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In dieser Folge spreche ich mit Oliver Hoffmann über ein Missverständnis, das ich in vielen Organisationen gerade sehe.
Wir reden viel über Empathie, psychologische Sicherheit und positives Denken. Und verlieren dabei oft aus dem Blick, worum es eigentlich geht: Wertschöpfung.
Oliver bringt eine klare These mit. Zu viel Empathie kann schaden. Sie verlängert Diskussionen, verwässert Entscheidungen und lenkt vom Ergebnis ab. Was es stattdessen braucht, ist eine zweite Fähigkeit: Ekpathie. Also die Fähigkeit, bewusst Distanz zu halten und nicht alles zu übernehmen.
Ein zentraler Teil unseres Gesprächs dreht sich um das, was Oliver „negative Psychologie“ nennt. Ein bewusst provokativer Begriff.
Es geht darum, Emotionen wie Angst, Wut oder Aggression nicht als Störung zu sehen, sondern als Signal. Als Hinweis darauf, dass etwas wichtig ist oder schiefläuft.
Genau diese Emotionen werden in vielen Organisationen unterdrückt. Sie gelten als unprofessionell. Und genau das wird zum Problem. Denn ungelöste Konflikte verschwinden nicht. Sie werden teurer.
Wir sprechen darüber, warum Unternehmen nicht nur kognitive Leistung einkaufen, sondern auch emotionale. Und warum es ein Fehler ist, diesen Teil auszublenden.
Zum Schluss geht es um KI. Und auch hier zeigt sich: Die Herausforderung ist nicht die Technologie. Sondern unsere Fähigkeit, mit ihr umzugehen.
Für mich bleibt eine klare Erkenntnis:
Emotionen sind keine Störung. Sie sind Teil der Wertschöpfung.
Viel spaß beim hören.
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So erreicht Ihr Prof. Dr. Dr. Oliver Hoffmann:
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Bücher: https://thetaeos.com/b%C3%BCcher
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Bevor wir in die heutige Podcast-Folge starten, ein kurzer Hinweis in eigener Sache. Mein Freund
und Kollege Matthias Musmacher und ich, wir haben zusammen ein Buch geschrieben. Das Buch heißt Der
Customer Code. In dem Buch geht es um die Frage, warum Kundenzentrierung, das Ausrichten an den
Bedürfnissen der Kunden, warum das so oft in der Praxis scheitert, woran es scheitert und was es
wirklich braucht, damit Kundenzentrierung funktionieren kann. Dazu machen wir eine Buchpremiere am
26. Mai in Frankfurt am Main. Wir sprechen über die Ideen hinter dem Buch, machen einen Reality
-Check mit euch im Publikum und gehen in einem kleinen Deep Dive darauf ein, wie Customer
Experience und Organisationsentwicklung zusammenhängen. Das Ganze ist bewusst interaktiv angelegt,
also kein Frontalvortrag oder Vorlesen, sondern es gibt einen Austausch, wir fragen und wir gehen
in die Praxis. Und danach gibt es genug Zeit für Gespräche und für Networking. Wenn jemand möchte,
dann signieren wir natürlich auch Bücher. Wenn dich das interessiert, dann schau mal in die
Shownotes, denn da findest du alle Infos und kannst dir direkt einen Platz buchen. Und jetzt zurück
zur Podcast-Folge.
Also ein Beispiel, ich war letztes Jahr in einem Konzern, wo im Vorstand zwei Leute überhaupt nicht
miteinander konnten und sich wirklich auch gegenseitig sabotiert haben über lange Zeit. Das hat ein
Vermögen gekostet und gleichzeitig hatten diese beiden Leute einfach ein Problem mit ihrer
Aggression. Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge des Podcasts Veränderungsstabil,
in dem wir uns anschauen, was Organisationen, Systeme, Führungskräfte, Menschen,
Teams heutzutage drauf haben müssten oder sollten, damit sie in dieser wilden Welt erstens nicht
untergehen und zweitens dauerhaft, möglichst dauerhaft und nachhaltig gesund und erfolgreich
wirtschaften können. Ich hole mir gerne Gäste, die über gewisse Kompetenzen, gewisse Fähigkeiten
mehr wissen als ich. Und heute habe ich einen ganz besonderen Gast.
Ich freue mich,
Holger, da zu sein und ein bisschen was erzählen zu können. Es ist sehr schön, dass ich eingeladen
bin. Wir starten mit der Standardfrage und zwar, was diese Woche? Worauf freust du dich?
Worauf freust du dich nicht so sehr? Mit freuen habe ich immer so ein bisschen Zurückhaltung,
sagen wir es mal so. Ich finde, dass das Freude eine Grundhaltung im Leben sein sollte, aber immer
nur so nach innen rein insofern. freue ich mich, glaube ich, selten explizit über irgendwas. Auf
was ich mich weniger freue, ist, dass ich wieder reisen muss. Und zwar diesmal am Sonntag in der
Früh um fünf. Bin zwar Frühaufsteher, aber einen Flug um fünf Uhr zu erwischen, ist dann doch immer
ein bisschen hektisch. Das kann ich verstehen. Genau. Du bist dann unterwegs von wo nach wo? Also
ich glaube, sind nicht sogar Streiks angedroht schon wieder irgendwo im Flugverkehr, im
öffentlichen Nahverkehr irgendwo? Ich starte von London. Ich glaube, da wird weniger gestreikt.
Aber das wusste ich nicht. Das wird in Deutschland gestreikt. Das ist natürlich keine schöne
Entwicklung. Aber okay, gut zu wissen. Da muss ich mich informieren. Ich weiß noch nicht davon.
Schau mal, ob du betroffen bist. Mal schauen. Spannend am Streik ist ja, dass die Streikenden es
auch immer so ein bisschen als Überraschung einverpacken. Ganz hervorragend. Da habe ich schon noch
mehr, auf was ich mich nicht freuen kann. Insofern mit Streik zu reisen ist dann noch mal noch mehr
Zumutung überhaupt das Reisen schon als solches. Ja, so sieht es aus. Wir haben eben im
Vorgespräch, und ich habe direkt gesagt, ich möchte das gleich im Podcast nochmal besprechen, habe
ich dir das Duo angeboten und hast gesagt, ja, das können wir machen. Und hast dann gesagt, das
Duzen beschränkt den Gestaltungsspielraum in der Beziehung. Ja, definitiv.
Was tut er? Warum? Relativ einfach. Also letztendlich, es ist natürlich eine Sache des Deutschen.
Es ist auch eine kulturelle Sache des Deutschen. Aber im Deutschen haben wir die Besonderheit, dass
wir da zwei unterschiedliche Formen haben, Du und Sie. Wenn man eigentlich mit der Sie-Form
anfängt und das Du muss man sich sozusagen historisch gewachsen verdienen. Das heißt,
es ist eine Näheform, die eine gewisse Vorgeschichte, eine gewisse Beziehungsarbeit die längste
Zeit erfordert hat. Man ist normalerweise nicht gleich beim Du eingestiegen, sondern man hat über
viele Jahre hinweg sich oft das Du erarbeitet.
dann mal bei Giesecke und Devrient gearbeitet, da habe ich meine Blumarbeit geschrieben, schon
lange her. Da hatte ich einen Chef, der seit 30 Jahren dort gearbeitet hat, der hat sich mit
niemandem geduzt. Also der war immer per sie und hat aber gute Freundschaften gehabt zu anderen
Mitarbeitern, aber das war immer per sie. Und dann irgendwann, wie ein Rednergebiet, hat ja mal
jemand das Du angeboten und das war ein riesiger Akt sozusagen. Aber das war eine sehr respektvolle
Beziehung, eine sehr getragene Beziehung. Und da war das Du ganz etwas anderes. Und ich finde
einfach, man nimmt sich sehr viel Explorationsmöglichkeiten, wenn man praktisch von Anfang an,
ohne diese Beziehungsebene oder diese Beziehungsgeschichte zu haben, gleich ins Du wechselt, weil
man in sie natürlich viel feiner modulieren kann, wie man Beziehungen gestaltet. Insofern, ich habe
an sich kein Problem damit, aber ich finde es schade, dass man sich da oft etwas vertut damit, weil
ein Du ist letztendlich weniger wert, wie es sein könnte, wenn es Standard ist. Und ich finde
diesen Spiel, Spielraum zwischen du und sie in der deutschen Sprache, das ist ein Vorteil, kein
Nachteil, wenn man ihn zu stalten weiß. Insofern ist es ein bisschen schade, wenn man es nicht hat,
aber mit dir bin ich jetzt vollkommen in Ordnung, auch per du zu sein. Ja, ich weiß gar nicht, als
Einladung zur Rechtfertigung. Ich fand es einfach spannend zu sagen, weil das ist ja immer die
Frage. Also viele Menschen kommen ja sehr schnell zu dieser Phrase, es ist professioneller,
weil distanzierter zu siezen. Und dann kommt immer dieses Beispiel, es ist sehr viel schwieriger,
sie Arschloch als du Arschloch zu sagen. Ich glaube nicht, dass das so ist. Ich glaube,
es geht alles ganz gut von den Lippen heutzutage. Ja, und mein Gegenargument ist dann auch immer,
aber es fällt ja auch leichter zu sagen, sei doch mal kein Arschloch, als seien Sie doch mal kein
Arschloch. Insofern ist es die andere Seite der Medaille als Konstruktive. Ja, der Punkt ist
einfach, es ist nichts in der Form, es ist kein, es trägt nicht, das ist vielleicht ein Du, aber es
trägt nicht das, was man mit Du verbindet, nämlich Wissen um die andere Person, bereits gestaltete
Beziehungen, das ist alles nicht mit dabei. Insofern ist es ein vollkommen wertloses Du,
ohne dass ich jetzt hier irgendwas abwerten möchte. Aber es ist letztendlich viel mehr in der
Beliebigkeit, als wenn man schon, ich weiß nicht, zumindest ein, zwei Projekte zusammen gemacht hat
oder ein Jahr zusammen gearbeitet hat oder was auch immer. Aber es ist letztendlich ein bisschen
ein ärmeres Du, als es sein könnte. Insofern ist es ein bisschen schade. Aber es macht natürlich
auch oft wenig kaputt. Das ist so ein bisschen, muss man sich überlegen. Also ich persönlich, ich
bin mit niemandem per Du, wenn der andere es nicht einfordert. Also aus meiner Warte heraus,
ich würde praktisch nie zum Du oder so. sehr, sehr spät erst zum Du überwechseln. Vielleicht auch
gar nicht, je nachdem, hängt davon ab, aber einfach nur, weil ich mich mit dem Sie auch sehr wohl
fühle.
Hey, kurze Durchsage. Wenn euch veränderungsstabil gefällt, dann nehmt euch doch mal kurz Zeit und
gebt dem Podcast eine Bewertung auf dem Streaming-Dienst, mit dem ihr gerade hört. Das hilft uns
enorm, weil dann noch mehr Menschen den Podcast entdecken können und so können wir die Community
weiter wachsen lassen. Vielen Dank fürs Unterstützen, vielen Dank fürs Zuhören und jetzt geht's
weiter mit der Episode. Das ist sehr spannend. Ich habe gerade in eine andere Richtung gedacht, da
habe ich so noch nie drüber nachgedacht. Wir haben ja viele Organisationen, in denen so das Duzen
jetzt salonfähig wird. Und Organisationen, die auch lange gesitzt haben, die jetzt duzen. Dann
wechseln die über. Gleichzeitig habe ich Organisationen, die daran kranken oder darunter leiden,
dass die Beziehungsebene verkümmert. Da gibt es viele Gründe. Aber sie ist verkümmert oder sie ist
nicht richtig da. Und Organisationen, die Konflikte haben, die kulturelle Probleme haben, die sehr
lapidar oft einfach dadurch lösbar sind, dass man sagt, lernt euch mal kennen als Menschen, redet
mal miteinander. Das heißt, wo ich jetzt hingehe, ist eine Organisation, wo sich alle duzen. Die
suggeriert ja so ein bisschen, dass da eine Nähe und eine belastbare Beziehungsebene da wäre, die
es nicht gibt. Ja, absolut richtig. Das ist das, was du meinst. Ja, genau, vollkommen richtig.
Wobei es da durchaus, wenn man schon miteinander arbeitet, gibt es natürlich irgendeine Form von
Beziehungsebene, aber die ist eben oft nicht das, was man im Deutschen mit dem Du verbindet.
amerikanischen Sprachraum, was ja dann immer gerne gesagt wird, da gibt es nur das Du. Das ist
eigentlich historisch falsch. Im Englischen gibt es eigentlich nur das Sie. Also das You, was im
Englischen verwendet wird, ist eine Distanzform. wie das sie, nur dass praktisch die Näheform
ausgestorben ist und somit nur noch die Distanzform als Näheform genutzt wird. Es gab das so im
Urspruch im Englischen. Insofern wird im Englischen Nähe und Distanz komplett anders kodiert wie im
Deutschen. Und wenn man das einfach so praktisch ohne es zu reflektieren übernimmt. funktioniert
das nicht. Und man sieht es oft, ich habe in deutschen Unternehmen oft erlebt, dass die große
Probleme haben mit dem Du und dass es immer sehr gestelzt wirkt, oft schnell. Und das braucht es
nicht, meiner Meinung nach. Wir haben mit dem Sie eine wunderbare Form, wo man sehr viel
Kommunikation gestalten kann, man durchaus auch Nähe mit dem Sie ausdrücken. Insofern würde ich das
anders handhaben, auch zu empfehlen, gerade in Organisationen. Sie oder du ist kein Ersatz für
gelebte Beziehung. Und noch ein Vorteil, ich habe ja viel über das Thema Empathie,
Ekpatie und positive Regulierung gearbeitet, dass sie ermöglicht natürlich auch eine etwas
effektivere Nutzung von ekpatischen Kommunikationselementen. Insofern würde ich dazu motivieren,
Leute, kommunizieren doch im Unternehmen so, wie es die Beziehung auch hergibt. Wenn man jemanden
nicht kennt und vielleicht nicht mag, muss man ihn einfach nicht duzen. Es gibt einfach keinen
Grund dafür. Und da kann man sich viel... besser annähern über das Sie, also über dein erzwungenes
Du. Ich springe direkt rein. Du sagst Empathie und Eckpartie. Wir definieren es mal. Ich als
ahnungsloser Psychologie-Laie Empathie, die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen,
mitzufühlen und Eckpartie, das Gegenteil, also die Fähigkeit, dosiert auf Abstand zu gehen.
Oder korrigiere mich bitte. Sehr vereinfacht kann man das so sagen. Empathie schwingt natürlich
immer ein Stück weit dieses Mitfühlen mit, sprich auch die Übernahme von emotionalen Sichtweisen
oder Ansichten oder Affekten auch des Gegenübers. Empathie ist praktisch die Integration von
Distanz, also dass man diese Übernahme eben nicht unreflektiert macht. Insofern ist es das
regulierende Element dazu. Und letztendlich braucht es meiner Meinung nach zwischen diesen zwei
Elementen noch etwas, was ich immer gerne positive Indifferenz nenne. Das heißt, ein Momentum,
wo man sich der Entscheidung zwischen beiden bewusst wird und das Ganze auch ein Stück weit erstmal
auf sich wirken lässt, um eben dann diese Instrumente auch gezielter einsetzen zu können und besser
regulieren zu können. Wir sind jetzt schon direkt beim ersten Thema. Die Frage des Podcasts ist,
was muss man heutzutage drauf haben, um in dieser wilden Welt zu überleben und erfolgreich zu sein?
Ist das eine Zeitgeistgeschichte? Also ich habe das Gefühl, eine Zeit lang war Empathie das
Nonplusultra. Alle wollten es lernen. Es gab Schulungen ohne Ende. Wir brauchen Empathie. Wir haben
in unserem Unternehmen Modelle für Kundenempathie. Empathie ist immer gut und nie falsch. Und dann
habe ich festgestellt, als allererstes bei einem Bekannten, der in der Altenpflege arbeitet. der
mir vor ein paar Jahren erzählte, er hätte jetzt ein Anti-Empathie-Training gemacht. Das war
natürlich unerhört und dann sage ich, worum geht das denn? Und dann sagt er, naja, in meinem Job
ist es einfach so, wenn ich da die ganze Zeit undosiert, unreguliert empathisch bin, gehe ich
einfach kaputt, weil ich so viel Leid erkenne, mit so viel Leid zu tun habe. Deswegen trainieren
wir das jetzt. Und dann dachte ich, okay, das ist in so einem Pflegeberuf, scheint mir sehr
sinnvoll, aber sehr punktuell. Jetzt gehen wir in ganz normale Wissensarbeit und Büros und auch da
ist es aber angemessen, diese Kompetenz zu entwickeln, oder? ist es meiner Meinung nach essentiell,
diese Kompetenz zu entwickeln. Letztendlich war es das schon immer. Es wurde nur nicht so klar,
weil die Wertschöpfungslogik in der Vergangenheit doch ein Stück weit anders war wie heute. Denn in
der reinen Wissensarbeit war das sicherlich ein Momentum, was nicht so oft zum Tragen gekommen ist.
Also ich persönlich war nie ein großer Freund von dem Konzept Empathie zu schulen. Empathie ist
eine sehr menschliche Eigenschaft, die manche mehr mitbringen, manche weniger. Natürlich kann man
das trainieren. Die Frage ist immer, wofür? Und in Firmen das unreflektiert einzusetzen,
bringt meiner Meinung nach in Summe mehr Gefahren für die Wertschöpfung mit, als wenn man es nicht
tut. Weil das Problem ist, dass Empathie falsch verstanden ist. sehr stark in diskursive Formen
übergeht. Das heißt, Empathie eröffnet grundsätzlich mehr Diskussionsräume. Ist verständlich, wenn
ich den anderen besser nachvollziehen kann, mich mehr einfühle, erhöht sich der Diskussionsbedarf
und gleichzeitig auch das Verständnis füreinander. Das ist an sich eine schöne Sache, führt aber
ar ja so die Tendenz seit den:wo praktisch dieses Bild des Homo economicus, dem rationalen Entscheider, abgenommen hat,
wo sich dann angefangen hat, sich mehr über weiche Faktoren im Unternehmen zu unterhalten,
ist ja diese Wertschöpfungsorientierung ein ganzes Stück weit aus dem Fokus gerückt. Und die rückt
jetzt halt gerade wieder sehr stark in den Fokus, auch weil die Zeiten sich geändert haben.
Und gleichzeitig merken wir auch, das, was Wertschöpfung früher war, nämlich Wissensarbeit, ist es
in Zukunft vermutlich nicht mehr. Es ist eine neue Form von Wissensarbeit, nämlich nicht das Wissen
zu haben, sondern das Wissen zu orchestrieren. Und hier ist gerade auch gegenüber KI-Elementen
eine Abgrenzung. auch eine empathische Abgrenzung viel sinnvoller, weil man nicht einfach alles
übernehmen sollte, was einem vorgegeben wird, sowohl inhaltlich, aber auch auf einer emotionalen
Ebene. Und das gilt sowohl in der Kommunikation mit Menschen als auch in der Kommunikation mit KI.
Und ich denke, dass da diese ganze psychologische Struktur der Arbeit deutlich anspruchsvoller wird
in Zukunft. Und deswegen gewinnen solche Konzepte auch außerhalb der Pflegearbeit zum Beispiel sehr
stark einen Wert. Das Konzept Ekpatie kommt grundsätzlich aus der Ecke, auch mit dem medizinischen
Hintergrund. Das ist aber nochmal in gewisser Weise eine andere Form von Ekpatie. Insofern, ich
denke, dass die Zeit das sehr stark mit sich bringt, diese Elemente zu lernen und das ist eine ganz
zentrale Zukunftsfähigkeit. Der Grund, warum wir überhaupt miteinander reden, ist ein Post von dir
zum Thema negative Psychologie. Der hat mich getriggert und neugierig gemacht und ich habe gesagt,
ah super, lass doch mal darüber sprechen. Und das passt jetzt ein bisschen dazu, weil wir haben auf
der einen Seite, wenn ich es jetzt mal sehr, sehr holzschnittartig mache, das Idealbild einer
Organisation, das hat ganz, ganz viel psychologische Sicherheit. Da sind alle Menschen super
empathisch, da sind alle Führungskräfte total authentisch. Alle fühlen sich super wohl,
alle fühlen sich ganz toll, aber die Wertschöpfung hinten raus, das wissen wir mittlerweile auch,
leidet darunter. Jetzt haben wir Gegenentwürfe und du kommst jetzt mit ein paar Thesen rein. Die
eine ist, wir brauchen hier nicht die ganze Zeit Empathie, wir müssen uns nicht alle immer
kuschelnd verstehen, sondern ich kann auch in eine positive Indifferenz gehen oder sogar in eine
Eckpartie, also in eine Distanzierung zu dem, was ich da drüben als empathisch vielleicht
wahrnehmen würde. Und auf der anderen Seite haben wir diese, naja, das ist eine Polarität
vielleicht ein bisschen, du erklärst uns gleich. zwischen positiver Psychologie und negativer
Psychologie. Vielleicht führst du uns mal da rein. Hol uns kurz ab, was die positive Psychologie
ist in deinem Bild und dann sag, warum hast du ein Buch für die negative Psychologie geschrieben.
