Kann man wirklich mit Kindern auf Safari gehen…?
In dieser Folge erkunden wir die Magie, und die praktischen Realitäten, einer Safari mit Kindern. Wo frühes Aufstehen auf unendliche Neugier trifft, und wo Tierkot genauso spannend sein kann wie das Beobachten eines Leoparden.
Wir sprechen offen über das richtige Alter für Kinder auf Safari, über private Fahrzeuge (eine Wohltat für alle), über die Fragen zu Malaria und wie man eine gute Balance zwischen Familienzeit und Adult-Time findet.
Dazu habe ich 3 Gäste eingeladen:
Lex erzählt, wie es ist, mit ihren eigenen kleinen Kindern auf Pirschfahrt zu gehen – und warum man durch die Augen eines Kindes auf Safari wieder die kleinen Dinge wahrnimmt.
Laura, die uns von Südafrikas legendärem Sabi Sabi Reservat in der Nähe des Krüger-Nationalparks erzählt, wo Kinder an Pirschfahrten teilnehmen und im Elephant Centre in kreative, praktische Busch-Bildung eintauchen können – ohne Bildschirme, nur mit Spurenlesen und Sandkunst.
Und schließlich erzählt uns Manuela von der Mziki Safari Lodge, was passiert, wenn Kinder einen Schutz im Busch bauen, Wasser reinigen, Feuer machen lernen und als zertifizierte Junior Ranger ihren Abschluss machen.
Ultimate Safaris, Namibia: https://en.wikipedia.org/wiki/Big_Five_game
Somalisa Acacia Camp, Zimbabwe: https://africanbushcamps.com/experiences/somalisa-acacia/
Sabi Sabi Bush Lodge, South Africa: https://www.sabisabi.com/lodges/bush-lodge
Mziki Safari Lodge, South Africa: https://www.mziki.co.za/
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Sound credits: uppbeat.io/ und https://pixabay.com/
Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass Kinder etwas über die Tiere der Welt lernen. Nicht nur um zu sehen wie interessant und wichtig Fauna und Flora ist, sondern auch um den Traum des Reisens und Entdeckens zu wecken.
Heute möchte ich über Safaris mit Kindern sprechen. Welche Möglichkeiten gibt es, und was dürfen Eltern und ihre Kinder erwarten?
Unser erster Gast heute, ist eine gute Freundin und Branchenkollegin, Lex. Sie wird uns über ihre Erfahrung erzählen, wie es mit ihren eigenen Kindern auf Safari war.
Hi Lex, schön, dass du dabei bist.
[:[00:00:59] André: Du bist ja auch schon sehr oft auf Safari gewesen und deshalb dachte ich, dass du ganz gut dazu passt, und jetzt, wo du Kinder hast, durften die auch schon mit und ich weiss, dass sie das immer sehr geniessen. Wenn ich sage, "hey, wir gehen auf Safari, was bedeutet das für dich?
[:Und halt einfach auch wilde Tiere in ihrer freien Wildbahn zu beobachten, dann nachmittags wieder los, wenn es dann... langsam die Sonne untergeht und alles wieder so dieses wundervolle Licht.
[:[00:02:11] Lex: Ja, ich verpasse eigentlich nie auch eine Pirschfahrt am Morgen. den Guides zuhören, wenn sie da ihr Wissen über die Tiere, aber auch die Gegend, Pflanzen, kleine Details weitergeben. Das ist für mich Safari.
[:[00:02:38] Lex: mich gibt es nicht so einen grossen Unterschied. Vielleicht hängt es da aber auch von den Kindern ab. Aber mit meinen war es ebenso ein wundervolles Erlebnis. Wir sind auch wirklich stundenlang unterwegs gewesen, da war es halt einfach auch wunderschön mal wieder Safari durch Kinderaugen zu erleben. man schätzt wieder so die kleinen Dinge, oder die grundlegenden Aspekte, die man manchmal so als erfahrene Safari-Gänger aus den Augen verliert, und so Sachen wie für meine Tochter war zum Beispiel das Entdecken verschiedener Tierkotarten, ein Highlight und die Geschichten dazu.
Mit Kindern sollte man sich etwas mehr Zeit einplanen dann ist es natürlich hilfreich, wenn man da in Ruhe übersetzen kann. Ich empfehle auch ein privates Fahrzeug zu buchen, um das Tempo individuell anpassen zu können.
Ich glaub, was du gesagt hast, dass man das durch die Kinderaugen, nicht nur, weil sie es das erste Mal sehen, aber auch, weil sie es doch anders sehen und andere Sachen entdecken, dass man dann plötzlich sieht, ah ja, das ist mir gar nicht aufgefallen oder das hätte ich übersehen. Das finde ich ganz cool.
