Dana Heidrich hat mit ihrem Mann in Berlin ein gut gehendes Catering-Unternehmen gehabt. Dann kam bei ihm der Krebs zurück und sie war mit 41 plötzlich Witwe. Nach ihrer stärksten Trauerphase hat sie das gegründet, was sie zuvor selbst am Dringendsten gebraucht hätte.
Gemeinsam werfen die beiden einen besonderen Blick auf die Herausforderungen und Chancen, die dieser Wendepunkt im Leben mit sich bringt – gerade für Frauen in Führungspositionen.
Stefan Hund erkundet mit Dana Heidrich, wie es möglich ist, die Trauer als Transformationsprozess zu sehen und neue Kraft aus dem Verlust zu schöpfen. Dana Heidrich teilt offen ihre eigene Geschichte, berichtet von ihrem Weg aus der Krise, dem Aufbau eines unterstützenden Netzwerks und den Erfahrungen in ihrer Community.
Freu dich auf inspirierende Einblicke, praktische Tipps für Unternehmen und HR sowie einen ehrlichen Austausch über Trauer, Neuanfang – und die Kraft, das Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Mit einem Mix aus Tiefgang und Leichtigkeit zeigt diese Folge, wie aus dem Schweren tatsächlich Neues entstehen kann.
Herzlichen Dank
Kontakt: https://danaheidrich.com
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Als junge Führungskraft, als Frau Witwe werden.
Speaker:Ziemlich schwierige Situation, vielleicht aber
Speaker:auch die Möglichkeit zum Aufbruch. Und dazu habe
Speaker:ich mir heute einen besonderen Gast eingeladen.
Speaker:Liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen bei Das Schwere leicht
Speaker:gesagt, dem Podcast des Trauermanagers. Und
Speaker:ich begrüße heute Dana Heydrich.
Speaker:Liebe Dana, ganz herzlich willkommen.
Speaker:Danke. Lieber Stefan, es ist so eine große Freude und
Speaker:Ehre bei dir zu sein, weil du dich so einem wichtigen Thema
Speaker:wendest, zuwendest und gerade
Speaker:Arbeitgeber und HR Personen ansprichst, die
Speaker:wahrscheinlich gerade dieses Thema, worum es bei dir geht, gar nicht so auf dem Schirm
Speaker:haben. Und da freue ich mich bei dir zu sein. Ja,
Speaker:ich habe dich ja schon ein bisschen länger auf dem Schirm. Du hast ja
Speaker:den Dana Blog und du bietest ja,
Speaker:ich sag mal, Retreats jetzt in meiner Sprache an
Speaker:für Frauen in Führungspositionen, die Witwe geworden
Speaker:sind. Das Thema fällt einem ja nicht auf die Füße. Wie
Speaker:bist du zu dem Thema gekommen? Ich
Speaker:bin genau, also ich bin selbst meine beste
Speaker:Zielgruppe. Ich bin selber 2019 plötzlich
Speaker:Witwe geworden. Ich habe mit meinem Mann zusammen ein Catering
Speaker:in Berlin geführt, also selbstständig und
Speaker:wir hatten illustre Kunden wie die Amerikanische Botschaft und die Blumen
Speaker:Group und haben uns da schon seit zehn Jahren reingetigert. Und dann
Speaker:ist er plötzlich gestorben, plötzlich, weil
Speaker:er von seiner Krebserkrankung geheilt war und alles war gut.
Speaker:Und plötzlich ist er gestorben an Rezidiven Krebs. Und da stand ich selbst
Speaker:vor diesem Problem und das halt sozusagen
Speaker:mitten im Leben. Ich war damals 40, 41
Speaker:und man stellt sich ja eine Witwe immer
Speaker:irgendwas, ich sag mal ü ohne jetzt despektierlich
Speaker:sein zu wollen, vor und denkt, diese
Speaker:Person ist abgesichert, alles ist gut und so. War halt bei mir nicht der
Speaker:Fall. Und ich, ich habe das ganze Catering
Speaker:hingeschmissen, weil ich nicht mehr konnte. Ich war, es war quasi, als
Speaker:wäre man mit dem Auto gegen eine Wand gefahren. So und
Speaker:dann habe ich mich irgendwie anderthalb Jahre lang da
Speaker:rausgekämpft und in mir brennt halt das
Speaker:selbstständigen Licht. Und ich glaube, das hat mich
Speaker:auch sehr gut dadurch getragen. Und
Speaker:über die Zeit ist mein danach Blog gewachsen, weil es geht um das
Speaker:Leben danach um das Leben. Es gibt das Leben
Speaker:und dann halt entsprechend das. Das ist dieses, was dann nach
Speaker:so einem Erlebnis kommt Und ich glaube, das führt dann auch
Speaker:sehr gut zu deinen Fragen, weil mit diesem
Speaker:Prozess, wenn man sowas einmal erlebt im Leben, hat man
Speaker:quasi ein Memento mori in seinem eigenen Leben und man
Speaker:bekommt eine absolut andere Sichtweise auf das Leben.
Speaker:Und das ist das Positive. In dem Negativen, dass es so zeitig passiert ist,
Speaker:dass ich dieses Wissen in mein neues Leben übersetzen
Speaker:konnte. Und diese Sprache sprechen halt wenige. Und das
Speaker:ist genau das, wie ich halt jetzt Frauen, hauptsächlich Witwen, die halt
Speaker:Arbeitnehmer sind, Führungspersönlichkeiten,
Speaker:selber Selbstständige, wie ich denen helfe,
Speaker:stromlinienförmig, sage ich mal, da durchzukommen. Also die müssen sich nicht das
Speaker:hart erarbeiten, was ich mir halt hart erarbeitet habe.
