Albi (Albrecht) Röbke, ist erfahrenen Notfallseelsorger und Pfarrer der Rheinischen Landeskirche. Seit über 25 Jahren begleitet er professionell Menschen im Raum Köln/Bonn in Krisensituationen. Er leitet die Notfallseelsorge in dieser Region.
Gemeinsam sprechen wir über die Vielschichtigkeit von Notfallinterventionen im betrieblichen Kontext, von der Alarmierung über den Umgang mit plötzlichen Todesfällen und Suiziden bis hin zur Unterstützung von Betroffenen und Unternehmen. Albi gibt Einblicke, wie Notfallseelsorge praktisch funktioniert, wie mit den verschiedenen Kreisen der Betroffenheit sensibel umgegangen wird, und welche Herausforderungen – insbesondere beim Thema Suizid – in der Kommunikation und Betreuung entstehen. Außerdem verrät er, wie wichtig Selbstfürsorge in seinem anspruchsvollen Beruf ist und teilt ganz praktische Tipps für den Umgang mit seelischen Belastungen. Eine Folge, die zeigt, warum externe Unterstützung gerade in Ausnahmesituationen für alle Beteiligten unverzichtbar ist.
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Danke Albi
Hier der Link zu seinem sehr empfehlenswerten Buch: https://www.fischerverlage.de/buch/albi-roebke-und-ploetzlich-ist-nichts-mehr-wie-es-war-9783758700217
Mentioned in this episode:
Und plötzlich ist nichts mehr, wie es eben
Speaker:noch war. Albi Röpke, Fahrer
Speaker:der Rheinischen Landeskirche und Notfallseelsorger seit über 25
Speaker:Jahren im Bereich von Köln Bonn,
Speaker:ist heute mein Gast. Lieber Albi, ganz herzlich willkommen.
Speaker:Danke, dass ich hier sein darf. Nimm
Speaker:uns doch einfach mal zu Beginn auf eine
Speaker:fiktive, auf einen fiktiven Einsatz zu übernehmen. Du hast ja
Speaker:25 Jahre Erfahrung. Was passiert da? Wie wie wirst Du
Speaker:alarmiert und wie kommst Du dahin?
Speaker:Die Alarmierung ist tatsächlich, ich sag mal, unterschiedlich, ne. Es
Speaker:gibt Firmen, die sind vernetzt und da waren wir, ich sag
Speaker:mal, im Netzwerk schon und die sagen, ja, wir haben ja 'n außergewöhnliches
Speaker:Ereignis. Hat jemand eine Idee, wo man Hilfe bekommt?
Speaker:Teilweise bekommt es über Polizei und Rettungsdienst, wenn jetzt etwas
Speaker:geschehen ist, dass die entweder vor Ort sind, wenn im Betrieb was passiert, also beim
Speaker:Betriebsunfall, dass die Polizei dann automatisch sagt, hier, wir Wollt ihr
Speaker:Notfallseesäule zur Unterstützung haben oder
Speaker:sozusagen, ich sag mal fast, dass wir im im
Speaker:im, wenn jetzt 'n Todesfahren im häuslichen Bereich ist, dass die Ehefrau sagt, oh, wir
Speaker:müssen den Betrieb informieren und dann bieten wir uns quasi in dem Moment ein, wo
Speaker:wir dann vor Ort sind. Also deswegen sind die Alarmierungswege sehr, sehr unterschiedlich, ne.
Speaker:Klassisch ist die Leitstellen, die auf uns hinweisen. Das wär der klassische
Speaker:Weg, aber es gibt eben auch andere Wege, ne. Mhm. Aber ihr steht
Speaker:ja nun nicht im Telefonbuch. Auch wenn Du, wie gehst dein Buch
Speaker:mittlerweile und durch den DDR mit 'nem
Speaker:Filmbeitrag doch eine gewisse Bekanntheit in der Region
Speaker:hast, gut, bei 25 Jahren einsetzen sowieso. Ja.
Speaker:Also das wär mir vielleicht für die die Hörenden hier auch ganz wichtig zu
Speaker:sagen, ich kann, also das ist jetzt zumindest für unseren Deutschen Köln und im
Speaker:Rheinsiegkreis so, in Bonn und im Rheinsiegkreis so,
Speaker:dass man durchaus die 1 1 2, die Feuerwehr ein Wählen kann und sagen, ich
Speaker:brauch keinen RTW, ich brauch 'n Notfallsegel. Also das ist vollkommen legitim,
Speaker:da haben viele Leute Hemmungen, weil die immer denken, wenn ich der 1 1 2
Speaker:wähle, dann hab ich den Löschzug vor der Tür. Und das ist aber durchaus
Speaker:möglich, dass man sagt, es geht übrigens auch für die Schule, nicht nur für Betriebe,
Speaker:zu sagen, wir haben jetzt eine außergewöhnliche Lage hier, wir brauchen Unterstützung und ich brauch
Speaker:jetzt keinen keinen Löschzug, ich brauch aber 3 Notfallseelsorger. Das wäre
Speaker:'n vollkommen legitimer Weg, der vielen Leuten unbekannt ist und dass wir die Feuerwehr auch
Speaker:alarmierbar sind. Also diese Variante kann
Speaker:ich auch noch nicht. Ich dachte, ich bin die ganze Zeit nur am Ort
Speaker:des Geschehens. 1 aus der Flaulichtfamilie
Speaker:ruft auf der Leitstelle an, alarmiert mir doch Ja. Und plötzlich Notfalls in
Speaker:Sorge. Nee, also wie gesagt, das sind auch Absprachen hier vor
Speaker:Ort. Ich kenn das aber auch von anderen Systemen, dass man eben tatsächlich über
Speaker:die Leitstelle Meistens Feuerwehr, weniger Polizei, ne? Die
Speaker:kommunizieren aber miteinander, das ginge wahrscheinlich auch. Aber wir hängen wirklich an
Speaker:der Feuerwehr dran und wenn man bei der Leitstelle in Bonn anruft, kann man eben
Speaker:sagen, ich hätt gern Unterstützung durch Nothaltige Socke. Mhm. So,
Speaker:jetzt bist Du alarmiert worden. Ja. Jetzt kommst Du in
Speaker:das Unternehmen. Was sind die ersten Schritte?