[:[00:04:07] Lex: Genau, aber ich denke auch, Guides, die sind dann ja meistens auch darauf trainiert mit Kindern Safaris zu machen, also die Lodges, die mit Kindern anbieten, haben meistens auch Guides, die dafür ausgebildet sind, eben speziell auch dann auf die Kinder einzugehen. Und da wird es halt einfach auch nicht langweilig, weil sie halt dann auch viel mit Pflanzen, eben was kann man da, mit dieser kann man Zähne putzen oder was auch immer.
Also es ist wirklich sehr, sehr interaktiv auch die ganze Safari.
[:[00:04:45] Lex: Ja, ja naheliegend zu meinem Job war ich mit meinen Kindern schon mit African Bushcamps in Zimbabwe und Zambia. Auf Safari und auch mit Ultimate Safaris in Namibia. Meine Kinder waren bei der ersten Reise erst vier und sechs Jahre alt, daher noch ziemlich klein. Ja, wir hatten eben, wie gesagt, auch ein privates Fahrzeug gebucht, was ich eben allen empfehle.
[:[00:05:12] Lex: Wir halt wirklich Zeit und konnten uns da wirklich total auch auf die Kinder eingehen lassen. Und
Wir waren da auch das erste Mal in Zimbabwe im Oktober, da waren wir im Hwange-Nationalpark, der ist ja bekannt für die riesigen Elefantenherden und da halt im Somalisa-Acacia, da kann man da wirklich um den Elefantenpool sitzen und halt einfach stundenlang diesen Elefanten zuschauen, die kommen und gehen.
Das war sicher auch ein Highlight, so viele Elefanten auf einmal zu erleben.
[:[00:05:54] Lex: ist schon sehr speziell. Oder auch einfach, wir haben so diese Zelte mit den Moskitonetztüren dann liegst du im Bett und siehst die Elefanten vorbeiziehen. Das sind alles so spezielle Erlebnisse.
In Namibia da waren wir vor allem auch im Etosha oder halt auch in der Damaraland-Region, wo es ja die seltenen Wüstenelefanten gibt, oder eben die Spitzmaulnashörner, die wir da vom Camp Doros aus auch zu Fuss dann auf den Spuren,
[:[00:06:24] Lex: Die Wüstenelefanten haben wir auch gesehen, ja genau,
[:[00:06:40] Lex: Ja, also... selber nehmen jeweils nur das Notfallmedikament mit, und ich achte einfach darauf, dass wir nicht von den Mücken gestochen werden, so gut es geht. Es hat auch überall Moskitonetze und dieses «Peaceful Sleep», das die Mücken fernhält. Da ja jetzt gerade bei African Bush Camps unsere Camps in sehr abgelegenen Regionen liegen, und Malaria nun doch von einer Mücke übertragen und die muss ja zuvor eine infizierte Person gestochen haben und da ist halt das Risiko doch relativ gering, sich bei uns anzustecken.
Aber dennoch es handelt sich natürlich um ein Risikogebiet aber ja, da überlasse ich jedem eigene Entscheidung, was er da machen möchte. Für uns wir haben einfach das Notfallmedikament dabei und schauen, dass wir möglichst nicht gestochen werden.
[:[00:07:45] Lex: Ja, wir waren da auch noch im Lower Sambesi, da in Lodge, in der Lolebezi. Und da hatten wir an einem Mittag, haben sie uns mit einem Flusslunch überrascht, natürlich im Sambesi. War nur möglich, weil wir auch da im Oktober waren und der Wasser stand sehr tief und da hatten wir halt wirklich mitten im Fluss, Lunch und die Kinder haben sogar im Fluss gebadet, da er so wenig tief war.
[:[00:08:14] Lex: Und eben die Sichtung von den Spitzmaulnashörnen da im Camp Doros, und wie sie da auch geschützt werden, die ganze Geschichte. Und was man da halt auch den Kindern mitgeben kann, wie wichtig es ist, dass diese Tiere geschützt werden, also in allen Gebieten, und was da für Arbeit geleistet werden und was für ein Privileg es ist, dass wir die Tiere halt wirklich noch in ihrer freien Wildbahn sehen dürfen.
[:[00:08:45] Lex: Es ist der Leopard für Beide,
[:[00:08:49] Lex: Ja, lustigerweise, also sicher für Sophie, bei Leo ist es so ein bisschen Löwe und Leopard noch.
[:[00:09:01] Lex: Super, gerne. Danke dir.
