🎧🌍 Ein guter Tipp ist Gold wert. Und mit Menschlichkeit kostenfrei Tipps weitergeben, hilft allen. Nachdem ich kurz gefragt wurde, bin ich stolz darauf, am Podcasthonteil 26 zunehmen , dem weltweit größten Wohltätigkeits-Podcast-Event! 💪 Ich werde diese Folge unseres Podcasts der Unterstützung des gemeinnützigen Bundesverbandes Männertrauer (einer Wohltätigkeitsorganisation und einer Sache) widmen, die mir wirklich am Herzen liegt. ❤️
Alleine wenn wir uns bewusst machen, dass 75% aller Suizidversuche von Frauen unternommen werden ... und die Suizidversuche, die tödlich enden, von Männern begangen wird. Professionelle Anlaufstellen spezifisch für Männertrauer sind Mangelware.
Der Bundesverband Männertrauer setzt sich für die Professionalisierung der Beratung ein. Daher begrüße ich die beiden Vorstandsmitglieder des BVMT Dr. Martin Kreuels und Hendrik Lind. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, warum Männer anders trauern und warum es dafür einen eigenen Verband braucht – den BVMT. Stefan Hund führt den Fachbeirat des BVMT.
Spannende Einblicke aus persönlicher Erfahrung und jahrelanger Trauerarbeit machen deutlich, wie vielfältig und individuell Trauer bei Männern erlebt wird.
Der Weg in die Professionelle Trauerbegleitung führt immer über eigene Erfahrung.
Du interessierst Dich für Männertrauer oder suchst Unterstützung? Beim BVMT findest Du Fakten, persönliche Geschichten und geprüfte / supervidierte Begleitung.
Online erreichbar ist der BVMT unter www.bundesverband-maennertrauer.de, außerdem via Facebook, Instagram, LinkedIn und Patreon. Fördermitgliedschaften sind bereits ab 24€/Jahr möglich – ein kleiner Beitrag für ein großes Anliegen.
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Herzlichen Dank fürs Zuhören und Unterstützen – gemeinsam sorgen wir dafür, dass Trauer Raum bekommt und jeder darin professionell begleitet werden kann, egal ob Mann oder Frau.
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Ingenieurbüro Heinke Wedler, Ingenieurbüro für Arbeitssicherheit und ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement. - Laudenbach/Bergstraße
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Mentioned in this episode:
Männer trauern auch, aber Männer trauern anders.
Speaker:Und deshalb gibt es den BVMT.
Speaker:Und im Rahmen des Podcastatons 2026
Speaker:möchte ich euch, liebe Hörerinnen und Hörer, im Rahmen
Speaker:des Podcasts des Trauermanagers den BVMT
Speaker:vorstellen. Und ja, herzlich willkommen euch, liebe Hörerinnen
Speaker:und Hörer, und herzlich willkommen an dich, lieber Martin
Speaker:Kreuz. Lieber Hendrik Lindh, ihr seid
Speaker:Vorstand im BVMT,
Speaker:ja, ich bin an der Stelle der Beirat— Beiratsvorsitzende, und wir
Speaker:wollen euch, liebe Hörerinnen und Hörer, in das Thema
Speaker:Männertrauer einführen. Wie seid ihr zwei zu
Speaker:dem Thema Männertrauer gekommen und braucht es an dieser Stelle eigentlich
Speaker:ein Bundesverband? Er zeigt schon auf mich.
