Artwork for podcast Trauer am Arbeitsplatz
Trauer am Arbeitsplatz: NFS u Suizid - Albrecht Röbke im Gespräch
Episode 127 • 14th October 2026 • Trauer am Arbeitsplatz • Stefan Hund
00:00:00 00:34:46

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Shownotes

Suizidfälle im Betrieb: NFS vor Ort

Notfallseelsorger Albrecht Roebke im Trauermanager-Podcast

Albi (Albrecht) Röbke, ist erfahrenen Notfallseelsorger und Pfarrer der Rheinischen Landeskirche. Seit über 25 Jahren begleitet er professionell Menschen im Raum Köln/Bonn in Krisensituationen. Er leitet die Notfallseelsorge in dieser Region.

Gemeinsam sprechen wir über die Vielschichtigkeit von Notfallinterventionen im betrieblichen Kontext, von der Alarmierung über den Umgang mit plötzlichen Todesfällen und Suiziden bis hin zur Unterstützung von Betroffenen und Unternehmen. Albi gibt Einblicke, wie Notfallseelsorge praktisch funktioniert, wie mit den verschiedenen Kreisen der Betroffenheit sensibel umgegangen wird, und welche Herausforderungen – insbesondere beim Thema Suizid – in der Kommunikation und Betreuung entstehen. Außerdem verrät er, wie wichtig Selbstfürsorge in seinem anspruchsvollen Beruf ist und teilt ganz praktische Tipps für den Umgang mit seelischen Belastungen. Eine Folge, die zeigt, warum externe Unterstützung gerade in Ausnahmesituationen für alle Beteiligten unverzichtbar ist.

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Wir sprechen über Themen rund um Trauer. Für Unternehmer, Führungskräfte und Betriebsräte.

Wir sind das

Ingenieurbüro Heinke Wedler, Ingenieurbüro für Arbeitssicherheit und ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement. - Laudenbach/Bergstraße

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Die Hintergrundmusik: One Last Time by Dan Phillipson - Lic by Premiumbeat

Die Fotos unserer Gäste werden uns - gemäß unserer Bedingungen - immer frei von Rechten Dritter - also privat - zur Verfügung gestellt.

Impressum

Danke Albi

Hier der Link zu seinem sehr empfehlenswerten Buch: https://www.fischerverlage.de/buch/albi-roebke-und-ploetzlich-ist-nichts-mehr-wie-es-war-9783758700217

Mentioned in this episode:

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Transcripts

Speaker:

Und plötzlich ist nichts mehr, wie es eben

Speaker:

noch war. Albi Röpke, Fahrer

Speaker:

der Rheinischen Landeskirche und Notfallseelsorger seit über 25

Speaker:

Jahren im Bereich von Köln Bonn,

Speaker:

ist heute mein Gast. Lieber Albi, ganz herzlich willkommen.

Speaker:

Danke, dass ich hier sein darf. Nimm

Speaker:

uns doch einfach mal zu Beginn auf eine

Speaker:

fiktive, auf einen fiktiven Einsatz zu übernehmen. Du hast ja

Speaker:

25 Jahre Erfahrung. Was passiert da? Wie wie wirst Du

Speaker:

alarmiert und wie kommst Du dahin?

Speaker:

Die Alarmierung ist tatsächlich, ich sag mal, unterschiedlich, ne. Es

Speaker:

gibt Firmen, die sind vernetzt und da waren wir, ich sag

Speaker:

mal, im Netzwerk schon und die sagen, ja, wir haben ja 'n außergewöhnliches

Speaker:

Ereignis. Hat jemand eine Idee, wo man Hilfe bekommt?

Speaker:

Teilweise bekommt es über Polizei und Rettungsdienst, wenn jetzt etwas

Speaker:

geschehen ist, dass die entweder vor Ort sind, wenn im Betrieb was passiert, also beim

Speaker:

Betriebsunfall, dass die Polizei dann automatisch sagt, hier, wir Wollt ihr

Speaker:

Notfallseesäule zur Unterstützung haben oder

Speaker:

sozusagen, ich sag mal fast, dass wir im im

Speaker:

im, wenn jetzt 'n Todesfahren im häuslichen Bereich ist, dass die Ehefrau sagt, oh, wir

Speaker:

müssen den Betrieb informieren und dann bieten wir uns quasi in dem Moment ein, wo

Speaker:

wir dann vor Ort sind. Also deswegen sind die Alarmierungswege sehr, sehr unterschiedlich, ne.

Speaker:

Klassisch ist die Leitstellen, die auf uns hinweisen. Das wär der klassische

Speaker:

Weg, aber es gibt eben auch andere Wege, ne. Mhm. Aber ihr steht

Speaker:

ja nun nicht im Telefonbuch. Auch wenn Du, wie gehst dein Buch

Speaker:

mittlerweile und durch den DDR mit 'nem

Speaker:

Filmbeitrag doch eine gewisse Bekanntheit in der Region

Speaker:

hast, gut, bei 25 Jahren einsetzen sowieso. Ja.

Speaker:

Also das wär mir vielleicht für die die Hörenden hier auch ganz wichtig zu

Speaker:

sagen, ich kann, also das ist jetzt zumindest für unseren Deutschen Köln und im

Speaker:

Rheinsiegkreis so, in Bonn und im Rheinsiegkreis so,

Speaker:

dass man durchaus die 1 1 2, die Feuerwehr ein Wählen kann und sagen, ich

Speaker:

brauch keinen RTW, ich brauch 'n Notfallsegel. Also das ist vollkommen legitim,

Speaker:

da haben viele Leute Hemmungen, weil die immer denken, wenn ich der 1 1 2

Speaker:

wähle, dann hab ich den Löschzug vor der Tür. Und das ist aber durchaus

Speaker:

möglich, dass man sagt, es geht übrigens auch für die Schule, nicht nur für Betriebe,

Speaker:

zu sagen, wir haben jetzt eine außergewöhnliche Lage hier, wir brauchen Unterstützung und ich brauch

Speaker:

jetzt keinen keinen Löschzug, ich brauch aber 3 Notfallseelsorger. Das wäre

Speaker:

'n vollkommen legitimer Weg, der vielen Leuten unbekannt ist und dass wir die Feuerwehr auch

Speaker:

alarmierbar sind. Also diese Variante kann

Speaker:

ich auch noch nicht. Ich dachte, ich bin die ganze Zeit nur am Ort

Speaker:

des Geschehens. 1 aus der Flaulichtfamilie

Speaker:

ruft auf der Leitstelle an, alarmiert mir doch Ja. Und plötzlich Notfalls in

Speaker:

Sorge. Nee, also wie gesagt, das sind auch Absprachen hier vor

Speaker:

Ort. Ich kenn das aber auch von anderen Systemen, dass man eben tatsächlich über

Speaker:

die Leitstelle Meistens Feuerwehr, weniger Polizei, ne? Die

Speaker:

kommunizieren aber miteinander, das ginge wahrscheinlich auch. Aber wir hängen wirklich an

Speaker:

der Feuerwehr dran und wenn man bei der Leitstelle in Bonn anruft, kann man eben

Speaker:

sagen, ich hätt gern Unterstützung durch Nothaltige Socke. Mhm. So,

Speaker:

jetzt bist Du alarmiert worden. Ja. Jetzt kommst Du in

Speaker:

das Unternehmen. Was sind die ersten Schritte?