Speaker:Ja, zumal du bietest ja im Endeffekt das jetzt an, was du
Speaker:möglicherweise damals dringend gebraucht hättest, gesucht
Speaker:hättest, aber es gab nichts.
Speaker:Ganz genau. Das ist der Punkt.
Speaker:Meine Art und Weise oder die Art und Weise, wie mein Partner kommuniziert
Speaker:haben, war sehr lustig. Wir hatten
Speaker:sehr viel Humor in unserem Leben und als dann mein Partner gestorben
Speaker:war, wusste ich nicht wohin damit. Und ich konnte mich nur
Speaker:an amerikanischen oder englischsprachigen Seiten orientieren, die daran
Speaker:sehr andere Herangehensweise an die Trauer haben. Also wo
Speaker:lustige Memes waren, so zum Beispiel Witwenleben,
Speaker:erster Monat, wo dann so eine Barbie Puppe zwischen Müllsäcken und
Speaker:Pizzaschachteln waren Und ich dachte, ja, das fühle ich so sehr,
Speaker:weil im Deutschen ist das halt alles noch so
Speaker:steif, Da kommt eine Kerze ins Bild, ein Regenbogen und dann war's
Speaker:das Und ich dachte, Gott, das bin ich nicht, so alt werde ich niemals werden.
Speaker:Und irgendwann dachte ich dann später, als ich schon
Speaker:weiter war, sowas, sowas müsste man gründen. Okay, ich
Speaker:tue es. Ja klar.
Speaker:Und wahrscheinlich gab es dann einige, die haben dich unterstützt, aber noch mehr, die haben
Speaker:gesagt, was hast du jetzt wieder vor?
Speaker:Ja, die meiste Frage war, das willst du
Speaker:machen, damit willst du Geld verdienen, Dafür verlangt man doch kein Geld
Speaker:mit Trauerbegleitung. Du willst dich jeden Tag damit beschäftigen,
Speaker:du willst dir die Geschichten anhören. Wie kannst du dir das noch anhören? Sei
Speaker:froh, dass du da raus bist. Also das ist so ständig so ein Satz, den
Speaker:ich höre. Wie kannst du dir das jeden Tag anhören? Ja,
Speaker:und dabei ist es ja im Endeffekt, die Trauer ist eine Transformation
Speaker:von Leben oder du hast vorhin gesagt Trauer
Speaker:und Trauer. Man
Speaker:erfindet oder Frau erfindet sich ja in dem Moment neu und
Speaker:möglicherweise, und das ist
Speaker:die positive Botschaft, aber auch das Risiko, du wirst stärker
Speaker:und möglicherweise auch so stark, dass das bisherige
Speaker:Umfeld nicht mehr passt. Ganz genau.
Speaker:Es ist, da habe ich mich versprochen. Genau, ich meinte Leben
Speaker:zu leben und ich habe sogar Frauen in meiner
Speaker:Community, die sind schon bei Leben, da ist es sogar zweimal passiert, wo man
Speaker:sich sagt, oh mein Gott und diese
Speaker:Transformation, es ist ja, es ist ja ein großer Fehler zu
Speaker:sagen, ich werde wieder die alte oder
Speaker:ich möchte mein altes Leben zurück oder ich muss
Speaker:die Trauer überwinden. Es ist ja vielmehr
Speaker:ein neues Leben. Es ist wie ein Verpuppungsprozess. Man wird
Speaker:jemand vollständig anderes und manche Freunde
Speaker:kommen halt nicht mit. Also mein Lieblingssatz ist ja,
Speaker:Trauer ist wie Persönlichkeitsentwicklung auf Speed.
Speaker:Bisschen unpopuläre Meinung, aber
Speaker:man wird halt gefühlt 10 Jahre nach vorne katapultiert in
Speaker:seinem Wissen, Tun und Begreifen der ganzen. Situation
Speaker:des Lebens, wenn man es zulässt,
Speaker:wenn man es zulässt, wenn man natürlich auch ich
Speaker:lasse mich von außen her bestimmen, was
Speaker:möglicherweise mein Chef, meine Chefin von mir erwartet, was die Nachbarin
Speaker:erwartet, was der Freundeskreis erwartet.
Speaker:Ja, da muss man sich schon dann auch sagen,
Speaker:Leute, es ist mein Leben.
Speaker:Ja, das ist, das merke ich bei Personen,
Speaker:die aus der ländlichen Gegend kommen, die keine Richtwerte,
Speaker:keine Person haben, wo die sich dran, ja, wo sie sehen,
Speaker:oh, es geht auch anders, die auch ein bisschen, ja,
Speaker:wo Selbstliebe fehlt, die möchten angepasst sein, niemanden auf
Speaker:die Füße treten, auf dem Schlips treten. Das ist ja auch ein sehr großes Thema
Speaker:bei Frauen übrigens besonders so in meiner Altersliga, die Jüngeren,
Speaker:die sind da schon ein bisschen schneidiger und
Speaker:deswegen ist dieses Angebot ja auch digital,
Speaker:weil die meisten Frauen suchen nachts, wenn sie nicht schlafen können und dann
Speaker:stolpern sie über meine Seite und es ist ja immer gut,
Speaker:Freunde zu haben, die quasi schon was wagen oder
Speaker:man sollte sich ja generell nach Leuten richten, die das geschafft
Speaker:haben, wo man hin will oder ein immer
Speaker:neugierig halten. Also ich sag mal ein bisschen
Speaker:die einen hochziehen und nicht die einen runterziehen.
Speaker:Und besonders in der Trauer ist es ja im Englischen gibt es ja diesen Spruch
Speaker:like crabs in a basket, also wie Krabben im Korb
Speaker:und es gibt halt die eine Krabbe, die über den Rand die raus will und
Speaker:dann sind halt alle anderen Krabben da unten und die zerren sie wieder runter. Und
Speaker:da muss man aufpassen. Eigentlich sollte man schon die Krabbe seien ja aus
Speaker:dem Korb rauskrabbelt, weil es gibt nur ein Leben. Und wiederum
Speaker:haben Trauernde das sehr schnell erkannt, weil sie merken
Speaker:auf einmal, dass alles, was dir versprochen oder viele Dinge, die dir versprochen
Speaker:wurden oder wie du denkst, dass die ablaufen, merkst du auf einmal, dass sie nicht
Speaker:so ablaufen. Also gewisse Grundsicherung, Grundsicherung
Speaker:funktionieren nicht so, irgendwelche Versicherungen zahlen nicht so,
Speaker:irgendwelche Renten funktionieren nicht so wie man wie es einem
Speaker:versprochen wurde. Und du merkst, dass du jetzt in der zweiten
Speaker:Hälfte und deswegen bin ich ein bisschen dankbar, dass es mir so zeitig passiert ist,
Speaker:dass man die Weichen ein bisschen anders stellen muss. Ja
Speaker:in letzter Konsequenz ist es ja auch ein Ereignis, wo du nachher
Speaker:jetzt weiß ich was wirklich zählt oder was anders
Speaker:zählt und was nicht oder.
Speaker:Absolut. Was meine Frauen alle durch die
Speaker:Bank weg bestätigen. Sie haben keine Toleranz mehr für Bullshit.
Speaker:Du merkst auf einmal, was im Leben zählt, was
Speaker:übrigens das ist, was ein absoluter Gewinn für
Speaker:Arbeitgeber ist, weil
Speaker:der jeweilige Angestellte, dem sowas passiert ist,
Speaker:der kann auf einmal entscheiden von wichtig zu unwichtig.
Speaker:Mehrere Frauen bei uns in der Community, die haben mir bestätigt, dass sie
Speaker:mittlerweile zur rechten bzw. Linken Hand von ihrem
Speaker:Chef geworden sind, weil sie mittlerweile nicht mehr sich in
Speaker:dieses oh, wann ist Brückentag, wann ist das? Wie viel Stunden stehen jetzt so
Speaker:und so weiter. Die Diskussion gibt es nicht mehr. Jetzt ist jetzt wird das
Speaker:große Ganze gesehen, was ist wichtig für die Firma? Und das
Speaker:ist eine spannende Erkenntnis. Also man hat keine Toleranz mehr für
Speaker:Kleinigkeiten. Das heißt aber im umgekehrten Fall,
Speaker:es hat auch sicherlich ein paar in deiner Community gegeben, die gesagt
Speaker:In diesem Unternehmen arbeite ich nicht weiter, hier passe ich nicht mehr rein, die
Speaker:können mich nicht führen oder ich sage mal so ich mach
Speaker:klare Ansagen und greif in Watte.
Speaker:Ja und auch ganz Ich mache jetzt mein eigenes
Speaker:Ding, ich finde jetzt raus, was ich möchte. Okay, ich habe jetzt die ganze Zeit
Speaker:für den Arbeitgeber das gemacht, ich werde nicht belohnt, ich werde nicht glücklich,
Speaker:ich komme hier nicht weiter und mein Leben ist
Speaker:nur dieses eine Jetzt bin ich relativ frisch, jetzt wage ich noch mal was
Speaker:Neues, kommt vielleicht auch noch in diese Altersstufe rein, weil ich
Speaker:viele Frauen zwischen, also um die 50 habe, da kommt das ja auch noch
Speaker:dazu. Ja.
Speaker:In den Firmen erlebe ich ganz häufig eine
Speaker:Unklarheit, eine Unvorbereitetheit und auch
Speaker:eine Sprachlosigkeit.
Speaker:Wie erlebst du das oder wie erleben das deine
Speaker:Mitglieder?
Speaker:Meine Mitglieder haben, weil es vieles, auch
Speaker:Jobs in der Gesundheitsbranche ist, wo eine gewisse
Speaker:Sensibilität schon für das Thema gegeben ist,
Speaker:haben die festgestellt, dass die Arbeitgeber den
Speaker:Trauernden Raum geben, um sich zu entfalten
Speaker:und dass sie die Möglichkeit haben, wenn es ihnen nicht
Speaker:gut geht, nach Hause gehen zu dürfen, dass sie das offen
Speaker:benennen können. Aber ich kann mir das aus alten
Speaker:Arbeit, aus alten Angestelltenverhältnissen von mir sehr gut
Speaker:vorstellen, dass also generell bei den Menschen besteht da ja eine
Speaker:Sprachlosigkeit, weil jeder, der mit einem Trauernden konfrontiert
Speaker:wird, reflektiert erstmal, wie er selber mit der Situation umgehen würde.
Speaker:Und das ist so ein Schock, selber vor diese Endlichkeit gestellt zu werden
Speaker:von sich oder seinem Partner, dass man diesen Gedanken einfach
Speaker:nur entfliehen möchte. Und das ist natürlich der Grund, warum
Speaker:das Umfeld, manches Umfeld so reagiert, wie es reagiert.