Speaker:Ja, wie man eben zu so einem Thema kommt, mit einer eigenen Geschichte
Speaker:letztendlich, ne. Bei mir ging es darum, dass meine Frau 2009 gestorben ist und ich
Speaker:mich damals auf den Weg gemacht habe und mich diesem Thema immer mehr
Speaker:gewidmet habe und irgendwann dann einen Kurs hatte, den ich angeboten habe, und wir Männer
Speaker:am Ende zusammensaßen, überlegt haben, wie geht's denn jetzt eigentlich weiter,
Speaker:und den Männern in dem Kurs eigentlich klar waren, wir haben für uns
Speaker:Männer, für unser Geschlecht eigentlich kein wirkliches, keine wirkliche
Speaker:Struktur in diesem Bereich, die uns tatsächlich anspricht,
Speaker:auffängt und vielleicht weiterleitet. Und dann war die Idee
Speaker:relativ schnell geboren, einen Bundesverband zu gründen. Eigentlich gar nicht mal
Speaker:erst mal so auf großer Ebene, aber die Rückmeldungen, die wir bekommen
Speaker:haben, waren halt gleich international. Tschuldigung, deshalb war dann von
Speaker:vornherein klar, okay, es muss ein Bundesverband werden, und dann haben wir ihn relativ schnell
Speaker:gründen können. Ja, und ich selber komme aus der anderen Ecke, also
Speaker:ich, arbeite eher mit pauschal— also nicht
Speaker:pauschaler Trauer, die gibt's ja nicht, aber ich arbeite pauschal,
Speaker:sagen wir mal, mit allen Trauernden zusammen und habe verschiedene Communities und
Speaker:krieg seit Jahren mit, der Männeranteil ist sehr,
Speaker:sehr gering, ist aber am Wachsen. Und durch die
Speaker:Community kriegen wir halt— krieg ich halt diese speziellen
Speaker:Bedürfnisse von Männern, von trauernden
Speaker:Männern mit. Genau. Und durch den jahrelangen Kontakt mit
Speaker:Martin war das dann irgendwie natürlich klar, dass ich
Speaker:unbedingt unterstützen möchte, mitmachen möchte. Da bin ich nicht mal
Speaker:in den Ausnahmen. Mein Zugang zum, zum Thema Trauer und
Speaker:Männertrauer ist einerseits ein Berater, mein Bruder starb mit
Speaker:36 und habe ihn an der Stelle ein Monat lang im
Speaker:Krankenhaus, begleitet. Und das andere ist als,
Speaker:langjähriger evangelischer Gemeinde- und Klinikpacher, ich habe über
Speaker:700 Trauersituationen begleitet, sowohl im Krankenhaus
Speaker:als auch in der Gemeinde. Und habe eben halt auch gesehen,
Speaker:die Männer stehen meistens alleine da. Und
Speaker:wenn ich mich so umgucke, die Angebote für Männer
Speaker:zum Trauern werden in fast 90,
Speaker:95% der Fälle von Frauen angeboten, und die Männer
Speaker:gehen nicht hin. Ja, ja, da finde ich, berühren wir
Speaker:direkt ein, ein interessantes Thema.
Speaker:Und, und ich komme immer mehr hin, auch zu sagen, es geht nicht
Speaker:um Männertrauer, sondern es geht um— es geht auch
Speaker:um, oder Hilfen für Männertrauer,
Speaker:sondern es geht Hilfen— es geht auch um Hilfen für den männlichen Anteil
Speaker:in uns, also auch in Frauen, genauso wie wir weibliche Anteile haben. Und
Speaker:viele, sagen wir mal, bereits etablierte
Speaker:Trauerhilfen auch gut tun. So fehlt
Speaker:uns Männern doch noch ein anderer Teil, und ebenso andersrum,
Speaker:ja. Also Frauen, die ihre weibliche— den weiblichen
Speaker:Anteil wirklich durch diese Hilfen, die es gibt, bedienen können, aber auch da
Speaker:fehlt etwas für den maskulinen Teil in
Speaker:Frauen.
Speaker:Angebote gibt es viele, aber sie sprechen uns
Speaker:halt häufig nicht an. So, und wenn dann, wenn die Diskussion aufkommt,
Speaker:ja, wir haben doch überall Beratungsstellen, wir haben doch überall Trauergruppen, ja,
Speaker:das mag halt alles auch alles sein, das ist auch alles richtig, aber wir
Speaker:Männer fühlen, fühlen uns ganz oft, nicht immer, aber ganz oft eben durch diese
Speaker:Angebote nicht angesprochen. Das ist eben auch so ein Teil, der der Bundesverband
Speaker:letztendlich übernehmen möchte, zu sagen, okay, vielleicht müssen wir diese
Speaker:Angebotsvielfalt, die wir haben, spezifischer zuschneiden auf den
Speaker:männlichen Anteil, um das mal von Hendrik aufzunehmen. Um eben auch
Speaker:die Menschen abzuholen, die vielleicht eine andere Herangehensweise an
Speaker:ihre Trauer haben. Und das fehlt mir in
Speaker:weiten Teilen in Deutschland noch. Mhm. Ja, was ist
Speaker:das aus eurer Sicht? Was, was brauchen an der Stelle Männer?