Speaker:

Also ich denk so, es gibt eher 2 große Unterschiede von

Speaker:

den Einsätzen. Entweder es ist jetzt ganz akut im Unternehmen hat's 'n

Speaker:

Arbeitsunfall gegeben, am Im schlimmsten Fall jetzt 'n tödlichen Arbeitsunfall.

Speaker:

Dann organisieren wir erst mal Kreise

Speaker:

der Betroffenen, ne? Das heißt, das sind meistens ja auch noch mal 'n Einsatz Dann

Speaker:

waren die Kollegen von der Polizei mit jemandem von uns auch dann zu den

Speaker:

Hinterbliebenen, die Todesnachricht zu erbringen.

Speaker:

Dann, ich sag mal, sichten wir erst mal, das nennt sich in der

Speaker:

Krisenintervention Kreise der Betroffenheit. Mhm. Also die Frage wär Es hat

Speaker:

jetzt in Betrieb 'n tödlichen Arbeitsunfall gegeben. Gibt's

Speaker:

Ersthelfer, die zu betreuen sind, die natürlich unter 3 besonderen Belastungsstätten, weil die da daneben

Speaker:

standen? Gibt's Augenzeugen, die das gesehen haben, ne?

Speaker:

Wer wer ist der Kreis der engsten Mitarbeitenden, ne? Das ist jetzt zum

Speaker:

Beispiel im Schichtbetrieb kann das ganz sehr spannend sein. Also es gibt die Leute,

Speaker:

klar, die jetzt vor Ort sind, aber gibt's Leute, die ansonsten mit dieser Person zusammenarbeiten,

Speaker:

die jetzt zügig informiert werden müssen und eigentlich quasi ein,

Speaker:

ja, an Ort und Stelle eventuell gebracht werden können, damit man die

Speaker:

Abteilung oder wie immer das organisiert ist, informieren kann.

Speaker:

Und 'n ganz wichtiger Punkt ist Informationsweitergabe, also

Speaker:

wer braucht welche Informationen und wann bekommt er die? Also dass jetzt nicht zum Beispiel

Speaker:

am nächsten Tag jemand in den Betrieb reinrennt und noch gar nicht weiß, was geschehen

Speaker:

ist, ne? Da muss man zum Beispiel auch gucken, wer ist auf Fortbildung, wer ist

Speaker:

auf Außenmontage? Ne, die Gefahr ist immer, dass man mit mit

Speaker:

den Leuten vor Ort arbeitet und dann kommt jemand, der noch gar nichts weiß und

Speaker:

platzt da rein, ne? Und da muss man gucken, wie sind die Informationswege?

Speaker:

Und ganz wichtig ist natürlich auch zu überlegen, die Außenkommunikation.

Speaker:

Also was kommuniziert die die

Speaker:

die Leitung nach außen? Also einmal zu zum Beispiel

Speaker:

potenziellen Kunden, zu zum Ort des

Speaker:

Geschehens, ne? Beim Arbeitsunfall, je nachdem, gibt's ja auch

Speaker:

Öffentlichkeit, die jetzt interessiert ist, was da los ist und gleichzeitig

Speaker:

gibt's ja auch, ich sag mal, wenn das jetzt 'n 'n 'n

Speaker:

Mitarbeiter im Vertrieb ist, muss man eventuell andere

Speaker:

Firmen informieren oder gibt's sogar Teams, wo man

Speaker:

zusammengearbeitet hat, dass man die nicht aus Blick hat. Also eventuell ist eine andere Firma,

Speaker:

mit der man kooperiert, auch betroffen und das

Speaker:

übersieht man öfters in in dem Akutfall vielleicht, ne? Also es

Speaker:

ist ganz viel Sichten und Sortieren,

Speaker:

Betreuung von den direkt Betroffenen und

Speaker:

ja, Informationsweitergabe, verlässliche Informationen.

Speaker:

Also wer braucht die Information, das schafft Sicherheit und wo ist auch zu viel an

Speaker:

die Information? Und das ist ja genauso sensibel, dass man jetzt nicht alles

Speaker:

raushaut in Details, ne. Genau, genau

Speaker:

und Du kommst jetzt ins Unternehmen und möglicherweise

Speaker:

kriegst Du dann als allererstes auf die Führungskraft

Speaker:

und orientierst dich einfach mal nach der Motto, wer ist hier wo was?

Speaker:

Genau. Möglicherweise über die Polizei, was ist passiert oder

Speaker:

über die Rettungssanitäter

Speaker:

und dann gehst Du im Endeffekt, so habe ich auch beim

Speaker:

Buch verstanden, die Kraft im Hintergrund,

Speaker:

die von hinten, ich sag mal, die Sachen noch mit

Speaker:

koordiniert, ohne wirklich nachher zu sagen, ich

Speaker:

nehme euch die Verantwortung ab, sondern die Verantwortung über euch. Echt?

Speaker:

Ja, das ist mir ganz wichtig, wir sind Unterstützung sozusagen,

Speaker:

die vorhandenen Strukturen handlungsfähig zu machen oder bei der

Speaker:

Handlungsfähigkeit zu unterstützen. Wir wir übernehmen nie das Konzept.

Speaker:

Wir Das ist immer Hilfe zur Selbsthilfe, das ist Das ist im Idealfall der

Speaker:

Notfallseelsorge. Es geht immer

Speaker:

darum, dass sowohl einzelne Personen als auch ein System

Speaker:

handlungsfähig bleibt oder wird. Je nach Schock kann das am Anfang schwierig

Speaker:

sein, ne? Und wir unterstützen immer, wir, ich sag mal, wir

Speaker:

bringen wir sind 'n bisschen wie Hebammen, wir bringen nichts von außen rein,

Speaker:

sondern wir erheben das, was dort vor Ort ist. Ja.

