Artwork for podcast Das Schwere leicht gesagt
Trauer am Arbeitsplatz - junge Witwe - Dana Heidrich
Episode 11726th January 2026 • Das Schwere leicht gesagt • Stefan Hund
00:00:00 00:34:49

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Shownotes

ALs junge Frau Witwe werden - und was jetzt

Dana Heidrich bei Stefan Hund im Trauermanager-Podcast: Das Schwere LEICHT gesagt

Dana Heidrich hat mit ihrem Mann in Berlin ein gut gehendes Catering-Unternehmen gehabt. Dann kam bei ihm der Krebs zurück und sie war mit 41 plötzlich Witwe. Nach ihrer stärksten Trauerphase hat sie das gegründet, was sie zuvor selbst am Dringendsten gebraucht hätte.

Gemeinsam werfen die beiden einen besonderen Blick auf die Herausforderungen und Chancen, die dieser Wendepunkt im Leben mit sich bringt – gerade für Frauen in Führungspositionen.

Stefan Hund erkundet mit Dana Heidrich, wie es möglich ist, die Trauer als Transformationsprozess zu sehen und neue Kraft aus dem Verlust zu schöpfen. Dana Heidrich teilt offen ihre eigene Geschichte, berichtet von ihrem Weg aus der Krise, dem Aufbau eines unterstützenden Netzwerks und den Erfahrungen in ihrer Community.

Freu dich auf inspirierende Einblicke, praktische Tipps für Unternehmen und HR sowie einen ehrlichen Austausch über Trauer, Neuanfang – und die Kraft, das Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Mit einem Mix aus Tiefgang und Leichtigkeit zeigt diese Folge, wie aus dem Schweren tatsächlich Neues entstehen kann.

Herzlichen Dank

Kontakt: https://danaheidrich.com

Buchempfehlung: The Grieving Brain - Mary-Frances O'Connor

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Wir sprechen über Themen rund um Trauer. Für Unternehmer, Führungskräfte und Betriebsräte.

  • Hast Du eine Frage, die wir thematisieren sollen? Schreib uns: podcast@trauer-manager.de
  • Möchtest Du, dass Dein Unternehmen mit wenig Aufwand umfassend vorbereitet ist, dann informiere Dich hier über unseren einzigartigen Trauermanager. Hier kannst Du auch unseren regelmäßigen Know-how-transfer bestellen.

Impressum

Transcripts

Speaker:

Als junge Führungskraft, als Frau Witwe werden.

Speaker:

Ziemlich schwierige Situation, vielleicht aber

Speaker:

auch die Möglichkeit zum Aufbruch. Und dazu habe

Speaker:

ich mir heute einen besonderen Gast eingeladen.

Speaker:

Liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen bei Das Schwere leicht

Speaker:

gesagt, dem Podcast des Trauermanagers. Und

Speaker:

ich begrüße heute Dana Heydrich.

Speaker:

Liebe Dana, ganz herzlich willkommen.

Speaker:

Danke. Lieber Stefan, es ist so eine große Freude und

Speaker:

Ehre bei dir zu sein, weil du dich so einem wichtigen Thema

Speaker:

wendest, zuwendest und gerade

Speaker:

Arbeitgeber und HR Personen ansprichst, die

Speaker:

wahrscheinlich gerade dieses Thema, worum es bei dir geht, gar nicht so auf dem Schirm

Speaker:

haben. Und da freue ich mich bei dir zu sein. Ja,

Speaker:

ich habe dich ja schon ein bisschen länger auf dem Schirm. Du hast ja

Speaker:

den Dana Blog und du bietest ja,

Speaker:

ich sag mal, Retreats jetzt in meiner Sprache an

Speaker:

für Frauen in Führungspositionen, die Witwe geworden

Speaker:

sind. Das Thema fällt einem ja nicht auf die Füße. Wie

Speaker:

bist du zu dem Thema gekommen? Ich

Speaker:

bin genau, also ich bin selbst meine beste

Speaker:

Zielgruppe. Ich bin selber 2019 plötzlich

Speaker:

Witwe geworden. Ich habe mit meinem Mann zusammen ein Catering

Speaker:

in Berlin geführt, also selbstständig und

Speaker:

wir hatten illustre Kunden wie die Amerikanische Botschaft und die Blumen

Speaker:

Group und haben uns da schon seit zehn Jahren reingetigert. Und dann

Speaker:

ist er plötzlich gestorben, plötzlich, weil

Speaker:

er von seiner Krebserkrankung geheilt war und alles war gut.

Speaker:

Und plötzlich ist er gestorben an Rezidiven Krebs. Und da stand ich selbst

Speaker:

vor diesem Problem und das halt sozusagen

Speaker:

mitten im Leben. Ich war damals 40, 41

Speaker:

und man stellt sich ja eine Witwe immer

Speaker:

irgendwas, ich sag mal ü ohne jetzt despektierlich

Speaker:

sein zu wollen, vor und denkt, diese

Speaker:

Person ist abgesichert, alles ist gut und so. War halt bei mir nicht der

Speaker:

Fall. Und ich, ich habe das ganze Catering

Speaker:

hingeschmissen, weil ich nicht mehr konnte. Ich war, es war quasi, als

Speaker:

wäre man mit dem Auto gegen eine Wand gefahren. So und

Speaker:

dann habe ich mich irgendwie anderthalb Jahre lang da

Speaker:

rausgekämpft und in mir brennt halt das

Speaker:

selbstständigen Licht. Und ich glaube, das hat mich

Speaker:

auch sehr gut dadurch getragen. Und

Speaker:

über die Zeit ist mein danach Blog gewachsen, weil es geht um das

Speaker:

Leben danach um das Leben. Es gibt das Leben

Speaker:

und dann halt entsprechend das. Das ist dieses, was dann nach

Speaker:

so einem Erlebnis kommt Und ich glaube, das führt dann auch

Speaker:

sehr gut zu deinen Fragen, weil mit diesem

Speaker:

Prozess, wenn man sowas einmal erlebt im Leben, hat man

Speaker:

quasi ein Memento mori in seinem eigenen Leben und man

Speaker:

bekommt eine absolut andere Sichtweise auf das Leben.

