Artwork for podcast Veränderungsstabil
Ep. 112: Was, wenn die AfD im Meeting auftaucht?
Episode 1128th December 2025 • Veränderungsstabil • Holger Heinze
00:00:00 00:18:51

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Shownotes

In dieser Kummerkasten-Folge wird’s heiß. Ich spreche über eine Frage, die mir im Coaching und in Führungsrunden immer häufiger begegnet: Was mache ich, wenn jemand in meinem Team anfängt, mit AfD-Thesen zu kokettieren?

Ich erzähle, warum das nicht einfach „eine Meinung wie jede andere“ ist, sondern ein echtes Risiko für Teamkultur, Vertrauen und Sicherheit. Und ich erkläre, warum Populismus am Arbeitsplatz nie neutral bleibt, er testet Grenzen, verunsichert Menschen und sendet ein Signal, das jede Führungskraft ernst nehmen muss.

Ich spreche darüber, was Popper mit dem Toleranzparadoxon meint, warum extremistische Positionen nicht mit Meinungsfreiheit verwechselt werden dürfen und welche Verantwortung wir als Führungskräfte haben: Schutz geben, Haltung zeigen, Kultur sichern.

Dann geht’s um die Praxis: Wie reagiere ich im Moment selbst? Wie spreche ich das im 1:1 an? Was bedeutet es für die Teamnormen? Und warum ist Wegschauen keine Option, wenn Menschen oder Organisationen Schaden nehmen könnten?

Am Ende bleibt eine klare Botschaft: Kokettieren ist ein Test. Führung bedeutet, darauf zu antworten.

Viel Spaß beim Zuhören!

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Quellen:

Gutachten der AfD: https://www.tagesschau.de/inland/afd-medien-publizieren-verfassungsschutz-gutachten-100.html

Fallzahlen politisch motivierter Straftaten 2024 vom BKA: https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/PMK/PMKZahlen2024/PMKZahlen2024_node.html

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Buch: https://shop.haufe.de/prod/dramafreie-arbeitswelt

Transcripts

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Episode des Podcasts

"Veränderungsstabilen". In diesem Podcast schauen wir uns Dinge an, die Organisationen,

Systeme, Führungskräfte, Teams, Menschen drauf haben sollten, um in dieser wilden Welt,

in der wir heutzutage leben, erfolgreich und gesund wirtschaften zu können. Dieser

Episode ist eine Kummerkasten -Frag -den -Holgie -Episode. Es gibt Einsendungen und ich

nehme auch Fragen, die mir so im Coaching unterkommen. Schieb sie durch einen

lustigen ChatGPT, der darauf trainiert ist, daraus so eine Kummerkasten -Anfrage zu

machen, mit ein bisschen Ausschmückungen. Und dann antworte ich darauf. Heute geht es

um ein heißes Thema und ich bin ganz ehrlich sehr gespannt, was mit dieser Episode

passieren wird. Aber ich finde die Frage ist eine wichtige, ich finde die Frage ist

eine relevante und ich finde die Frage sollte nicht tabuisiert werden und jetzt

gucken wir mal wie das abläuft hier. Hier kommt die Frage. Liebe Holge, bevor ich

zu meiner Frage komme, dein Podcast ist so bahnbrechend, dass ich überlege meine

Kinder nach dir zu benennen. Noch nie hat jemand Führung so klar, mutig und

praxisnah beschrieben wie du, jetzt aber zum ersten Teil. Ich leite ein Team mit 20

Leuten. Einer Meine Mitarbeiter fängt an, mit AfD -T -Sinn zu kokettieren im Team

-Meeting. Keine offenen Tiraden, eher kleine Sprüche und Andeutungen, aber genug, dass

die Stimmung kippt. Ich bin unsicher. Soll ich das ignorieren? Soll ich ihn

konfrontieren? Wie gehe ich am besten damit um, ohne das Team noch mehr zu

verunsichern? Gezeichnet? Ratlos zwischen Recht und Pflicht.

So, lieber ratlos. Jetzt Jetzt wird es spannend. Wir haben jetzt verschiedene Ebenen

bei dieser Frage, also erst mal ist hier die Ebene AFD -Tesen, vor allem unter die

Meinungsfreiheit, gehört zu was an den Arbeitsplatz. Wenn wir das geklärt haben, dann

müssen wir überlegen, wie wir damit umgehen. Ich fange mal an. Ihr kennt das

mittlerweile, ich habe als Antworten mir so ein paar Tesen hingelegt. Meter -Tesen in

dem Fall. Abschnitt 1 oder Tese 1. Die AFD -Tesen sind keine Meinung wie jede

andere. Und das ist mir auch wichtig, die Frage ist ja hier nicht, jemand hat

irgendwas politisches gesagt oder jemand fängt hier an seinen CDU -Wahlprogrammen

umzusetzen, sondern wir reden ja von AfD -Thesen. Wir reden von Thesen an der Partei,

die erstens per Gutachten als extremen eingestuft ist, als Gutachten auch vorallem als

verfassungsfeindlich eingestuft ist und die populistisch ist. Ich bin großer Anhänger

des Toleranzparadoxons von Popper, der gesagt hat, man sollte gegen alles tolerant

sein, außer gegen die Intoleranz. Das heißt das, ich glaube es gibt auch Goebbels

oder Göring, hat er so mal gesagt, sich drehen ist total lustig gemacht, wie demlich

die Weimarer Republik war, weil es wäre ja wohl offensichtlich gewesen, dass die

NSDAP dieses System abschaffen wollte. Und das System hat das nicht gesehen und hat

sie einfach gewähren lassen und hat sie machen lassen. Also ich weiß auch nicht, ob

es ein echtes Zitat ist oder ob es in den Mund gelegt wurde, aber es würde halt

passen. Also es geht um genau diese Frage. Wir haben also eine AfD. Ja, da gibt es

bestimmt auch hier irgendwie den George, der früher bei euch auf dem Bolzplatz war

und der da jetzt irgendwie drin rumläuft, warum auch immer, was der für Probleme

hat. Aber das ist halt so ein Fall von, wenn ich den Glas Wasser auf den Tisch

stelle und mache da zwei Tropfen Urin rein, trinkst du das dann? Ne, wobei da ja

tausende von guten Tropfen drin sind in diesem Glas. Also wir haben eine Partei, die

ist gefährlich und wir haben eine Partei, die ist populistisch. Und es ist jetzt so,

wenn wir uns das angucken, ich kann das immer sehr empfehlen, Tilo Baum, gibt es

auf LinkedIn, repost ich immer mal wieder, der beschäftigt sich mit dem Unterschied

zwischen Meinungen, Fakten, Argumenten, Behauptungen und wie man mit diesen Dachen

umgeht. Wir haben auch einen Zweiteiler sogar gemacht, um Weihnachten herum, wir haben

es der Empfehlung. Populismus, egal ob das jetzt die AfD ist oder anderer Populismus,

basiert auf emotionale Vereinfachungen, auf Pseudofakten, auf aus dem Kontext gerissenen

Dingen, auf teilweise ausgedachten Dingen und auf gezielter Verzerrung. Das wissen wir

alle. Diese AfD -Menschen, wenn die in irgendwelchen Diskussionen sind, das hält ja

keinem halbwegs sinnvollen Faktencheckstand. Da werden teilweise Zahlen ausgedacht,

da werden teilweise Zahlen in der Null oder 2 Nullen hinten dran gehängt. Es geht

ja nur um Angst, Schüren, um extreme Behauptungen und dann einfache Lösungen auf

diese extremen Behauptungen. Also Deutschland wird überrannt. Daten und Statistiken

belegen das Gegenteil, aber wer es glauben will, der glaubt es halt. Das heißt, das

erste Thema hier ist hinzugehen zu sagen AfD -Tesen. Bedeutet jetzt nicht, also hat

es jetzt nicht jemand, der vertritt hier CDU -Tesen oder grüne Tesen oder sonst was,

sondern es geht darum, es geht um populistische Tesen. Wir haben keinen richtig gut

funktionierende linken Populismus in Deutschland, aber in Südamerika implodiert da

gerade so ein bisschen was, dass wir ohne jetzt in den Hof als in Theorie zu

gehen. Das wäre auch so was, wo man sagt, naja, es sind halt populistische Thesen

und das erste Problem mit populistischen Thesen, jemand, der sich denen anschließt,

entscheidet sich bewusst gegen Fakten und für ein Weltbild. Um es sehr, sehr deutlich

zu machen, ich bin der Meinung, wenn jemand der AfD glaubt, dann glaubt jemand der

AfD, weil er das will. Nicht, weil die Faktenlage es hergibt. Es ist sehr, sehr

einfach, das zu widerlegen, was da behauptet wird. Aber jemand, der das glauben will,

der wird das glauben. Jetzt sind wir wieder in Führung und in Organisationen und in

Arbeitsplatz. Ich habe also als Führungskraft einen Mitarbeiter, der sich entschieden

hat, etwas zu glauben, was sehr, sehr leicht widerlegbar wäre. Der sich entschieden

hat, in eine Ideologie, sich einzukaufen, in eine Ideologie einzusteigen, in ein

Weltbild einzusteigen, das leicht durch Fakten widerlegbar wäre. Ich habe jemanden, der

erst mal von dieser Konsensrealität wie Sachen funktionieren und sich verabschieden.

Das ist ein Problem.

Hey, kurze Durchsage. Wenn euch Veränderungsstabil gefällt, dann nehmt euch doch mal

kurz Zeit und gebt den Podcast eine Bewertung auf dem Streamingdienst, mit dem ihr

gerade hört. Es hilft uns enorm, weil dann noch mehr Menschen im Podcast entdecken

können und so können wir die Community weiter wachsen lassen. Vielen Dank fürs

unterstützen, vielen Dank fürs Zuhören und jetzt geht es weiter mit der Episode. Das

zweite ist, Populismus, kann nicht so von der AfD weggehen oder die Beispiele werden

aber immer AfD sein, Populismus braucht eben die Toleranz von Dissonanzen.

Also ich habe eine kognitive Dissonanz. Die AfD will unsere Werte schützen, angeblich,

stellt sich als etwas sehr konservatives zurück zu, als es gut war und so weiter

da, stellt aber gleichzeitig das Grundgesetz gesetzten fragen. Die AfD will im Grunde

genommen gleichgeschlechtliche Ehe abschaffen, hat eine Vorsitzende, die lässt

beschleppen. Die AfD will irgendwelche Leute jagen, die Deutschland verlassen, die

Vorsitzende sitzt in der Schweiz. Das sind kognitive Dissonanzen, also das sind

logische Widersprüche, wo man hingeht und sagt, hey, wofür steht denn ihr denn jetzt

eigentlich? Also da muss man jetzt noch nicht tiefer einsteigen, so von wegen wir

stehen für den kleinen Mann, aber das ist das Wahlprogramm, das am negativsten für

geringverdienende Haushalte ist. Das sind aber Widersprüche und Populismus braucht eine

Toleranz gegenüber dieser Widersprüche. Das funktioniert über die Ideologie. Aber mein

Problem in meinem Team ist, wie ich wieder bei der Führungskraft ist, ja, ich habe

jetzt jemanden, der ganz offensichtlich in einem gewissen Teil seines Lebens zumindest

Logik ausgeschaltet hat. Und wenn ich jetzt eine IT -Abteilung führe und ich habe da

einen Süßatmen und der soll logisch am Betrieb dieses Server arbeiten, ich sehe aber,

dass der zumindest dosiert, Logik abschalten kann. Wer sagt mir denn eigentlich, dass

der nicht irgendwann hingeht und sagt, ja, ja, ich habe jetzt hier von der Firewall

ganz, ganz viele Meldungen gekriegt, dass jemand angreift und so. Ich glaube aber,

dass unsere Server sicher sind, weil das hat der CEO's. So, ein Süssart, mir will

ich nicht haben. Aber es ist ja dieselbe Denkart, die ich brauche, um Populismus

gutzufinden. Schwierig. Tese 3, und damit gehen wir jetzt wieder zurück an den

Arbeitsplatz, ist extremistische Haltungen sind schlichtweg ein Sicherheitsrisiko.

Natürlich kann ich meine Meinung haben, wenn meinungsfreiheit. Weil wir haben auch

Meinungsfreiheit, das heißt ich darf der Meinung sein, die AfD ist eine gute Idee.

Aber wenn ich diese Meinung bin, wenn ich diese Freiheit ausspiele, dann darf ich

nicht mehr in der Sicherheit von einem Kernreaktor arbeiten, weil ich offensichtlich

Logik ausschalte und weil dieses rechthaberische, also ich will lieber im Recht sein

und Privilegien bekommen, als dass es irgendwie logisch ist. Wenn das Teil meines

Seins ist, wer kann mir denn dann noch bei kritischen, risikorelevanten Sachen trauen?

Ich habe ja einen Fehlberufen, ich will fast behaupten in allen, irgendwo eine

grundlegende Vertraulichkeit. Betriebsgeheimnisse. Wenn jemand hingeht und nimmt es nicht

so genau mit der Logik und nimmt es nicht so genau mit der kognitiven Dissonanz und

dann kommt jemand aus seiner populistischen Partei und sagt, hier kannst du uns nicht

mal irgendwie hier sagen, was ihr geplant habt, mit wem arbeiteten die eigentlich

zusammen. Wir wollen mal gucken, zeig doch mal bitte hier irgendwelche Lock -Dateien,

wie schon wieder in der IT, aber zeig mir mal Lock -Dateien, mit wem da

zusammengearbeitet. Wie kann ich mich dann darauf verlassen, dass diese Person diese

Vertraulichkeit schützt, obwohl die Ideologie und die populistische Partei was anderes

sagen? Wie kann ich denn sicher sein, dass die Kundenkontakte und so weiter noch

geheim gehalten werden? Und das letzte ist natürlich, ich habe ja auch einen Ruf.

Ich habe ja eine Reputation mit meiner Firma, oder jeder Risikomanager wird zeigen,

Unternehmen haben eine Reputationsrisiko, wie wir da stehen. Ich habe eine Marke am

Markt und wenn diese Marke auf einmal dadurch beschmutzt wird, oder dadurch in den

Dreck gezogen wird, das rauskommt, dass da Mitarbeitende, ja weiß ich nicht, AfD

-Sympathisanten, ich glaube, das reicht nicht. Wahrscheinlich hat jede Firma, bei den

Werten, den Werten, die haben halt jetzt größere Unternehmen, hat da Sympathisanten

und Wähler und sonst was. Aber wenn jetzt auf einmal ich hingehe und muss es mal

durchdenken und sagen, warte mal kurz, also ihr habt jetzt hier in eurer

Personalabteilung jemanden, der offen diese Partei unterstützt.

Ja, ja, das ist ja kein Rassist, aber das ist ja eine Partei, in der Rassisten

sind. Also weiß ich nicht, ob ich das als Teil meiner Rekrutinmarke haben will. Das

ist schwierig. Also wenn ich diese radikalen Ideologien dulde als Unternehmen. Und als

Führungskraft bin ich vertrete, der ist Unternehmens. Muss ich mir diese Fragen

stellen. Möchte ich das, das nach außen kommt? Und ich kann immer wieder daran

erinnern. Als Führungskraft bin ich Kulturstifter. Die Dinge, die ich akzeptiere oder

toleriere, das sind Dinge, die ich in meiner Kultur als Wert dann irgendwann haben

werde. Also wenn da jemand für die AfD steht und offene in irgendwelchen Team

-Meetings Dinge propagiert, die von sich geben, muss ich erstmal, wie gesagt, man dann

mal nach überlegen, wie verlässlich ist diese Person denn noch? Weil ist ja

offensichtlich sehr offen für kognitive Dessonanzen. Ich muss aber auch fragen, ist

das okay? Will ich hier ein System haben, das als Wert hat? Du kannst hier

populistische, extremistische, teilweise gewaltnahe Dinge von dir geben und das wird

