
an anderer Stelle sagt, nur, Unzuverlässigkeit ist doch cool, so lange ich mir den
Druck setzen kann oder wenn er sagt, naja, also ob das jetzt geklaute Passwörter
sind, das ist doch total witzig. Das ist ja genau so eine Denkweise, die da an den
Tag gelegt wird, dass ich da drauf gucken muss und muss sagen, wenn er das überall
macht, dann kann ich hier ein Risiko für mein Team und für mein Unternehmen. Also,
Handlungsoptionen kompakt. Erstens, nicht ignorieren. Kokettieren ist testen. Wenn
jemand, nur die Frage war ja, da kokettiert jemand mit AfD -Thesen, der testet an,
ob es fliegt. Und die Antwort als Führungskraft muss sein, oder fliegt nicht. Gibt
keinen Populismus hier, gibt keinen Gehirn ausschalten hier, gibt keinen Logik
ausschalten hier. Es wird ein Rahmen gesetzt, es wird auch nicht diskutiert, ob das
stimmt oder ob das nicht stimmt. Ich muss dann auch die Autorität nehmen, in dem
Fall als Führungskraft und sagen, wo mein Team ist, wird sowas nicht diskutiert. Ja,
aber das Ja, aber das ist ein ganz toller Argument, aber die können ja nicht hin.
Drittens Verantwortung ernst nehmen, der Schutz des Unternehmens und des Teams vor
Radikalisierung und der Schutz vor der Menschen, die im Zweifelsfall das Feindbild von
diesen radikalen Populisten ist. Dieser Schutz ist meine Aufgabe als Führungskraft.
Viertens, die Teamkultur zu schützen, ist auch meine Aufgabe. Nicht nur, kann ich
nicht alleine hin, aber ist eine große Aufgabe als Führungskraft. Also, ich muss mich
klar positionieren, ohne in Diskussionen zu gehen. Diese Art von politischen Debatten,
die fliegt hier nicht und fünftens sichtbar Schutz geben. Für alle, die durch diese
Positionen verunsichert werden und die sich nicht wissen, ist das jetzt okay. Wie
läuft es hier einfach sagen, hier ist kein Ort. So, und das war's. Das ist eine
heiße Folge. Ich bin gespannt, was passiert. Ich bin gespannt, wie viele, ganz
ehrlich, wenn ihr jetzt hier drunter irgendwo schreiben wollt und mit irgendwelchen
Argumenten und warum die AfD doch nicht so schlimm ist, interessiert mich alles
nicht. Sicherlich gibt es irgendwo irgendwelche Thesen innerhalb des AfD -Programms, die
für sich genommen funktionieren. Cool, dann nehmt diese Thesen und bringt euch bei
demokratischen normalen Parteien bei euch vor Ort ein und nehmt nicht diese Partei,
die unzählige Male durch irgendwelche Umsturz -Fantasien aufgefallen ist, die Menschen
im Bundestag hat, die straffällig sind, bei denen nachgewiesen, wo es irgendwelche
Mordfantasien haben, die abgrundtief ekelhafte Weltbilder transportieren.
Und wenn ihr dann kommt, dann komme ich bei euch vorbei und dann bringe ich euch
300 Milliliter Wasser mit drei Tropfen Urin drin. Dann gucke ich euch zu, wie wir
es trinken. Also bitte nicht solche Diskussionen mir hier ranbringen. Hätten wir eine
sinnvolle linke populistische Partei, die irgendwelche Gewaltfantasien hat und kommt mir
jetzt nicht damit, dass es bei den Linken da fünf Studenten gibt die irgendwie
Menschen enteignen wollen oder BMWs anzünden. Also Gewalt gegen Autos und Gewalt gegen
Menschen ist immer noch nicht vergleichbar, egal wie oft ich es erzähle. Guckt euch
die Statistiken an. Die Gefahr kommt von woanders. Keine Hufeisentheorie, kein "Aber
da sind gute Leute" drin. Das ist ein demokratieffeindlicher Verein. Das ist nicht
meine Meinung. Also, wir sind eine der zivilisiertesten Gesellschaften der Welt und
wir haben Organe mit 25 Safety -Checks. Deren Job ist es herauszufinden,
ob diese Dinge gefährlich sind für unsere demokratische Grundordnung, weil es auch
wenige Gesellschaften auf der Welt gibt, die so viel Erfahrung damit haben, die
gesellschaftliche Grundordnung zu verlieren und durch einen totalitären Staat zu
ersetzen, der als populistische Bewegung angefangen hat. Wir wissen, wie das läuft.
Das ist alles nicht neu, weil wir kennen das halt. Niemand ist so kompetent oder
wenige sind so kompetent darin, wie Deutsche Faschisten zu erkennen. Und wenn wir sie
erkannt haben, dann, sie haben uns auch oft genug gezeigt, wie sie sind. Und wenn
euch jemand zeigt, wie er ist, dann glaubt ihm doch einfach. Also bitte keine AfD
-Diskussionen hier unten drunter. Wir können gerne darüber diskutieren, wie man damit
umgeht und was man damit macht und ob es da noch bessere Ideen dazu gibt. Das ist
das Beste, was ich als Antwort auf diese Frage habe. Was tue ich, wenn meine
Mitarbeiter mit AfD -Thesen kokettieren am Arbeitsplatz. Und das war eine brandheiße
Folge des Podcasts "Vernungstabil". Vielen Dank fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal.