„Aber das andere Kind mit Autismus macht das doch auch nicht.“
„Er schaut mir doch in die Augen.“
„Sie spricht doch ganz normal.“
Solche Aussagen hören Eltern autistischer Kinder immer wieder. Doch sie zeigen vor allem eines: Noch immer gibt es viele feste Vorstellungen davon, wie Autismus aussehen soll.
Dabei steckt die Antwort bereits im Begriff Autismus-Spektrum.
In dieser Folge von NeuroKompass Eltern sprechen wir darüber, warum zwei Kinder dieselbe Diagnose haben können und trotzdem vollkommen unterschiedlich sind.
Das eine Kind spricht viel, das andere wenig oder kommuniziert auf andere Weise. Ein Kind sucht Nähe, ein anderes braucht häufiger Abstand. Manche Kinder reagieren besonders empfindlich auf Geräusche, Licht oder Berührungen, während andere bestimmte Reize aktiv suchen.
Du erfährst in dieser Folge:
- warum Autismus ein Spektrum ist
- weshalb dieses Spektrum keine einfache Linie von „wenig“ bis „stark“ autistisch ist
- warum sich Kommunikation, Wahrnehmung, soziale Interaktion und Selbstregulation bei jedem Kind anders zeigen können
- weshalb ein Kind nach außen völlig unauffällig wirken und innerlich trotzdem enorm gefordert sein kann
- warum Vergleiche zwischen autistischen Kindern problematisch sind
- und weshalb wir nicht fragen sollten: „Was machen andere autistische Kinder?“, sondern: „Was braucht mein Kind?“
Wir sprechen außerdem über Stärken.
Denn genauso wenig, wie alle autistischen Kinder dieselben Herausforderungen haben, besitzen sie auch nicht automatisch dieselben besonderen Fähigkeiten.
Nicht jedes autistische Kind ist ein Mathegenie oder hat eine außergewöhnliche „Superkraft“.
Und das muss es auch nicht.
Ein Kind muss nichts Außergewöhnliches leisten, um wertvoll und einzigartig zu sein.
Die wichtigste Botschaft dieser Episode lautet deshalb:
Kennst du einen autistischen Menschen, dann kennst du einen autistischen Menschen – nicht alle.
Wir brauchen weniger Schubladen, weniger Vergleiche und dafür mehr echtes Interesse an dem einzelnen Menschen.
Denn am Ende geht es nicht darum, dass ein Kind möglichst gut in unsere Vorstellung von „normal“ passt.
Es geht darum, herauszufinden, was genau dieses Kind braucht, um sich sicher, verstanden und angenommen zu fühlen.
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Weniger Schubladen. Mehr Verständnis. Jedes Kind individuell sehen.