Speaker:

Wie ist das? In Unternehmen arbeiten

Speaker:

ja auch Menschen, ich sag mal, verschiedene Herkunft verschiedener Religionen. Ist

Speaker:

da am Anfang auch erst mal 'n Vorbehalt, das ist die Notfallseelsorge,

Speaker:

das ist jetzt christlich, ich werd missioniert. Ich

Speaker:

denk mal, das war sicherlich auch vor 25 Jahren, so kenne ich das auch, da

Speaker:

wurde erst mal, hatte man erst mal Angst, der Pfarrer kommt und so weiter und

Speaker:

so fort. Mhm. Wie so wieder Herr Jacken?

Speaker:

Ich Also ich glaube, wenn wir sozusagen akut vor Ort sind, kriegen die Leute ganz

Speaker:

schnell mit, dass das jetzt nicht 'n heiligen

Speaker:

Kalender verteilen geht. Es hat keiner Weihwasser dabei, sondern das ist handfeste

Speaker:

Krisenintervention, die weltanschaulich neutral ist.

Speaker:

Ich erleb das manchmal, wenn wir angekündigt werden, dass es dann eine kurze

Speaker:

Irritation noch mal gibt. Jetzt kommt Notfallseelsorge, weil's ja auch 'n kirchlicher Begriff

Speaker:

ist, dass die Leute kurz irritiert sind. Ich erleb das aber so, dass nach den

Speaker:

ersten 5 Minuten, wo klar wird, wo wir auch schildern, was wir machen und wofür

Speaker:

wir da sind, das ausgeräumt ist.

Speaker:

Wir haben, was was Du gerade angesprochen hast Wir hat

Speaker:

Wir kooperieren auch mit der muslimischen Notfallseelsorge, das nennt sich muslimische Notfallseelsorgebegleitung.

Speaker:

Meiner Erfahrung nach in Betrieben ist Also wir arbeiten da eng

Speaker:

zusammen, das ist auch super. Meistens ist es aber eine Frage der Muttersprachlichkeit und

Speaker:

gar nicht der religiösen Zugehörigkeit. Also dass Menschen, die unter Schock stehen, auch

Speaker:

wenn sie sehr gut Deutsch stehen Sprechen,

Speaker:

sich besser in der Muttersprache ausdrücken können und

Speaker:

wollen, ne? Und wie gesagt, das hat nichts mit Deutschkenntnissen zu tun, manchmal auch. Manchmal

Speaker:

ist es einfach sinnvoll, jemanden zum Übersetzen da zu haben Mhm. Und das gilt dann

Speaker:

eben nicht nur für Muslime, das wär ja bei kroatischen oder bulgarischen Mitarbeitenden

Speaker:

genauso. Und

Speaker:

es gibt dann doch manchmal 'n bisschen noch den den religiösen Aspekt, der spielt in

Speaker:

'ner Akutsituation aber kaum eine Rolle, jetzt für gläubige

Speaker:

Muslime, sondern es geht wirklich eher Sprachkenntnisse, ne? Mhm.

Speaker:

Aber als Vorbehalte gibt's, wenn wir angekündigt werden, aber die werden in der Realität meistens

Speaker:

ganz schnell erledigen die sich. Ja, ja.

Speaker:

Ich hab vor knapp 8

Speaker:

Jahren mal eine Reihe in 'nem anderen Podcast gemacht,

Speaker:

sterben in den verschiedenen Religionen und da hatte

Speaker:

ich unter anderem eine muslimische Gesprächspartnerin und

Speaker:

dann kam's auch zum Thema Suizid.

Speaker:

Und da können ja die

Speaker:

allermeisten ja überhaupt nicht damit.

Speaker:

Also natürlich jeder Suizid ist 1 zu viel,

Speaker:

ja, aber auch in der Begleitung, Wie erlebst Du

Speaker:

das an dieser Stelle?

Speaker:

Ja, also das erlebe ich auch oft Also das ist tatsächlich

Speaker:

Ich würde sagen, 50 Prozent der Fälle, wo wir

Speaker:

Firmen, Betriebe unterstützen Also 50 Prozent, würde ich sagen,

Speaker:

Arbeitsunfälle vor Ort oder draußen und 50 Prozent tatsächlich Wir haben

Speaker:

Suizid Auch auch überlebt Er erlebe ich so, 'n

Speaker:

Suizid kombiniert mit 'nem Todesfall im Betrieb, der, ich sag mal, 'n

Speaker:

regulärer Todesfall war, aber der 'n System schon gestresst hat. Also ich war Mach jetzt

Speaker:

mal fiktiv, vorm halben Jahr ist 'n Mitarbeiter an 'ner Krebserkrankung

Speaker:

verstorben, relativ zügig und jetzt 'n halbes Jahr

Speaker:

später erfahren wir, dass sich ein Mitarbeiter das Leben genommen hat.

Speaker:

Ja. So und dann hab ich auf einmal Stress im System. Das ist dann einmal

Speaker:

der 2. Todesfall und gleichzeitig, wie gehe ich jetzt mit dem Thema

Speaker:

Suizid Und das wird jetzt gar nicht Da sind die

Speaker:

Betriebe sozusagen Opfer 1 Schweigens in unserer Gesellschaft.

Speaker:

Wir wir sind nämlich überhaupt nicht gewohnt, als Gesellschafter über den Suizid zu reden und

Speaker:

jetzt stehe ich aber als Systembetrieb auf einmal vor der Aufgabe. Ich muss

Speaker:

das jetzt kommunizieren. Darf ich das kommunizieren? Wie kommunizier ich es,

Speaker:

ne? Und da ist in der Gesellschaft schon niemand drauf

Speaker:

vorbereitet und das erwischt dann die Leute vor Ort, die es jetzt kommunizieren

Speaker:

müssen und und es gibt keine

Speaker:

Hilfsangebote halt, ne. Und das passiert tatsächlich oft und ich

Speaker:

würde fast sagen, dass das wusste, unsere zu unserer in Betrieben sind.

Speaker:

Unterstützung bei einem Mitarbeiter hat sich das Leben genommen. Wir müssen die Kollegen informieren, wie

Speaker:

machen wir das? Mhm. Mhm. Ja und gleichzeitig

Speaker:

zumindest hab's hab ich so immer erlebt, Du hast

Speaker:

einerseits die Information Suizid

Speaker:

und andererseits weißt Du dann als Führungsstrappenunternehmen nicht,

Speaker:

was kommuniziere ich eigentlich? Und Du möchtest nachher nicht

Speaker:

der, Entschuldigung Depp sein, der gesagt hat, es

Speaker:

war Suizid und die Ehefrau oder die Kinder sagen,

Speaker:

also sag mal, stimmt der das, der darüber redet? Das wollen wir genau

Speaker:

nicht haben. Der ist doch und so weiter und so fort.