toleriert. Also wir sind ein Ort, an dem sowas toleriert wird. Ist das cool? Wollen

wir sowas sein? Das ist schwierig, weil Populismus dreht sich um Gewalt. Also das

ist keine Meinung, das ist ein empirisches Muster. Populistische Ideologien, wenn die

normalisiert werden, dann steigt die Gewalt gegen die Gegner dieses Populismus. Das

sind meistens Minderheiten, so funktioniert Populismus nämlich. Ich nehme Probleme, die

ein großer Teil der Wählerschaft hat und ich gehe hin und finde einen Schwarzen

Peter, finde einen Schuldigen und sage, die sind Schuld. Juden, die nicht Engländer,

die Fahrradfahrer, Warum? So funktioniert es halt. Und dann gebe ich den die Schuld

und dann steigt Gewalt. Das ist im Kern von Populismus. Und ich muss mit der AfD

zu Tonismen einfach das Geschäftsmodell, was sie sich gewählt haben, um an die Macht

zu kommen. Das heißt also, wer diese Populistischen alle verbreitet, der verbreitet

auch diese, zumindest indirekt, dieses Gewaltproblem. So, ich bin als Führungskraft

also Kulturstifter. Ich bin auch eine Schutzinstanz. Ich muss Menschen vor Dingen

schützen. Ich muss meine Organisation aber auch vor Bedrohung schützen. Und ich hoffe,

ich habe hergeleitet, warum populistische Ideologien bedrohlich sind. Die sind

bedrohlich für Menschen, die sind bedrohlich für meine Organisation, die sind

bedrohlich für meine Sicherheit, wenn ich da einen Extremisten, der dosiert sein

Gehirn ausschalten kann, an einem wichtigen Punkt habe und dann kommt einer von

seiner Ideologie und sagt, hier schalt mal dein Gehirn aus und gib mir mal Zugang

zu vertraulichen Daten, dann habe ich ein Problem. Das sind alles meine

Antwortlichkeiten als Führungskraft. Was kann ich jetzt tun, um die wahrzunehmen? Ich

glaube nicht, dass es eine eindeutige Antwort darauf gibt, aber ich habe mal ein

bisschen was gesammelt. Erstens würde ich persönlich klarstellen, solange ich im Raum

bin - und das hat nichts damit zu tun, weil ich Führungskraft bin noch nicht

- solange ich im Raum bin, werden Thesen von der AfD, von populistischen Thesen, was

auch immer, nicht unwidersprochen im Raum stehen. Immer wenn ich im Raum bin und du

gibst sowas von dir, musst du damit rechnen, dass du Gegenwind von mir kriegst. Wie

dieser Gegenwind aussieht, das hat viel mit der Situation zu tun. Ich würde im

Zweifelsfall immer erstmal versuchen, klarzustellen, damit allen, die da auch beteiligt

sind, klarzustellen, dass es nicht Fakten basiert ist, dass es ausgedachte Dinge sind.

Da muss man aber gucken, weil das Problem an Populisten ist, dass sie mitunter sehr

kunstvoll darin sind, ihre populistischen Thesen, rabulistisch, wie man so schön sagt,

also eloquent und auf diskursiven Sieg ausgerichtet darzustellen, da muss man gucken,

ob man sich in diesen Tanz begibt oder nicht. Manchmal sehr leicht zu gewinnen,

manchmal auch nicht. Aber der Punkt ist, es muss immer stressig sein. Es kann nicht

mit Stille und mit Duldung, das wird nicht passieren. Wenn jemand das vertritt, dann

werde ich dagegen. Das Zweite ist, es muss 1 zu 1 Gespräche geben mit jemandem, der

das tut. Und da wird ruhig und sachlich, aber eben auch unmissverständlich und

verbindlich klar gemacht. Ich höre das, das ähnelt Das ähnelt AfD -Positionen, egal

wie die Partei heißt, aber das sind populistische und antidemokratische Positionen. Und

das ist hier nicht okay. Wo ich bin in einem Team, auf das ich Einfluss habe, in

einem Team für das ich auch so ein bisschen den Schutzauftrag habe, wird das nicht

laufen. Wir pflegen eine demokratische, eine menschenwürdige, eine respektvolle

Gesprächskultur, wo wir keine Minderheiten herabsetzen. Und wir pflegen eine

Gesprächskultur, in der Logik funktioniert und in der wir nicht dosiert, kognitive

