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Ep. 144: Ist KI-Slop einfach nur menschliche Verantwortungslosigkeit?
Episode 14414th September 2026 • Veränderungsstabil • Holger Heinze
00:00:00 00:19:33

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Shownotes

Gedankenstriche. Zu viele Überschriften. Emojis. „Es geht nicht um X, sondern um Y.“ Wer viel mit KI arbeitet, kennt inzwischen wahrscheinlich die kleine innere Alarmanlage: Oh Gott, klingt das gerade nach ChatGPT?

In dieser FragHolgi-Folge beantworte ich deshalb eine Frage, die mich erreicht hat: Woran erkenne ich, ob ich gerade KI-Slop produziere – und wie kann ich mich davor schützen?

Meine Antwort beginnt mit einer These:

KI macht keinen Slop. Menschen machen Slop.

Denn lieblosen, nutzlosen Brei haben wir schon lange produziert, bevor ChatGPT auf der Bildfläche erschienen ist. Als Unternehmensberater kenne ich Beraterslop: Workshops, aus denen austauschbare Unternehmenswerte entstehen, die anschließend als Poster im Flur hängen und niemanden interessieren. Wir kennen Methodenslop: OKR oder Scrum werden eingeführt, weil man das jetzt eben macht – ohne wirklich zu wissen, welches Problem damit eigentlich gelöst werden soll. Und natürlich gibt es Halbwissens-Slop: einen LinkedIn-Post gelesen, einen Podcast halb gehört, drei Minuten mit ChatGPT gesprochen – und am Montag erklären wir dem Führungskreis psychologische Sicherheit.

Das Problem ist also älter als KI.

KI macht es nur verdammt viel einfacher.

Plötzlich können wir in wenigen Sekunden Texte, Strategien, Konzepte, Präsentationen und Unternehmenswerte produzieren. KI senkt damit nicht nur die Produktionskosten für gute Arbeit, sondern leider auch die Produktionskosten für Schrott.

Für mich liegt deshalb der entscheidende Unterschied nicht darin, ob KI benutzt wurde. Die entscheidende Frage lautet: Wer übernimmt am Ende die Verantwortung für die Qualität des Ergebnisses?

Ich halte überhaupt nichts davon, KI künstlich aus unserer Arbeit herauszuhalten. Im Gegenteil: Lasst euch Texte schreiben, recherchieren, widersprechen, Konzepte entwickeln und Gedanken sortieren. Aber irgendwann muss ein kompetenter Mensch vor dem Ergebnis stehen und sagen können:

Das hier ist mein Werk. Dafür stehe ich mit meinem Namen.

Genau dort entsteht für mich Ownership. Ich kann Arbeit an eine KI, einen Berater oder eine Agentur delegieren. Was ich nicht delegieren kann, ist die Verantwortung dafür, ob das Ergebnis am Ende nützlich, verständlich und qualitativ gut ist.

Deshalb: Macht euch weniger Gedanken über Gedankenstriche.

Fragt euch lieber, ob das, was ihr produziert, einem anderen Menschen tatsächlich etwas bringt.

Denn KI produziert keinen Slop. Menschen mit KI produzieren Slop.

Seid einfach nicht diese Menschen.

Viel spaß beim hören.

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Und so erreicht Ihr mich:

Homepage: https://www.odonovan.de/

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/holgerheinze/

Bücher: Shop.Haufe

Transcripts

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge des Podcasts Veränderungsstabil, in dem wir

uns anschauen, was Organisationen, Systeme, Führung, Teams und Menschen heutzutage so drauf haben

sollten, um in dieser wilden Welt erstens nicht unterzugehen und zweitens möglichst langfristig

gesund und erfolgreich wirtschaften zu können. Wir haben ein besonderes Format,

das FragHolgi oder FragHolga-Format, wie ihr es gerne hättet. in dem ich Leserinnen,

Leser, Hörerinnen, Hörerzuschriften beantworte. Und wir haben heute eine schöne bekommen.

Hier ist die Frage, seid ihr bereit? Hallo Holger, ich nutze inzwischen ziemlich viel KI bei der

Arbeit. Für Texte, Konzepte, manchmal auch einfach nur zum Denken. Und gleichzeitig habe ich

zunehmend Angst, dass ich damit das produziere, was so KI-Slop.

genannt wird. Ich bin mittlerweile schon völlig paranoid, was Gedankenstriche angeht und wenn ich

irgendwo nicht X, sondern Y lese, denke ich sofort, oh Gott, das klingt ja nach KI. Woran erkenne

ich denn, ob ich gerade KI-Slop produziere und wie kann ich mich davor schützen?