Speaker:

Und das ist das Positive. In dem Negativen, dass es so zeitig passiert ist,

Speaker:

dass ich dieses Wissen in mein neues Leben übersetzen

Speaker:

konnte. Und diese Sprache sprechen halt wenige. Und das

Speaker:

ist genau das, wie ich halt jetzt Frauen, hauptsächlich Witwen, die halt

Speaker:

Arbeitnehmer sind, Führungspersönlichkeiten,

Speaker:

selber Selbstständige, wie ich denen helfe,

Speaker:

stromlinienförmig, sage ich mal, da durchzukommen. Also die müssen sich nicht das

Speaker:

hart erarbeiten, was ich mir halt hart erarbeitet habe.

Speaker:

Ja, zumal du bietest ja im Endeffekt das jetzt an, was du

Speaker:

möglicherweise damals dringend gebraucht hättest, gesucht

Speaker:

hättest, aber es gab nichts.

Speaker:

Ganz genau. Das ist der Punkt.

Speaker:

Meine Art und Weise oder die Art und Weise, wie mein Partner kommuniziert

Speaker:

haben, war sehr lustig. Wir hatten

Speaker:

sehr viel Humor in unserem Leben und als dann mein Partner gestorben

Speaker:

war, wusste ich nicht wohin damit. Und ich konnte mich nur

Speaker:

an amerikanischen oder englischsprachigen Seiten orientieren, die daran

Speaker:

sehr andere Herangehensweise an die Trauer haben. Also wo

Speaker:

lustige Memes waren, so zum Beispiel Witwenleben,

Speaker:

erster Monat, wo dann so eine Barbie Puppe zwischen Müllsäcken und

Speaker:

Pizzaschachteln waren Und ich dachte, ja, das fühle ich so sehr,

Speaker:

weil im Deutschen ist das halt alles noch so

Speaker:

steif, Da kommt eine Kerze ins Bild, ein Regenbogen und dann war's

Speaker:

das Und ich dachte, Gott, das bin ich nicht, so alt werde ich niemals werden.

Speaker:

Und irgendwann dachte ich dann später, als ich schon

Speaker:

weiter war, sowas, sowas müsste man gründen. Okay, ich

Speaker:

tue es. Ja klar.

Speaker:

Und wahrscheinlich gab es dann einige, die haben dich unterstützt, aber noch mehr, die haben

Speaker:

gesagt, was hast du jetzt wieder vor?

Speaker:

Ja, die meiste Frage war, das willst du

Speaker:

machen, damit willst du Geld verdienen, Dafür verlangt man doch kein Geld

Speaker:

mit Trauerbegleitung. Du willst dich jeden Tag damit beschäftigen,

Speaker:

du willst dir die Geschichten anhören. Wie kannst du dir das noch anhören? Sei

Speaker:

froh, dass du da raus bist. Also das ist so ständig so ein Satz, den

Speaker:

ich höre. Wie kannst du dir das jeden Tag anhören? Ja,

Speaker:

und dabei ist es ja im Endeffekt, die Trauer ist eine Transformation

Speaker:

von Leben oder du hast vorhin gesagt Trauer

Speaker:

und Trauer. Man

Speaker:

erfindet oder Frau erfindet sich ja in dem Moment neu und

Speaker:

möglicherweise, und das ist

Speaker:

die positive Botschaft, aber auch das Risiko, du wirst stärker

Speaker:

und möglicherweise auch so stark, dass das bisherige

Speaker:

Umfeld nicht mehr passt. Ganz genau.

Speaker:

Es ist, da habe ich mich versprochen. Genau, ich meinte Leben

Speaker:

zu leben und ich habe sogar Frauen in meiner

Speaker:

Community, die sind schon bei Leben, da ist es sogar zweimal passiert, wo man

Speaker:

sich sagt, oh mein Gott und diese

Speaker:

Transformation, es ist ja, es ist ja ein großer Fehler zu

Speaker:

sagen, ich werde wieder die alte oder

Speaker:

ich möchte mein altes Leben zurück oder ich muss

Speaker:

die Trauer überwinden. Es ist ja vielmehr

Speaker:

ein neues Leben. Es ist wie ein Verpuppungsprozess. Man wird

Speaker:

jemand vollständig anderes und manche Freunde

Speaker:

kommen halt nicht mit. Also mein Lieblingssatz ist ja,

Speaker:

Trauer ist wie Persönlichkeitsentwicklung auf Speed.

Speaker:

Bisschen unpopuläre Meinung, aber

Speaker:

man wird halt gefühlt 10 Jahre nach vorne katapultiert in

Speaker:

seinem Wissen, Tun und Begreifen der ganzen. Situation

Speaker:

des Lebens, wenn man es zulässt,

Speaker:

wenn man es zulässt, wenn man natürlich auch ich

Speaker:

lasse mich von außen her bestimmen, was

Speaker:

möglicherweise mein Chef, meine Chefin von mir erwartet, was die Nachbarin

Speaker:

erwartet, was der Freundeskreis erwartet.

Speaker:

Ja, da muss man sich schon dann auch sagen,

Speaker:

Leute, es ist mein Leben.