Speaker:Also ich denk so, es gibt eher 2 große Unterschiede von
Speaker:den Einsätzen. Entweder es ist jetzt ganz akut im Unternehmen hat's 'n
Speaker:Arbeitsunfall gegeben, am Im schlimmsten Fall jetzt 'n tödlichen Arbeitsunfall.
Speaker:Dann organisieren wir erst mal Kreise
Speaker:der Betroffenen, ne? Das heißt, das sind meistens ja auch noch mal 'n Einsatz Dann
Speaker:waren die Kollegen von der Polizei mit jemandem von uns auch dann zu den
Speaker:Hinterbliebenen, die Todesnachricht zu erbringen.
Speaker:Dann, ich sag mal, sichten wir erst mal, das nennt sich in der
Speaker:Krisenintervention Kreise der Betroffenheit. Mhm. Also die Frage wär Es hat
Speaker:jetzt in Betrieb 'n tödlichen Arbeitsunfall gegeben. Gibt's
Speaker:Ersthelfer, die zu betreuen sind, die natürlich unter 3 besonderen Belastungsstätten, weil die da daneben
Speaker:standen? Gibt's Augenzeugen, die das gesehen haben, ne?
Speaker:Wer wer ist der Kreis der engsten Mitarbeitenden, ne? Das ist jetzt zum
Speaker:Beispiel im Schichtbetrieb kann das ganz sehr spannend sein. Also es gibt die Leute,
Speaker:klar, die jetzt vor Ort sind, aber gibt's Leute, die ansonsten mit dieser Person zusammenarbeiten,
Speaker:die jetzt zügig informiert werden müssen und eigentlich quasi ein,
Speaker:ja, an Ort und Stelle eventuell gebracht werden können, damit man die
Speaker:Abteilung oder wie immer das organisiert ist, informieren kann.
Speaker:Und 'n ganz wichtiger Punkt ist Informationsweitergabe, also
Speaker:wer braucht welche Informationen und wann bekommt er die? Also dass jetzt nicht zum Beispiel
Speaker:am nächsten Tag jemand in den Betrieb reinrennt und noch gar nicht weiß, was geschehen
Speaker:ist, ne? Da muss man zum Beispiel auch gucken, wer ist auf Fortbildung, wer ist
Speaker:auf Außenmontage? Ne, die Gefahr ist immer, dass man mit mit
Speaker:den Leuten vor Ort arbeitet und dann kommt jemand, der noch gar nichts weiß und
Speaker:platzt da rein, ne? Und da muss man gucken, wie sind die Informationswege?
Speaker:Und ganz wichtig ist natürlich auch zu überlegen, die Außenkommunikation.
Speaker:Also was kommuniziert die die
Speaker:die Leitung nach außen? Also einmal zu zum Beispiel
Speaker:potenziellen Kunden, zu zum Ort des
Speaker:Geschehens, ne? Beim Arbeitsunfall, je nachdem, gibt's ja auch
Speaker:Öffentlichkeit, die jetzt interessiert ist, was da los ist und gleichzeitig
Speaker:gibt's ja auch, ich sag mal, wenn das jetzt 'n 'n 'n
Speaker:Mitarbeiter im Vertrieb ist, muss man eventuell andere
Speaker:Firmen informieren oder gibt's sogar Teams, wo man
Speaker:zusammengearbeitet hat, dass man die nicht aus Blick hat. Also eventuell ist eine andere Firma,
Speaker:mit der man kooperiert, auch betroffen und das
Speaker:übersieht man öfters in in dem Akutfall vielleicht, ne? Also es
Speaker:ist ganz viel Sichten und Sortieren,
Speaker:Betreuung von den direkt Betroffenen und
Speaker:ja, Informationsweitergabe, verlässliche Informationen.
Speaker:Also wer braucht die Information, das schafft Sicherheit und wo ist auch zu viel an
Speaker:die Information? Und das ist ja genauso sensibel, dass man jetzt nicht alles
Speaker:raushaut in Details, ne. Genau, genau
Speaker:und Du kommst jetzt ins Unternehmen und möglicherweise
Speaker:kriegst Du dann als allererstes auf die Führungskraft
Speaker:und orientierst dich einfach mal nach der Motto, wer ist hier wo was?
Speaker:Genau. Möglicherweise über die Polizei, was ist passiert oder
Speaker:über die Rettungssanitäter
Speaker:und dann gehst Du im Endeffekt, so habe ich auch beim
Speaker:Buch verstanden, die Kraft im Hintergrund,
Speaker:die von hinten, ich sag mal, die Sachen noch mit
Speaker:koordiniert, ohne wirklich nachher zu sagen, ich
Speaker:nehme euch die Verantwortung ab, sondern die Verantwortung über euch. Echt?
Speaker:Ja, das ist mir ganz wichtig, wir sind Unterstützung sozusagen,
Speaker:die vorhandenen Strukturen handlungsfähig zu machen oder bei der
Speaker:Handlungsfähigkeit zu unterstützen. Wir wir übernehmen nie das Konzept.
Speaker:Wir Das ist immer Hilfe zur Selbsthilfe, das ist Das ist im Idealfall der
Speaker:Notfallseelsorge. Es geht immer
Speaker:darum, dass sowohl einzelne Personen als auch ein System
Speaker:handlungsfähig bleibt oder wird. Je nach Schock kann das am Anfang schwierig
Speaker:sein, ne? Und wir unterstützen immer, wir, ich sag mal, wir
Speaker:bringen wir sind 'n bisschen wie Hebammen, wir bringen nichts von außen rein,
Speaker:sondern wir erheben das, was dort vor Ort ist. Ja.
Speaker:Wie ist das? In Unternehmen arbeiten
Speaker:ja auch Menschen, ich sag mal, verschiedene Herkunft verschiedener Religionen. Ist
Speaker:da am Anfang auch erst mal 'n Vorbehalt, das ist die Notfallseelsorge,
Speaker:das ist jetzt christlich, ich werd missioniert. Ich
Speaker:denk mal, das war sicherlich auch vor 25 Jahren, so kenne ich das auch, da
Speaker:wurde erst mal, hatte man erst mal Angst, der Pfarrer kommt und so weiter und
Speaker:so fort. Mhm. Wie so wieder Herr Jacken?
Speaker:Ich Also ich glaube, wenn wir sozusagen akut vor Ort sind, kriegen die Leute ganz
Speaker:schnell mit, dass das jetzt nicht 'n heiligen
Speaker:Kalender verteilen geht. Es hat keiner Weihwasser dabei, sondern das ist handfeste
Speaker:Krisenintervention, die weltanschaulich neutral ist.
Speaker:Ich erleb das manchmal, wenn wir angekündigt werden, dass es dann eine kurze
Speaker:Irritation noch mal gibt. Jetzt kommt Notfallseelsorge, weil's ja auch 'n kirchlicher Begriff
Speaker:ist, dass die Leute kurz irritiert sind. Ich erleb das aber so, dass nach den
Speaker:ersten 5 Minuten, wo klar wird, wo wir auch schildern, was wir machen und wofür
Speaker:wir da sind, das ausgeräumt ist.
Speaker:Wir haben, was was Du gerade angesprochen hast Wir hat
Speaker:Wir kooperieren auch mit der muslimischen Notfallseelsorge, das nennt sich muslimische Notfallseelsorgebegleitung.
Speaker:Meiner Erfahrung nach in Betrieben ist Also wir arbeiten da eng
Speaker:zusammen, das ist auch super. Meistens ist es aber eine Frage der Muttersprachlichkeit und
Speaker:gar nicht der religiösen Zugehörigkeit. Also dass Menschen, die unter Schock stehen, auch
Speaker:wenn sie sehr gut Deutsch stehen Sprechen,
Speaker:sich besser in der Muttersprache ausdrücken können und
Speaker:wollen, ne? Und wie gesagt, das hat nichts mit Deutschkenntnissen zu tun, manchmal auch. Manchmal
Speaker:ist es einfach sinnvoll, jemanden zum Übersetzen da zu haben Mhm. Und das gilt dann
Speaker:eben nicht nur für Muslime, das wär ja bei kroatischen oder bulgarischen Mitarbeitenden
Speaker:genauso. Und
Speaker:es gibt dann doch manchmal 'n bisschen noch den den religiösen Aspekt, der spielt in
Speaker:'ner Akutsituation aber kaum eine Rolle, jetzt für gläubige
Speaker:Muslime, sondern es geht wirklich eher Sprachkenntnisse, ne? Mhm.
Speaker:Aber als Vorbehalte gibt's, wenn wir angekündigt werden, aber die werden in der Realität meistens
Speaker:ganz schnell erledigen die sich. Ja, ja.
Speaker:Ich hab vor knapp 8
Speaker:Jahren mal eine Reihe in 'nem anderen Podcast gemacht,
Speaker:sterben in den verschiedenen Religionen und da hatte
Speaker:ich unter anderem eine muslimische Gesprächspartnerin und
Speaker:dann kam's auch zum Thema Suizid.
Speaker:Und da können ja die
Speaker:allermeisten ja überhaupt nicht damit.
Speaker:Also natürlich jeder Suizid ist 1 zu viel,
Speaker:ja, aber auch in der Begleitung, Wie erlebst Du
Speaker:das an dieser Stelle?
Speaker:Ja, also das erlebe ich auch oft Also das ist tatsächlich
Speaker:Ich würde sagen, 50 Prozent der Fälle, wo wir
Speaker:Firmen, Betriebe unterstützen Also 50 Prozent, würde ich sagen,
Speaker:Arbeitsunfälle vor Ort oder draußen und 50 Prozent tatsächlich Wir haben
Speaker:Suizid Auch auch überlebt Er erlebe ich so, 'n
Speaker:Suizid kombiniert mit 'nem Todesfall im Betrieb, der, ich sag mal, 'n
Speaker:regulärer Todesfall war, aber der 'n System schon gestresst hat. Also ich war Mach jetzt
Speaker:mal fiktiv, vorm halben Jahr ist 'n Mitarbeiter an 'ner Krebserkrankung
Speaker:verstorben, relativ zügig und jetzt 'n halbes Jahr
Speaker:später erfahren wir, dass sich ein Mitarbeiter das Leben genommen hat.
Speaker:Ja. So und dann hab ich auf einmal Stress im System. Das ist dann einmal
Speaker:der 2. Todesfall und gleichzeitig, wie gehe ich jetzt mit dem Thema
Speaker:Suizid Und das wird jetzt gar nicht Da sind die
Speaker:Betriebe sozusagen Opfer 1 Schweigens in unserer Gesellschaft.
Speaker:Wir wir sind nämlich überhaupt nicht gewohnt, als Gesellschafter über den Suizid zu reden und
Speaker:jetzt stehe ich aber als Systembetrieb auf einmal vor der Aufgabe. Ich muss
Speaker:das jetzt kommunizieren. Darf ich das kommunizieren? Wie kommunizier ich es,
Speaker:ne? Und da ist in der Gesellschaft schon niemand drauf
Speaker:vorbereitet und das erwischt dann die Leute vor Ort, die es jetzt kommunizieren
Speaker:müssen und und es gibt keine
Speaker:Hilfsangebote halt, ne. Und das passiert tatsächlich oft und ich
Speaker:würde fast sagen, dass das wusste, unsere zu unserer in Betrieben sind.
Speaker:Unterstützung bei einem Mitarbeiter hat sich das Leben genommen. Wir müssen die Kollegen informieren, wie
Speaker:machen wir das? Mhm. Mhm. Ja und gleichzeitig
Speaker:zumindest hab's hab ich so immer erlebt, Du hast
Speaker:einerseits die Information Suizid
Speaker:und andererseits weißt Du dann als Führungsstrappenunternehmen nicht,
Speaker:was kommuniziere ich eigentlich? Und Du möchtest nachher nicht
Speaker:der, Entschuldigung Depp sein, der gesagt hat, es
Speaker:war Suizid und die Ehefrau oder die Kinder sagen,
Speaker:also sag mal, stimmt der das, der darüber redet? Das wollen wir genau
Speaker:nicht haben. Der ist doch und so weiter und so fort.
Speaker:Genau und das wär so der 1. Schritt und da unterstützen wir
Speaker:gerne sozusagen Kontakt zu den Angehörigen aufzunehmen, ne,
Speaker:dann auch abzuklären, sozusagen, was dürfen wir
Speaker:und was sollen wir vielleicht sogar kommunizieren? Mhm. So und da sind wir jetzt als
Speaker:Notfallseesorgende durchaus hilfreich, weil es kann jetzt zum
Speaker:Beispiel schon mal sein, dass unser Also der Mitarbeiter hat sich
Speaker:so zitiert, Notfallsehesorger ist schon vor Ort im Einsatz, bei der Familie,
Speaker:ja? Mhm. Dann können wir den Betrieb unterstützen, zu sagen, ich bin jetzt Notfallsehesorger im
Speaker:Betrieb und ruf im günstigsten Fall meinen Kollegen vor Ort an und sag, pass
Speaker:mal auf, ich steh jetzt hier im Betrieb, die unterstützen wir gerade, Du bist bei
Speaker:der Familie. Kannst Du mal vorsondieren, ob man
Speaker:anrufen darf und so weiter, ne? Oder kannst Du vielleicht schon fragen, weil Du 'n
Speaker:persönlichen Kontakt hast, was soll denn die Der der Betrieb
Speaker:kommunizieren, ne? Wenn jetzt niemand vor Ort ist, würden wir die
Speaker:Leute auch erst mal beraten, also wenn ich jetzt Personaler bin in
Speaker:einem Betrieb, dann ist Hab ich ja nicht unbedingt automatisch
Speaker:gelernt, wie das jetzt ist, 1 1 Witwe anzurufen,
Speaker:die Wo die Wo sich der der Mann gerade das Leben genommen hat, wie führe
Speaker:ich son Gespräch? Also da würde ich das Ja. Den den Personaler fit machen.
Speaker:Wie kann man son Gespräch führen, ne? Zur Not auch mich
Speaker:daneben setzen mit 'nem Zettel und Sätze aufschreiben oder das
Speaker:Wording, vorher durchgehen? Das ist immer die Frage, was gebraucht wird, ne? Ja.
Speaker:Und dann erlebe ich's auch als Wenn man den Kontakt kriegt, ist es nämlich relativ
Speaker:unproblematisch, sage ich mal. Also ich erleb's oft, dass die Leute auch
Speaker:sagen, ja, nee, das dürfen die Leute wissen und das ist aber eine ganz wichtige
Speaker:Information bei der Weitergabe, ne? Mhm. Wir wir erzählen nicht einfach
Speaker:so, dass es 'n Suizid war, sondern wir haben Kontakt mit den Angehörigen gehabt. Das
Speaker:ist für die Mitarbeitenden ganz wichtig, dass das eine Erlaubnis der Familie hat,
Speaker:das zu benennen, ne. Und das ist natürlich die netteste Variante, weil man dann nicht
Speaker:zaubern muss oder Formulierungen finden muss.
Speaker:Wenn jetzt im akuten Schock und das gibt's auch, dass die Leute
Speaker:sagen, nee, wir wollen zumindest jetzt nicht, dass von Suizid gesprochen wird,
Speaker:ne, ist es auch ganz wichtig. Jetzt geh ich geh mal direkt in die Praxis,
Speaker:dann kann man nämlich dem den Mitarbeitenden sagen, er ist plötzlich verstorben, es gab
Speaker:keine Vorerkrankungen und die Familie möchte nicht, dass wir über
Speaker:Einzelheiten sprechen und wir respektieren den Wunsch der Familie. Dann
Speaker:Das ist nämlich sozusagen der nächste Schritt. Ich find den immer schlechter, weil die Wahrheit
Speaker:ist immer das Beste. Aber wenn man nicht die Wahrheit sagen darf und das ist
Speaker:ganz wichtig, jetzt mal 'n praktischen Tipp zu geben, das mögen wir auch noch mal
Speaker:einen Ich muss kennzeichnen, dass ich mehr weiß und aber
Speaker:auch dann kann ich kommunizieren, warum ich nicht mehr sage. Und das hab ich
Speaker:immer erlebt, das akzeptieren Menschen zu sagen, ah, okay, der weiß mehr, der
Speaker:Personaler, aber der sagt mir jetzt nicht mehr, weil die Familie darum bittet. Das
Speaker:ist eine Information, mit der kann ich als Mitarbeitende leben, ja? Das ist mir
Speaker:leuchtet mir ein und dann kommt nicht das Gefühl, die Hier wird mir
Speaker:was verheimlicht, ja? Mhm. Deswegen ist die Begründung, warum ich das Wissen
Speaker:nicht teile, ganz, ganz wichtig und dafür muss ich aber erst mal 'n Kontakt herstellen,
Speaker:ne? Ja. Das wär jetzt son praktisches Beispiel jetzt schon von
Speaker:von der Beratung konkret, ne. Ja. Ja und es kann ja auch
Speaker:immer mal eine andere Situation kommen, das hatte ich in 'nem an den Interview,
Speaker:hatte ich aber auch schon selbst in der Praxis, dass dann auf einmal
Speaker:von der Familie her der Vorwurf kommt, der hat sich ja nur deshalb
Speaker:die Ecke gebracht Genau. Weil die Arbeitsbedingungen, weil er die letzten Jahre
Speaker:Ja, klar. 100 Stunden die Woche gearbeitet hat und irgendwann Ja.
Speaker:Einfach nicht mehr kommt. Genau und das ist, wären
Speaker:jetzt schon mal Abwägung sozusagen, da würde ich mich dann auch hinsetzen im Betrieb.
Speaker:Könnte es Vorwürfe geben, ne? Oder gab es und das finde ich
Speaker:jetzt Kreise der Betroffenheit noch mal, gab es zum Beispiel
Speaker:Streit mit jemandem im Betrieb? Das kann ja auch noch mal wichtig sein und das
Speaker:jetzt gar nicht Dass das als Ruhe von der Familie kommt, aber wenn sich jetzt
Speaker:jemand das Leben genommen hat und der hatte vorgestern 'n
Speaker:Personalgespräch mitm Chef Mhm. Oder mit seinem Abteilungsleiter
Speaker:und jetzt 2 Tage später ist der tot, dann braucht auf jeden Fall der Abteilungsleiter
Speaker:auch Unterstützung. Ja. Und das das kann zusammenhängen, aber es muss gar nicht
Speaker:zusammenhängen, aber für den Abteilungsleiter ist das eine sehr stressige Situation. Gestern habe
Speaker:ich den noch abgemahnt und heute hat er sich das Leben genommen und das muss
Speaker:gar nichts miteinander zu tun haben, aber den den Mann muss ich sehen und 'n
Speaker:Gespräch anbieten, weil der hat eventuell noch 'n anderes Thema, ne?
Speaker:Und wenn er das nicht hat, ist schön, aber dann muss jemand nachgucken. Ja und
Speaker:auch die Kollegen, die beobachten das ja auch ganz genau. Die sind ja ganz genau
Speaker:und gestern hat er 1 oder wie auch immer Ja. Beim Ja. Sport gehabt und
Speaker:wie der rausgekommen ist. Also das war ja der Tod Genau, wichtig.
Speaker:Und Genau. Heute ist und so weiter und sofort. Genau,
Speaker:wichtig. Und da erlebe ich, dass dass es gut
Speaker:ist, dass jemand sozusagen aus von außerhalb des Systems
Speaker:dann vor Ort ist. Ja. Denn also,
Speaker:ich kann dann als Notfallseelsorger einfach auch persönliche Gespräche anbieten und
Speaker:das ist nicht im System drin. Also die mit Leute mit mir sprechen müssen
Speaker:nicht überlegen, boah mach ich jetzt den Chef schlecht oder ich äußere einen
Speaker:Verdacht oder ein Gefühl. Das würde ich eventuell gar nicht tun innerhalb des
Speaker:Systems, ne. Und das gilt auch für für Ansagen.
Speaker:Ich mach das jetzt mal am System Schule fest, wenn sich 'n Zum
Speaker:Beispiel im 'n Abiturjahrgang, wenn sich dort jemand das Leben nimmt, 'n
Speaker:Schüler. In der im im NRW gibt's das zentrale Abitur, das heißt, die
Speaker:Abiturklausuren, die werden am nächsten Tag geschrieben werden, weil die Schule sich das gar nicht
Speaker:aussucht, ne? Mhm. Also das heißt, in dem System muss jetzt irgendjemand den Satz aussprechen,
Speaker:es ist ganz schrecklich, was passiert ist, aber morgen werden die Klausuren geschrieben
Speaker:und diesen Satz, den wissen alle, aber den kann im System niemand
Speaker:sagen, weil der Schulleiter, der sagt und denkt morgen an die Klausuren, das ist
Speaker:herzlos, ne? Ja. Wie kann der? Unser Mitschüler hat sich das Leben genommen. Ein Schüler,
Speaker:der das sagt, ist der Ultrastreber. Ein Lehrer ist genauso
Speaker:herzlos wie der Direktor. Und alle warten auf den Satz, alle wissen
Speaker:den Satz, aber den muss jemand von außen sprechen, weil im System darf den keiner
Speaker:aussprechen und das gilt analog für Betriebe auch. Es gibt dann Sachen, die müssen gesagt
Speaker:werden, die kann aber keiner im System sagen, weil der sofort als ultraherzlos
Speaker:dient würde halt, ne. Mhm.
Speaker:Ja. Und es gibt noch mal, das find ich auch ganz wichtig und jetzt sind
Speaker:wir fast beim Thema, weil wir beim Thema Suizidwahn Suizidprävention,
Speaker:dass es dich durchaus öfters erlebe, dass wir eine Nummer da lassen
Speaker:und dass sich Leute im am Nachmittagsbereich oder am nächsten Tag melden, zu sagen, ich
Speaker:will nicht, dass jemand im Betrieb das weiß, aber ich hab auch seit langen Depressionen.
Speaker:Mhm. Und das würde man im Betrieb nie sagen, ne.
Speaker:Gehört er ja auch nicht hin, also finde ich auch richtig, dass man's nicht sagt,
Speaker:aber dass man über den Einsatz konkret sozusagen, ich sag mal, eine
Speaker:Hotline oder so was etabliert oder 1 1 1 1 1 Adresse außerhalb
Speaker:des Systems, wo Leute sich hinwenden können, ne, mit Informationen oder
Speaker:mit Hilfsangeboten, die man Wo man sich nicht outen möchte im Betrieb,
Speaker:sage ich mal ganz platt. Mhm, mhm. Aber da kommen
Speaker:grad für mich noch mal 2 interessanten Nachfragen.
Speaker:Das eine, wenn ich's jetzt so reflektiere,
Speaker:es wird immer gesagt, jemand ist krank, psychisch krank
Speaker:und deshalb hat er den Weg des Suizines gewählt.
Speaker:In meiner Erfahrung würde ich sagen, das gilt, wenns
Speaker:hochkommt für die Hälfte. Da gibt es eher den Anlass
Speaker:von außen. Meine Frau hat mich verlassen. Die Bank hat
Speaker:ihn gekündigt gekündigt. Ja. Der Vorgesetzte hat gesagt, wir wissen
Speaker:nicht, wie bei uns hier auskommen, aber wir probieren es. Was ist
Speaker:da so deine Erfahrung? Also mir geht's auch darum, einfach
Speaker:mal davon weg zu von den Tabu wegzugehen.
Speaker:Jemand muss krank gewesen sein, wenn er am Ende
Speaker:dieser langen Strecke dann auf einmal Last Levelsupport
Speaker:in Richtung Suiziten? Also es
Speaker:gibt das jetzt sehr holzschnittartig, aber damit zu arbeiten,
Speaker:mache ich's jetzt mal sehr holzschnittartig. Ja. Gibt es sozusagen 3 unterschiedliche
Speaker:Arten von Suizid in der Psychologie. Ein Teil
Speaker:ist wirklich genau das, was Du sagst, nach 'ner langen, depressiven Vorgeschichte
Speaker:Mhm. Oder 'ner anderen psychischen Krankheit. Meistens sind's Depressionen, jetzt aber bitte
Speaker:Vorsicht, es gibt Menschen mit ganz schweren Depressionen, die nicht suizidal sind. Also nicht jeder
Speaker:Depression ist suizidal, ne. Da gibt's zwar Vorgeschichten. Das
Speaker:ist für Betriebe dann nämlich auch in der akuten Situation wichtig, wer
Speaker:wusste von der Vorgeschichte oder hat der der Mitarbeitende, hat er
Speaker:das verheimlicht, das gibt es oder war er sehr offen und die
Speaker:Leute wussten das, aber das ist natürlich im Betrieb nicht in betrieblichen Öffentlichkeit 'n Thema
Speaker:und dafür brauche ich 'n Raum, das dann nach zu besprechen.
Speaker:Es gibt grob als Überschrift den sogenannten
Speaker:Bilanzsuizid. Mhm. Das heißt, Leute haben eine Rechnung offen, ne?
Speaker:Das ist das, was Du eben geschildert hast, das ist Die sind überhaupt nicht depressiv,
Speaker:sondern die sagen, ah ja, also wenn ich jetzt in die Privatinsolvenz gehe und meine
Speaker:Frau mich verlässt, dann bringe ich mich ja? Das Problem
Speaker:ist, in Anführungsstrichen, dass man das nicht den Menschen
Speaker:vorher anmerkt. 'N depressiver Mensch versucht, das zu verstecken, aber da merke ich was
Speaker:vorher. Jemand, der 'n Glanz Selbstmord macht, da
Speaker:ist das Schlimme ja noch nicht eingetreten. Das heißt, der der der wirkt jetzt nicht
Speaker:betroffen, weil noch hat er's ja nicht gemacht und in dem Moment, wo's passiert, macht
Speaker:er es. Das heißt, das kommt überraschend und da ist, da weiß keiner was und
Speaker:hätte sich keiner vorstellen können, dann hat eine andere Dynamik, ja? Das ist eine ganz
Speaker:andere Dynamik. Warum hat er sich jetzt aufs Leben genommen? Ich wusste doch gar
Speaker:nichts, ne? Das ist der Verlauf anderer für die Kollegen und Kolleginnen
Speaker:und dann gibt's, das ist seltener, aber dann gibt es tatsächlich, das nennt
Speaker:sich Affektsuizid, Mhm. Dass die Leute wirklich
Speaker:in 'nem spontanen Moment in einen Tunnel laufen. Also ich versuch
Speaker:mal, wie gesagt, sehr übertrieben, aber damit's deutlich wird.
Speaker:Wochenende war mies, hat geregnet, dann komme ich
Speaker:morgens in Betrieb und der Chef schnauzt mich an
Speaker:und 'n Kollege sagt mir, dass er die Schulden nicht zurückzahlen kann und dann ruft
Speaker:noch meine Frau an und sagt, das Wochenende war blöd.
Speaker:Und auf einmal laufe ich in 'n Tunnel und sag irgendwie, ich hab so viel
Speaker:Stress, das soll jetzt aufhören. Ich sitz hier gerade aufn Gerüst, ich lass jetzt los
Speaker:und dann ist der Stress vorbei, ja. Und das ist für die
Speaker:für die Hinterbliebenen und für die Umstehenden eine ganz große
Speaker:Katastrophe, weil es keine Vorankündigung gab und der
Speaker:Mensch eine Stunde bevor es passiert ist, auch noch keine Absicht hatte, sich das Leben
Speaker:zu nehmen. Mhm. Und wenn ich jetzt mal psychologisch in die Tiefe gehe, der wollte
Speaker:sich auch gar nicht das Leben nehmen, der will, dass der Stress aufhört und dann
Speaker:geht's 'n Kurzschluss. Ja. Und da
Speaker:sind auch Leute, wenn man die da tatsächlich, wo man Suizide verhindern kann, wenn man
Speaker:die im richtigen Moment abfängt, dann erschrecken die
Speaker:vor sich selber. Also das ist wirklich son Tunnel, muss man sich vorstellen.
Speaker:Und wenn's dann leider doch passiert ist, da gibt's ja gar keinen Anhaltspunkt und
Speaker:dann verzweifelt das Umfeld zu sein. Ich hätte auch was merken müssen und wo man
Speaker:dann tatsächlich auch Aufklärungsarbeit merkt und so bei dem Affektsuizid
Speaker:kannst Du nichts merken. Es gibt nichts zu merken und das ist
Speaker:das ist dann für die engsten Angehörigen sozusagen, also heute Morgen 9 ist der
Speaker:doch fröhlich schweigend aus der Tür gegangen und und dann zu sagen, ja, das ist
Speaker:so, also Du konntest nichts merken, der hat da noch nichts geplant. Das ist
Speaker:aber Für Angehörige und direkte Arbeitskollegen ist das tatsächlich
Speaker:ganz schwer zu begreifen, dass man so was schwerwiegend ist wie 'n
Speaker:Suizid in bestimmten Fällen nicht bemerken kann, weil es
Speaker:gibt ja Bis zum 'ner halben Stunde vorher war nichts zu bemerken, außer dass der
Speaker:Mensch Stress hat, ne. Aber nicht jeder Mensch, der Stress hat im Betrieb, bringt sich
Speaker:sonst kann ich dem Betrieb so ein Wort zumachen.
Speaker:Ja und Aber das Drittel ist im Endeffekt dann, wenn jemand wirklich schon seit
Speaker:Jahren leidet Ja. Und dann wirklich auch sagen muss,
Speaker:ich kann nicht mehr. Genau, richtig, ich kann nicht mehr
Speaker:und da ist Deswegen ist diese Unterscheidung, die ich eben gesagt hab, für den Verlauf
Speaker:der Ich bleib jetzt im betrieblichen Umfeld, Wenn
Speaker:ich weiß, dass der Kollege schon lange gekämpft hat mit mit ganz
Speaker:schweren Depressionen, kann es sogar sein, zu sagen,
Speaker:okay, es ist eigentlich fast erstaunlich, wie lange er es geschafft hat. Ja. Ja, es
Speaker:kann sein, dass das 'n Betrieb wenig überrascht, ja, sondern Mhm. Und trotzdem brauchen die
Speaker:Leute 'n Gesprächsangebot, ne? Ja. Und das ist 'n ganz anderer Verlauf, wie wie
Speaker:so, warum der Horst, der war doch immer son fröhlicher Mensch Mhm. Da ist
Speaker:dann wieder Informationen eventuell ganz wichtig in dem Fall, ne? Sagen, ja,
Speaker:okay, ja, der hat aber im Ne und da ist die Information ganz wichtig eventuell,
Speaker:er hat aber im Privaten Probleme und das hat nichts mit dem Betrieb zu
Speaker:tun. Mhm. Ja, weil wir eben darüber gesprochen haben, es kann ja im Betrieb
Speaker:Schwierigkeiten gegeben haben, das ist das eine, aber es kann ja umgekehrt eine ganz
Speaker:wichtige Information sein und dann da muss ich wieder mit Informationen sehr vorsichtig
Speaker:sein. Ich will den Menschen, mit der er sich umgebracht hat, ja nicht bloßstellen, ne.