Dessonanzen halten und irgendwelche ausgedachten Sachen. Ja, das ist halt meine

Meinung, so funktioniert das nicht. Wir haben hier einen Logik -Herleitung ist die

Basis dessen, was wir hier tun. Deswegen bitte ich dich auf solche Äußerungen zu

verzichten, dass du privat machst, ist dein Thema. Hier gehört das nicht hin, im

Unternehmen hat das keinen Platz. Wenn sich das wiederholt, wenn es da trotz gibt

oder wenn das weitergeht, dann muss man das eskalieren, wie man Personalthemen

eskaliert. Dokumentieren, Personalabteilung mit einem Beziehen, abmahnen, trennen. Und es

geht nicht darum, dass ich hier sage, schmeißt alle AfD -Sympathisanten raus, wie

gesagt, es geht nicht bei den aktuellen Wahlzahlen. Und das wäre tatsächlich auch

eine Einschränkung der Meinungsfreiheit, die ich persönlich nicht vertreten würde. Es

geht nicht darum hinzugehen und zu sagen, ich habe rausgefunden, der die der gewählt

schmeißt den raus und wir fangen an den zu tritzen. Sondern es geht darum, dass

jemand am Arbeitsplatz etwas tut, was dort nicht hingehört. Wie jemand tut etwas am

Arbeitsplatz, was die Teamkultur vergiftet, was Werte transportiert, die nicht in meine

Teamwerte passen und was Verhalten zumindest ankündigt, das schädlich sein könnte fürs

Team oder für die gesamte Organisation. Und wenn diese Sachen sind, egal was die

Basis ist, Das könnte auch jemand sein, der offen über sein Heroinkonsum redet und

andere da reinholen will. Was fällt mir noch ein? Das könnte sein, dass einer der

Mitarbeitenden, wenn ich jetzt wieder in meinem IT -Beispiel bin, erzählt, dass er

gerne mal irgendwo im Darknet unterwegs ist und illegale Sachen aufkauft, irgendwie

Passwordsafes aufkauft oder so. Dann müsste ich ja ganz genau so hängen, weil es ist

dieselben Argumente zählen. Also es wird etwas getan, was Unsicherheit stiftet,

was mein Unternehmen schlichtweg bedroht und er zeigt eine Verhaltensweise. Wenn auch

an anderer Stelle sagt, nur, Unzuverlässigkeit ist doch cool, so lange ich mir den

Druck setzen kann oder wenn er sagt, naja, also ob das jetzt geklaute Passwörter

sind, das ist doch total witzig. Das ist ja genau so eine Denkweise, die da an den

Tag gelegt wird, dass ich da drauf gucken muss und muss sagen, wenn er das überall

macht, dann kann ich hier ein Risiko für mein Team und für mein Unternehmen. Also,

Handlungsoptionen kompakt. Erstens, nicht ignorieren. Kokettieren ist testen. Wenn

jemand, nur die Frage war ja, da kokettiert jemand mit AfD -Thesen, der testet an,

ob es fliegt. Und die Antwort als Führungskraft muss sein, oder fliegt nicht. Gibt

keinen Populismus hier, gibt keinen Gehirn ausschalten hier, gibt keinen Logik

ausschalten hier. Es wird ein Rahmen gesetzt, es wird auch nicht diskutiert, ob das

stimmt oder ob das nicht stimmt. Ich muss dann auch die Autorität nehmen, in dem

Fall als Führungskraft und sagen, wo mein Team ist, wird sowas nicht diskutiert. Ja,

aber das Ja, aber das ist ein ganz toller Argument, aber die können ja nicht hin.