Gerne. Zunächst einmal muss ich sagen, das Bild, was du aufgezeichnet hast am Anfang, das ist mit
der Grund, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das, was du skizzierst, das wäre kein gutes
Szenario, kein wünschenswertes Szenario, sondern es wäre ziemlich schrecklich, auch für den
Mitarbeiter. Also nur authentische Führungskräfte, ganz furchtbar, weil Authentizität ist nicht
unbedingt eine sehr positive Eigenschaft, aber dazu kommen wir vielleicht später. Ich führe gerne
mal in das Thema rein. Letztendlich ist der Titel natürlich eine gewisse Provokation. Also es gibt
natürlich die positive Psychologie. aber oft in einem Wissensstand verharrt, der 10, 15,
20 Jahre alt ist, wenn ich jetzt so in die breite Bevölkerung schaue. Da gibt es natürlich viel
aktuelle Forschung dazu. Letztendlich ist das mein Versuch, diese aktuelle Entwicklung in eine
breitere Schiene zu tragen, weil positive Psychologie hat eigentlich gar nichts damit zu tun, alles
immer nur positiv zu sehen, wird aber oft so verstanden. Und deswegen ist mein Ansatz, negative
Psychologie sozusagen zu sagen, das Negative ein Stück weit zu rehabilitieren und zu zeigen,
wie wichtig es ist, dass wir auch negative, in Anführungszeichen negative Emotionen,
natürlich gibt es keine negativen Emotionen, weil jede Emotion erst mal nur Emotion ist, wieder zu
rehabilitieren und zu sagen, was da auch für ein ökonomischer Wert dahinter steckt. Ich mache mal
ein Beispiel. Zum Beispiel in Meetings habe ich die Erfahrung gemacht, dass sehr ungern über Ängste
gesprochen wird, weil Ängste als Schwäche ausgelegt werden. Tatsächlich ist Angst ein sehr
fundamentaler Marker dafür, dass etwas Wichtiges im Umbruch ist oder eine Entwicklung relevant ist
und man sich die näher anschauen muss. Und das ist das große Thema, was dahinter mitschwingt.
Das Gleiche kann ich auch für Aggressionen machen. Viele Unternehmen scheuen sich, in Aggression
reinzugehen, in den Meetings oder auch in der täglichen Arbeit, wenn man sagt, das ist
unprofessionell, das bringt nichts, so geht man nicht miteinander um. Das Gegenteil ist der Fall.
Gerade diese negativen Aspekte bringen sehr viel Wert mit, weil sie im Affekt Wert markieren und
auch Wichtigkeit markieren. Und das ist ganz zentral für Unternehmen, dass man auch diese
emotionalen Komponenten in die Wertschöpfung integriert. Und deswegen der Anspruch von negativer
Psychologie ist praktisch das Erkennen des Wertes des Negativen. Und das ist etwas, was viele
Unternehmen seit langem ausblenden oder auch viele Menschen seit langem ausblenden. Deswegen habe
ich das Buch geschrieben und so genannt. Jetzt kommt wieder der Ahnungslose von außen. Du holst
mich ab als Psychologe. Martin Seligmann, ne? 90er Jahre irgendwie. Man hat damals damit gehadert,
dass die Psychologie defizitorientiert ist, mangelorientiert ist. Also daher kam das ja,
dass man mal hinguckt und sagt, wir wollen hier nicht Reparaturpsychologie betreiben, weil man dann
auch immer nur noch durch die Welt geht und sieht nur noch kaputt, sondern wir möchten auf der
positiven Seite Potenzialentfaltung. Also so im Groben habe ich es immer verstanden. Und daraus
wurde dann aber so eine Art, wie soll ich das sagen, Teletubby-Ideologie, wo erstmal alles muss
positiv sein, alles wird toll ausgelegt. Ich muss dann auch immer hier an den guten Herrn Carnegie
denken, der immer gesagt hat, immer nur loben, immer nur das Positive, das Negative komplett
ausblenden, nicht kritisieren. Das muss man immer dazu sagen, der Gute hat ein Manipulationsbuch
geschrieben, da ist das sinnvoll. Wenn ich mich bei jemand anderem sehr empfehlen möchte, ja
natürlich, dann ignoriere ich alle seine negativen Teile. immer nur auf die Positiven ein. Also das
ist so der Punkt irgendwie. Seligmann ist eigentlich ganz gut gemeint in der Denke und daraus wurde
dann so eine überpositive Bewegung und ich drehe es jetzt sogar noch mal ein bisschen weiter. Ja,
wie soll ich das jetzt formulieren? Wo es ein bisschen drüber ging, also wo ich hin will, ist
Folgendes. Wenn ich so eine Ideologie habe, wie gesagt, alles positiv, wir müssen immer auf
Empowerment gehen, wir müssen immer auf Potenzialentfaltung gehen, dann wird ganz schnell das
Gegenteil verboten. Dann ist es auf einmal nicht mehr möglich, in der Unternehmenskultur zum
Beispiel, auf etwas Negatives hinzuweisen. Dann geht einer hin und sagt, hier Freunde, da haben wir
Mist gebaut, da sind wir schlecht. Dieser Prozess ist driss und da, weiß ich nicht,
enttäuschen wir ständig unsere Kunden. Weil dann bin ich jetzt auf einmal nicht mehr der positive
Teletubby. Dann bin ich auf einmal der Brunnenvergifter. Wie du sagst, das ist das Kernproblem.
Letztendlich gibt die positive Psychologie das vom Theoriegebäude her gar nicht her. Aber es wurde
so interpretiert und in den Diskurs eingebracht. Oder in den Medien wird das so gerne propagandiert
und in diese Richtung interpretiert. Und genau dagegen muss man angehen, weil genau diese Probleme
treten auf. Und ich kriege das im Realen sehr oft mit. dass viele Menschen Probleme mit dem
Negativen haben. Einfach auch, weil das so überprägnant ist, diese Sichtweise auf die positive
Psychologie. Letztendlich ist meine negative Psychologie natürlich Teil der positiven Psychologie.
Aber ich wehre mich einfach gegen dieses Diktat immer, alles ist super und es wird keine
Negativität zugelassen. Und eben in der Negativität steckt sehr viel Bedeutung. Und genau darum
geht es mir, das sozusagen zu beleuchten und transparent zu machen. dass auch diese negativen
Seiten sehr nützlich sein können und integriert werden müssen, was ein ganz zentraler Ansatz der
positiven Psychologie in der modernen Form ist. Aber das wird eben häufig nicht erkannt und
deswegen dieses Buch. Und das ist im Praktischen ein großes Thema. Also ich sehe häufig... Ich habe
meine Studie gemacht, 78% aller Unternehmen haben Probleme in ihren Führungskreisen mit
Emotionalität. Also es ist ein Riesenthema, dass man mit Emotionalität an irgendwelchen Punkten
nicht zurechtkommt. Und das besonders, wenn es sich um negative Emotionen handelt, also die immer
negativ konnotiert sind oder so wahrgenommen werden. Ich arbeite am zweiten Buch, das erste ist
veröffentlicht, Bücher zum Thema Aggression und Angst geschrieben. Also zwei ganz wesentliche
emotionale Marker, die ökonomisch sehr sinnvoll eingesetzt werden können. Aber viele Firmen trauen
sich das nicht. Also es gibt latente Konflikte, es gibt verdeckte Feindseligkeiten.
Und viele Unternehmen gehen da nicht rein und können das nicht lösen. Das schwelt so vor sich hin.