Speaker:Aber es ist für den Betrieb ganz, ganz wichtig zu sagen, es gab Probleme, aber
Speaker:der hat nichts mit der Arbeit zu tun. Ja, ja. Damit die Leute nicht
Speaker:anfangen, zu geheimnissen und das, was Du eben gesagt hast, ja, hat er ja nicht
Speaker:doch oder hat Würdet er dich doch gemobbt, sondern dass man sich hinstellt und sagt,
Speaker:Leute, keine Details als Persönlichkeitsschutz, aber ich schwöre auf
Speaker:die Bibel. Das hat nichts mit euch zu tun, das weiß ich auch zum Einsatz,
Speaker:ne. Ganz wichtige Informationen, weil sonst zerlegen sich die Leute in
Speaker:Gerüchten, ne? Und bei dem, was ich eben gesagt hab, bei dem Airffekt Suizid,
Speaker:ist es fast 'n kleiner psychologischer Vortrag, den Leuten überhaupt begreiflich zu machen,
Speaker:wie das sein kann, dass es das gibt, ne? Ne? Und das macht natürlich 'n
Speaker:Personalchef nicht, also fachlich nicht und ist auch nicht seine Aufgabe,
Speaker:sondern da braucht jemand von uns zu sagen, Leute, das kann vorkommen, dass die
Speaker:Leute bei beim Schluss quasi irgendwie 'n Kurzschluss laufen,
Speaker:ja? Und das ist unfassbar, weil es keine Vorgeschichte gibt, weil es eigentlich keinen Grund
Speaker:gibt, weil die große Frage nach dem Warum hier unbeantwortet bleibt. Und da
Speaker:braucht's aber jemand Externes, der das erklärt, ne? Ja.
Speaker:Und das hatten wir neulich schon mal im Interview mit
Speaker:dem BBZL. Es gibt im Endeffekt bei
Speaker:maximal 'nem Drittel Abschiedsprüfer.
Speaker:Ja. Ist ja immer der Gedanke, der hat doch 'n Akt.
Speaker:Nee, er hat keinen geschrieben. Nee. Genau. Ja.
Speaker:Gut, dass Du das sagst und das hinterlässt dieses große Fragezeichen dann eben. In
Speaker:den meisten Fällen geht's eben gehalten, ne. Ja. Oder das gibt's ja auch
Speaker:noch mal einen, der noch mehr Fragen aufwirft, als er Antworten gibt.
Speaker:Das ist richtig gut. Ne, also das geht, also son Abschiedsbrief, also erstens gibt's den
Speaker:in den wenigeren Fällen und der muss auch nichts erklären, also noch nicht
Speaker:mal scheinbar erklären, sondern er kann auch sagen, so, was was ist 'n 'n jetzt?
Speaker:Was ist das für eine Begründung? Da die Idee ist mir gar nicht weiter, ne?
Speaker:Ja. Und das hinterlässt das Fragezeichen und da ist auch 1 1 1
Speaker:'n Angebot für Gespräche noch mal ganz wichtig,
Speaker:zu sagen, so, das muss ich ja irgendwo bereden und ich muss 'n Raum
Speaker:dafür haben, weil sonst entstehen Gerüchte und das ist für 'n Betrieb wieder ganz wichtig.
Speaker:Wenn ich nicht den offiziellen Raum habe, wo ich alles alle meine Fragen, dieses
Speaker:Nichtverstehen mit den anderen teilen kann und das ist ja auch eine ganz wichtige Rückversicherung.
Speaker:Nicht nur ich versteh das nicht, sondern die anderen stehen vor demselben Fragezeichen. Mhm. Diesen
Speaker:Raum muss es geben, weil sonst fangen die Leute an, Detektiv zu spielen. Ich mach's
Speaker:mal 'n bisschen zynisch, ne. Und beim Detektivspielen kommen dann
Speaker:Gerüchte auf und das kann für das Betriebsklima extrem gefährlich sein,
Speaker:ne. Weil gerade wenn ich keine Begründung habe, muss es ja eine geben und dann
Speaker:ist es doch jemand schuld, so ticken wir Menschen. Und da muss man aufpassen, dass
Speaker:das Betrieb, dass das nicht aufs Betriebsklima durchschlägt. Ja.
Speaker:Da würde ich gerne noch eine Frage in die Richtung und dann in den Abschluss
Speaker:gehen nachher, wie sorgst Du für dich? An der Stelle, Du
Speaker:kommst manchmal in Betriebe rein oder in Situationen rein, da
Speaker:merkst Du, da muss es etwas gegeben haben in der
Speaker:in der Vergangenheit, aber entweder ist es nicht mehr
Speaker:wirklich präsent oder es wird keiner drüber reden. Also im
Speaker:Endeffekt, wer nicht verabschiedet ist, ist noch da, um's mal lassen Ja, ja.
Speaker:Aus. Ja, ja. Wie erlebst Du so etwas grade im im Zusammenhang
Speaker:mit Unternehmen, die ja da eher sagen, wir produzieren,
Speaker:wir stellen her, wir verkaufen,
Speaker:aber das eigentlich nicht? Also erst mal ist mir ganz
Speaker:wichtig noch mal für die für die Betriebe, wir wir haben das Beichtgeheimnis
Speaker:und auch die da die Beispiellicht, ja? Das heißt, also das ist noch mal ganz
Speaker:wichtig, so, wenn wir etwas mitkriegen und dass es Unwuchten im Betrieb gibt,
Speaker:gibt es oder ich hab mal, es gibt ja auch tatsächlich reale Mobbingfälle, das kann
Speaker:ja auch sein, Ja. Dann bleibt das bei uns, ja? Also man muss keinen Betrieb
Speaker:fürchten, wenn ich jemanden von außen hole. Da wird jetzt erzählt, was
Speaker:in dem Betrieb denn los ist, ne? Also das finde ich noch mal
Speaker:ganz wichtig und das wäre tatsächlich, was ich sehr
Speaker:vorsichtig dann mit der Leitung ansprechen würde. Mhm. Zu sagen, ich hab da
Speaker:folgende Beobachtungen, ne? Psychologisch, ich mag diese psychologischen Wörter nicht, sondern diese, aber das stelle
Speaker:ich euch mal zu, ne, psychologisch Ich mag diese psychologischen Wörter nicht, sondern diese
Speaker:Aber das stelle ich euch mal zur Verfügung. Also ich würd da nie
Speaker:actroaktiv aktiv werden von meiner Richtung, aber ich würde mit
Speaker:Verantwortlichen aus dem Bereich eventuell sagen, pass mal auf, ich teile mit euch mal meine
Speaker:Wahrnehmung, ne? Da da
Speaker:könnt könnte was sein oder das sollte man vielleicht doch mal ansprechen oder,
Speaker:oder, oder. Aber nie als Befehlsform, sondern als Beobachtung und als
Speaker:Angebot, wenn ich dazu eine Idee hätte, ne? Genau,
Speaker:Angebote kann man sich anhören. Man kann sie leben, manchmal kann sie auch
Speaker:liegen lassen. Und man kann sie auch lassen halt, ne und Genau. Außer mir
Speaker:arbeiten alle ehrenamtlich, also wenn wenn jemand sagt, so, nee, das ist jetzt
Speaker:gut und es ist genug, dann hat keiner von uns 'n Freizeitsproblem.