Drittens Verantwortung ernst nehmen, der Schutz des Unternehmens und des Teams vor

Radikalisierung und der Schutz vor der Menschen, die im Zweifelsfall das Feindbild von

diesen radikalen Populisten ist. Dieser Schutz ist meine Aufgabe als Führungskraft.

Viertens, die Teamkultur zu schützen, ist auch meine Aufgabe. Nicht nur, kann ich

nicht alleine hin, aber ist eine große Aufgabe als Führungskraft. Also, ich muss mich

klar positionieren, ohne in Diskussionen zu gehen. Diese Art von politischen Debatten,

die fliegt hier nicht und fünftens sichtbar Schutz geben. Für alle, die durch diese

Positionen verunsichert werden und die sich nicht wissen, ist das jetzt okay. Wie

läuft es hier einfach sagen, hier ist kein Ort. So, und das war's. Das ist eine

heiße Folge. Ich bin gespannt, was passiert. Ich bin gespannt, wie viele, ganz

ehrlich, wenn ihr jetzt hier drunter irgendwo schreiben wollt und mit irgendwelchen

Argumenten und warum die AfD doch nicht so schlimm ist, interessiert mich alles

nicht. Sicherlich gibt es irgendwo irgendwelche Thesen innerhalb des AfD -Programms, die

für sich genommen funktionieren. Cool, dann nehmt diese Thesen und bringt euch bei

demokratischen normalen Parteien bei euch vor Ort ein und nehmt nicht diese Partei,

die unzählige Male durch irgendwelche Umsturz -Fantasien aufgefallen ist, die Menschen

im Bundestag hat, die straffällig sind, bei denen nachgewiesen, wo es irgendwelche

Mordfantasien haben, die abgrundtief ekelhafte Weltbilder transportieren.

Und wenn ihr dann kommt, dann komme ich bei euch vorbei und dann bringe ich euch

300 Milliliter Wasser mit drei Tropfen Urin drin. Dann gucke ich euch zu, wie wir

es trinken. Also bitte nicht solche Diskussionen mir hier ranbringen. Hätten wir eine

sinnvolle linke populistische Partei, die irgendwelche Gewaltfantasien hat und kommt mir

jetzt nicht damit, dass es bei den Linken da fünf Studenten gibt die irgendwie

Menschen enteignen wollen oder BMWs anzünden. Also Gewalt gegen Autos und Gewalt gegen

Menschen ist immer noch nicht vergleichbar, egal wie oft ich es erzähle. Guckt euch

die Statistiken an. Die Gefahr kommt von woanders. Keine Hufeisentheorie, kein "Aber

da sind gute Leute" drin. Das ist ein demokratieffeindlicher Verein. Das ist nicht

meine Meinung. Also, wir sind eine der zivilisiertesten Gesellschaften der Welt und

wir haben Organe mit 25 Safety -Checks. Deren Job ist es herauszufinden,

ob diese Dinge gefährlich sind für unsere demokratische Grundordnung, weil es auch

wenige Gesellschaften auf der Welt gibt, die so viel Erfahrung damit haben, die

gesellschaftliche Grundordnung zu verlieren und durch einen totalitären Staat zu

ersetzen, der als populistische Bewegung angefangen hat. Wir wissen, wie das läuft.

Das ist alles nicht neu, weil wir kennen das halt. Niemand ist so kompetent oder

wenige sind so kompetent darin, wie Deutsche Faschisten zu erkennen. Und wenn wir sie

erkannt haben, dann, sie haben uns auch oft genug gezeigt, wie sie sind. Und wenn

euch jemand zeigt, wie er ist, dann glaubt ihm doch einfach. Also bitte keine AfD

-Diskussionen hier unten drunter. Wir können gerne darüber diskutieren, wie man damit

umgeht und was man damit macht und ob es da noch bessere Ideen dazu gibt. Das ist

das Beste, was ich als Antwort auf diese Frage habe. Was tue ich, wenn meine

Mitarbeiter mit AfD -Thesen kokettieren am Arbeitsplatz. Und das war eine brandheiße

Folge des Podcasts "Vernungstabil". Vielen Dank fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal.

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