Speaker:Und das kann natürlich fürchterlich nach hinten losgehen, wenn der Arbeitgeber sagt,
Speaker:Kopf runter und durch die soll sich mal nicht so anstellen, der eine
Speaker:Tag frei ist jetzt rum und jetzt kann sie mal wieder abliefern.
Speaker:Damit ist sofort in der Schublade die Kündigung.
Speaker:Genau, die innerliche Kündigung. Ich habe ja auch gerade Zahlen,
Speaker:dass jeder Neunte kündigt dann auch, wenn
Speaker:sowas passiert, dann ist halt generell so die innere
Speaker:Kündigung sowieso da. Man ist dann auch müde
Speaker:mitzumachen, also man hat dann keine Lust mehr auf den ganzen Spuk.
Speaker:Absolut, ja. An der Stelle, es gibt eine
Speaker:Untersuchungen aus Frankreich aus dem letzten Oktober, also Oktober
Speaker:25 die gehen sogar von jedem 8,25 oder
Speaker:8 ein Viertel aus. Und wenn
Speaker:ich mir einfach die ganzen Untersuchungen angucke
Speaker:mit Verbundenheit mit dem Unternehmen, das geht ja die ganzen Jahre schon
Speaker:zurück. Und in dem Moment, wo ich gerade in so einer Extremsituation
Speaker:allein gelassen werde, weiß ich nicht, ob
Speaker:ich da noch bleibe. Absolut. Und parallel hat
Speaker:man gesehen, wie zum Beispiel der Arbeitsplatz
Speaker:des gerade verstorbenen Ehemannes, der vielleicht auch selber
Speaker:Geschäftsführer war, Partner in der Firma, das ist sehr oft passiert, der
Speaker:eigentlich eine wirklich wichtige Position in diesem
Speaker:Unternehmen hatte. Nach zwei Monaten wird kein
Speaker:Wort mehr darüber geredet, da wird nicht mehr mit der Witwe geredet. Der Job
Speaker:ist wegrationalisiert. Und das ist jetzt schon die Position, die, sage ich mal,
Speaker:wichtig, wichtig ist in Anführungsstrichen. Und ein normaler Angestellter, der Platz ist
Speaker:nach Monat, ist vergessen. Und wenn du
Speaker:weißt, dass du so schnell vergessen bist in einem
Speaker:Angestelltenverhältnis, warum jetzt noch anstrengen?
Speaker:Ganz klar, ganz klar. Also wir haben ja ganz
Speaker:bewusst einfach auch Handlungsleitfäden für Führungskräfte gemacht, weil
Speaker:es sind immer wieder dieselben Themen, die aufstoßen. Und
Speaker:dann sagen wir eben halt von vornherein, liebe Geschäftsführung, wie
Speaker:sollen eure Führungskräfte damit umgehen? Und das verschriftlichen
Speaker:wir, sodass eben jede Führungskraft genau weiß, was gilt in
Speaker:meinem Unternehmen, Was kann ich anbieten, ohne irgendwo
Speaker:Kratzfüße zu machen? Nach dem Darf ich denn jetzt zwei Wochen
Speaker:freigeben? Dann gibt es einen
Speaker:Geldscheinurlaub, dann muss der Arbeitgeber sowieso bezahlen.
Speaker:Aber genau deshalb haben wir das auch entsprechend entwickelt.
Speaker:Und das hat total Sinn Auswirkungen auf ein Team. Wie
Speaker:kriegst du das bei deinen Frauen mit.
Speaker:Irgendwie? Das ist spannend. Das sind meistens
Speaker:Frauenteams, wo die Mädels sind und
Speaker:da, das ist so wie so ein warmes Netz, in das die reinfallen.
Speaker:Da wird gibt es Verständnis, Die können nach Hause gehen, wenn sie sich nicht
Speaker:fühlen. Und gleichzeitig ist dieser innere Druck Ich
Speaker:muss ja performen. Ich muss jetzt doppelt und dreifach performen, weil dieser Job ist
Speaker:wichtig. Und für viele ist es auch eine zweite Heimat. Wenn alles zu Hause
Speaker:wegfällt, dann ist natürlich der Arbeitgeber
Speaker:oder der Arbeitsplatz, wenn er gut ist, das Einzige, was noch Halt gibt, weil alles
Speaker:andere ist ja offensichtlich vaporisiert. Ja
Speaker:klar, klar. Wie gesagt,
Speaker:wirtschaftliche Situation hat sich verändert, die persönliche
Speaker:Situation hat sich verändert, die Werte sind auf den Kopf gestellt.
Speaker:Möglicherweise kann man die Wohnung nicht halten, muss man die Wohnung noch verändern,
Speaker:wenn dann noch der Job wackelt,
Speaker:Was steht denn da noch? Absolut,
Speaker:absolut. Und dann kommt aber parallel noch eine gewisse
Speaker:Fatalität. Was soll mir denn noch passieren? Das passiert.
Speaker:Das wird auch oft gesagt, Ich habe das Schlimmste überlebt, mir kann
Speaker:niemand mehr irgendwas.
Speaker:Ja, wie du vorhin auch schon
Speaker:sagtest, Gott sei Dank ist es mir so früh passiert.
Speaker:Also jetzt lache ich drüber aber damals war es echt schlimm. Aber genau
Speaker:geschenkt, geschenkt. Was ich
Speaker:bei dir auf LinkedIn immer wieder gesehen du bietest
Speaker:für deine Community Retreats an.