Das ist für die Wertschöpfung katastrophal. Also ein Beispiel, ich war letztes Jahr in einem
Konzern, wo im Vorstand zwei Leute überhaupt nicht miteinander konnten und sich wirklich auch
gegenseitig sabotiert haben über lange Zeit. Das hat ein Vermögen gekostet und gleichzeitig hatten
diese beiden Leute einfach ein Problem mit ihrer Aggression. Und sie konnten ihre Aggression nicht
ausleben, dass das was Bedeutung signalisiert hat. Sie hatten keine Möglichkeit zu interagieren und
wussten nicht, wie sie damit umgehen sollen. Und das musste man lösen. Und wenn man das nicht
gelöst hätte, wäre das ewig weitergegangen. Emotion kann eine Abkürzung sein. Wenn ich mich auf
Emotion einlassen kann und weiß, wie ich Emotion ausagiere im Unternehmen, also kollektiv
ausagiere, dann kann ich sehr, sehr schnell zu Lösungen kommen, die ohne Emotion nicht möglich
wären. Das sage ich Unternehmen immer. Es gibt zwei Säulen, die ihr einkauft, wenn ihr einen
Mitarbeiter habt. Natürlich die kognitiven Fähigkeiten, klar, aber ihr kauft genauso seine
emotionalen Fähigkeiten mit ein. Und das ist Teil der Wertschöpfung und Teil dessen, was ein
Mitarbeiter auch in der Firma ausagieren können muss. Ergibt sich daraus aber nicht der Auftrag für
die Organisation oder für Stellen in der Organisation, die diesen Auftrag haben, also
Personalabteilung beispielsweise, Personalentwicklung, dafür zu sorgen, dass eine Kompetenz wächst
im Umgang mit der Emotion. Also wenn die Emotionen, wenn sie da sind und sie sind ungefiltert,
sie sind unreguliert. dann schaden sie dem Unternehmen und den Individuen. Dann kann ich ja in zwei
Richtungen gehen. Ich kann ja die Emotionen illegalisieren. Und das passiert ja dann oft. Emotional
wird es gleich bedeuten mit unprofessionell zum Beispiel. Da kann man auch gleich über Männer und
Frauen reden. Und dass Frauen mit einer tendenziell emotionaleren Response dann oft als
unprofessionell gelten oder sowas. Also das ist die eine Lösung. Kulturell reagiere ich da drauf
und sage, Emotionen sind bäh. Oder umgekehrt gehe ich in eine kompetenzorientierte Richtung und
sage, okay, es ist unsere Aufgabe, dass wir Kompetenz entwickeln, mit den Emotionen am Arbeitsplatz
umzugehen. Gut, man darf nicht vergessen, um was es beim Unternehmen geht. Es geht beim Unternehmen
nicht darum, dass sich alle wohlfühlen. Und es geht auch nicht darum, dass psychologische
Sicherheit aufgebaut wird. Es wird gleich geschrieben werden, ah, das ist doch so wichtig. Das ist
auch, aber es geht beim Unternehmen, und das wurde lange vergessen, um Wertschöpfung. Und die BWL
ist zu Recht auch die Wissenschaft von der Wertschöpfung und nicht die Wissenschaft von der
Unternehmensführung. Das heißt, man muss sich darauf besinnen, wo wird denn Wert kreiert im
Unternehmen. Viele können diese Frage nicht mehr beantworten. Und Wert wird eben auch über
Emotionen generiert. Und das ist genau der Punkt, wenn ich Emotionen als unprofessionell abstemple,
was eigentlich seit diesem Menschenbild des Homo economicus in den 90er Jahren verstärkt gemacht
wurde. dann blende ich einen wesentlichen Aspekt für die Wertschöpfung, gerade auch für die
Wertschöpfung der Zukunft, wo es ja viel um Ko-Kreation, Kuratierung geht. Das sind beides eher
emotionale Prozesse. Da blende ich einfach etwas aus, was dem Unternehmen Wert generiert.
Oder auch zum Beispiel Angst. Angst kann Wert generierend sein, weil wenn ich wirklich vor etwas
Angst habe, dann ist das vielleicht ein klarer Hinweis darauf, dass etwas schief läuft. Und wenn
etwas schief läuft, kostet das meistens Geld im Unternehmen. Das sind nur einfache Beispiele dafür,
dass Emotionalität mit Wertschöpfung zusammenhängt. geht es? Und vielleicht,
ich bin mir gar nicht sicher, ob Frauen wirklich emotionaler sind als Männer. Das ist eine Frage,
die für, weiß ich nicht, die Cosmopolitan oder die... Ja, ja, das war jetzt meine Aussage.
Genau, genau. Da bin ich weit weg von, leider. Aber das ist sicherlich eine Grundhaltung dieser
wertvoll ist im Unternehmen. Und man muss eben heutzutage dringender denn je, das ist keine Frage
der Diversity, sondern man muss das, was wertschöpfend ist, ins Unternehmen integrieren,
in die Prozesse integrieren. Das ist nun mal auch Emotionalität und gerade negative Emotionalität.
Und da gibt es eine ganze Reihe von Wegen, das zu tun. Und ich plädiere immer bei Unternehmen
darauf, bevor ihr anfangt, miteinander zu arbeiten, Ich nenne das Instrument, letztendlich ist es
eine mentale Morphologie-Technik, mentale Landkarte. Das heißt, überlegt doch erstmal, wie ihr
arbeitet, wie ihr denkt und wie ihr fühlt und erklärt das eurem Team. Dann könnt ihr viel besser
zusammenarbeiten. Das ist letztendlich trivial. Aber die meisten Menschen wissen selber von sich ja
gar nicht, wie sie denken, wie ihr wertvollstes Werkzeug, auch in der Zeit von KI, wie das
funktioniert, so im Detail. Die meisten Leute können das gar nicht sagen. Insofern ist das seltsam,
dass an diesem Punkt so eine wertvolle Ressource eigentlich mehr oder weniger unbeachtet ist im
Unternehmen. Und genau da setze ich mit meiner Arbeit sehr stark an. Und das ist spannend. Wir sind
jetzt hier, weiß ich nicht, Folge 120 plus X. Und es gibt so ein paar Motive, die sich in diesem
Podcast herauskristallisieren. Und eines, was immer wieder hochkommt, wenn es um Führung geht, ist,
der Mensch, der führen will, wird an eine Grenze stoßen, wenn er nicht bereit ist, sich zu
reflektieren. Das kann ich in verschiedene Sachen, in verschiedene Arten einpacken. Oft kommt es
auch im Gewand dieser Forderung, wenn du dich nicht selbst liebst, wie willst du mit anderen und so
weiter. Das ist dann wieder positiv tatsächlich gefärbt. Aber das ist auch das, was du sagst. Also
ab einem gewissen Punkt, wenn ich führen will, wenn ich einen positiven, wertschöpfenden Einfluss
auf ein soziales Konstrukt nehmen will, dann komme ich nur bis zu einem gewissen Punkt, wenn ich
nicht bereit bin, mich zu reflektieren, mich mit mir auseinanderzusetzen und zu gucken, wie
funktioniere ich und das auch anderen zu erklären. So auf einer prozessualen, funktionalen Ebene.
Also es geht nicht darum, mentale Prozesse zu verklären, sondern es geht darum, sie explizit zu
machen und sie nutzbar zu machen. Und das ist das, was mir gerne vorgeworfen wird, dass diese
mentale Ökonomie, die ich betreibe, sehr, sehr kalt und sehr technisch wirkt. Aber letztendlich
geht es um Funktionsprinzipien und um Wertschöpfung. Das sind nun mal Aspekte, die einer gewissen
Systematik unterworfen sind und die lohnt es sich aufzuzeigen. Und das Beispiel, das du gebracht
hast, ist schön, weil Emotionen sind weder positiv noch negativ letztendlich. Es gibt ein paar
Ausnahmen, aber im Großen und Ganzen Liebe als positiv darzustellen. trifft es auch schon nicht
ganz, weil Liebe hat auch viele destruktive Aspekte. Insofern muss man da ein bisschen aufpassen
und das Ganze sollte man am besten wertneutral sehen und eher auf die Markerebene gehen lassen.