Speaker:Also wenn ich z.B. auch meine Gemeindesituation— habe ich jetzt im
Speaker:Vorfeld noch mal für mich noch mal reflektiert, und da habe ich
Speaker:auch ganz häufig so eine Situation erlebt, da ist jetzt die Frau,
Speaker:gestorben in dem— von dem Ehepaar, und Und der Mann hatte im
Speaker:Endeffekt wenig Andockmöglichkeiten. Das zum einen, weil er beruflich sehr, sehr
Speaker:stark eingebunden war, und zum anderen in den Paarbeziehungen
Speaker:ist er wiederum von den anderen nicht reingenommen worden, weil er dann möglicherweise
Speaker:zu viel Freizeit hat und sich dann auf einmal in Beziehungen
Speaker:reindrängen könnte, was natürlich Quatsch ist.
Speaker:Ja, aber da ist ja schon das— du siehst ja an— allein an der Aussage
Speaker:schon, wie viel Unwissenheit noch im Feld ist. Und das ist so, glaube ich,
Speaker:so ein Punkt, den wir auch versuchen müssen aufzulösen.
Speaker:Aufzuklären, wie ticken wir letztendlich, wie— nicht wir
Speaker:als 100%, sondern der überwiegende Teil vielleicht, wie tickt
Speaker:der, worüber denkt der nach. Und ich glaube, dass eben auch
Speaker:ganz, ganz, ganz, ganz viel Wissen in dem Bereich noch fehlt. Das mag
Speaker:zusammenhängen mit alten Rollenverteilungen, die wir mal gehabt haben, die heute
Speaker:aufgebrochen sind. Das mag mit einer ganz starken Verunsicherung heute der
Speaker:Männer in unserer jetzigen Zeit zusammenhängen, die häufig nicht wissen,
Speaker:wo sie stehen, was ihre Aufgabe letztendlich ist und was sie dürfen
Speaker:und was sie dürfen. Genau, da stimme ich dir voll zu. Und da fehlt
Speaker:einfach Wissen. Und wenn du dir die bestehenden Trauerbegleiter
Speaker:an— oder die Angebote der Trauerbegleiter anguckst, das ist halt häufig noch old school,
Speaker:das hat sich nicht weiterentwickelt. Und da muss einfach
Speaker:wesentlich mehr Wissen rein, um eben dann auch auf die Männer
Speaker:adäquat zugehen zu können. Ich höre ja immer schon wieder, ja, wenn ich
Speaker:einen Mann begleite, muss ich dann auch ein Mann sein? Nein, natürlich nicht.
Speaker:Aber du musst halt wissen, wie wir vielleicht ticken, und dann kannst du vielleicht adäquat
Speaker:begleiten. Mhm. Ja, und,
Speaker:und— ganz klar, und ich finde auch immer noch mal wichtig zu betonen, also als
Speaker:wir den Bundesverband gegründet haben, da gab's
Speaker:ein paar kritische Stimmen, und die kamen alle von
Speaker:Frauen. Ja, irgendwie
Speaker:war das für uns sehr schräg, denn
Speaker:Wir wissen ja einfach, Power ist individuell. Also
Speaker:lass uns so viele wie möglich— also so
Speaker:viel wie möglich an Werkzeugen, an, an Hilfearten, an
Speaker:Verschiedenheiten, an, an wie es geht
Speaker:bringen, damit wirklich jeder seine
Speaker:passende Art und Weise findet. Und das ist wirklich,
Speaker:wir— was wir machen, ist, wir möchten einfach nur in den großen Blumenstrauß noch ein
Speaker:paar mehr Blumen reinbringen. Genau, und das,
Speaker:ja, hatte, hatte uns am Anfang wirklich sehr gewundert, diese, diese
Speaker:Kritik, die aber wirklich aus einer ganz klaren Richtung kam.
Speaker:Und das zeigt,
Speaker:ja, das, das, das zeigt auch wieder, wo wir stehen. Und was Martin, was
Speaker:du eben gesagt hast, dass wir noch nicht unsere Rolle, oder
Speaker:ne, gefunden haben, dass wir in der, in der aktuellen, in
Speaker:der jetzigen Situation einfach unsicher sind. Und
Speaker:das zeigt das noch mal, ne. Mhm.