Speaker:Wie ist das eigentlich? Und da kommen wir auch zu einem Punkt, Du hast auch
Speaker:gesagt, wen es hier im
Speaker:Augenblick betrifft und uns zuhört, hast du einfach da auch,
Speaker:ich sag mal, ein Angebot, wo ich denke, das ist einfach klasse.
Speaker:Was passiert eigentlich bei diesen Retreats? Wie muss ich mir das vorstellen?
Speaker:Habe ich da jetzt eine Mädelsgruppe von
Speaker:50 Leuten, von 50 Damen,
Speaker:die da im Netzwerk sind und du sagst, vom 1. Bis zum 3. März
Speaker:mache ich einen Retreat? Wer kommt, ist da oder wie läuft das?
Speaker:Im Prinzip genau so. Also stell dir das nicht so vor,
Speaker:als wenn da jetzt sechs Frauen sind, die die ganze Zeit konstant
Speaker:weinen und leiden. Im Gegenteil.
Speaker:Also der Hintergedanke ist, ich fange mal so an, Du kannst
Speaker:nur als Community Member bei uns in das Retreat kommen. Der Gedanke
Speaker:dabei ist dieser, dass du egal wer kommt, du
Speaker:kennst diese Person schon. Es fängt auch noch eher an, dass ich
Speaker:die Mitglieder für die Community aussuche, als man hat ein gewisses
Speaker:Bewerbungsverfahren, dass man mit dabei ist, damit die Gruppe auch
Speaker:eine gewisse Art von Homogenität hat. Also natürlich
Speaker:sind nicht alle beste Freunde, aber alle haben sehr gute
Speaker:Deckungspunkte, kommen klar. Und dann ist das halt auch so, oh, jetzt fliegt
Speaker:XY nach Zypern. Ich mache die Retreats auf Zypern
Speaker:in meiner neuen Heimat und gewöhnlich
Speaker:sind vier bis sechs Frauen dabei und das geht fünf Tage
Speaker:lang. Jeder kennt sich, das Vertrauen ist da, man hat miteinander sofort
Speaker:ein Thema zu schnacken und ja, es sind schon viele Freundschaften
Speaker:passiert entstanden. Die Mädels besuchen sich gegenseitig,
Speaker:machen gegenseitig irgendwelche Ausflüge und reisen unabhängig von dem
Speaker:Retreat. Ja, und dann gibt es die absolute Fülle.
Speaker:Also ich sorge dafür, dass es den Mädels richtig gut geht, mit
Speaker:vorne bis hinten bekochen machen. Die müssen sich um gar nichts Sorgen machen. Ist so
Speaker:ein bisschen wie zur Mama kommen, immer steht ein lecker
Speaker:Frühstück essen da, der ganze Tag ist getaktet oder wir gehen einfach
Speaker:nur ins Meer und liegen in der Sonne. 320 Sonnentage, das ist nicht
Speaker:so schwierig und die können da einfach
Speaker:Leben tanken. Das ist so ein bisschen Urlaub von der Trauer und es wird unfassbar
Speaker:viel gelacht. Eigentlich wird mehr gelacht als geweint.
Speaker:Also es ist wie die Klassenfahrt mit den Coolen,
Speaker:wobei wir jetzt die Coolen sind. Ja.
Speaker:Und mein Angebot, Du kannst ja. Auch nicht immer nur trauern.
Speaker:Ne, das der Punkt ist ja, es passiert in einer
Speaker:Minute ungefähr zehn verschiedene Gefühle gleichzeitig. Das ist so
Speaker:ein bisschen wie in der Pubertät. Du lachst
Speaker:wie eine Verrückte und in der nächsten Sekunde musst du schon wieder heulen, dann
Speaker:lachst du darüber, dann passiert wieder was anderes. Das ist also
Speaker:deine Gefühle, die machen diesen und dein Hirn ist die
Speaker:ganze Zeit an. Also es passieren ständig Dinge. Also die
Speaker:Neuroplastizität, das möchte ich mir gar nicht vorstellen, was in dem Gehirn da alles
Speaker:vorgeht, ist natürlich furchtbar anstrengend. Also
Speaker:um neun ist da Schicht neun. Zehn liegt jeder in der Haie
Speaker:und ist halt auch fertig mit der Welt.
Speaker:Der Schlag muss jetzt nacharbeiten. Genau,
Speaker:genauso ist es. Und was mein Angebot
Speaker:wäre, das wäre speziell für Arbeitgeber, dass
Speaker:ich, dass die sozusagen diese begleitende Community,
Speaker:die ich da anbiete, im Grunde genommen für ihre
Speaker:Arbeitnehmerin bezahlen, also das Abo übernehmen,
Speaker:weil was passiert? Gewöhnlich ist es ja so, wenn man frisch in der Trauer
Speaker:ist, am Anfang erzählt man jedem, was passiert ist. Man muss
Speaker:sich klarreden, dass das passiert ist, weil man sich, weil man das gar nicht
Speaker:fassen kann. Und irgendwie benutzt man
Speaker:jedes Gegenüber Trauma Dumping, sage ich mal, als Stichwort, um
Speaker:diese Geschichte zu erzählen. Und wir Menschen, die anderen Menschen, die damit
Speaker:nichts zu tun haben, die sind komplett überfordert. Und was
Speaker:aber passiert, wenn die Mädels in die Community kommen, ist, sie können dort
Speaker:präsent über die Trauer reden oder wie es
Speaker:weitergeht, über Mechanismen, was hilft, was in der Trauer hilft, wie man
Speaker:gerade irgendwelche Dinge, die genau jungen Witwen passieren,
Speaker:womit die sich rumschlagen müssen, werden dort erörtert. Irgendeiner hat das
Speaker:schon irgendwie erlebt und es gibt sofort Hilfe. Und das macht,
Speaker:dass die Mädels die Trauer mit denjenigen besprechen, die es verstehen,
Speaker:sind zu Hause für ihre Freundinnen, die Freundin.