Speaker:

Ja, das ist, das merke ich bei Personen,

Speaker:

die aus der ländlichen Gegend kommen, die keine Richtwerte,

Speaker:

keine Person haben, wo die sich dran, ja, wo sie sehen,

Speaker:

oh, es geht auch anders, die auch ein bisschen, ja,

Speaker:

wo Selbstliebe fehlt, die möchten angepasst sein, niemanden auf

Speaker:

die Füße treten, auf dem Schlips treten. Das ist ja auch ein sehr großes Thema

Speaker:

bei Frauen übrigens besonders so in meiner Altersliga, die Jüngeren,

Speaker:

die sind da schon ein bisschen schneidiger und

Speaker:

deswegen ist dieses Angebot ja auch digital,

Speaker:

weil die meisten Frauen suchen nachts, wenn sie nicht schlafen können und dann

Speaker:

stolpern sie über meine Seite und es ist ja immer gut,

Speaker:

Freunde zu haben, die quasi schon was wagen oder

Speaker:

man sollte sich ja generell nach Leuten richten, die das geschafft

Speaker:

haben, wo man hin will oder ein immer

Speaker:

neugierig halten. Also ich sag mal ein bisschen

Speaker:

die einen hochziehen und nicht die einen runterziehen.

Speaker:

Und besonders in der Trauer ist es ja im Englischen gibt es ja diesen Spruch

Speaker:

like crabs in a basket, also wie Krabben im Korb

Speaker:

und es gibt halt die eine Krabbe, die über den Rand die raus will und

Speaker:

dann sind halt alle anderen Krabben da unten und die zerren sie wieder runter. Und

Speaker:

da muss man aufpassen. Eigentlich sollte man schon die Krabbe seien ja aus

Speaker:

dem Korb rauskrabbelt, weil es gibt nur ein Leben. Und wiederum

Speaker:

haben Trauernde das sehr schnell erkannt, weil sie merken

Speaker:

auf einmal, dass alles, was dir versprochen oder viele Dinge, die dir versprochen

Speaker:

wurden oder wie du denkst, dass die ablaufen, merkst du auf einmal, dass sie nicht

Speaker:

so ablaufen. Also gewisse Grundsicherung, Grundsicherung

Speaker:

funktionieren nicht so, irgendwelche Versicherungen zahlen nicht so,

Speaker:

irgendwelche Renten funktionieren nicht so wie man wie es einem

Speaker:

versprochen wurde. Und du merkst, dass du jetzt in der zweiten

Speaker:

Hälfte und deswegen bin ich ein bisschen dankbar, dass es mir so zeitig passiert ist,

Speaker:

dass man die Weichen ein bisschen anders stellen muss. Ja

Speaker:

in letzter Konsequenz ist es ja auch ein Ereignis, wo du nachher

Speaker:

jetzt weiß ich was wirklich zählt oder was anders

Speaker:

zählt und was nicht oder.

Speaker:

Absolut. Was meine Frauen alle durch die

Speaker:

Bank weg bestätigen. Sie haben keine Toleranz mehr für Bullshit.

Speaker:

Du merkst auf einmal, was im Leben zählt, was

Speaker:

übrigens das ist, was ein absoluter Gewinn für

Speaker:

Arbeitgeber ist, weil

Speaker:

der jeweilige Angestellte, dem sowas passiert ist,

Speaker:

der kann auf einmal entscheiden von wichtig zu unwichtig.

Speaker:

Mehrere Frauen bei uns in der Community, die haben mir bestätigt, dass sie

Speaker:

mittlerweile zur rechten bzw. Linken Hand von ihrem

Speaker:

Chef geworden sind, weil sie mittlerweile nicht mehr sich in

Speaker:

dieses oh, wann ist Brückentag, wann ist das? Wie viel Stunden stehen jetzt so

Speaker:

und so weiter. Die Diskussion gibt es nicht mehr. Jetzt ist jetzt wird das

Speaker:

große Ganze gesehen, was ist wichtig für die Firma? Und das

Speaker:

ist eine spannende Erkenntnis. Also man hat keine Toleranz mehr für

Speaker:

Kleinigkeiten. Das heißt aber im umgekehrten Fall,

Speaker:

es hat auch sicherlich ein paar in deiner Community gegeben, die gesagt

Speaker:

In diesem Unternehmen arbeite ich nicht weiter, hier passe ich nicht mehr rein, die

Speaker:

können mich nicht führen oder ich sage mal so ich mach

Speaker:

klare Ansagen und greif in Watte.

Speaker:

Ja und auch ganz Ich mache jetzt mein eigenes

Speaker:

Ding, ich finde jetzt raus, was ich möchte. Okay, ich habe jetzt die ganze Zeit

Speaker:

für den Arbeitgeber das gemacht, ich werde nicht belohnt, ich werde nicht glücklich,

Speaker:

ich komme hier nicht weiter und mein Leben ist

Speaker:

nur dieses eine Jetzt bin ich relativ frisch, jetzt wage ich noch mal was

Speaker:

Neues, kommt vielleicht auch noch in diese Altersstufe rein, weil ich

Speaker:

viele Frauen zwischen, also um die 50 habe, da kommt das ja auch noch

Speaker:

dazu. Ja.

Speaker:

In den Firmen erlebe ich ganz häufig eine

Speaker:

Unklarheit, eine Unvorbereitetheit und auch

Speaker:

eine Sprachlosigkeit.

Speaker:

Wie erlebst du das oder wie erleben das deine

Speaker:

Mitglieder?

Speaker:

Meine Mitglieder haben, weil es vieles, auch

Speaker:

Jobs in der Gesundheitsbranche ist, wo eine gewisse

Speaker:

Sensibilität schon für das Thema gegeben ist,

Speaker:

haben die festgestellt, dass die Arbeitgeber den

Speaker:

Trauernden Raum geben, um sich zu entfalten

Speaker:

und dass sie die Möglichkeit haben, wenn es ihnen nicht

Speaker:

gut geht, nach Hause gehen zu dürfen, dass sie das offen

Speaker:

benennen können. Aber ich kann mir das aus alten

Speaker:

Arbeit, aus alten Angestelltenverhältnissen von mir sehr gut

Speaker:

vorstellen, dass also generell bei den Menschen besteht da ja eine

Speaker:

Sprachlosigkeit, weil jeder, der mit einem Trauernden konfrontiert

Speaker:

wird, reflektiert erstmal, wie er selber mit der Situation umgehen würde.