Speaker:

Genau und das wär so der 1. Schritt und da unterstützen wir

Speaker:

gerne sozusagen Kontakt zu den Angehörigen aufzunehmen, ne,

Speaker:

dann auch abzuklären, sozusagen, was dürfen wir

Speaker:

und was sollen wir vielleicht sogar kommunizieren? Mhm. So und da sind wir jetzt als

Speaker:

Notfallseesorgende durchaus hilfreich, weil es kann jetzt zum

Speaker:

Beispiel schon mal sein, dass unser Also der Mitarbeiter hat sich

Speaker:

so zitiert, Notfallsehesorger ist schon vor Ort im Einsatz, bei der Familie,

Speaker:

ja? Mhm. Dann können wir den Betrieb unterstützen, zu sagen, ich bin jetzt Notfallsehesorger im

Speaker:

Betrieb und ruf im günstigsten Fall meinen Kollegen vor Ort an und sag, pass

Speaker:

mal auf, ich steh jetzt hier im Betrieb, die unterstützen wir gerade, Du bist bei

Speaker:

der Familie. Kannst Du mal vorsondieren, ob man

Speaker:

anrufen darf und so weiter, ne? Oder kannst Du vielleicht schon fragen, weil Du 'n

Speaker:

persönlichen Kontakt hast, was soll denn die Der der Betrieb

Speaker:

kommunizieren, ne? Wenn jetzt niemand vor Ort ist, würden wir die

Speaker:

Leute auch erst mal beraten, also wenn ich jetzt Personaler bin in

Speaker:

einem Betrieb, dann ist Hab ich ja nicht unbedingt automatisch

Speaker:

gelernt, wie das jetzt ist, 1 1 Witwe anzurufen,

Speaker:

die Wo die Wo sich der der Mann gerade das Leben genommen hat, wie führe

Speaker:

ich son Gespräch? Also da würde ich das Ja. Den den Personaler fit machen.

Speaker:

Wie kann man son Gespräch führen, ne? Zur Not auch mich

Speaker:

daneben setzen mit 'nem Zettel und Sätze aufschreiben oder das

Speaker:

Wording, vorher durchgehen? Das ist immer die Frage, was gebraucht wird, ne? Ja.

Speaker:

Und dann erlebe ich's auch als Wenn man den Kontakt kriegt, ist es nämlich relativ

Speaker:

unproblematisch, sage ich mal. Also ich erleb's oft, dass die Leute auch

Speaker:

sagen, ja, nee, das dürfen die Leute wissen und das ist aber eine ganz wichtige

Speaker:

Information bei der Weitergabe, ne? Mhm. Wir wir erzählen nicht einfach

Speaker:

so, dass es 'n Suizid war, sondern wir haben Kontakt mit den Angehörigen gehabt. Das

Speaker:

ist für die Mitarbeitenden ganz wichtig, dass das eine Erlaubnis der Familie hat,

Speaker:

das zu benennen, ne. Und das ist natürlich die netteste Variante, weil man dann nicht

Speaker:

zaubern muss oder Formulierungen finden muss.

Speaker:

Wenn jetzt im akuten Schock und das gibt's auch, dass die Leute

Speaker:

sagen, nee, wir wollen zumindest jetzt nicht, dass von Suizid gesprochen wird,

Speaker:

ne, ist es auch ganz wichtig. Jetzt geh ich geh mal direkt in die Praxis,

Speaker:

dann kann man nämlich dem den Mitarbeitenden sagen, er ist plötzlich verstorben, es gab

Speaker:

keine Vorerkrankungen und die Familie möchte nicht, dass wir über

Speaker:

Einzelheiten sprechen und wir respektieren den Wunsch der Familie. Dann

Speaker:

Das ist nämlich sozusagen der nächste Schritt. Ich find den immer schlechter, weil die Wahrheit

Speaker:

ist immer das Beste. Aber wenn man nicht die Wahrheit sagen darf und das ist

Speaker:

ganz wichtig, jetzt mal 'n praktischen Tipp zu geben, das mögen wir auch noch mal

Speaker:

einen Ich muss kennzeichnen, dass ich mehr weiß und aber

Speaker:

auch dann kann ich kommunizieren, warum ich nicht mehr sage. Und das hab ich

Speaker:

immer erlebt, das akzeptieren Menschen zu sagen, ah, okay, der weiß mehr, der

Speaker:

Personaler, aber der sagt mir jetzt nicht mehr, weil die Familie darum bittet. Das

Speaker:

ist eine Information, mit der kann ich als Mitarbeitende leben, ja? Das ist mir

Speaker:

leuchtet mir ein und dann kommt nicht das Gefühl, die Hier wird mir

Speaker:

was verheimlicht, ja? Mhm. Deswegen ist die Begründung, warum ich das Wissen

Speaker:

nicht teile, ganz, ganz wichtig und dafür muss ich aber erst mal 'n Kontakt herstellen,

Speaker:

ne? Ja. Das wär jetzt son praktisches Beispiel jetzt schon von

Speaker:

von der Beratung konkret, ne. Ja. Ja und es kann ja auch

Speaker:

immer mal eine andere Situation kommen, das hatte ich in 'nem an den Interview,

Speaker:

hatte ich aber auch schon selbst in der Praxis, dass dann auf einmal

Speaker:

von der Familie her der Vorwurf kommt, der hat sich ja nur deshalb

Speaker:

die Ecke gebracht Genau. Weil die Arbeitsbedingungen, weil er die letzten Jahre

Speaker:

Ja, klar. 100 Stunden die Woche gearbeitet hat und irgendwann Ja.

Speaker:

Einfach nicht mehr kommt. Genau und das ist, wären

Speaker:

jetzt schon mal Abwägung sozusagen, da würde ich mich dann auch hinsetzen im Betrieb.