Speaker:Wie ist das, ihr beiden habt schon Bücher und andere
Speaker:Veröffentlichungen dazu geschrieben. Wenn ich jetzt als,
Speaker:Mann suche zum Thema Männertrauer, was kann ich
Speaker:da finden? Was kann ich auch bei euch finden? Hendrik,
Speaker:fang an. Ja, ja, also ich habe ja vorhin gesagt, bei mir geht es wirklich
Speaker:generell um Trost und Trauer, ja. Und, und ganz
Speaker:speziell geht's bei dem, was ich mache, immer um Verständnis,
Speaker:ja. Also das, was Trauernde suchen, egal ob Männlein oder Weiblein, und
Speaker:was ihnen seit Jahrzehnten kaum befriedigt wird, ist
Speaker:Verständnis im Außen, ja. Mein Umfeld weiß nicht, wie es mit mir ist,
Speaker:es ist ohnmächtig und bringt sich in Sicherheit und lässt mich allein.
Speaker:Und das Zweite ist, also mit dem Tod dieses
Speaker:geliebten Menschen ist auch ein Teil in mir einfach mitgestorben, ja. Das
Speaker:alte Ich ist tot, das neue Ich ist noch nicht bekannt, Und das fühlt sich
Speaker:fürchterlich an, dieses, ja, nicht Fisch, nicht Fleisch,
Speaker:so. Und die Lösung ist für mich immer Verständnis. Und daher ist das,
Speaker:was ich schreib, geht auch in diese Richtung. Also wie, ich gebe dem Kopf
Speaker:leichte Erklärung in leichter Sprache, damit der versteht, was das Herz
Speaker:fühlt, damit Herz und, und Kopf
Speaker:sobald wie möglich wieder auf einer Frequenz funken kann,
Speaker:Und wenn ich da gleich ergänzen kann mit dem Strauß Blumen, ich gehe so ein
Speaker:bisschen anders an die Thematik ran. Ich merke, oder in den letzten Jahren
Speaker:gemerkt, dass Männer ganz gerne mit Fakten arbeiten. Das heißt, ich habe versucht,
Speaker:mir den Trauerbericht der Männer mehr aus der biologischen,
Speaker:ethnologischen, evolutionären Sicht anzuschauen. Das ist
Speaker:die eine Schiene, die ich gehe, also sprich tatsächlich zu sagen, wo kommen wir eigentlich
Speaker:her, wie haben wir früher gearbeitet, was waren unsere Aufgaben früher, warum passt das
Speaker:heute nicht mehr? Aber auch mit Daten zu belegen, wo einfach
Speaker:Missverhältnisse in unserer Gesellschaft einfach sind, einfach mal auch Statistiken zu
Speaker:bringen, also wirklich faktenbasiert. Und der andere Weg ist eben über die
Speaker:Romane, das Innenleben von Männern zu zeigen, aber dann eben
Speaker:in einer, in einer literarischen Form, die weg ist von den eigentlichen Fakten,
Speaker:um das mal in Geschichten zu packen. Das sind meine beiden Wege,
Speaker:die ich schreibe. Mhm. Und von mir ist jetzt noch
Speaker:ein Buch in Vorbereitung. Wir kommen ja von der Arbeitssicherheit im
Speaker:Unternehmen, und da wird ja das Thema Trauer eigentlich
Speaker:totgeschwiegen. Hinter den Arbeitsprozess und so weiter
Speaker:und so fort. Und wir haben die Erfahrung gemacht, in dem Moment, wo
Speaker:du da einfach Freiraum schaffst, dann können die
Speaker:Männer und auch die Frauen ihre Trauer
Speaker:erheblich schneller durchleben und die Transformation
Speaker:erreichen. Wer bin ich, wenn du nicht mehr bist? Ja, denn
Speaker:das ist ja im Endeffekt das Ziel der Trauer aus meiner Sicht,
Speaker:dass sich eben halt in der neuen Position wirklich auch definieren zu können
Speaker:und nicht nur zu sagen, ich bin der Mann porn oder die Frau
Speaker:porn ist leider vor 3 Jahren verstorben.
Speaker:Ja, gucken wir doch mal in Richtung
Speaker:des PVMT. Der PVMT hat sich ja jetzt vor
Speaker:einem guten Jahr gegründet. Wo
Speaker:soll die ganze Sache hinlaufen? Zumal wir einfach
Speaker:noch mal bedenken müssen, das ist vielen auch nicht bewusst,
Speaker:dass, Herzlich, ich beschäftige mich
Speaker:häufiger mit dem Thema Suizid, einfach auch, weil es bei uns häufiger
Speaker:ankommt. Viele wissen es ja nicht, dass 70—
Speaker:75% derjenigen, die einen Versuch machen, sind Frauen.