Gute Frage. Also, Gedankenstriche. Zu viele Überschriften, zu viele Emojis,

diese typischen Phrasenkonstrukte, die wir kennen, es geht nicht um X, es geht um Y oder...

schreibe das jetzt nicht als Herausforderung, sondern um dich zu aktivieren. Also so komische

Widersprüche, die eigentlich keine wirklichen Widersprüche sind. Und da gibt es einige Dinge. Und

es gibt mittlerweile, wenn man jetzt in der LinkedIn-Bubble unterwegs ist, tatsächlich so eine Art

KI-Forensik-Hobby, wo man immer mal wieder sieht, dass Menschen versuchen,

anhand von Sprachmustern herauszufinden, das hat eine KI geschrieben,

das ist doch KI-Kram.

Und manchmal stimmt das, manchmal ist das ganz offensichtlich, dass da jemand KI-Schrott

produziert hat und man kann ihn überführen. Manchmal ist es so, dass man jemanden überführen kann,

dass er KI benutzt hat, aber das, was er da produziert hat, ist gar kein Schrott. Ich hoffe, dass

ich oft in diesem Lager lande, weil ich ja auch sehr viel tatsächlich damit arbeite.

Und deswegen ist es eine andere Antwort eigentlich. Also es geht nicht darum, KI zu finden.

Das ist nicht der Punkt. Das ist auch ein bisschen am Thema vorbei. Und ich würde mal starten mit

einer These, als ich da eben drüber nachgedacht habe, habe ich sogar ein bisschen eine Blockade

gehabt. Also, und ich erkläre auch, was die Blockade ist. Die These ist, KI macht keinen Slop,

Menschen machen Slop. Das Ganze, warum habe ich eine Blockade? Naja, weil es klingt ja total nach

diesem, nicht Waffen bringen Menschen um, sondern schlechte Menschen mit Waffen bringen Menschen

um. Und in dem Fall, also wenn wir über Waffen reden und... Ich finde es eigentlich ganz schön,

weil es überspitzt die Frage so ein bisschen. In diesem Fall bin ich ein Verfechter von, ja, ja,

das stimmt schon, eine Pistole alleine bringt niemanden um. Aber wenn wir dafür sorgen, dass

Pistolen in weniger Hände kommen, dann kriegen halt auch weniger Kinder, die nicht wissen, was sie

damit anrichten und weniger Vollidioten Waffen in die Hand, weil es halt schwieriger ist.

In dem Fall ist das so. Wie sehe ich das denn bei KI? Naja, ich würde jetzt nicht hingehen und

sagen, wir müssen KI verbieten, damit wir die Wahrscheinlichkeit, dass... faul-Idioten-KI in die

Hand kriegen, runterbringen. Das würde ich nicht sagen, sondern ich würde sagen, an der Stelle mit

KI, lass uns doch mal drüber reden, woher kommt der Slop und wie können wir den denn unterbinden,

insbesondere bei uns selbst, wenn wir vor unsere eigenen Haustür kehren. Und dann schauen wir mal,

weil da geht es halt, naja, es geht halt nicht um Tote, sondern es geht halt um verplemperte

Aufmerksamkeit. Und das ist halt schon noch ein bisschen was anderes. Also, gucken wir uns mal an,

was Slop ist und wo der herkommt. Meine These ist, Slop entsteht nicht dadurch, dass man KI

benutzt. Ich kann mit... KI etwas Slop-Freies produzieren und umgekehrt kann ich ohne KI etwas mit

Slop machen. Also Slop entsteht dann, wenn Menschen aufhören, Verantwortung für die Qualität ihrer

Ergebnisse zu übernehmen. Dafür brauchen die gar keine KI. Menschen, wir produzieren seit

Jahrzehnten ganz hervorragenden Slop. Also übrigens, um mal das Wort einfach mal einzuführen und

mal zu definieren. Slop kommt ja von der guten alten Tradition, abwertende Essensbezeichnungen zu

verwenden, um damit Dinge im digitalen Raum abzuwerten. Das fing an mit Spam.