Speaker:

Könnte es Vorwürfe geben, ne? Oder gab es und das finde ich

Speaker:

jetzt Kreise der Betroffenheit noch mal, gab es zum Beispiel

Speaker:

Streit mit jemandem im Betrieb? Das kann ja auch noch mal wichtig sein und das

Speaker:

jetzt gar nicht Dass das als Ruhe von der Familie kommt, aber wenn sich jetzt

Speaker:

jemand das Leben genommen hat und der hatte vorgestern 'n

Speaker:

Personalgespräch mitm Chef Mhm. Oder mit seinem Abteilungsleiter

Speaker:

und jetzt 2 Tage später ist der tot, dann braucht auf jeden Fall der Abteilungsleiter

Speaker:

auch Unterstützung. Ja. Und das das kann zusammenhängen, aber es muss gar nicht

Speaker:

zusammenhängen, aber für den Abteilungsleiter ist das eine sehr stressige Situation. Gestern habe

Speaker:

ich den noch abgemahnt und heute hat er sich das Leben genommen und das muss

Speaker:

gar nichts miteinander zu tun haben, aber den den Mann muss ich sehen und 'n

Speaker:

Gespräch anbieten, weil der hat eventuell noch 'n anderes Thema, ne?

Speaker:

Und wenn er das nicht hat, ist schön, aber dann muss jemand nachgucken. Ja und

Speaker:

auch die Kollegen, die beobachten das ja auch ganz genau. Die sind ja ganz genau

Speaker:

und gestern hat er 1 oder wie auch immer Ja. Beim Ja. Sport gehabt und

Speaker:

wie der rausgekommen ist. Also das war ja der Tod Genau, wichtig.

Speaker:

Und Genau. Heute ist und so weiter und sofort. Genau,

Speaker:

wichtig. Und da erlebe ich, dass dass es gut

Speaker:

ist, dass jemand sozusagen aus von außerhalb des Systems

Speaker:

dann vor Ort ist. Ja. Denn also,

Speaker:

ich kann dann als Notfallseelsorger einfach auch persönliche Gespräche anbieten und

Speaker:

das ist nicht im System drin. Also die mit Leute mit mir sprechen müssen

Speaker:

nicht überlegen, boah mach ich jetzt den Chef schlecht oder ich äußere einen

Speaker:

Verdacht oder ein Gefühl. Das würde ich eventuell gar nicht tun innerhalb des

Speaker:

Systems, ne. Und das gilt auch für für Ansagen.

Speaker:

Ich mach das jetzt mal am System Schule fest, wenn sich 'n Zum

Speaker:

Beispiel im 'n Abiturjahrgang, wenn sich dort jemand das Leben nimmt, 'n

Speaker:

Schüler. In der im im NRW gibt's das zentrale Abitur, das heißt, die

Speaker:

Abiturklausuren, die werden am nächsten Tag geschrieben werden, weil die Schule sich das gar nicht

Speaker:

aussucht, ne? Mhm. Also das heißt, in dem System muss jetzt irgendjemand den Satz aussprechen,

Speaker:

es ist ganz schrecklich, was passiert ist, aber morgen werden die Klausuren geschrieben

Speaker:

und diesen Satz, den wissen alle, aber den kann im System niemand

Speaker:

sagen, weil der Schulleiter, der sagt und denkt morgen an die Klausuren, das ist

Speaker:

herzlos, ne? Ja. Wie kann der? Unser Mitschüler hat sich das Leben genommen. Ein Schüler,

Speaker:

der das sagt, ist der Ultrastreber. Ein Lehrer ist genauso

Speaker:

herzlos wie der Direktor. Und alle warten auf den Satz, alle wissen

Speaker:

den Satz, aber den muss jemand von außen sprechen, weil im System darf den keiner

Speaker:

aussprechen und das gilt analog für Betriebe auch. Es gibt dann Sachen, die müssen gesagt

Speaker:

werden, die kann aber keiner im System sagen, weil der sofort als ultraherzlos

Speaker:

dient würde halt, ne. Mhm.

Speaker:

Ja. Und es gibt noch mal, das find ich auch ganz wichtig und jetzt sind

Speaker:

wir fast beim Thema, weil wir beim Thema Suizidwahn Suizidprävention,

Speaker:

dass es dich durchaus öfters erlebe, dass wir eine Nummer da lassen

Speaker:

und dass sich Leute im am Nachmittagsbereich oder am nächsten Tag melden, zu sagen, ich

Speaker:

will nicht, dass jemand im Betrieb das weiß, aber ich hab auch seit langen Depressionen.

Speaker:

Mhm. Und das würde man im Betrieb nie sagen, ne.

Speaker:

Gehört er ja auch nicht hin, also finde ich auch richtig, dass man's nicht sagt,

Speaker:

aber dass man über den Einsatz konkret sozusagen, ich sag mal, eine

Speaker:

Hotline oder so was etabliert oder 1 1 1 1 1 Adresse außerhalb

Speaker:

des Systems, wo Leute sich hinwenden können, ne, mit Informationen oder

Speaker:

mit Hilfsangeboten, die man Wo man sich nicht outen möchte im Betrieb,

Speaker:

sage ich mal ganz platt. Mhm, mhm. Aber da kommen

Speaker:

grad für mich noch mal 2 interessanten Nachfragen.

Speaker:

Das eine, wenn ich's jetzt so reflektiere,

Speaker:

es wird immer gesagt, jemand ist krank, psychisch krank

Speaker:

und deshalb hat er den Weg des Suizines gewählt.

Speaker:

In meiner Erfahrung würde ich sagen, das gilt, wenns

Speaker:

hochkommt für die Hälfte. Da gibt es eher den Anlass

Speaker:

von außen. Meine Frau hat mich verlassen. Die Bank hat

Speaker:

ihn gekündigt gekündigt. Ja. Der Vorgesetzte hat gesagt, wir wissen

Speaker:

nicht, wie bei uns hier auskommen, aber wir probieren es. Was ist

Speaker:

da so deine Erfahrung? Also mir geht's auch darum, einfach

Speaker:

mal davon weg zu von den Tabu wegzugehen.

Speaker:

Jemand muss krank gewesen sein, wenn er am Ende

Speaker:

dieser langen Strecke dann auf einmal Last Levelsupport

Speaker:

in Richtung Suiziten? Also es

Speaker:

gibt das jetzt sehr holzschnittartig, aber damit zu arbeiten,

Speaker:

mache ich's jetzt mal sehr holzschnittartig. Ja. Gibt es sozusagen 3 unterschiedliche

Speaker:

Arten von Suizid in der Psychologie. Ein Teil

Speaker:

ist wirklich genau das, was Du sagst, nach 'ner langen, depressiven Vorgeschichte

Speaker:

Mhm. Oder 'ner anderen psychischen Krankheit. Meistens sind's Depressionen, jetzt aber bitte

Speaker:

Vorsicht, es gibt Menschen mit ganz schweren Depressionen, die nicht suizidal sind. Also nicht jeder

Speaker:

Depression ist suizidal, ne. Da gibt's zwar Vorgeschichten. Das

Speaker:

ist für Betriebe dann nämlich auch in der akuten Situation wichtig, wer

Speaker:

wusste von der Vorgeschichte oder hat der der Mitarbeitende, hat er

Speaker:

das verheimlicht, das gibt es oder war er sehr offen und die

Speaker:

Leute wussten das, aber das ist natürlich im Betrieb nicht in betrieblichen Öffentlichkeit 'n Thema

Speaker:

und dafür brauche ich 'n Raum, das dann nach zu besprechen.