Welche emotionalen Marker springen mit? Was geht es eigentlich in der Verwertungsebene von
Emotionen? Ich habe dein Buch hier offen und das fängt an in der Einleitung mit Schatten als
Ressourcen, die dunkle Seite im System der inneren Ökonomie. Du hast eben schon mal angerissen, du
hast ein Modell der inneren Ökonomie. Vielleicht sagst du uns dazu noch ein bisschen was und dann
ist die Frage, was bringt mir das denn? Weil es kostet mich ja auch was. Also wenn ich mich
negativen... nicht sich gut anfühlenden, lustvollen Emotionen,
wenn ich mich denen gegenüber versperre, wenn ich sie ausblende, da habe ich ja was von. Da gehe
ich ja erstmal mit weniger Zweifeln, Ängsten oder sowas durch den Tag. Das ist ja cool. Und wenn
ich reingehe und erlaube mir, eine Angst zu spüren, einen Zweifel zu spüren, dann kostet mich das
ja eine Energie. Was kriege ich denn am Ende dieser Transaktion für die Bereitschaft, meine Energie
auf diesen Zweifel auszugeben? Was man kriegt, ist relativ einfach. Man kriegt mehr Lebendigkeit.
Man kriegt letztendlich mehr Wert am Ende. Weil, um bei dem Beispiel zu bleiben, es wäre genauso
angenehmer, wenn ich mir die Augen verbinde, während ich bei einer Klippe spazieren gehe. Was aber
dazu führen kann, dass ich die Klippe runterfalle. Das heißt, wenn ich meine Emotionalität nicht
genau beobachte und sozusagen ein Stück weit verstehe und im Griff habe, kann mich das sehr
schnell, jetzt nicht unbedingt umbringen, aber sehr schnell sehr viel kosten. sehr negative
Auswirkungen haben. Ich meine, die Emotionen sind eh da. Das Entstehen von Emotionalität ist jetzt
nichts, was man komplett der bewussten Steuerung unterliegt. Das heißt, wenn ich das unterdrücke
oder ignoriere, ist es trotzdem da und wirkt letztendlich im Unterbewusstsein und wird mich da noch
viel mehr Energie kosten, als wenn ich mich der ganzen Sache stelle oder nutze. Es geht ja nicht
nur ums Stellen. Es geht um das positive, wertschöpfende Nutzen von Emotionalität. Und mit mentaler
Ökonomie meine ich letztendlich die Übertragung von ökonomischen Prinzipien auf die menschliche
Psyche. Was bedeutet, dass die Psyche primär als ein Transaktionssystem gesehen wird,
wo verschiedene mentale Prozesse letztendlich miteinander im Austausch sich befinden und eben
verschiedene Zwecke miteinander verhandeln. Und da es ein Transaktionssystem ist,
kriegt man letztendlich, kriegt jeder Prozess was vom anderen und muss dem anderen noch etwas
geben. Das ist richtig. Es geht aber auch um Kosten. Wenn Transaktionen da sind, gibt es eine
Bilanz, gibt es eine Bilanzierung. Und man kann das Ignorieren von Emotionen natürlich mit
Gefährdungen der Bilanz vergleichen. Dass man praktisch Dinge zum Beispiel überbewertet und dann
die Bilanz überbewertet reinnimmt und somit ein verstecktes Risiko in der Bilanz hat. Die Bilder
sind besonders stark natürlich in einem Managementumfeld, weil man eine Sprache spricht. die von
diesem doch oft sehr, gerade in Deutschland sehr kritisch beäugten psychologischen Diskurs weggeht,
hin zu einem ökonomischen Diskurs. Da fühlen sich die Leute sehr viel wohler normalerweise und es
ist sehr anschlussfähig. weil ich eben mehr von Bilanzierungen spreche, von Kosten,
von Nutzen. Das verstehen die Leute besser und können sozusagen dann auch einfacher Zugang zu
diesen Ressourcen finden. Und das ist, glaube ich, ein wichtiger Begriff, dass Emotionen eine
Ressource sind. Und warum sollte ich mich einer Ressource verschließen? Auch unangenehme Sachen
können eine Ressource sein. Wer Chemie studiert hat, weiß, dass das sehr viele Dinge und Ressourcen
sind, die eigentlich sehr unangenehm sind. Insofern ist auch hier ein Umgang mit sich selbst ganz
zentral, weil natürlich man muss das Unangenehme ja nicht meiden, nur weil es unangenehm ist. Das
ist auch wieder letztendlich eine freie Entscheidung. Und da kann man nur dazu einladen, dass man
da sozusagen seinen gesamten Umgang damit verbessert. Also zwei sehr schöne Bilder, die ich gerne
nochmal rausstellen will. Das eine ist, nicht nur, aber auch für die zuhörenden Führungskräfte da
draußen, die Frage, an wie vielen Klippen tippelt ihr eigentlich umher mit verbundenen Augen?
Und die zweite ist, wahrscheinlich die meisten Dinge, die in meinem Auto sind und die mein Auto
dazu bewegen, mich zu bewegen, würden mich wahrscheinlich umbringen, wenn ich sie mir in den Mund
stecke. Das heißt, manche Sachen, die wirklich gefährlich oder ungesund sein können,
in einem Kontext können, in einem anderen Kontext eben. sehr wertvoll sein. Ich habe Amazon auf und
ich habe Oliver Hoffmann bei Amazon eingegeben. Jetzt bin ich gespannt, ob ich ein Buch finde, was
von einem anderen Oliver Hoffmann ist, aber du sagst, welches es nicht ist. Also wir haben die
negative Psychologie. Wir haben die Psychologie und die künstliche Intelligenz. Wir haben die
Psychologie der Konsequenz. Wir haben holistische Psychologie. Die Vereinigung von Kognition,
Emotion und Handlung. Innovationspsychologie. Auch. Die Ökonomie der Erinnerung. Das Hoffmann
Küchenhelfer-Set in Anthrazit. Silikone, Edelstahl, Kernspülmaschinen, festen, hitzebeständig.
Wahrscheinlich nicht. Das finde ich nicht. Unfassbar teuer übrigens. 180 Euro. So ein paar
Pfannenwände. Also Respekt, wenn es deine sind. Nein, das bin ich nicht. Die benötigte Sucht,
das ist wieder von dir? Ja. Wozu? Über den Wert der Dinge. Die Zukunft der Arbeit ist psychologisch
und die Kunst der psychologischen Selbstführung. Und dann kommen wieder Pfannenwender. Ich bin
nicht der mit dem Pfannenwender. Ich bin auch nicht der, es kommen, wenn du weiter runter scrollst,
kommen noch Krimis. Leider sehr erfolgreiche Krimis, das bin ich auch nicht. Aber das mit dem
Pfannenwender wundert mich für Verkaufsenden, aber gut.
Es sind zwei dabei gewesen, die es noch nicht gibt. Die Psychologie der Inkonsequenz ist das
Neueste aktuell. Ich greife mir jetzt mal raus, die KI und die Psychologie der KI.