Spam ist so ein Formfleisch, sind so Fleischreste in Aspik, mehr oder weniger,

in so einer Dose. haltbarer als Kakerlaken. Menschen, die in England aufwachsen,

halten das für Essen. Und dann gibt es einen Monty Python-Sketch, in dem es immer nur Spam, Spam,

Spam, Spam, Spam. Frühstücksfleisch, Frühstücksfleisch, Frühstücksfleisch, Frühstücksfleisch,

Frühstücksfleisch. Daher kommt das. Und jetzt ist man hingegangen und hat gesagt, okay, wir

brauchen jetzt ein anderes Wort. Das soll etwas bezeichnen, was einfach eine lieblose Masse ist.

Und aus Kantinen kennt man das zum Beispiel, dass es dieser Brei, wenn man in so einer schlechten

Kantine geht. Also viele von euch werden schon mal im Gefängnis gewesen sein. Dort gibt es diesen

Brei halt. Oder ich weiß noch, als ich studiert habe in unserer Kantine, da gab es dann auch zwei

Soßen zum Beispiel. Und dann habe ich mal die Dame gefragt, was ist denn der Unterschied? Und sie

war immer, helle Soße oder dunkle Soße? Dann habe ich gesagt, was ist denn der Unterschied? Dann

sagt sie, ist kein Unterschied, außer die helle verbrennt mir, dann ist sie dunkler als die dunkle.

Also so liebloser Brei in so einer Kantine, das ist Slop. Und das heißt,

man hat jetzt das Wort verwendet, um zu sagen, naja, liebloser Brei, der irgendwo entsteht, mit KI,

da sehen wir das jetzt ganz oft, das ist eben Slop. Aber es muss eben nicht nur mit KI sein. Ich

gebe euch mal ein paar Beispiele, wo wir schon Slop hatten, lange bevor wir die KI hatten.

Hey, kurze Durchsage. Wenn euch veränderungsstabil gefällt, dann nehmt euch doch mal kurz Zeit und

gebt dem Podcast eine Bewertung auf dem Streaming-Dienst, mit dem ihr gerade hört. Das hilft uns

enorm, weil dann noch mehr Menschen den Podcast entdecken können und so können wir die Community

weiter wachsen lassen. Vielen Dank fürs Unterstützen, vielen Dank fürs Zuhören und jetzt geht's

weiter mit der Episode. Ich bin Unternehmensberater. Wir produzieren seit Jahrzehnten Beraterslop.

Und das ist nicht so, dass die Berater den Berater Slop produzieren wollen, sondern die Berater

sind quasi das Werkzeug. Die Berater sind die Pistole oder die KI oder wie auch immer ihr es nennen

wollt in dem Fall. Und dann gibt es Menschen, die benutzen die Berater, um Slop zu produzieren. Wie

funktioniert das? Relativ einfach. Ich hole mir einen Berater und sage, ey, mach mal. Start with

the Y-Workshop oder schreib uns mal Unternehmenswerte auf. Wird ein Berater geholt, dann macht man

zwei Workshops. Die sind meistens dann qualitativ minderwertig, weil man macht die irgendwie mit

fünf der sieben mächtigen Menschen. Die zwei mächtigsten sind nicht im Raum. Von den fünf Leuten

ist nie sichergestellt, dass alle fünf gleichzeitig Aufmerksamkeit haben, sondern sie sind am

Telefonieren, sie sind am Reingehen und am Rausgehen. Du stehst als Berater da und denkst, Leute,

das ist ja alles sehr stückwärkig. Das passt am Ende nicht so richtig zusammen. Und dann hast du

was produziert, legst es hin und sagst, boah, Leute, also... wäre jetzt so das Ergebnis, seid ihr

sicher? Und ja, super! Vertrauen, Respekt, Innovation, Verantwortung, Kundenorientierung, wir haben

unsere Werte gefunden, gibt das ins Marketing, die machen Poster draus, Poster wird ins Flur

gehängt. Und das ist dann Slop. Das ist einfach liebloses Zeug. Niemand der Beteiligten hat

irgendwie die Gesamtverantwortung dafür, dass es was taugt. Für die Umsetzung sowieso nicht. Und

naja, also wir können als Menschen lieblosen Brei, wir können Slop produzieren, ganz ohne KI. Da

laufen dann alle dran vorbei, funktioniert nicht. Das wäre jetzt so ein Beispiel für Beraterslop.