Speaker:

Und das ist so ein Schock, selber vor diese Endlichkeit gestellt zu werden

Speaker:

von sich oder seinem Partner, dass man diesen Gedanken einfach

Speaker:

nur entfliehen möchte. Und das ist natürlich der Grund, warum

Speaker:

das Umfeld, manches Umfeld so reagiert, wie es reagiert.

Speaker:

Und das kann natürlich fürchterlich nach hinten losgehen, wenn der Arbeitgeber sagt,

Speaker:

Kopf runter und durch die soll sich mal nicht so anstellen, der eine

Speaker:

Tag frei ist jetzt rum und jetzt kann sie mal wieder abliefern.

Speaker:

Damit ist sofort in der Schublade die Kündigung.

Speaker:

Genau, die innerliche Kündigung. Ich habe ja auch gerade Zahlen,

Speaker:

dass jeder Neunte kündigt dann auch, wenn

Speaker:

sowas passiert, dann ist halt generell so die innere

Speaker:

Kündigung sowieso da. Man ist dann auch müde

Speaker:

mitzumachen, also man hat dann keine Lust mehr auf den ganzen Spuk.

Speaker:

Absolut, ja. An der Stelle, es gibt eine

Speaker:

Untersuchungen aus Frankreich aus dem letzten Oktober, also Oktober

Speaker:

25 die gehen sogar von jedem 8,25 oder

Speaker:

8 ein Viertel aus. Und wenn

Speaker:

ich mir einfach die ganzen Untersuchungen angucke

Speaker:

mit Verbundenheit mit dem Unternehmen, das geht ja die ganzen Jahre schon

Speaker:

zurück. Und in dem Moment, wo ich gerade in so einer Extremsituation

Speaker:

allein gelassen werde, weiß ich nicht, ob

Speaker:

ich da noch bleibe. Absolut. Und parallel hat

Speaker:

man gesehen, wie zum Beispiel der Arbeitsplatz

Speaker:

des gerade verstorbenen Ehemannes, der vielleicht auch selber

Speaker:

Geschäftsführer war, Partner in der Firma, das ist sehr oft passiert, der

Speaker:

eigentlich eine wirklich wichtige Position in diesem

Speaker:

Unternehmen hatte. Nach zwei Monaten wird kein

Speaker:

Wort mehr darüber geredet, da wird nicht mehr mit der Witwe geredet. Der Job

Speaker:

ist wegrationalisiert. Und das ist jetzt schon die Position, die, sage ich mal,

Speaker:

wichtig, wichtig ist in Anführungsstrichen. Und ein normaler Angestellter, der Platz ist

Speaker:

nach Monat, ist vergessen. Und wenn du

Speaker:

weißt, dass du so schnell vergessen bist in einem

Speaker:

Angestelltenverhältnis, warum jetzt noch anstrengen?

Speaker:

Ganz klar, ganz klar. Also wir haben ja ganz

Speaker:

bewusst einfach auch Handlungsleitfäden für Führungskräfte gemacht, weil

Speaker:

es sind immer wieder dieselben Themen, die aufstoßen. Und

Speaker:

dann sagen wir eben halt von vornherein, liebe Geschäftsführung, wie

Speaker:

sollen eure Führungskräfte damit umgehen? Und das verschriftlichen

Speaker:

wir, sodass eben jede Führungskraft genau weiß, was gilt in

Speaker:

meinem Unternehmen, Was kann ich anbieten, ohne irgendwo

Speaker:

Kratzfüße zu machen? Nach dem Darf ich denn jetzt zwei Wochen

Speaker:

freigeben? Dann gibt es einen

Speaker:

Geldscheinurlaub, dann muss der Arbeitgeber sowieso bezahlen.

Speaker:

Aber genau deshalb haben wir das auch entsprechend entwickelt.

Speaker:

Und das hat total Sinn Auswirkungen auf ein Team. Wie

Speaker:

kriegst du das bei deinen Frauen mit.

Speaker:

Irgendwie? Das ist spannend. Das sind meistens

Speaker:

Frauenteams, wo die Mädels sind und

Speaker:

da, das ist so wie so ein warmes Netz, in das die reinfallen.

Speaker:

Da wird gibt es Verständnis, Die können nach Hause gehen, wenn sie sich nicht

Speaker:

fühlen. Und gleichzeitig ist dieser innere Druck Ich

Speaker:

muss ja performen. Ich muss jetzt doppelt und dreifach performen, weil dieser Job ist

Speaker:

wichtig. Und für viele ist es auch eine zweite Heimat. Wenn alles zu Hause

Speaker:

wegfällt, dann ist natürlich der Arbeitgeber

Speaker:

oder der Arbeitsplatz, wenn er gut ist, das Einzige, was noch Halt gibt, weil alles

Speaker:

andere ist ja offensichtlich vaporisiert. Ja

Speaker:

klar, klar. Wie gesagt,

Speaker:

wirtschaftliche Situation hat sich verändert, die persönliche

Speaker:

Situation hat sich verändert, die Werte sind auf den Kopf gestellt.

Speaker:

Möglicherweise kann man die Wohnung nicht halten, muss man die Wohnung noch verändern,

Speaker:

wenn dann noch der Job wackelt,

Speaker:

Was steht denn da noch? Absolut,

Speaker:

absolut. Und dann kommt aber parallel noch eine gewisse

Speaker:

Fatalität. Was soll mir denn noch passieren? Das passiert.

Speaker:

Das wird auch oft gesagt, Ich habe das Schlimmste überlebt, mir kann

Speaker:

niemand mehr irgendwas.