Speaker:

Es gibt grob als Überschrift den sogenannten

Speaker:

Bilanzsuizid. Mhm. Das heißt, Leute haben eine Rechnung offen, ne?

Speaker:

Das ist das, was Du eben geschildert hast, das ist Die sind überhaupt nicht depressiv,

Speaker:

sondern die sagen, ah ja, also wenn ich jetzt in die Privatinsolvenz gehe und meine

Speaker:

Frau mich verlässt, dann bringe ich mich ja? Das Problem

Speaker:

ist, in Anführungsstrichen, dass man das nicht den Menschen

Speaker:

vorher anmerkt. 'N depressiver Mensch versucht, das zu verstecken, aber da merke ich was

Speaker:

vorher. Jemand, der 'n Glanz Selbstmord macht, da

Speaker:

ist das Schlimme ja noch nicht eingetreten. Das heißt, der der der wirkt jetzt nicht

Speaker:

betroffen, weil noch hat er's ja nicht gemacht und in dem Moment, wo's passiert, macht

Speaker:

er es. Das heißt, das kommt überraschend und da ist, da weiß keiner was und

Speaker:

hätte sich keiner vorstellen können, dann hat eine andere Dynamik, ja? Das ist eine ganz

Speaker:

andere Dynamik. Warum hat er sich jetzt aufs Leben genommen? Ich wusste doch gar

Speaker:

nichts, ne? Das ist der Verlauf anderer für die Kollegen und Kolleginnen

Speaker:

und dann gibt's, das ist seltener, aber dann gibt es tatsächlich, das nennt

Speaker:

sich Affektsuizid, Mhm. Dass die Leute wirklich

Speaker:

in 'nem spontanen Moment in einen Tunnel laufen. Also ich versuch

Speaker:

mal, wie gesagt, sehr übertrieben, aber damit's deutlich wird.

Speaker:

Wochenende war mies, hat geregnet, dann komme ich

Speaker:

morgens in Betrieb und der Chef schnauzt mich an

Speaker:

und 'n Kollege sagt mir, dass er die Schulden nicht zurückzahlen kann und dann ruft

Speaker:

noch meine Frau an und sagt, das Wochenende war blöd.

Speaker:

Und auf einmal laufe ich in 'n Tunnel und sag irgendwie, ich hab so viel

Speaker:

Stress, das soll jetzt aufhören. Ich sitz hier gerade aufn Gerüst, ich lass jetzt los

Speaker:

und dann ist der Stress vorbei, ja. Und das ist für die

Speaker:

für die Hinterbliebenen und für die Umstehenden eine ganz große

Speaker:

Katastrophe, weil es keine Vorankündigung gab und der

Speaker:

Mensch eine Stunde bevor es passiert ist, auch noch keine Absicht hatte, sich das Leben

Speaker:

zu nehmen. Mhm. Und wenn ich jetzt mal psychologisch in die Tiefe gehe, der wollte

Speaker:

sich auch gar nicht das Leben nehmen, der will, dass der Stress aufhört und dann

Speaker:

geht's 'n Kurzschluss. Ja. Und da

Speaker:

sind auch Leute, wenn man die da tatsächlich, wo man Suizide verhindern kann, wenn man

Speaker:

die im richtigen Moment abfängt, dann erschrecken die

Speaker:

vor sich selber. Also das ist wirklich son Tunnel, muss man sich vorstellen.

Speaker:

Und wenn's dann leider doch passiert ist, da gibt's ja gar keinen Anhaltspunkt und

Speaker:

dann verzweifelt das Umfeld zu sein. Ich hätte auch was merken müssen und wo man

Speaker:

dann tatsächlich auch Aufklärungsarbeit merkt und so bei dem Affektsuizid

Speaker:

kannst Du nichts merken. Es gibt nichts zu merken und das ist

Speaker:

das ist dann für die engsten Angehörigen sozusagen, also heute Morgen 9 ist der

Speaker:

doch fröhlich schweigend aus der Tür gegangen und und dann zu sagen, ja, das ist

Speaker:

so, also Du konntest nichts merken, der hat da noch nichts geplant. Das ist

Speaker:

aber Für Angehörige und direkte Arbeitskollegen ist das tatsächlich

Speaker:

ganz schwer zu begreifen, dass man so was schwerwiegend ist wie 'n

Speaker:

Suizid in bestimmten Fällen nicht bemerken kann, weil es

Speaker:

gibt ja Bis zum 'ner halben Stunde vorher war nichts zu bemerken, außer dass der

Speaker:

Mensch Stress hat, ne. Aber nicht jeder Mensch, der Stress hat im Betrieb, bringt sich

Speaker:

sonst kann ich dem Betrieb so ein Wort zumachen.

Speaker:

Ja und Aber das Drittel ist im Endeffekt dann, wenn jemand wirklich schon seit

Speaker:

Jahren leidet Ja. Und dann wirklich auch sagen muss,

Speaker:

ich kann nicht mehr. Genau, richtig, ich kann nicht mehr

Speaker:

und da ist Deswegen ist diese Unterscheidung, die ich eben gesagt hab, für den Verlauf

Speaker:

der Ich bleib jetzt im betrieblichen Umfeld, Wenn

Speaker:

ich weiß, dass der Kollege schon lange gekämpft hat mit mit ganz

Speaker:

schweren Depressionen, kann es sogar sein, zu sagen,

Speaker:

okay, es ist eigentlich fast erstaunlich, wie lange er es geschafft hat. Ja. Ja, es

Speaker:

kann sein, dass das 'n Betrieb wenig überrascht, ja, sondern Mhm. Und trotzdem brauchen die

Speaker:

Leute 'n Gesprächsangebot, ne? Ja. Und das ist 'n ganz anderer Verlauf, wie wie

Speaker:

so, warum der Horst, der war doch immer son fröhlicher Mensch Mhm. Da ist

Speaker:

dann wieder Informationen eventuell ganz wichtig in dem Fall, ne? Sagen, ja,

Speaker:

okay, ja, der hat aber im Ne und da ist die Information ganz wichtig eventuell,

Speaker:

er hat aber im Privaten Probleme und das hat nichts mit dem Betrieb zu

Speaker:

tun. Mhm. Ja, weil wir eben darüber gesprochen haben, es kann ja im Betrieb

Speaker:

Schwierigkeiten gegeben haben, das ist das eine, aber es kann ja umgekehrt eine ganz

Speaker:

wichtige Information sein und dann da muss ich wieder mit Informationen sehr vorsichtig

Speaker:

sein. Ich will den Menschen, mit der er sich umgebracht hat, ja nicht bloßstellen, ne.