Speaker:75% bei denen, der erfolgreich ist, sind Männer. Das heißt
Speaker:also, an dieser Stelle ist einfach ein Handlungsdruck. Wo
Speaker:soll es dann im BVT hingehen? Auch da wieder mehrere
Speaker:Schienen. Einerseits ist es natürlich unsere Aufgabe, Wissen in
Speaker:die, in die breite Ebene reinzukriegen. Das heißt, wir sind auf Messen, wir sind auf
Speaker:Tagungen, aktiv, besuchen da, st— haben jeweils eigene
Speaker:Stände, die wir zur Verfügung stellen, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen,
Speaker:um aufzuklären, wo einfach noch Defizite herrschen. Das ist der eine große
Speaker:Punkt. Dann planen wir gerade für die zweite Jahreshälfte tatsächlich auch eine
Speaker:Tagung, eine eigene Tagung. Da sind wir in den Vorbereitungen aktuell, um
Speaker:Fachreferenten, ich sag mal, einzuladen, die dann auch wieder einem
Speaker:breiten Publikum letztendlich ihr Wissen vermitteln können. Das ist so der
Speaker:eine Weg. Der andere Weg ist tatsächlich auch, ein Netzwerk aufzubauen,
Speaker:möglichst weiter als Deutschland, um
Speaker:Ansprechpartner in der Fläche zu kriegen, um ganz konkret mit Männern
Speaker:zu arbeiten oder mit Institutionen zu arbeiten, die Defizite haben.
Speaker:Dafür legen wir dann jeweils aber auch strenge Kriterien an. Das heißt, wir gucken,
Speaker:dass wir die, die wir einladen in den Bundesverband, die
Speaker:müssen eine gewisse Fachexpertise einfach an den Tag legen, langjährige
Speaker:Erfahrung einfach haben, um wirklich auch adäquat begleiten zu können oder
Speaker:eben ihr Wissen auch vermitteln zu können. Das heißt ja von vornherein,
Speaker:die, die Linie vorgeben, lieber einen kleinen Verband, aber der eine hohe Qualität
Speaker:hat, als auf die Masse zu gehen und wo dann jeder letztendlich
Speaker:reingehen kann. Also ohne es wirklich abzuqualifizieren, haben wir halt
Speaker:in Deutschland ganz, ganz viele Coaches, die unterwegs sind, aber
Speaker:die vielleicht in ihren Bereichen gut sind, aber nicht immer unbedingt im Bereich Trauer
Speaker:gut begleiten können oder gut ausbilden können oder vermitteln können.
Speaker:Und da ist so ein Punkt, wo wir sagen, okay, da müssen wir einfach ansetzen,
Speaker:hohe Qualität. Und individuelle Begleitung, aber eben auch Vielfachwissen in
Speaker:die breite Öffentlichkeit reinzukriegen.
Speaker:Mhm. Hendrik, ich hatte eben den Eindruck, du wolltest noch was sagen an dieser Stelle.
Speaker:Nee, nee, nee, nee, voll, voll
Speaker:unterstützend. Aber dann sag mal, wo hast du— Ich habe doch noch,
Speaker:also mir, und das ist ja wieder mein Thema, entschuldige, wenn ich dich jetzt
Speaker:doch noch dann unterbrochen habe, und zwar, okay, das ist ja
Speaker:insgesamt, insgesamt Aufklärung,
Speaker:ja, und, und, und ich gehe tatsächlich auch ans Umfeld direkt immer dran, ja, erkläre
Speaker:diese Ohnmacht. Also was wir als Gesellschaft wirklich
Speaker:lernen müssen, und das ist Männlein- und Weibleintrauer und, und Hilfe und
Speaker:Begleitung,
Speaker:ist, dass die Ohnmacht, die wir gegenüber
Speaker:fremder Trauer haben, erstens die wesentlich kleinere
Speaker:Aufgabe ist, ja, wenn ich sie mit den Trauernden, mit der
Speaker:Trauersituation vergleiche. Aber
Speaker:sich den Mut zusammenzusammeln, um sich seiner Ohnmacht zu
Speaker:stellen, damit schenken wir halt nicht nur wirklich den
Speaker:Trauernden mit Zeit, Schulter, Nichtwissen.