Speaker:

Ja, wie du vorhin auch schon

Speaker:

sagtest, Gott sei Dank ist es mir so früh passiert.

Speaker:

Also jetzt lache ich drüber aber damals war es echt schlimm. Aber genau

Speaker:

geschenkt, geschenkt. Was ich

Speaker:

bei dir auf LinkedIn immer wieder gesehen du bietest

Speaker:

für deine Community Retreats an.

Speaker:

Wie ist das eigentlich? Und da kommen wir auch zu einem Punkt, Du hast auch

Speaker:

gesagt, wen es hier im

Speaker:

Augenblick betrifft und uns zuhört, hast du einfach da auch,

Speaker:

ich sag mal, ein Angebot, wo ich denke, das ist einfach klasse.

Speaker:

Was passiert eigentlich bei diesen Retreats? Wie muss ich mir das vorstellen?

Speaker:

Habe ich da jetzt eine Mädelsgruppe von

Speaker:

50 Leuten, von 50 Damen,

Speaker:

die da im Netzwerk sind und du sagst, vom 1. Bis zum 3. März

Speaker:

mache ich einen Retreat? Wer kommt, ist da oder wie läuft das?

Speaker:

Im Prinzip genau so. Also stell dir das nicht so vor,

Speaker:

als wenn da jetzt sechs Frauen sind, die die ganze Zeit konstant

Speaker:

weinen und leiden. Im Gegenteil.

Speaker:

Also der Hintergedanke ist, ich fange mal so an, Du kannst

Speaker:

nur als Community Member bei uns in das Retreat kommen. Der Gedanke

Speaker:

dabei ist dieser, dass du egal wer kommt, du

Speaker:

kennst diese Person schon. Es fängt auch noch eher an, dass ich

Speaker:

die Mitglieder für die Community aussuche, als man hat ein gewisses

Speaker:

Bewerbungsverfahren, dass man mit dabei ist, damit die Gruppe auch

Speaker:

eine gewisse Art von Homogenität hat. Also natürlich

Speaker:

sind nicht alle beste Freunde, aber alle haben sehr gute

Speaker:

Deckungspunkte, kommen klar. Und dann ist das halt auch so, oh, jetzt fliegt

Speaker:

XY nach Zypern. Ich mache die Retreats auf Zypern

Speaker:

in meiner neuen Heimat und gewöhnlich

Speaker:

sind vier bis sechs Frauen dabei und das geht fünf Tage

Speaker:

lang. Jeder kennt sich, das Vertrauen ist da, man hat miteinander sofort

Speaker:

ein Thema zu schnacken und ja, es sind schon viele Freundschaften

Speaker:

passiert entstanden. Die Mädels besuchen sich gegenseitig,

Speaker:

machen gegenseitig irgendwelche Ausflüge und reisen unabhängig von dem

Speaker:

Retreat. Ja, und dann gibt es die absolute Fülle.

Speaker:

Also ich sorge dafür, dass es den Mädels richtig gut geht, mit

Speaker:

vorne bis hinten bekochen machen. Die müssen sich um gar nichts Sorgen machen. Ist so

Speaker:

ein bisschen wie zur Mama kommen, immer steht ein lecker

Speaker:

Frühstück essen da, der ganze Tag ist getaktet oder wir gehen einfach

Speaker:

nur ins Meer und liegen in der Sonne. 320 Sonnentage, das ist nicht

Speaker:

so schwierig und die können da einfach

Speaker:

Leben tanken. Das ist so ein bisschen Urlaub von der Trauer und es wird unfassbar

Speaker:

viel gelacht. Eigentlich wird mehr gelacht als geweint.

Speaker:

Also es ist wie die Klassenfahrt mit den Coolen,

Speaker:

wobei wir jetzt die Coolen sind. Ja.

Speaker:

Und mein Angebot, Du kannst ja. Auch nicht immer nur trauern.

Speaker:

Ne, das der Punkt ist ja, es passiert in einer

Speaker:

Minute ungefähr zehn verschiedene Gefühle gleichzeitig. Das ist so

Speaker:

ein bisschen wie in der Pubertät. Du lachst

Speaker:

wie eine Verrückte und in der nächsten Sekunde musst du schon wieder heulen, dann

Speaker:

lachst du darüber, dann passiert wieder was anderes. Das ist also

Speaker:

deine Gefühle, die machen diesen und dein Hirn ist die

Speaker:

ganze Zeit an. Also es passieren ständig Dinge. Also die

Speaker:

Neuroplastizität, das möchte ich mir gar nicht vorstellen, was in dem Gehirn da alles

Speaker:

vorgeht, ist natürlich furchtbar anstrengend. Also

Speaker:

um neun ist da Schicht neun. Zehn liegt jeder in der Haie

Speaker:

und ist halt auch fertig mit der Welt.

Speaker:

Der Schlag muss jetzt nacharbeiten. Genau,

Speaker:

genauso ist es. Und was mein Angebot

Speaker:

wäre, das wäre speziell für Arbeitgeber, dass

Speaker:

ich, dass die sozusagen diese begleitende Community,

Speaker:

die ich da anbiete, im Grunde genommen für ihre

Speaker:

Arbeitnehmerin bezahlen, also das Abo übernehmen,

Speaker:

weil was passiert? Gewöhnlich ist es ja so, wenn man frisch in der Trauer

Speaker:

ist, am Anfang erzählt man jedem, was passiert ist. Man muss

Speaker:

sich klarreden, dass das passiert ist, weil man sich, weil man das gar nicht

Speaker:

fassen kann. Und irgendwie benutzt man

Speaker:

jedes Gegenüber Trauma Dumping, sage ich mal, als Stichwort, um

Speaker:

diese Geschichte zu erzählen. Und wir Menschen, die anderen Menschen, die damit

Speaker:

nichts zu tun haben, die sind komplett überfordert. Und was

Speaker:

aber passiert, wenn die Mädels in die Community kommen, ist, sie können dort

Speaker:

präsent über die Trauer reden oder wie es

Speaker:

weitergeht, über Mechanismen, was hilft, was in der Trauer hilft, wie man

Speaker:

gerade irgendwelche Dinge, die genau jungen Witwen passieren,

Speaker:

womit die sich rumschlagen müssen, werden dort erörtert. Irgendeiner hat das

Speaker:

schon irgendwie erlebt und es gibt sofort Hilfe. Und das macht,

Speaker:

dass die Mädels die Trauer mit denjenigen besprechen, die es verstehen,

Speaker:

sind zu Hause für ihre Freundinnen, die Freundin.