Und da gibt es auch andere ganz tolle Beispiele. Ich kann mich da drüber schreiben, wenn du

irgendwie geholt wirst und sollst was tun. Ich weiß nicht, ich habe jetzt gerade hier draußen einen

Handwerker rumlaufen. Wenn ich halt hingehe und sage, ja, jetzt hier bitte Kacheln. Ich habe dir so

ein paar Kacheln hingetan, die habe ich mir nicht so richtig angeguckt beim Einkaufen. Vielleicht

passen die zusammen oder nicht. Klatscht die mal an die Wand und der Kollege geht halt hin und

klatscht das dann an die Wand. Kachelslop. Wir können auch mit Methodenslop arbeiten,

ganz wunderbar als Menschen. Also dieses ganz klassische Beispiel, die ich hier immer im Podcast

benutze. Wir müssen jetzt OKR einführen, wir müssen jetzt agil machen. Schick mal alle auf eine

Scrum-Schulung. Das ist halt Methodenslop. Dann wird das alles gemacht. OKR wird eingeführt und

dann redet man ein bisschen über Objectives und über Key Results und dann gibt es irgendwie OKR

-Meetings und Templates und sechs Monate später haben wir halt mehr Meetings und mehr Templates und

fünf neue Worte. Aber wir haben halt nicht das geschaffen, was wir eigentlich schaffen wollten,

dadurch, dass wir OKR einführen, weil niemand sich darum gekümmert hat, dass Work-in-Progress

-Limits eingehalten werden, dass drei Sachen fertig machen wichtiger ist als 100 Sachen anfangen

oder sowas. Naja, und dann hat wieder jemand nicht wirklich die Verantwortung genommen, um das,

worum es eigentlich ging. Niemand hat die Verantwortung übernommen. Was wollen wir denn mit dieser

OKA-Einführung eigentlich schaffen? Und haben wir das denn? Kriegen wir das denn überhaupt? Oder

müssen wir dann noch weiter daran arbeiten? Müssen wir es eben verbessern? Also der Mensch, der

sagt, wir tun das hier, um folgenden Nutzen zu produzieren. Und ich gucke drauf und ich sehe den

Nutzen nicht. Also machen wir es besser oder anders? Oder ich interveniere oder mache es? Der

Mensch... Wenn der fehlt, dann produzieren wir Slop. Beim Kacheln, bei der OKA-Einführung und bei

irgendwas anderem. Dann haben wir noch Halbwissens-Slop. Das ist was, das können wir wunderbar den

ganzen Tag produzieren. Das ist halt, wenn ich lese einen LinkedIn-Post über psychologische

Sicherheit oder höre einen Podcast beim halben Hirn beim Autofahren, dann rede ich noch drei

Minuten mit Chat GPT und dann stelle ich mich am nächsten Montag in den Führungskreis und erzähle,

was wir Safe Spaces schaffen müssen. Das ist dann halt Halbwissens-Slop. Ich habe mich nicht damit

beschäftigt, was psychologische Sicherheit heißt. Ich habe mich nicht damit beschäftigt, dass das

nicht kuscheln heißt zum Beispiel. Aber ich blöcke es halt mal in meine Organisation rein. Auch da

gibt es dann übrigens neue Formate, neue Poster und so Zeugs, was es halt alles gibt. Aber am Ende

ist es halt Slop. Niemand hat recherchiert, niemand hat Widersprüche gefunden und dann geguckt,

ob die integriert werden müssen oder ob man die aushalten muss. Niemand hat gefragt, was ist denn

eigentlich sinnvoll für uns und unsere Organisation. Halbwissen rein, Maßnahme raus und schon habe

ich Halbwissen Slop. Ich gebe euch ein letztes Beispiel. Ticket Slop. Ich bin ja auch nicht der

Meinung, wenn man ein Ticketsystem in Organisationen einführt, dann macht man das vordergründig, um

Prozesse zu verbessern oder Dokumentation. Aber in Wirklichkeit ist ein Ticketsystem ja immer so

eine Art Kontrastmittel, ob die Organisation funktional ist oder eben nicht. Und wenn ich jetzt ein