Speaker:Ja, wir beschenken mit Nichtwissen, keine Ratschläge, keine Vorschläge,
Speaker:halt Herz, Schulter. Ja, genau, also der Mund kann zu Hause
Speaker:bleiben, der Kopf kann ausgestellt werden, so So können wir uns trauen, dann
Speaker:wirklich, können wir, können wir ihnen gut begegnen, ohne uns selbst in Gefahr
Speaker:zu bringen. Wir bringen uns nicht in Gefahr, aber das fühlen wir tatsächlich bei
Speaker:Fremdlandtrauer. So, und genau das ist halt
Speaker:mein Anteil an Aufklärung, ne. Martin oder
Speaker:die anderen im Bundesverband gehen wirklich sehr speziell ran, was
Speaker:wichtig ist, und ich mache einfach weiter dieses Pauschale,
Speaker:so die Angst vor der Ohnmacht nehmen. Die Angst vor fremder Trauer
Speaker:nehmen.
Speaker:Mhm. Mhm. Was sind für euch beide die größten Risiken, bzw.
Speaker:jetzt bin ich ein Mann in Trauer, meine Eltern, wie auch immer,
Speaker:sind vor einem halben Jahr gestorben, jetzt suche ich einen
Speaker:Trauercoach, worauf muss ich achten, was sind die größten
Speaker:Gefahren und wo sind die größten Hingucker?
Speaker:Also meine Empfehlung ist da immer probier es aus
Speaker:und achte nur auf dein Bauchgefühl. Ja,
Speaker:also wir, vor allem wir Männer, sind dann ja vor der Trauer in einer
Speaker:Dimension von Entscheidung und nach vorne,
Speaker:na, das möchte ich den Frauen nicht absprechen. Ja, aber wir sind da vielleicht ein
Speaker:bisschen mehr Holzklotz und haben den, den zweiten Part nicht, den emotionalen.
Speaker:Und hier ist es aber wirklich sehr wichtig,
Speaker:auf das Bauchgefühl zu hören, das hat die Antworten, die
Speaker:ureigenen Antworten. So, ich würde
Speaker:noch mal wirklich dann aber auch noch mal gucken, dass eine gewisse Fachexpertise dahinter ist.
Speaker:Ja, das wäre, das wäre mir einfach auch wichtig. Und
Speaker:da ist es glaube ich unerheblich, ob ich, ich sag mal jetzt, im, im Internet
Speaker:nach jemanden recherchiere oder tatsächlich über bestehende Institutionen wie z.B.
Speaker:Hospize oder so gehe. Also ich denke mittlerweile durch die— ich
Speaker:mach das seit 15 Jahren, bin ich glaube ich in den Hospizen z.B. ganz gut
Speaker:vernetzt. Macht viele Fortbildungen in den Bereichen. Die wissen
Speaker:mittlerweile, dass es etwas gibt, was für Männer speziell angeboten wird, und die da jetzt
Speaker:schon mal genauer hingucken. Das wird, glaube ich, immer besser, das System. Mhm.
Speaker:da würde ich aber, glaube ich, eher in so einen Bereich reingucken als in einen
Speaker:anderen Verband, sondern eher in die Praktiker reinzugucken,
Speaker:die wirklich an der Basis arbeiten, die, die Sterbenden im Haus haben, die
Speaker:aber auch die Angehörigen damit eben im Haus haben, und sagen, okay, ich sehe, was
Speaker:da jetzt gerade abgeht, und die müssen halt eine spezielle Begleitung haben, dann würde ich
Speaker:glaube ich über solche Häuser gehen, um mich zu
Speaker:erkundigen, ob mir jemand helfen kann. Zumal, und das ist ja vielleicht auch der große
Speaker:Vorteil dabei, Hospize ja mittlerweile flächendeckend vorhanden sind. Das heißt, ich
Speaker:habe ja in der, in näheren Umgebung immer auch irgendwo ein Haus,
Speaker:das ich mal ansprechen kann. Mhm. Wichtig ist
Speaker:mir in dem Bereich, dass ich nicht irgendwie ein
Speaker:abgedrehte Gerater. Also es gibt Leute, die sich wahnsinnig selber
Speaker:überschätzen. Das ist sicherlich am Anfang schwer
Speaker:rauszufiltern, aber da würde ich tatsächlich versuchen, immer wieder mir
Speaker:auch, na ja, mal rechts und links mal zu gucken, wenn ich mir
Speaker:jemanden ausgesucht habe, ob der mich begleiten kann, und mal noch mal
Speaker:recherchieren, taugt dieser Mensch eigentlich dann auch. Weil es gibt viele, die sich
Speaker:meiner Meinung nach wirklich überschätzen und sagen, kann ich, gar kein Problem, begleite
Speaker:ich. Und die richten, glaube ich, mehr Schaden an als alles andere. Weil wenn du
Speaker:einmal an einem Menschen bist, der dich falsch begleitet,
Speaker:dann hast du am Ende, glaube ich, mehr Probleme als am Anfang.