Speaker:

Aber es ist für den Betrieb ganz, ganz wichtig zu sagen, es gab Probleme, aber

Speaker:

der hat nichts mit der Arbeit zu tun. Ja, ja. Damit die Leute nicht

Speaker:

anfangen, zu geheimnissen und das, was Du eben gesagt hast, ja, hat er ja nicht

Speaker:

doch oder hat Würdet er dich doch gemobbt, sondern dass man sich hinstellt und sagt,

Speaker:

Leute, keine Details als Persönlichkeitsschutz, aber ich schwöre auf

Speaker:

die Bibel. Das hat nichts mit euch zu tun, das weiß ich auch zum Einsatz,

Speaker:

ne. Ganz wichtige Informationen, weil sonst zerlegen sich die Leute in

Speaker:

Gerüchten, ne? Und bei dem, was ich eben gesagt hab, bei dem Airffekt Suizid,

Speaker:

ist es fast 'n kleiner psychologischer Vortrag, den Leuten überhaupt begreiflich zu machen,

Speaker:

wie das sein kann, dass es das gibt, ne? Ne? Und das macht natürlich 'n

Speaker:

Personalchef nicht, also fachlich nicht und ist auch nicht seine Aufgabe,

Speaker:

sondern da braucht jemand von uns zu sagen, Leute, das kann vorkommen, dass die

Speaker:

Leute bei beim Schluss quasi irgendwie 'n Kurzschluss laufen,

Speaker:

ja? Und das ist unfassbar, weil es keine Vorgeschichte gibt, weil es eigentlich keinen Grund

Speaker:

gibt, weil die große Frage nach dem Warum hier unbeantwortet bleibt. Und da

Speaker:

braucht's aber jemand Externes, der das erklärt, ne? Ja.

Speaker:

Und das hatten wir neulich schon mal im Interview mit

Speaker:

dem BBZL. Es gibt im Endeffekt bei

Speaker:

maximal 'nem Drittel Abschiedsprüfer.

Speaker:

Ja. Ist ja immer der Gedanke, der hat doch 'n Akt.

Speaker:

Nee, er hat keinen geschrieben. Nee. Genau. Ja.

Speaker:

Gut, dass Du das sagst und das hinterlässt dieses große Fragezeichen dann eben. In

Speaker:

den meisten Fällen geht's eben gehalten, ne. Ja. Oder das gibt's ja auch

Speaker:

noch mal einen, der noch mehr Fragen aufwirft, als er Antworten gibt.

Speaker:

Das ist richtig gut. Ne, also das geht, also son Abschiedsbrief, also erstens gibt's den

Speaker:

in den wenigeren Fällen und der muss auch nichts erklären, also noch nicht

Speaker:

mal scheinbar erklären, sondern er kann auch sagen, so, was was ist 'n 'n jetzt?

Speaker:

Was ist das für eine Begründung? Da die Idee ist mir gar nicht weiter, ne?

Speaker:

Ja. Und das hinterlässt das Fragezeichen und da ist auch 1 1 1

Speaker:

'n Angebot für Gespräche noch mal ganz wichtig,

Speaker:

zu sagen, so, das muss ich ja irgendwo bereden und ich muss 'n Raum

Speaker:

dafür haben, weil sonst entstehen Gerüchte und das ist für 'n Betrieb wieder ganz wichtig.

Speaker:

Wenn ich nicht den offiziellen Raum habe, wo ich alles alle meine Fragen, dieses

Speaker:

Nichtverstehen mit den anderen teilen kann und das ist ja auch eine ganz wichtige Rückversicherung.

Speaker:

Nicht nur ich versteh das nicht, sondern die anderen stehen vor demselben Fragezeichen. Mhm. Diesen

Speaker:

Raum muss es geben, weil sonst fangen die Leute an, Detektiv zu spielen. Ich mach's

Speaker:

mal 'n bisschen zynisch, ne. Und beim Detektivspielen kommen dann

Speaker:

Gerüchte auf und das kann für das Betriebsklima extrem gefährlich sein,

Speaker:

ne. Weil gerade wenn ich keine Begründung habe, muss es ja eine geben und dann

Speaker:

ist es doch jemand schuld, so ticken wir Menschen. Und da muss man aufpassen, dass

Speaker:

das Betrieb, dass das nicht aufs Betriebsklima durchschlägt. Ja.

Speaker:

Da würde ich gerne noch eine Frage in die Richtung und dann in den Abschluss

Speaker:

gehen nachher, wie sorgst Du für dich? An der Stelle, Du

Speaker:

kommst manchmal in Betriebe rein oder in Situationen rein, da

Speaker:

merkst Du, da muss es etwas gegeben haben in der

Speaker:

in der Vergangenheit, aber entweder ist es nicht mehr

Speaker:

wirklich präsent oder es wird keiner drüber reden. Also im

Speaker:

Endeffekt, wer nicht verabschiedet ist, ist noch da, um's mal lassen Ja, ja.

Speaker:

Aus. Ja, ja. Wie erlebst Du so etwas grade im im Zusammenhang

Speaker:

mit Unternehmen, die ja da eher sagen, wir produzieren,

Speaker:

wir stellen her, wir verkaufen,

Speaker:

aber das eigentlich nicht? Also erst mal ist mir ganz

Speaker:

wichtig noch mal für die für die Betriebe, wir wir haben das Beichtgeheimnis

Speaker:

und auch die da die Beispiellicht, ja? Das heißt, also das ist noch mal ganz

Speaker:

wichtig, so, wenn wir etwas mitkriegen und dass es Unwuchten im Betrieb gibt,

Speaker:

gibt es oder ich hab mal, es gibt ja auch tatsächlich reale Mobbingfälle, das kann

Speaker:

ja auch sein, Ja. Dann bleibt das bei uns, ja? Also man muss keinen Betrieb

Speaker:

fürchten, wenn ich jemanden von außen hole. Da wird jetzt erzählt, was

Speaker:

in dem Betrieb denn los ist, ne? Also das finde ich noch mal

Speaker:

ganz wichtig und das wäre tatsächlich, was ich sehr

Speaker:

vorsichtig dann mit der Leitung ansprechen würde. Mhm. Zu sagen, ich hab da

Speaker:

folgende Beobachtungen, ne? Psychologisch, ich mag diese psychologischen Wörter nicht, sondern diese, aber das stelle