Speaker:Wir kreieren keine Arbeit.
Speaker:Ja, bevor wir jetzt ganz in die Freizeit gehen, hast Du
Speaker:2 oder 3 Tipps, wie sorgst Du grade bei
Speaker:solch schweren Themen für dich selbst?
Speaker:Also erster Tipp ist Motorradfahren. Ja. Für
Speaker:mein Leben gern Motorrad. Also ein Hobby zu haben und das sage ich auch
Speaker:ganz bewusst. Glaub, was ich beim Motorrad entspannend finde, ist, ich hab 'n Helm
Speaker:auf, ich bin für mich Also ein 1 Ort zu haben, wo es wo
Speaker:es wirklich 'n Wechsel gibt. Und deswegen hab ich jetzt das Motorradfahren ganz bewusst als
Speaker:Beispiel genommen. Es ist jetzt nicht Muss nicht das Motorradfahren sein, aber da habe ich
Speaker:'n Wechsel in was ganz anderes, da ist meine Konzentration abgelenkt.
Speaker:Da habe ich andere Klamotten an, auch ganz wichtig. Ich seh gern die Einsatzjacke an
Speaker:und die die Schutzweste an. Ich Also da lege ich was ab und
Speaker:bin in 'ner anderen Rolle, ne und mit dem Helm bin ich einfach so
Speaker:für für mich, ne und da habe ich die 20 Minuten und das
Speaker:ist manchmal fahre ich nicht nur wegen der Parksituation fahre ich gerne mitm
Speaker:Motorrad zu einsetzen, sondern auch wegen diesem Rollenwechsel, ne. Ich bin dann raus und
Speaker:das wäre mein zweites Angebot,
Speaker:das Ich find auch noch mal ganz wichtig, dass man
Speaker:das, was man normalerweise bei minimalem Stress als Strategie
Speaker:hat, sich zu entstressen, also egal ob das Musikhören ist oder Kochen oder
Speaker:Spazierengehen, dass das auch für die Situation des
Speaker:großen Stresses geht, ne? Also manchmal denkt man so, jetzt hat sich der Mitarbeiter das
Speaker:Leben genommen. Ich kann doch jetzt nicht einfach 'n Podcast hören,
Speaker:ne? Mich aufs Sofa setzen und auch zu sagen, doch, wenn dir das sonst guttut,
Speaker:dann tut dir das auch jetzt gut. Ja. Und
Speaker:was auf jeden Fall immer hilft, sind
Speaker:ist sich bewegen, sage ich mal und zwar Mhm. Es geht nicht die
Speaker:Heftigkeit der Bewegung, das muss man ja immer Männern sagen, sondern wenn ich mich länger
Speaker:als 20 Minuten bewege, gleichmäßig, also das ist der bunte
Speaker:Spaziergang, ne, oder das Fahrradfahren, dann fängt dann fängt
Speaker:der Körper an, Stress abzubauen. Also es geht nicht die Heftigkeit der Bewegung, aber länger
Speaker:als 20 Minuten. Also Hundebesitzer sind klar im Vorteil, weil die
Speaker:dann den Rollenwechsel vollziehen, weil dann führen führen sie den Hund
Speaker:Gassi. Es ist Normalität, also die
Speaker:ganze Welt mag im Umbruch sein und
Speaker:nichts ist, wie es war, aber mein Hund Gassi führen ist vielleicht als
Speaker:letzter Rest an Normalität in meinem Leben und ich bewege mich. Ich muss
Speaker:mich bewegen, mehr als 20 Minuten. Und jetzt ist aber das, was ich noch mal
Speaker:sagte, mit dem Weil dann viele sagen, ich kann doch jetzt nicht mit
Speaker:Mund Gassi gehen und dann zu sagen, doch kannst Du, ne. Und ich sag
Speaker:mal bewusst, jetzt kommt noch 1 drauf, wenn ich im örtlichen, in kleinen Ort
Speaker:lebe, dann muss ich ja auch immer denken so, okay, das tut mir zwar gut,
Speaker:aber was denken die Leute, wenn ich jetzt, nachdem mein Kollege sich das Leben genommen
Speaker:hat, mit dem Hund Gassi gehe und dann würde ich sagen, dann fahr heute mal
Speaker:mitm Auto 10 Kilometer weg und geh mal durch den einsamen Wald, wo dich keiner
Speaker:sieht, heute sonst denken die Leute, was komisch. Also das wär 'n ganz praktischer So,
Speaker:das war jetzt so, mal in in die Werkzeugkiste gegriffen.
Speaker:Unsere Zeit ist Ich sag dir ganz,
Speaker:ganz herzlichen Dank. Es war ganz viel drin
Speaker:und wie immer, liebe Hörerinnen und Hörer, wenn ihr Fragen habt,
Speaker:Podcast at Power Manager Punkt d e und alle
Speaker:Fragen, die auch in den ALDI gehen, die schick ich gerne weiter.
Speaker:Über ALDI, ganz herzlichen Dank. Ganz
Speaker:herzlichen Dank dir für das tolle Gespräch.