Speaker:Ja, ja, daher finde ich, ne, also 100%, Martin, ganz klar.
Speaker:Und daher finde ich auch, guck, wie
Speaker:lange der— also erstens guck, ob der, der, der
Speaker:Begleiter selber trauert, war oder ist,
Speaker:und dann wie lange ist der Schicksalsschlag her. Für
Speaker:viele, das, das sehen wir insgesamt in der Trauerbegleitung, ja, also
Speaker:geschlechterübergreifend, ist es, wenn sie, wenn sie Hilfe bekommen in
Speaker:Trauer, ist das ja wirklich ein— ich sag mal, es ist eine wirklich gute
Speaker:Orientierung in einer Situation, wo der
Speaker:Lebenskompass verschütt gegangen ist, ja. Also es ist elementar wichtig
Speaker:und kommt elementar wichtig auch gefühlt an, ja, es
Speaker:rettet das Leben. So, und viele dieser Menschen wollen das halt
Speaker:weitergeben, großartig. Aber wenn es zu früh ist,
Speaker:Dann ist es eigentlich noch eine Eigentherapie mit
Speaker:Versuchskaninchen, frisch, neu, aktuell Trauernde. Und
Speaker:das ist eine riesige Gefahr.
Speaker:Und, und, und, und, da darf ich noch mal sagen, das noch, noch fortführen: Wenn
Speaker:ich die Entscheidung treffe als Privatmann, oh ja, ich möchte Trauerbegleitung
Speaker:machen, dann kann ich das machen ohne irgendwelche
Speaker:Persönlichkeitsprüfung, ja, Quali— Quali— also ich kann das
Speaker:einfach durchziehen. Und dann wird irgendjemand
Speaker:auf, auf, auf, auf Menschen in elementarer Not losgelassen, und das
Speaker:richtet riesigen Schaden an. Und es gibt leider, leider
Speaker:bei den meisten Ausbildern— Ausbildungsstätten von
Speaker:Trauerbegleitung keine persönliche
Speaker:Prüfung, Eignungsprüfung. Ja, riesen
Speaker:Gefahr, aber eine große Geldmaschine, die
Speaker:Ausbildungsindustrie. Ja, merkst du, ich bin ja selbst in
Speaker:diesen Ausbildungen immer wieder tätig. Wenn du die, die Leute
Speaker:vor dir sitzen hast, die sich ausbilden lassen wollen, da merkst du
Speaker:innerhalb von der ersten halben Stunde, hat er eine eigene Erfahrung oder hat er keine
Speaker:Erfahrung, ist das ein Theoretiker. Das heißt nicht, dass ein Theoretiker am Ende
Speaker:eine schlechte Arbeit macht, das will ich damit gesagt— gar nicht gesagt haben, aber er
Speaker:ist nicht im Gefühl, weil er es nicht selbst erfahren hat. Und diesen Schmerz
Speaker:musst du, glaube ich, einmal selber erlebt haben, damit du authentisch wirst.
Speaker:Und dann kannst du mit dem Sockel oben drauf, mit Fachwissen,
Speaker:irgendwann auch vielleicht ein guter Begleiter und eine gute Begleiterin werden. Aber ein
Speaker:reiner Theoretiker halte ich immer für problematisch in dem Bereich.
Speaker:Ach ja, also die Mischung Praktika und Trauerfall,
Speaker:zumindest nicht nur 3 Jahre her oder so. Ja, ja, genau.