Speaker:

Okay, ein bisschen verändert natürlich schon, aber es geht nicht mehr hauptsächlich um die Trauer

Speaker:

und natürlich für den Arbeitgeber, weil auch Sachen gelehrt werden

Speaker:

und beigebracht werden, die effektiv notwendig sind für den Job. Also

Speaker:

wir reden über Ki über Dinge, über alles was notwendig

Speaker:

ist, über ja auch, ich sag mal,

Speaker:

Marketing Geschichten, wenn es Selbstständige dabei sind. Also die Themen sind

Speaker:

mannigfaltig, die da zur Sprache kommen und und die,

Speaker:

ich glaube, ich habe noch keine Zahlen, aber ich glaube meine

Speaker:

Mädels, die kommen wesentlich schneller durch die Trauer, als wenn ich mich

Speaker:

selbst vergleiche zum selben Zeitpunkt, weil sie natürlich Zugang zu

Speaker:

massivem Wissen haben. Das eine ist massives

Speaker:

Wissen, also die Zahlen, die hätte ich auch nicht, aber

Speaker:

alleine das, was ich weiß von anderen, kann ich

Speaker:

mir gut vorstellen, dass es da um einen Faktor 2

Speaker:

oder 0,5 schneller durch ist.

Speaker:

Zumal es kommen ja dann einfach auch Fragen, die kann ich ja

Speaker:

jemand ganz anders gar nicht fragen.

Speaker:

Also ich sage jetzt einfach mal so, in dem Moment, wo du mit 41

Speaker:

Witwe geworden bist, da sagst du natürlich auch nicht, ich

Speaker:

gehe jetzt ins kloster, bis ich 100 bin. Das heißt also dann hast du

Speaker:

einen neuen Partner. Wie gehe ich denn jetzt mit der Situation um?

Speaker:

Nur da jemanden zu fragen, der die Situation noch nicht durch hat, der

Speaker:

sagt. Sag mal, geht's noch Ganz genau,

Speaker:

egal was du tust, das ist falsch. Also willst du dir nicht mal einen neuen

Speaker:

suchen oder was jetzt schon. Also du wirst natürlich wieder

Speaker:

gewertet in jeder Himmelsrichtung und wie genau das alles abläuft,

Speaker:

weil die Mädels kommen aus einer langen Beziehung, die waren, ich sag mal,

Speaker:

im Ideal 20 30 Jahre, 10 Jahre weg vom

Speaker:

Markt, alles hat sich verändert. Wie geht denn das jetzt? Wen frage ich denn jetzt?

Speaker:

Die Freundinnen sind meist noch in einer festen Beziehung seit

Speaker:

Jahren, Die sind dann eher düpiert, dass man diese Themen anspricht.

Speaker:

Dann erlebe ich auch oft, dass dann Freundinnen so, ja,

Speaker:

du kannst das ja machen, wo dann so irgendwann später sogar Neid

Speaker:

aufkommt. Das ist auch eine spannende Sache. Ja, bis hin dazu will ich mir jetzt

Speaker:

meinen Partner ausspannen. Auch das ist eine

Speaker:

ganz große Nummer, dass alleinreisende

Speaker:

Witwen beschreiben, dass auf einmal

Speaker:

entweder Freundinnen, Mitreisende oder die am Nachbartisch, wo dann auf

Speaker:

einmal der Ehemann jovial am Buffet da

Speaker:

anrampelt und so, du so heute Abend, was machst du so? Und hinten

Speaker:

so die Ehefrau biestig guckt, alles passiert.

Speaker:

Ja,

Speaker:

Wir könnten Bücher darüber schreiben, das. Kann ich mir

Speaker:

gut vorstellen. Und ja, das ist

Speaker:

ein total wichtiges Thema, weil das brennt natürlich auf den Nägeln und kommt

Speaker:

natürlich als erstes Und in der

Speaker:

Tat ist die Community ja aufgrund dessen

Speaker:

geworden, was sie ist, ein sicherer Bereich, weil mein erstes

Speaker:

und Hauptthema war Sexualität in der Trauer ist ein riesen Tabu

Speaker:

und darüber bekomme ich viele Member.

Speaker:

Ja, ich denke, das ist ja einfach auch,

Speaker:

du musst ja auch die Trauer irgendwie auch ausleben und

Speaker:

bis hin dazu eben halt auch eine neue Lebendigkeit spüren.

Speaker:

Und das ist eben ein ganz klar ein Teil auch Sexualität.