Ticketsystem habe und da läuft ein Ticket rein und dann meldet ja meistens jemand ein Problem oder

eine Serviceanfrage und dann wandert dieses Ticket durch das System. Es kriegt eine Nummer, es

kriegt eine Kategorie, vielleicht kriegt es einen Owner, vielleicht wechselt der auch, es gibt

einen Status. Vielleicht habe ich SLAs, die mir irgendwie sagen, wie ich mit dem Ticket umzugehen

habe. Und dann gucke ich mir an, was im Ticket steht. Und dann sehe ich, dass ein Ticket mitunter

einen elendiglich langen Rattenschwanz an Ticket-Slop hat. Leute, die drauf gucken,

die einfach mal so mit einem halben Hirn oder der halben Arschbacke irgendwas da reinschreiben,

damit sie die heiße Kartoffel weiterschieben können. Aber es gibt niemanden, der das persönlich

nimmt, der sich für sich die Verantwortung nimmt und sagt, dieses Ticket und das Kundenbedürfnis,

was hinter diesem Ticket steckt, das ist mir wichtig, das nehme ich wichtig und ich kümmere mich

darum. Und wenn da jeder nur so ein Stückchen drauf guckt und nur so mit Halbwissen und dann sind

irgendwelche Worte, werden verwendet, die sind gar nicht definiert. Wir wissen eigentlich so ein

bisschen, habe ich das Bauchgefühl, ich rede über was völlig anderes als der andere Typ, der da in

dieser Ticketunterhaltung drin ist. Aber es ist mir auch irgendwie egal, weil ich will das Ticket

nur loswerden. Ja, dann habe ich halt kiloweise Slop im Ticket. Da brauche ich auch gar keine KI

für. Das Problem mit der KI ist natürlich, dass sie das Ganze beschleunigt. Woher hatte ich quasi

so, um wieder in meinem Waffenbild zu bleiben, hatte ich so Vorderlader oder Katapulte,

mit denen ich den Slop in die Welt geballert habe. Naja, und jetzt hat mir hier jemand irgendwie so

eine selbstorganisierte Maschinenpistole hingestellt, mit der ich den Slop in die Welt ballern

kann. Das heißt, ich habe einen viel größeren Hebel für meine Verantwortungslosigkeit. Um es mal

hart auszudrücken. Ich kann jetzt nämlich in 30 Sekunden Unternehmenswerte produzieren. Übrigens,

und damit es mal jemand gesagt hat, wenn ich mich hier hinsetze und sage, hey, Claude, gib mir mal

Unternehmenswerte, dann ist das Ergebnis immer besser, als das, was bei so zwei schlechten

Workshops mit Managern, die ihre Aufmerksamkeit woanders haben, rauskommen.

Aber das nur nebenbei. Ich kann ja auch OK-Assets produzieren lassen und so weiter und in wenigen

Sekunden liegt ein Post über psychologische Sicherheit. Und wahrscheinlich kann mir die KI auch

noch erklären, wie ich in dieses Ticket da irgendwie reinkübel. Aber das heißt nicht, dass die KI

den Slop erfindet. Die KI ist nur einfach so ein Slop-Förderband irgendwie. Der Grund kommt von wo

ganz anders. KI senkt die Produktionskosten vom Slop. Das war teilweise dramatisch leider. Deswegen

sehen wir so viel davon. Der Motiv ist immer dasselbe dahinter. Es gibt einen Bedarf, ich brauche

einen Text, ich brauche eine Strategie, ich brauche ein Mittagessen, ich brauche eine

Führungsleitlinie, ich brauche eine Methode, ich brauche einen Fliesenverlegungsplan, Lösung fürs

Problem oder sonst was. Und dann delegiere ich das an meinen virtuellen Koch oder Berater oder

meinen Fliesenlegeragenten, der natürlich die Fliesen selber nicht legen kann, das muss ich selbst

noch machen. Aber der mir sagen kann, wie viele Fliesen ich kaufen muss. Und das ist auch alles

okay. Die Delegation an so ein Vieh ist nicht das Problem. Ganz im Gegenteil.

Ich glaube, das ist sogar sehr sinnvoll oft. Wir sind ja mittlerweile in einer Zeit, wo man sagt,

vor einem Jahr haben wir noch versucht, geheim zu halten, dass wir KI benutzen. Mittlerweile kommen

wir an einen Punkt, wo wir geheim halten, dass wir KI nicht benutzen. Es ist ja, ich habe es

andersrum gesagt, auf LinkedIn neulich, vor ein paar Jahren war es mehr oder weniger Betrug, wenn

ich mit KI gearbeitet habe. Deswegen haben wir es eben gemacht. Darf keiner rausfinden. Heute wäre

es Betrug am Kunden, wenn ich nicht mit KI arbeite. Ich bin Berater und der Kunde kauft bei mir

Zeit ein. Und wenn ich dann hingehe und sage, ja, ja, ich könnte ja mit der KI jetzt hier irgendwie

ein Paper in drei Tagen produzieren, aber früher habe ich zwei Wochen gebraucht. Deswegen mache ich

es weiter mit zwei Wochen. Habe ich viel weniger Sales Last. Also das wäre ja ein Problem. Das

heißt, diese Effizienz im Delegieren von Krimskrams über KI ist überhaupt nicht das Problem.