Speaker:Ja, ja. Und deshalb ist mir jetzt auch vom Beirat her ganz wichtig
Speaker:gewesen, wir suchen ja beim Beirat— gucken ja beim Beirat auch, wer
Speaker:darf neues Mitglied werden. Und das hab— hab ich auch ganz klar
eingetragen:Derjenige muss sich supervidieren
eingetragen:lassen. Also ein Berater, der an dieser Stelle
eingetragen:arbeitet ohne eigene Supervisionserfahrung,
eingetragen:kann ganz schnell seine eigenen Thema— Themen in den— in sein
eingetragen:Gegenüber projizieren, und dann wird's schräg. Ja, ja, genau.
eingetragen:Ja, ja. Und, und dann machst du nämlich aus diesen trauernden Opfer
eingetragen:Ja, ja,
eingetragen:richtig. Und die Umverjährung muss natürlich so lange halten,
eingetragen:damit, damit das Geld wiederum fließt. Aber dann sind wir in ganz anderen Sachen. Deshalb
eingetragen:haben wir auch gesagt, wir machen mit dem
eingetragen:BVNT ein Gegenprogramm, und das
eingetragen:auf sehr professionelle Art und Weise. Und das
eingetragen:war mein Anliegen, war unser Anliegen, euch, liebe
eingetragen:Zuhörerinnen und Zuhörer, Euch heute im Rahmen des Podcast—
eingetragen:Podcasts des Jahres 2026 den
eingetragen:BVMT, den Bundesverband für Männertrauer,
eingetragen:vorzustellen. Und Martin, sag mir mal ganz schnell, wie
eingetragen:erreiche ich am besten den BVMT? Am einfachsten geht's,
eingetragen:glaube ich, über unsere Internetseite, das ist
eingetragen:www.bundesverband-männertrauer.de. Darüber kriegt ihr uns am schnellsten, wenn ihr uns recherchiert. Wir sind bei Facebook,
eingetragen:wir sind bei Instagram, wir sind bei LinkedIn. Wir sind bei Patreon, also auf
eingetragen:verschiedenen Plattformen sind wir tätig. Da findet ihr uns relativ schnell.
eingetragen:Mhm. Und wie ist das, jeder Bundesverband, sind wir mal ehrlich, wir brauchen
eingetragen:ein bisschen— nicht nur Kleingeld, es darf auch rascheln, darf
eingetragen:elektronisch überwiesen werden. Wie ist das da mit Fördermitgliedschaft?
eingetragen:Also wir haben auch da drei verschiedene Modelle. Wir haben einmal die Fördermitgliedschaft, die
eingetragen:fängt bei 24 € im Jahr an, das sind 2 € pro Monat. Das
eingetragen:ist also, glaube ich, ein ganz geringer Betrag. Wer mehr geben möchte, kann mehr geben.
eingetragen:Das ist die Fördermitgliedschaft. Dann gibt's die Möglichkeit,
eingetragen:über unsere Crowdfunding-Plattform zu gehen, auch da
eingetragen:über bundesverband— männertrauer.de. Die findet man da auch relativ schnell, da
eingetragen:kann man spenden, wenn man möchte. Und die letzte Variante ist die
eingetragen:Variante über Patreon, da kann man sogenannte Fan von uns werden mit
eingetragen:monatlichem Beitrag. Da kriegt man auch ein paar Insiderinformationen, die man sonst vielleicht nicht
eingetragen:kriegen würde. Und das sind die drei Möglichkeiten, mit denen man uns
eingetragen:finanziell unterstützen könnte, weil wir dringend noch auf Geld
eingetragen:angewiesen sind.— Mhm. Und es ist ganz klar, du verschickst auch
eingetragen:Spendenscheine. Ja, natürlich, klar, wir sind eingetragener Verein und dementsprechend gibt's natürlich
eingetragen:auch für die Steuer— Steuererklärung den Spendenbescheid,
eingetragen:kein Problem. Ja, liebe Hörerinnen und Hörer, wenn's noch Fragen
eingetragen:gibt, schreibt es
eingetragen:bitte an podcast@trauermanager.de und ich leite eure Fragen gerne weiter, sofern ich
eingetragen:sie nicht selbst beantworten kann, oder solange ihr einen der
eingetragen:beiden Gäste, nämlich die Dr. Martin Keuls oder den Hendrik
eingetragen:Lindh, selbst befragen wollt. Herzlichen Dank fürs Zuhören und
eingetragen:bis nächstes Mal. Danke, danke sehr.