Speaker:

Absolut. Zumal du ja im Herzen,

Speaker:

also du bist ja, oder anders gesagt, die Liebe verändert sich nicht zu dem

Speaker:

verstorbenen Partner, die bleibt, die bleibt immer, aber der Körper ist

Speaker:

der Körper und der Körper will Dinge. Richtig,

Speaker:

richtig, richtig. Und Trauer

Speaker:

heißt für mich einfach auch den vorherigen Lebensabschnitt

Speaker:

einfach auch zu integrieren. Das heißt ja immer auch

Speaker:

Trauer. Und das habe ich ja früher, als ich am Anfang

Speaker:

Pfarrer gewesen bin in den ersten Gemeinden, habe ich auch immer gesagt,

Speaker:

Trauer heißt loslassen. Nein, Trauer heißt nicht loslassen, sondern Trauer heißt

Speaker:

das Gewesene zu integrieren, denn es ist ein Teil von mir, es

Speaker:

bleibt ein Teil von mir, es wird ein Teil von mir sein, aber in der

Speaker:

anderen Form. Absolut. Ich

Speaker:

sage gerne oder wir sagen gerne, wir Mädels, wir haben

Speaker:

eine, ein polyamoröses Verhältnis

Speaker:

mit einem Geist, weil der Partner, der

Speaker:

verstorbene Partner ist immer dabei, der ist in deinem Herzen, die

Speaker:

Liebe lässt nicht nach. Es ist manchmal noch so ein verrücktes

Speaker:

Gedankenspiel. Oh mein Gott, was wäre denn jetzt, wenn in diesem neuen Leben auf

Speaker:

einmal der alte Partner wieder erscheint. Also

Speaker:

und das ist noch mal ein anderes Gedankenspiel, weil es gerne verglichen wird

Speaker:

mit, ja, es ist ja wie mit einer schlimmen Trennung. So eine Trauer ist ja

Speaker:

wie eine schlimme Trennung, aber der getrennte Partner

Speaker:

lebt ja weiter. Der lebt ja wie so eine Möhre vor der Nase da.

Speaker:

Man kann ihn hassen oder man kann ihn noch heimlich anschmachten.

Speaker:

Vielleicht gibt es ja noch eine Möglichkeit, aber der tote Mann ist

Speaker:

und bleibt tot. Richtig,

Speaker:

Ja.

Speaker:

Wie ist das, Wie erlebst du das? Also ich bin ja im

Speaker:

Bundesverband Männertrauer

Speaker:

aktiv und wie erlebst du das an der Stelle? Frauentrauer

Speaker:

und Männertrauer?

Speaker:

Also ich kann mich jetzt persönlich nur auf meine

Speaker:

Statistiken und SEO Ergebnisse stützen.

Speaker:

Oder anders gesagt, also wir haben einen Mann in der

Speaker:

Community, der hat Ausnahmerecht, weil er schwul ist,

Speaker:

weil er hat seinen Partner verloren. So

Speaker:

und ich hatte damals Als ich nach

Speaker:

Suchbegriffen für Google gesucht hab, bin ich über den

Speaker:

Suchbegriff gestolpert, suche Ersatz für meine verstorbene Frau.

Speaker:

Und das war richtig viel, das waren 200 pro Monat.

Speaker:

Also ist für Google Suchbegriff schon sehr schön, sehr gute

Speaker:

Zahl, um eine Seite aufzubauen. Da habe ich gedacht, so das

Speaker:

gucke ich jetzt mal, das Frauenpendant. Ich suche Ersatz für meinen

Speaker:

verstorbenen Mann. Null. Null.

Speaker:

Und das ist das, was ich Zahlen, Daten, faktenmässig

Speaker:

sehe, dass Männer, besonders wenn sie mit kleinen Kindern

Speaker:

noch übrig geblieben sind, dass sie schnell eine Frau suchen, die

Speaker:

sich dann darum kümmert, dass sie schneller in das Operative

Speaker:

gehen. Ich vermute,

Speaker:

natürlich trauern sie auch, natürlich haben sie den Schmerz, um Gottes Willen, aber

Speaker:

sie schieben das auf ein anderes Level nach hinten, wo eine Frau eher

Speaker:

das Reden bereden muss in ihrem Netzwerk. Sie muss sich

Speaker:

klarreden, das auseinanderreden. Und ich vermute,

Speaker:

dass einfach, ich könnte mir vorstellen, dass Männer einfach mit einem

Speaker:

anderen Mann an die Bar gehen, in Whisky trinken und sagen und du so

Speaker:

Prost, so stelle ich mir das vor. Gar nicht mal. Ich glaube eher,

Speaker:

das habe ich mal in einem Interview mit dem Martin

Speaker:

Kreuz rausgearbeitet, dass wir einfach gesehen

Speaker:

haben, Frauen gehen direkt in die Trauer und

Speaker:

sprechen das auch miteinander ab und die Männer müssen sie im Endeffekt

Speaker:

verhackstücken. Nur es hat jeder im Wald nebendran,

Speaker:

wo er die ganze Zeit Holz hacken kann, sondern

Speaker:

die müssen das im Endeffekt ausagieren, ob das jetzt

Speaker:

noch über Fitnessstudio ist oder was oder Mehrarbeit oder

Speaker:

was auch immer. Und in der Regel kommt nach sechs

Speaker:

Monaten die dicke Trauer bzw. Dann auf einmal

Speaker:

das Loch. Und in dem Moment wird

Speaker:

spannend.

Speaker:

Faszinierend. Da kann ich dir noch mit eine Überlappung geben,

Speaker:

weil ich beobachte das auch bei meinen Frauen. In

Speaker:

den ersten halben Jahr ist noch dieser Traumaschutz,

Speaker:

sage ich mal, wo der Körper dich schützt, so vor dem Gefühl und du hast

Speaker:

auch noch die Restenergie von dem Leben davor, Du hast ja so eine gewisse

Speaker:

Energie, dann passiert die Trauer, dann passiert der Tod,

Speaker:

dann machst du die Beerdigung, dann lebst du noch drei, vier, fünf

Speaker:

Monate. Du hast zwar diesen rasenden Schmerz, den hast du, aber

Speaker:

du funktionierst, du kannst das Testament machen, also diese ganzen

Speaker:

Regelungen, die da passieren und nach sechs Monaten oder im ersten

Speaker:

Trauerjahr, nach Ende davon, dann kommt das Loch, dann passiert

Speaker:

irgendein großer Hieb nach unten, da gehe ich mit dir komplett

Speaker:

mit. Ja, und das ist wiederum auch

Speaker:

gut für Personalabteilungen, das zu wissen, dass man eben halt nicht

Speaker:

jemanden als oberste Spitze für das große Vorzeigeprojekt

Speaker:

einsetzt, was genau in 6 Monaten seine Präsentation hat.