Aber es gibt einen entscheidenden Moment. Wenn die KI was produziert hat, genauso wie der Berater

und der Fliesenleger und das Ticketzeug, dann muss ein Mensch kommen. Ein kompetenter, also

fachlich qualifizierter Mensch, der das Ergebnis braucht und der das Ergebnis auch beurteilen kann

und der die Verantwortung dafür übernimmt, dass das schmeckt. Also ich bin jetzt wieder beim Slop

in der Kantine. Ich war früher mal Restauranttester und Hoteltester. Und wir haben ganz, ganz oft

einfach Probleme dadurch gelöst, dass wir dem Hotelmanager oder dem Hotelbesitzer gesagt haben, wir

haben Erkenntnisse, aber ehrlicherweise schlaf mal eine Nacht in diesem Zimmer. Du wirst die selber

rausfinden. Ich kann dir das erklären, dass dein Hotel für 400 Dollar die Nacht... zieht,

weil ihr einfach keine Dichtungen unter euren Türen habt. Aber geh doch mal hin und erlebt das

selber. Also wir wollten dann die Verantwortlichen jeweils in diese Verantwortungsposition mit

reinnehmen, weil das war halt auch. Also nicht immer, wir hatten ganz viele tolle Hotels, aber wenn

wir in einem Hotel drin waren, was eine große Enttäuschung produzierte, würde ich fast schon sagen,

das ist halt Hotelslop. Keiner hat mehr geguckt, worauf es ankam. Keiner hatte mehr diese eine

große Vision, dieses eine große Bild. Taugt das was, was wir hier produzieren? Und das ist auch

nicht unkomplex. Also ein Hotel ist eine sehr, sehr komplexe Erfahrung und eine sehr komplexe

Dienstleistung. Da hinzugehen und zu sagen, ich habe das alles im Blick und ich kann die

Verantwortung für alles übernehmen. Das ist halt ein Auftrag. Das ist nötig. Irgendjemand muss es

tun. Weil wenn ich hingehe und mich aus der Verantwortung rausnehme, und das ist ja total attraktiv

zu sagen, ja, hey, ich habe mir hier teure Berater reingeholt, damit die mir ein Strategie-Paper

schreiben, die werden schon wissen, was sie tun. Und ich habe eine teure Agentur geholt, damit die

mir hier Poster produziert, die wird schon wissen, was sie tun. Und ehrlicherweise weiß ChatGPT

mehr über dieses Thema, über das ich da gerade einen LinkedIn-Post machen will, als ich selber.

Also das Vieh wird schon wissen, was es tut. Und dann passiert Slop. Wenn ich dann hingehe und mich

als Mensch aus dieser Verantwortung rausnehme und da ist in der Kette kein Mensch mehr drin, der

die Gesamtverantwortung hat, dann hast du ein Luxushotel, das keine Klotür hat. Das ist eines der

größten Probleme, die wir immer wieder gefunden haben, dass irgendjemand die Idee hatte, Klos ohne

Tür zu machen. Was insbesondere auf den Flitterwochen natürlich unheimlich romantisch sein kann.

Dann hast du das, dann hast du KI-Slop auf LinkedIn, weil jemand irgendeinen Artikel, den er

selber nicht beurteilen kann, von der KI zusammendenge lässt und den dann da rausballert. Und das

Problem ist dann nicht, dass in dem Artikel drinsteht, es ist nicht X, es ist Y. Sondern das

Problem ist, dass es ein Artikel ist, der mich fünf Minuten zum Lesen kostet und am Ende steht

kein... drin. Am Ende habe ich keinen Nutzen davon. Das ist doch das Problem. Das ist doch KI

-Slog. Das ist doch der Brei. Dass ich das lese und denke, was habe ich denn jetzt gerade gelesen?

Hä? Ich habe doch gerade was gelesen. Aber mein Gehirn, das ist so wie wenn eine...