Speaker:Okay, ein bisschen verändert natürlich schon, aber es geht nicht mehr hauptsächlich um die Trauer
Speaker:und natürlich für den Arbeitgeber, weil auch Sachen gelehrt werden
Speaker:und beigebracht werden, die effektiv notwendig sind für den Job. Also
Speaker:wir reden über Ki über Dinge, über alles was notwendig
Speaker:ist, über ja auch, ich sag mal,
Speaker:Marketing Geschichten, wenn es Selbstständige dabei sind. Also die Themen sind
Speaker:mannigfaltig, die da zur Sprache kommen und und die,
Speaker:ich glaube, ich habe noch keine Zahlen, aber ich glaube meine
Speaker:Mädels, die kommen wesentlich schneller durch die Trauer, als wenn ich mich
Speaker:selbst vergleiche zum selben Zeitpunkt, weil sie natürlich Zugang zu
Speaker:massivem Wissen haben. Das eine ist massives
Speaker:Wissen, also die Zahlen, die hätte ich auch nicht, aber
Speaker:alleine das, was ich weiß von anderen, kann ich
Speaker:mir gut vorstellen, dass es da um einen Faktor 2
Speaker:oder 0,5 schneller durch ist.
Speaker:Zumal es kommen ja dann einfach auch Fragen, die kann ich ja
Speaker:jemand ganz anders gar nicht fragen.
Speaker:Also ich sage jetzt einfach mal so, in dem Moment, wo du mit 41
Speaker:Witwe geworden bist, da sagst du natürlich auch nicht, ich
Speaker:gehe jetzt ins kloster, bis ich 100 bin. Das heißt also dann hast du
Speaker:einen neuen Partner. Wie gehe ich denn jetzt mit der Situation um?
Speaker:Nur da jemanden zu fragen, der die Situation noch nicht durch hat, der
Speaker:sagt. Sag mal, geht's noch Ganz genau,
Speaker:egal was du tust, das ist falsch. Also willst du dir nicht mal einen neuen
Speaker:suchen oder was jetzt schon. Also du wirst natürlich wieder
Speaker:gewertet in jeder Himmelsrichtung und wie genau das alles abläuft,
Speaker:weil die Mädels kommen aus einer langen Beziehung, die waren, ich sag mal,
Speaker:im Ideal 20 30 Jahre, 10 Jahre weg vom
Speaker:Markt, alles hat sich verändert. Wie geht denn das jetzt? Wen frage ich denn jetzt?
Speaker:Die Freundinnen sind meist noch in einer festen Beziehung seit
Speaker:Jahren, Die sind dann eher düpiert, dass man diese Themen anspricht.
Speaker:Dann erlebe ich auch oft, dass dann Freundinnen so, ja,
Speaker:du kannst das ja machen, wo dann so irgendwann später sogar Neid
Speaker:aufkommt. Das ist auch eine spannende Sache. Ja, bis hin dazu will ich mir jetzt
Speaker:meinen Partner ausspannen. Auch das ist eine
Speaker:ganz große Nummer, dass alleinreisende
Speaker:Witwen beschreiben, dass auf einmal
Speaker:entweder Freundinnen, Mitreisende oder die am Nachbartisch, wo dann auf
Speaker:einmal der Ehemann jovial am Buffet da
Speaker:anrampelt und so, du so heute Abend, was machst du so? Und hinten
Speaker:so die Ehefrau biestig guckt, alles passiert.
Speaker:Ja,
Speaker:Wir könnten Bücher darüber schreiben, das. Kann ich mir
Speaker:gut vorstellen. Und ja, das ist
Speaker:ein total wichtiges Thema, weil das brennt natürlich auf den Nägeln und kommt
Speaker:natürlich als erstes Und in der
Speaker:Tat ist die Community ja aufgrund dessen
Speaker:geworden, was sie ist, ein sicherer Bereich, weil mein erstes
Speaker:und Hauptthema war Sexualität in der Trauer ist ein riesen Tabu
Speaker:und darüber bekomme ich viele Member.
Speaker:Ja, ich denke, das ist ja einfach auch,
Speaker:du musst ja auch die Trauer irgendwie auch ausleben und
Speaker:bis hin dazu eben halt auch eine neue Lebendigkeit spüren.
Speaker:Und das ist eben ein ganz klar ein Teil auch Sexualität.