Du hast vor einiger Zeit gepostet, dass wir eine gewisse Psychologie-Kompetenz brauchen oder eine
psychologische, weiß ich nicht, Haltung, Kompetenz, du musst es gleich erklären, um mit dem, was
wir so KI nennen, umzugehen. Wir brauchen jetzt nicht reinzugehen, was ist künstliche Intelligenz
und echte Intelligenz und starke und LLMs und so weiter. Wir wissen alle, wovon wir reden. Wir
reden davon, dass ich heute Morgen hingehen konnte und konnte sagen, lieber Chat, GPT. Ich rede
gleich mit dem Hoffmann. Bitte gib mir mal auf den Punkt eine Definition von positiver Psychologie
mit kurz ein paar Daten, damit ich mich gleich nicht blamiere. Darüber reden wir. Du sagst, wir
brauchen eine gewisse Psychologie, damit das funktioniert. Ja, und zwar wir selbst. Ich glaube,
das ist das Entscheidende. Du kennst wahrscheinlich diese ganzen Studien und Berichte, dass viele
Unternehmen sagen, nach der Einführung von KI-Tools für viel Geld. Unsere Produktivität steigt gar
nicht. Das ist so eine Klage, die man oft hört und die man oft liest. Die KI, die bringt eigentlich
nichts, um es ein bisschen zu vereinfachen. Und genau an diesem Punkt, den du ansprichst, scheitert
meiner Meinung nach das Ganze. Und zwar an der persönlichen, individuellen Integrationsfähigkeit
des Individuums. Das heißt, wir haben da ein Nicht-Gegenüber, also es ist ja kein Mensch,
der uns da gegenüber sitzt, und der in der einfachsten Form spuckt uns irgendwelche Texte aus,
generiert uns irgendwelche Bilder. mit dem Input, das wir liefern. Das ist alles ziemlich toll und
ziemlich beeindruckend. Aber was fangen wir damit an? Und das hat letztendlich was mit sehr,
sehr vielschichtiger Integrationsfähigkeit zu tun, weil wir auf dem Silbertablett sozusagen das
ganze Wissen der Welt serviert bekommen. Wir müssen aber damit umgehen können und wir müssen das
praktisch sezieren können und verdauen können und schauen, was wir davon essen und was nicht.
Und das ist psychologisch gar nicht so einfach, weil es kein Gegenüber ist. Es gibt keinen
Kollegen, der uns das Input schickt. Es gibt eine letztendlich nichtmenschliche Nicht-Instanz.
Und das muss erst mal verarbeitet werden, weil das ist schon neu. Und zum anderen ist es auch
natürlich eine gewisse Bedrohung für verschiedene Wahrnehmungsprozesse auf das Selbst hin.
Und es gibt interessanterweise die Erkenntnis, dass viele Leute Ergebnisse von KI ein ganzes Stück
weit ablehnen. Nicht, weil die schlecht geschrieben sind oder weil es KI ist, sondern weil es
letztendlich die Angst vor Bedeutungslosigkeit nährt und sozusagen die persönliche
Integrationsfähigkeit überfordert. Und du hast es gerade angesprochen, das finde ich immer ganz
lustig. Viele Leute schreien ja bei allem Möglichen heutzutage, KI generiert, KI generiert, Hilfe,
Hilfe. Das ist in etwa so, als würde ich mich hinsetzen und sagen, dieses Buch wurde nicht mit der
Hand geschrieben, sondern mit einer Schreibung. mit einem Computer. Man verwehrt sich letztendlich
einer neuen Technologieform, ohne auf den Inhalt zu schauen. Weil ich kann es klar sagen, es ist
eine große Kunst in der Co-Kreation, einen guten Text mit KI zu generieren und den dann zu
bearbeiten und so weiter. Und warum sollte irgendjemand ein Problem damit haben, wie du gesagt
hast, dass man eben das als Grundlage nutzt und damit zusammenarbeitet. Aber das können viele Leute
nicht. Und viele Leute haben mehr Angst vor KI als vor seinen Kollegen sozusagen, die ja eine
deutlich konkrete... auf das eigene Leben haben könnten. Und genau an diesem Punkt scheitert KI im
Produktivitätszuwachs täglich zurzeit. Und ich arbeite stark daran, den Leuten beizubringen,
wie man gut mit KI zusammenarbeitet. Das ist sehr essentiell und da sind sehr viele
Missverständnisse aktuell. Das ist ein komplett neues Feld und deswegen sehr relevant für die
Unternehmensberatung. Vor Jahren habe ich noch als Fotograf gearbeitet, mich mal mit einem anderen
Fotografen in die Wolle gekriegt. Wir lernten uns kennen und dann tauschten wir so Fotos aus, haben
uns so gewisse Sachen gezeigt. Und wir waren am extremen Ende des Spektrums jeweils. Meine
Fotografie war sehr bearbeitet. Nicht, dass ich irgendwie Sachen verändert habe oder sowas, aber
was Farben angeht. Dynamik der Farben und so. Und er hatte ganz stumpfe Fotos.
Da war keine Farbbrillanz drin oder gar nichts. Da habe ich irgendwann mal gefragt, warum sind denn
die Fotos eigentlich so? Und dann sagt er, weil ich nicht lüge. Oh, das ist ja spannend. Was heißt
das? Ich nehme die Fotos so, wie die von der Kamera kommen. Ich bearbeite die nicht nach, weil das
wäre unehrlich. Dann habe ich mir das Foto angeguckt und habe gesagt, aber das war doch nicht so.
Also an dem Tag, das war doch nicht alles grau in grau, ohne irgendwelche Farbspitzen oder so. Dann
hast du uns nicht fotografiert. Das sieht ja total deprimierend aus. Dann sagt er, ja, ja, nee.
Also die Augen hat das schon an dem Tag anders gesehen, aber ich darf es nicht nachbearbeiten. Und
das fand ich interessant, weil das steckt ja auch da drin. Jeder Text, den du mit KI produzierst,
ist unehrlich. Jedes Foto, das du nachbearbeitest, ist unehrlich. Statt hinzugehen und zu sagen,
das Unbearbeitete ist halt auch manchmal einfach driss und es passt nicht zu dem. Dieses Foto,
was unbearbeitet ist, stellt dir gar nicht die Realität dar, die damals geherrscht hat. Dafür musst
du es nachbearbeiten, damit du hinkommst und der Pimmel ist wieder blau. Hier in deinem Foto ist er
grau, weil Raw-Dateien halt einfach komplett flach sind, bevor man sie bearbeitet hat. Da muss ich
manchmal dran denken und es ist auch so ein bisschen dieses, wie soll ich das sagen, es gibt doch
die, du kennst es besser als ich wahrscheinlich, diese Natürlichkeitsverzerrung, dass man hingeht
und sagt, etwas, was aus der Natur kommt, ist grundsätzlich immer gesünder als etwas, was
synthetisch ist. Du nimmst dann Vitamin C in Pillenform. Das ist die alte Angst vor der Technik.
Das gab es schon bei dem Golem-Mythos oder Frankenstein. Das ist alt, das ist tiefe Menschen drin.
Das wird immer schlimmer und das ist ein sehr schönes Beispiel mit den Fotos, weil was ist denn
überhaupt die Realität? Ich meine, selbst das menschliche Auge nicht die Realität war, sondern nur
einen kleinen Auszug, bestenfalls aus der Realität. Wir wissen ja, eine Biene würde das ganz anders
sehen, eine Spinne würde es wieder anders sehen. Und selbst ein Hund sieht es komplett anders.
Insofern, was davon ist Realität? Und wir haben immer nur einen kleinen Ausschnitt. Und die Frage
wird ja dann genauso transferiert, was ist Wissen? KI kann zum Beispiel Wissen sehr, sehr gut
aufbereiten, sehr, sehr gut transparent machen. Und ich kann mir Wissensgebiete sehr schnell
aneignen über den Input von KI. Aber letztendlich damit zu arbeiten, ich muss es natürlich
interpretieren und einordnen können. Das ist eine komplett andere Fähigkeit. Und das macht
natürlich gerade akademischen Berufen sehr viel Angst. Ich glaube, gestern war es ein Artikel in
der Berner Zeitung gelesen, ein Interview mit einer zweifach promovierten Wissenschaftlerin,
die keinen Beruf mehr findet, sich darüber beklagt sozusagen. Das ist eben nur die eine Seite der
Medaille. Die andere Seite ist, dass wir nie beigebracht wurden, mit diesen Prozessen zu arbeiten.