Ich will nicht verklagt werden. Zu bekannten Burgerverkäufern gehst und du isst etwas und das

kostet dich Geld und das kostet dich Zeit und danach hast du das Gefühl, als hättest du gar nichts

gegessen. Das ist das Problem. Das ist der Slop. Das passiert nicht wegen Bindestrichen,

sondern es passiert, weil ein Mensch etwas produzieren lässt und dann keine Verantwortung dafür

übernimmt. Und deshalb macht euch keine Sorgen um Gedankenstriche. Benutzt. Gedankenstriche.

Benutzt die KI. Lasst euch von ChatGPT Zeug bauen und schreiben und vorbereiten.

Baut Komplexe, Klot, Wolkenpaläste. Lasst dir auch widersprechen von der KI. Lasst von der KI

recherchieren. Aber das Wichtige ist, gib nicht die Verantwortung für die Qualität des Ergebnisses

ab. Dann hast du keine Angst, dass es Slop ist. Dann kannst du etwas posten, wo 25 Gedankenstriche

drin sind und dreimal nicht X oder Y. Aber niemand beschwert sich, weil das, was da steht,

hat einen Wert. Es hat einen Nutzen, es hat eine Qualität. Wenn du am Ende sagen kannst, das hier

ist mein Werk, völlig egal, ob das bei das ist mein Werk sich um eine Strategie dreht, die du dir

von der Berater hast schreiben lassen oder um einen Text, den du dir von der KI hast schreiben

lassen. Am Ende des Tages, wenn du in die Verantwortung gehst, was der Hessler Ownership nennt und

gehst hin und sagst, ja, ja, ich lasse mir hier von verschiedenen Tools was zusammendengeln, aber

ob das am Ende... Driss ist oder ob das Qualität ist, dafür stehe ich mit meinem Namen,

dann ist es kein KI-Slop und kein anderer Slop. Wenn ich es kann, mich mit meinem Namen da

hinstellen, dann ist es egal, ob eine KI oder ein Berater oder eine Agentur mitgearbeitet hat. Wenn

ich es nicht kann, dann kann ich es gleich lassen, weil dann kommt Schrott bei raus. Und das war

eine kurze Frag-Holge-Episode von Veränderungsstabil. Die Frage war, was kann ich tun,

um zu vermeiden, dass ich selber KI-Slop in die Welt breche? Und die Antwort ist, übernimm

persönliche Verantwortung für all deinen Output. Egal wie er zustande kommt.

Du musst das Buch nicht selber schreiben oder den Artikel. Das macht doch kein Mensch mehr

heutzutage. Also wer sich jetzt noch hinsetzt und sagt, ich formuliere das alles selber und das

qualitativ hochwertig, also Entschuldigung, ich schreibe mein ganzes Leben lang dieses Zeug, ich

hatte Deutsch-LK und Englisch-LK, ich kann wirklich Sprache, aber ich formuliere nicht

ansatzweise. So gut, so auf den Punkt und vor allen Dingen so konsistent nach acht Stunden Arbeit

wie mein Formulierungs-KI-Agent. Das tue ich nicht und es wäre völlige Selbstüberhöhung,

das zu behaupten. Aber gleichzeitig heißt das nicht, dass ich hingehen kann und sage, Agent,

schreibe ein Buch und dann veröffentliche ich das, ohne jedes einzelne Wort gelesen zu haben. Und

zwar nicht gelesen zu haben auf Sprache, das kann das Ding besser als ich. Das ist ein

hochgezüchtetes Sprachmodell. Ich bin nur ein Typ. Aber hinzugehen und zu gucken, erfüllt das die

Anforderungen an den Inhalt? Ist das nützlich? Ist das verständlich? Ist das unterhaltsam?

Hat das einen Mehrwert, dass es was Neues rüberbringt? Dass es eine Kompetenz entwickelt?

Das sind alles Fragen und Verantwortungen, die liegen bei mir. Nehme ich die, habe ich keinen Slop.

Nehme ich sie nicht, gebt euren Internetführerschein zurück. Die KI macht es leichter, gutes Zeug

zu produzieren und sie macht es leichter, Schrott zu produzieren. Aber da kann die KI nichts für.

KI produziert keinen Slop. Menschen mit KI produzieren Slop. Seid einfach nicht diese Menschen,

dann habt ihr das Problem nicht. Fertig. Das war's. Vielen Dank fürs Zuhören. Das war eine Folge

Veränderungsstabil.

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