Speaker:Absolut. Zumal du ja im Herzen,
Speaker:also du bist ja, oder anders gesagt, die Liebe verändert sich nicht zu dem
Speaker:verstorbenen Partner, die bleibt, die bleibt immer, aber der Körper ist
Speaker:der Körper und der Körper will Dinge. Richtig,
Speaker:richtig, richtig. Und Trauer
Speaker:heißt für mich einfach auch den vorherigen Lebensabschnitt
Speaker:einfach auch zu integrieren. Das heißt ja immer auch
Speaker:Trauer. Und das habe ich ja früher, als ich am Anfang
Speaker:Pfarrer gewesen bin in den ersten Gemeinden, habe ich auch immer gesagt,
Speaker:Trauer heißt loslassen. Nein, Trauer heißt nicht loslassen, sondern Trauer heißt
Speaker:das Gewesene zu integrieren, denn es ist ein Teil von mir, es
Speaker:bleibt ein Teil von mir, es wird ein Teil von mir sein, aber in der
Speaker:anderen Form. Absolut. Ich
Speaker:sage gerne oder wir sagen gerne, wir Mädels, wir haben
Speaker:eine, ein polyamoröses Verhältnis
Speaker:mit einem Geist, weil der Partner, der
Speaker:verstorbene Partner ist immer dabei, der ist in deinem Herzen, die
Speaker:Liebe lässt nicht nach. Es ist manchmal noch so ein verrücktes
Speaker:Gedankenspiel. Oh mein Gott, was wäre denn jetzt, wenn in diesem neuen Leben auf
Speaker:einmal der alte Partner wieder erscheint. Also
Speaker:und das ist noch mal ein anderes Gedankenspiel, weil es gerne verglichen wird
Speaker:mit, ja, es ist ja wie mit einer schlimmen Trennung. So eine Trauer ist ja
Speaker:wie eine schlimme Trennung, aber der getrennte Partner
Speaker:lebt ja weiter. Der lebt ja wie so eine Möhre vor der Nase da.
Speaker:Man kann ihn hassen oder man kann ihn noch heimlich anschmachten.
Speaker:Vielleicht gibt es ja noch eine Möglichkeit, aber der tote Mann ist
Speaker:und bleibt tot. Richtig,
Speaker:Ja.
Speaker:Wie ist das, Wie erlebst du das? Also ich bin ja im
Speaker:Bundesverband Männertrauer
Speaker:aktiv und wie erlebst du das an der Stelle? Frauentrauer
Speaker:und Männertrauer?
Speaker:Also ich kann mich jetzt persönlich nur auf meine
Speaker:Statistiken und SEO Ergebnisse stützen.
Speaker:Oder anders gesagt, also wir haben einen Mann in der
Speaker:Community, der hat Ausnahmerecht, weil er schwul ist,
Speaker:weil er hat seinen Partner verloren. So
Speaker:und ich hatte damals Als ich nach
Speaker:Suchbegriffen für Google gesucht hab, bin ich über den
Speaker:Suchbegriff gestolpert, suche Ersatz für meine verstorbene Frau.
Speaker:Und das war richtig viel, das waren 200 pro Monat.
Speaker:Also ist für Google Suchbegriff schon sehr schön, sehr gute
Speaker:Zahl, um eine Seite aufzubauen. Da habe ich gedacht, so das
Speaker:gucke ich jetzt mal, das Frauenpendant. Ich suche Ersatz für meinen
Speaker:verstorbenen Mann. Null. Null.
Speaker:Und das ist das, was ich Zahlen, Daten, faktenmässig
Speaker:sehe, dass Männer, besonders wenn sie mit kleinen Kindern
Speaker:noch übrig geblieben sind, dass sie schnell eine Frau suchen, die
Speaker:sich dann darum kümmert, dass sie schneller in das Operative
Speaker:gehen. Ich vermute,
Speaker:natürlich trauern sie auch, natürlich haben sie den Schmerz, um Gottes Willen, aber
Speaker:sie schieben das auf ein anderes Level nach hinten, wo eine Frau eher
Speaker:das Reden bereden muss in ihrem Netzwerk. Sie muss sich
Speaker:klarreden, das auseinanderreden. Und ich vermute,
Speaker:dass einfach, ich könnte mir vorstellen, dass Männer einfach mit einem
Speaker:anderen Mann an die Bar gehen, in Whisky trinken und sagen und du so
Speaker:Prost, so stelle ich mir das vor. Gar nicht mal. Ich glaube eher,
Speaker:das habe ich mal in einem Interview mit dem Martin
Speaker:Kreuz rausgearbeitet, dass wir einfach gesehen
Speaker:haben, Frauen gehen direkt in die Trauer und
Speaker:sprechen das auch miteinander ab und die Männer müssen sie im Endeffekt
Speaker:verhackstücken. Nur es hat jeder im Wald nebendran,
Speaker:wo er die ganze Zeit Holz hacken kann, sondern
Speaker:die müssen das im Endeffekt ausagieren, ob das jetzt
Speaker:noch über Fitnessstudio ist oder was oder Mehrarbeit oder
Speaker:was auch immer. Und in der Regel kommt nach sechs
Speaker:Monaten die dicke Trauer bzw. Dann auf einmal
Speaker:das Loch. Und in dem Moment wird
Speaker:spannend.
Speaker:Faszinierend. Da kann ich dir noch mit eine Überlappung geben,
Speaker:weil ich beobachte das auch bei meinen Frauen. In
Speaker:den ersten halben Jahr ist noch dieser Traumaschutz,
Speaker:sage ich mal, wo der Körper dich schützt, so vor dem Gefühl und du hast
Speaker:auch noch die Restenergie von dem Leben davor, Du hast ja so eine gewisse
Speaker:Energie, dann passiert die Trauer, dann passiert der Tod,
Speaker:dann machst du die Beerdigung, dann lebst du noch drei, vier, fünf
Speaker:Monate. Du hast zwar diesen rasenden Schmerz, den hast du, aber
Speaker:du funktionierst, du kannst das Testament machen, also diese ganzen
Speaker:Regelungen, die da passieren und nach sechs Monaten oder im ersten
Speaker:Trauerjahr, nach Ende davon, dann kommt das Loch, dann passiert
Speaker:irgendein großer Hieb nach unten, da gehe ich mit dir komplett
Speaker:mit. Ja, und das ist wiederum auch
Speaker:gut für Personalabteilungen, das zu wissen, dass man eben halt nicht
Speaker:jemanden als oberste Spitze für das große Vorzeigeprojekt
Speaker:einsetzt, was genau in 6 Monaten seine Präsentation hat.