Speaker:

Oh Gott, sehr guter Hinweis. Ich habe übrigens einen sehr schönen

Speaker:

Blogartikel geschrieben, Die Phasen der Trauer, wo das genau jetzt noch mal

Speaker:

neu betrachtet wird, dass gerade das von Frau Kübler

Speaker:

Ross ist schon richtig, aber es gibt neue Erkenntnisse. Es gibt das

Speaker:

fantastische Buch the Griefing Brain, das ist nur

Speaker:

in Englisch rausgekommen, aktuell oder für uns verfügbar. Und da

Speaker:

wird das genau beleuchtet, was in dem Körper so passiert. Und da steht das halt

Speaker:

genau, dass es eher nicht nach einer

Speaker:

Abfolge von Phasen ist, sondern alle Phasen sind gleichzeitig.

Speaker:

Das meinte ich vorhin mit das Hirn macht Lachen, Trauern, Schock,

Speaker:

verhandeln. Genau, also wen das interessiert, das Buch kann ich auch unten

Speaker:

dran verlinken. Das ist

Speaker:

Francis, ich komme, eine Psychologin aus

Speaker:

Arizona. Ganz

Speaker:

genau, die das auch beschrieben hat, dass ein Schmerz, der Schmerz im Körper

Speaker:

ist real, den man da spürt. Du kannst den auch im ganzen Körper

Speaker:

nachweisen, aber keine Stelle. Genau. Und ja,

Speaker:

veränderte Herzraten, veränderte

Speaker:

biometrische Werte. Also das macht

Speaker:

sowas von mit dir. Und ich hatte verschiedene

Speaker:

Schmerzen in meinem Leben, die eigentlich schon reichen. Und das hat dem

Speaker:

Ganzen noch mal das Sahnehäubchen draufgesetzt mit Karamellsoße aus

Speaker:

Schmerz. Absolut, absolut.

Speaker:

Jetzt haben wir viel gesprochen. Wie ist das, wenn ich jetzt

Speaker:

als frische Witwe Unterstützung haben will,

Speaker:

Wie erreiche ich dich eigentlich? Du kommst auch einfach auf

Speaker:

meiner Seite vorbei,

Speaker:

meldest dich idealerweise auf den Newsletter an, schreibst mir über meine

Speaker:

Seite, das sind überall Kontaktformulare und E Mails versteckt. Du

Speaker:

kannst dich direkt, kannst mich kontaktieren, kleinen Austausch,

Speaker:

einfach mal schnacken, worum es geht. Ich biete 1 zu 1 an,

Speaker:

aber das Beste ist wirklich die Community, weil man da das geballte,

Speaker:

ja wie soll ich sagen, Blasenwissen hat.

Speaker:

Ja, Peergroup. Also ich kann nur raten, in die

Speaker:

Community zu kommen, weil das macht was mit dir. Und der Newsletter,

Speaker:

der kommt jeden Montag früh um acht. Der Champagner

Speaker:

Newsletter habe ich so genannt, weil die Champagner,

Speaker:

wer es kennt, Witwe Kliko heißt das ja übersetzt

Speaker:

Und damals die ganzen Champagnerhäuser haben ja die Frauen

Speaker:

geführt, weil die Männer auf obskure Weise so oder so gestorben

Speaker:

sind. Und damals halt im 17. 18. Jahrhundert hattest du als Witwe

Speaker:

plötzlich die Rechte eines Mannes. Und deswegen haben

Speaker:

Witwen da so einen Sonderstatus. Deswegen heißt der Champagner Newsletter. Und da

Speaker:

gibt es halt jede Woche Tipps, Ideen, Gedanken,

Speaker:

wie man halt in seinem Alltag irgendwie mit der Trauer

Speaker:

klarkommt, das besser verarbeitet. Das sind so klitzekleine Gedanken und ein

Speaker:

bisschen Humor, damit man mal wieder lachen kann. Also positive

Speaker:

Gedanken, weil das ist, was ich tue. Ich nehme was

Speaker:

Negatives, ich drehe es ins Positive. Das ist im Grunde genommen meine

Speaker:

Magie, die ich auch in der Community anwende. Alle kommen

Speaker:

mit einem Weinegesicht, wie meine Freundin sagen würde, rein und gehen

Speaker:

lachend wieder raus. Ich sag mal ganz, ganz

Speaker:

herzlichen Dank, liebe Dana. Danke, dass ich bei dir

Speaker:

sein durfte. Mega. Und schauen wir mal,

Speaker:

was wir als nächstes da irgendwo mal aushecken. Vielleicht gibt es

Speaker:

noch was zusammen. Und

Speaker:

liebe Hörerinnen und Hörer, wenn ihr

Speaker:

noch Fragen habt und es einfach erstmal nicht mitgeschrieben habt, dann

Speaker:

kriegt ihr es auf jeden Fall unter podcastrauermanager

Speaker:

de. Und wenn es dann Fragen an dich sind, Dana, gebe ich das

Speaker:

gerne weiter. Ich sage ganz herzlichen Dank.

Speaker:

Super, Vielen Dank, dass ich bei dir sein durfte. Ganz liebe Grüße nach

Speaker:

Deutschland. Ich freue mich auf unsere weitere Zusammenarbeit. Vielleicht machen

Speaker:

wir Retreat in Nachbarhäusern. Links die Männer, rechts die Frauen.

Speaker:

Wer weiß, wer weiß, wer weiß. Viele Ideen sind da noch. Genau.

Speaker:

Schön. Ich danke dir.

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