Speaker:

ich euch mal zu, ne, psychologisch Ich mag diese psychologischen Wörter nicht, sondern diese

Speaker:

Aber das stelle ich euch mal zur Verfügung. Also ich würd da nie

Speaker:

actroaktiv aktiv werden von meiner Richtung, aber ich würde mit

Speaker:

Verantwortlichen aus dem Bereich eventuell sagen, pass mal auf, ich teile mit euch mal meine

Speaker:

Wahrnehmung, ne? Da da

Speaker:

könnt könnte was sein oder das sollte man vielleicht doch mal ansprechen oder,

Speaker:

oder, oder. Aber nie als Befehlsform, sondern als Beobachtung und als

Speaker:

Angebot, wenn ich dazu eine Idee hätte, ne? Genau,

Speaker:

Angebote kann man sich anhören. Man kann sie leben, manchmal kann sie auch

Speaker:

liegen lassen. Und man kann sie auch lassen halt, ne und Genau. Außer mir

Speaker:

arbeiten alle ehrenamtlich, also wenn wenn jemand sagt, so, nee, das ist jetzt

Speaker:

gut und es ist genug, dann hat keiner von uns 'n Freizeitsproblem.

Speaker:

Wir kreieren keine Arbeit.

Speaker:

Ja, bevor wir jetzt ganz in die Freizeit gehen, hast Du

Speaker:

2 oder 3 Tipps, wie sorgst Du grade bei

Speaker:

solch schweren Themen für dich selbst?

Speaker:

Also erster Tipp ist Motorradfahren. Ja. Für

Speaker:

mein Leben gern Motorrad. Also ein Hobby zu haben und das sage ich auch

Speaker:

ganz bewusst. Glaub, was ich beim Motorrad entspannend finde, ist, ich hab 'n Helm

Speaker:

auf, ich bin für mich Also ein 1 Ort zu haben, wo es wo

Speaker:

es wirklich 'n Wechsel gibt. Und deswegen hab ich jetzt das Motorradfahren ganz bewusst als

Speaker:

Beispiel genommen. Es ist jetzt nicht Muss nicht das Motorradfahren sein, aber da habe ich

Speaker:

'n Wechsel in was ganz anderes, da ist meine Konzentration abgelenkt.

Speaker:

Da habe ich andere Klamotten an, auch ganz wichtig. Ich seh gern die Einsatzjacke an

Speaker:

und die die Schutzweste an. Ich Also da lege ich was ab und

Speaker:

bin in 'ner anderen Rolle, ne und mit dem Helm bin ich einfach so

Speaker:

für für mich, ne und da habe ich die 20 Minuten und das

Speaker:

ist manchmal fahre ich nicht nur wegen der Parksituation fahre ich gerne mitm

Speaker:

Motorrad zu einsetzen, sondern auch wegen diesem Rollenwechsel, ne. Ich bin dann raus und

Speaker:

das wäre mein zweites Angebot,

Speaker:

das Ich find auch noch mal ganz wichtig, dass man

Speaker:

das, was man normalerweise bei minimalem Stress als Strategie

Speaker:

hat, sich zu entstressen, also egal ob das Musikhören ist oder Kochen oder

Speaker:

Spazierengehen, dass das auch für die Situation des

Speaker:

großen Stresses geht, ne? Also manchmal denkt man so, jetzt hat sich der Mitarbeiter das

Speaker:

Leben genommen. Ich kann doch jetzt nicht einfach 'n Podcast hören,

Speaker:

ne? Mich aufs Sofa setzen und auch zu sagen, doch, wenn dir das sonst guttut,

Speaker:

dann tut dir das auch jetzt gut. Ja. Und

Speaker:

was auf jeden Fall immer hilft, sind

Speaker:

ist sich bewegen, sage ich mal und zwar Mhm. Es geht nicht die

Speaker:

Heftigkeit der Bewegung, das muss man ja immer Männern sagen, sondern wenn ich mich länger

Speaker:

als 20 Minuten bewege, gleichmäßig, also das ist der bunte

Speaker:

Spaziergang, ne, oder das Fahrradfahren, dann fängt dann fängt

Speaker:

der Körper an, Stress abzubauen. Also es geht nicht die Heftigkeit der Bewegung, aber länger

Speaker:

als 20 Minuten. Also Hundebesitzer sind klar im Vorteil, weil die

Speaker:

dann den Rollenwechsel vollziehen, weil dann führen führen sie den Hund

Speaker:

Gassi. Es ist Normalität, also die

Speaker:

ganze Welt mag im Umbruch sein und

Speaker:

nichts ist, wie es war, aber mein Hund Gassi führen ist vielleicht als

Speaker:

letzter Rest an Normalität in meinem Leben und ich bewege mich. Ich muss

Speaker:

mich bewegen, mehr als 20 Minuten. Und jetzt ist aber das, was ich noch mal

Speaker:

sagte, mit dem Weil dann viele sagen, ich kann doch jetzt nicht mit

Speaker:

Mund Gassi gehen und dann zu sagen, doch kannst Du, ne. Und ich sag

Speaker:

mal bewusst, jetzt kommt noch 1 drauf, wenn ich im örtlichen, in kleinen Ort

Speaker:

lebe, dann muss ich ja auch immer denken so, okay, das tut mir zwar gut,

Speaker:

aber was denken die Leute, wenn ich jetzt, nachdem mein Kollege sich das Leben genommen

Speaker:

hat, mit dem Hund Gassi gehe und dann würde ich sagen, dann fahr heute mal

Speaker:

mitm Auto 10 Kilometer weg und geh mal durch den einsamen Wald, wo dich keiner

Speaker:

sieht, heute sonst denken die Leute, was komisch. Also das wär 'n ganz praktischer So,

Speaker:

das war jetzt so, mal in in die Werkzeugkiste gegriffen.

Speaker:

Unsere Zeit ist Ich sag dir ganz,

Speaker:

ganz herzlichen Dank. Es war ganz viel drin

Speaker:

und wie immer, liebe Hörerinnen und Hörer, wenn ihr Fragen habt,

Speaker:

Podcast at Power Manager Punkt d e und alle

Speaker:

Fragen, die auch in den ALDI gehen, die schick ich gerne weiter.

Speaker:

Über ALDI, ganz herzlichen Dank. Ganz

Speaker:

herzlichen Dank dir für das tolle Gespräch.

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