Speaker:Oh Gott, sehr guter Hinweis. Ich habe übrigens einen sehr schönen
Speaker:Blogartikel geschrieben, Die Phasen der Trauer, wo das genau jetzt noch mal
Speaker:neu betrachtet wird, dass gerade das von Frau Kübler
Speaker:Ross ist schon richtig, aber es gibt neue Erkenntnisse. Es gibt das
Speaker:fantastische Buch the Griefing Brain, das ist nur
Speaker:in Englisch rausgekommen, aktuell oder für uns verfügbar. Und da
Speaker:wird das genau beleuchtet, was in dem Körper so passiert. Und da steht das halt
Speaker:genau, dass es eher nicht nach einer
Speaker:Abfolge von Phasen ist, sondern alle Phasen sind gleichzeitig.
Speaker:Das meinte ich vorhin mit das Hirn macht Lachen, Trauern, Schock,
Speaker:verhandeln. Genau, also wen das interessiert, das Buch kann ich auch unten
Speaker:dran verlinken. Das ist
Speaker:Francis, ich komme, eine Psychologin aus
Speaker:Arizona. Ganz
Speaker:genau, die das auch beschrieben hat, dass ein Schmerz, der Schmerz im Körper
Speaker:ist real, den man da spürt. Du kannst den auch im ganzen Körper
Speaker:nachweisen, aber keine Stelle. Genau. Und ja,
Speaker:veränderte Herzraten, veränderte
Speaker:biometrische Werte. Also das macht
Speaker:sowas von mit dir. Und ich hatte verschiedene
Speaker:Schmerzen in meinem Leben, die eigentlich schon reichen. Und das hat dem
Speaker:Ganzen noch mal das Sahnehäubchen draufgesetzt mit Karamellsoße aus
Speaker:Schmerz. Absolut, absolut.
Speaker:Jetzt haben wir viel gesprochen. Wie ist das, wenn ich jetzt
Speaker:als frische Witwe Unterstützung haben will,
Speaker:Wie erreiche ich dich eigentlich? Du kommst auch einfach auf
Speaker:meiner Seite vorbei,
Speaker:meldest dich idealerweise auf den Newsletter an, schreibst mir über meine
Speaker:Seite, das sind überall Kontaktformulare und E Mails versteckt. Du
Speaker:kannst dich direkt, kannst mich kontaktieren, kleinen Austausch,
Speaker:einfach mal schnacken, worum es geht. Ich biete 1 zu 1 an,
Speaker:aber das Beste ist wirklich die Community, weil man da das geballte,
Speaker:ja wie soll ich sagen, Blasenwissen hat.
Speaker:Ja, Peergroup. Also ich kann nur raten, in die
Speaker:Community zu kommen, weil das macht was mit dir. Und der Newsletter,
Speaker:der kommt jeden Montag früh um acht. Der Champagner
Speaker:Newsletter habe ich so genannt, weil die Champagner,
Speaker:wer es kennt, Witwe Kliko heißt das ja übersetzt
Speaker:Und damals die ganzen Champagnerhäuser haben ja die Frauen
Speaker:geführt, weil die Männer auf obskure Weise so oder so gestorben
Speaker:sind. Und damals halt im 17. 18. Jahrhundert hattest du als Witwe
Speaker:plötzlich die Rechte eines Mannes. Und deswegen haben
Speaker:Witwen da so einen Sonderstatus. Deswegen heißt der Champagner Newsletter. Und da
Speaker:gibt es halt jede Woche Tipps, Ideen, Gedanken,
Speaker:wie man halt in seinem Alltag irgendwie mit der Trauer
Speaker:klarkommt, das besser verarbeitet. Das sind so klitzekleine Gedanken und ein
Speaker:bisschen Humor, damit man mal wieder lachen kann. Also positive
Speaker:Gedanken, weil das ist, was ich tue. Ich nehme was
Speaker:Negatives, ich drehe es ins Positive. Das ist im Grunde genommen meine
Speaker:Magie, die ich auch in der Community anwende. Alle kommen
Speaker:mit einem Weinegesicht, wie meine Freundin sagen würde, rein und gehen
Speaker:lachend wieder raus. Ich sag mal ganz, ganz
Speaker:herzlichen Dank, liebe Dana. Danke, dass ich bei dir
Speaker:sein durfte. Mega. Und schauen wir mal,
Speaker:was wir als nächstes da irgendwo mal aushecken. Vielleicht gibt es
Speaker:noch was zusammen. Und
Speaker:liebe Hörerinnen und Hörer, wenn ihr
Speaker:noch Fragen habt und es einfach erstmal nicht mitgeschrieben habt, dann
Speaker:kriegt ihr es auf jeden Fall unter podcastrauermanager
Speaker:de. Und wenn es dann Fragen an dich sind, Dana, gebe ich das
Speaker:gerne weiter. Ich sage ganz herzlichen Dank.
Speaker:Super, Vielen Dank, dass ich bei dir sein durfte. Ganz liebe Grüße nach
Speaker:Deutschland. Ich freue mich auf unsere weitere Zusammenarbeit. Vielleicht machen
Speaker:wir Retreat in Nachbarhäusern. Links die Männer, rechts die Frauen.
Speaker:Wer weiß, wer weiß, wer weiß. Viele Ideen sind da noch. Genau.
Speaker:Schön. Ich danke dir.