Und Wissen ist einfach kein Engpass mehr. Und dadurch wird praktisch die gesamte Arbeit damit auch
verändert und transformiert. Und das ist etwas, wo das Individuum sehr viel Angst davor hat. Das
ist letztendlich ein ganzes Stück weit unbegründet, aber es ist unser Umgang damit. Und ich glaube
nicht, dass das irgendwo hinführt, wenn man sich die psychologischen Komponenten anschaut. Das
heißt also, die Psychologie, die psychologische Kompetenz, die wir brauchen, um mit dieser KI
-Entwicklung umgehen zu können, das ist eine Resilienz, auch eine... Ich fühle mich erstmal nicht
bedroht, sondern ich denke rein. Also das hat ja viel damit zu tun, mit welcher Haltung gehe ich
mit Innovationen im Grunde genommen um. Ich habe immer so ein Poster, was ich in Trainings zeige,
wo die Berliner Vereinigung der Stummfilm-Kinobetreiber ganz Berlin vollgepflastert hat,
dass der Tonfilm im Grunde genommen das Anfang vom Ende ist. Heute lachen wir darüber,
aber das ist ja sowas ähnliches. Da kommt etwas, das mich, mein Beruf, das, womit ich mein Geld
verdiene, bedroht und deswegen lehne ich es ab. fange an, Argumente zu finden, oder? Klar, das gab
es ja auch mit dem Zug. In England wurde gesagt, dass wenn man schneller sich als 30 kmh bewegt mit
dem Zug, man sterben würde. Heute wissen wir, das stimmt nicht ganz. Aber es ist einfach... Es gibt
heute in Saudi-Arabien noch Leute, die behaupten, wenn Frauen Auto fahren, dann fliegt die
Gebärmutter aus dem Körper oder sowas, ne? Allmöglichen Unsinn natürlich, genau. Also es ist aller
möglicher Unsinn diesbezüglich. Aber man wehrt sich natürlich dagegen, das ist klar. Es ist auch
psychologisch nachvollziehbar. Da kommt etwas, was mich ersetzt. die ich vielleicht überflüssig
mache, was mir das Geschäftsmodell entzieht, das ist natürlich bedrohlich. Und gleichzeitig wird
man dazu gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen, weil wenn etwas technisch möglich ist, wird es
meistens auch getan irgendwann. Und dann sind die die Schlauen, die sich damit auseinandersetzen.
Und letztendlich ist es eine Verantwortung für jeden, dass man sich damit auseinandersetzt. Die
ganzen Buchtitel, die ich eben runtergerattert habe, interessanterweise, wenn ich es richtig
gesehen habe, sind rausgekommen in den letzten zwei Jahren oder so? Drei Jahre, ja. Drei Jahre,
ngen, das erste Buch habe ich:eigentlich in einem Rhythmus von zwei, drei Jahren immer zwei,
drei Bücher, wobei man sagen muss, die Verlagsprozesse sind relativ heftig. Also ich habe zum
Beispiel ein Buch, was ich vor fünf Jahren geschrieben habe, was noch immer in der Veröffentlichung
ist. Also es bilden sich auch teilweise Spitzen und ich habe ein paar Themen, die ich schon länger
mit mir rumtrage, wo ich auch sozusagen aus einem längeren Manuskript mehr als ein Buch machen
konnte. Und das Schöne ist auch natürlich, dass man, wenn man viel Material hat, das Ganze ganz gut
strukturieren kann. Und ich habe einen recht, sagen wir es mal so, recht ko-kreativen Prozess beim
Schreiben entwickelt, schon vor der KI-Nutzung, dass ich praktisch, ich arbeite sehr viel
handschriftlich, schreibe mir praktisch Ideen, Konzepte handschriftlich auf. Dann kommt praktisch
ein Lauf mit Forschung, wo Hintergrundrecherche und so weiter gemacht habe. Da muss ich sagen,
hilft einem KI enorm. Weil wir auch über KI gesprochen haben, wenn man KI da richtig... kann. Das
ist eine riesige Unterstützung. Auch beim Schreiben, bei der ganzen Hintergrundrecherche, beim
Zusammenstellen von Themen. Und dann letztendlich das Schreiben selber, wenn man diszipliniert ist,
kann man bei Sachbüchern erstaunlich schnell sein. Ich diktiere sehr viel. Diktieren funktioniert
zurzeit exzellent inzwischen über KI auch. Und dann kann man da recht schnell sein. Also wenn ich
will und mir die Zeit nehme, ich arbeite meistens in der Früh, schaffe ich durchaus ein Sachbuch
mit, sagen wir mal, 200 Seiten ungefähr, durchaus in drei Monaten. Was mir auch gefallen, es ist
auch ganz viele verschiedene Verlage. Ich habe mir das vorhin angeschaut und habe gedacht, oh, wenn
ich nochmal einen Verlag suche, dann muss ich den Oliver fragen, weil der hat die Top 10 oder 15
der großen deutschen Verlage durchgespielt und weiß, wie die sind. Ist das Absicht oder ist es
einfach so passiert? Das ist Absicht. Es gibt eine gewisse Häufung natürlich bei den
wissenschaftlichen Verlagen wie Springer und Nomos. Da habe ich beim einen, glaube ich, fünf, beim
anderen sechs Bücher veröffentlicht. Also da gibt es eine gewisse Häufung. Aber ich habe mir dann
letztendlich die Mühe gemacht, für spezielle Themen auch immer zu schauen, was ist denn der beste
Verlag für. Und ich muss auch sagen, man steigt da natürlich eine gewisse Hierarchie hoch. Also am
Anfang, wenn man noch nicht so viele Veröffentlichungen hat, fällt es einem schwerer, die guten
Verlage zu kriegen, wie wenn man später schon mehr Veröffentlichungen oder gute Veröffentlichungen
nachweisen kann. Aber zum Beispiel, wirtschaftskritischere Sachen. Ich mache ja auch einiges
Richtung Kapitalismuskritik, Sinn und so weiter. Das ist natürlich bei etwas kritischeren Verlagen
besser aufgehoben, als wenn ich jetzt zu einem breiteren Publikumsverlag gehe. Und ich habe jetzt
zum Beispiel ein sehr schönes Fachbuch über die Zukunft der Arbeit, was bald kommt. Da bin ich zum
Beispiel bei Herder und Willey. Das sind ja wirklich sehr große etablierte Fachverlage und die auch
im Sachbuch sehr stark sind. Also man muss sich schon sehr genau aussuchen, wo man mit einem Buch
hingeht. ich fand es auch spannend, mit verschiedenen Verlagen zusammenzuarbeiten. Das wird
vielleicht in Zukunft ein bisschen weniger werden, weil ich auch mehr andere Sachen zu tun habe.
Aber ich finde es gut, für jedes Format zu schauen, wo passt es denn am besten hin. Und an der
Stelle machen wir einen kurzen Cut. Das war der erste Teil unserer Unterhaltung. Und im ersten Teil
haben wir uns angeschaut, wie Oliver auf Themen wie Emotionen, Führung, Entscheidung und Arbeit
blickt und was das für Organisationen heute bedeutet. Im zweiten Teil unserer Unterhaltung wird es
dann nochmal deutlich grundsätzlicher. Denn da sprechen wir über Gesellschaft, über Kapitalismus,
über Konsum und über die Frage, warum viele unserer Systeme eigentlich heute gar nicht mehr so
richtig funktionieren. Und wenn dich das auch interessiert, dann hör einfach weiter im zweiten
Teil. Ich freue mich, wenn du dann wieder dabei bist.