[:Hi Laura und willkommen zum Podcast.
[:[00:09:20] André: Gib uns doch mal eine kurze Einführung zu Sabi Sabi und wo es sich befindet. Jetzt haben wir mit der Lex geredet über ihre Reise mit den Kindern auf Safari, und Sabi Sabi hat ja ein Kinderprogramm. Also erzähl uns mal erstmal von den Lodges.
[:Es gibt keine Zäune dazwischen das heisst, das Wild... tut frei darin wechseln, ist tatsächlich mittlerweile 47 Jahre alt und eine absolute Ikone. Wir haben vier sehr, schöne Lodges dort im Reservat, und ganz besonders eine, und zwar die Bush Lodge, hat sich darauf spezialisiert, Safaris für Familien sehr, sehr schön und vor allen Dingen auch für die Kinder erlebbar zu machen.
[:[00:10:25] Laura: Ich sage immer, das ist der schöne Freizeitstress, den man hat. Man bekommt morgens um 5.30 Uhr einen Wake-up-Call, meistens klopft dann jemand an die Tür. Und um 6 Uhr startet man dann zur morgendlichen Pirschfahrt. Und damit man das nicht auf leeren Magen macht, gibt es noch ein bisschen Kaffee und eine Kleinigkeit an dann geht es los auf Safari.
Man hat die Pirschfahrten, man hat seinen Morning Coffee in der Wild, und um etwa neun bis neun Uhr dreissig, ist man dann zurück in der Lodge für ein ausgiebiges Frühstück. Dann hat man ein bisschen Zeit für Siesta, Spa oder Pool. Und um 13 Uhr bis 14.30 Uhr etwa kann man dann zum Mittagessen kommen, wenn man hungrig ist.
Es gibt immer sehr, sehr viel zu essen. Das heisst, wenn man das Lunch skippt ist das gar nicht so schlimm.
Und danach...
[:[00:11:21] Laura: Absolut nicht. Ich sage immer, dass über Übergepäck bringt man in der Regel nicht im Koffer mit zurück, sondern an den Hüften. Und hat dann natürlich am Nachmittag noch meist ein bisschen Zeit seine Suite zu geniessen, oder auch den Pool, um 15.30 Uhr wartet das Team dann schon zum High Tea.
Das heisst, es gibt dann lecker Eiscafé oder ein Gläschen Bubbles für die, die schon mal ein bisschen einstimmen möchten. Bisschen was Süsses oder Herzhaftes und dann startet man auf die Nachmittagspirschfahrt, so um 16 Uhr etwa. Da gibt es dann auch den schönen obligatorischen Sundowner.
Und auf dem Rückweg zur Lodge hat man dann den sogenannten Night Drive, weil man beobachtet ja die Sonne beim Untergehen mit seinem feinen Gin & Tonic und wenn die Sonne dann unten ist, und es dunkel ist, dann hüpft man wieder aufs Fahrzeug und Geht dann die nachtaktiven Tiere suchen. Und das dann meistens quasi auf dem Rückweg zur Lodge, sodass man etwa so gegen 19, 19.30 Uhr zurück zur Lodge ist, kann sich noch mal frisch machen und meistens so gegen 19.30, 20 Uhr ist dann auch das Dinner ready und dann kann man nach dem Dinner, wenn man Lust hat, noch mal einen Drink an der Bar nehmen. Oder man geht dann zurück in seine Suite und geniesst noch einen schönen Abend auf der Couch vielleicht oder huscht gleich ins Bett, weil der Wecker klingelt...
[:[00:12:45] Laura: Ja, genau.
[:Wie sieht es dann aus mit Kindern?
[:Und so hat Sabi Sabi ein Konzept erstellt, dass die Kids natürlich die Morning- und Afternoon-Game-Drives miterleben können. Was natürlich sehr wichtig ist, weil man möchte natürlich nicht ohne die Kids zu den Löwen, dafür sind sie ja auf Safari gegangen. Aber das Ganze wird ein bisschen flexibler gehalten.
Man hat diese klassischen Zeiten, da man aber in der Regel mit anderen Familien und Kindern auch auf den Safari-Fahrzeugen ist. Oder je nachdem wie gross die Familie ist, hat man, wenn man Glück hat, auch mal ein eigenes Fahrzeug, wird sich das Ganze noch mal ein bisschen flexibler in der Zeitplanung auch abzeichnen.
Das heisst, vielleicht geht man auch ein bisschen später los, weil bis man die ganzen Hühner zusammen hat, und in seinem Körbchen hat im Safari-Fahrzeug dauert das auch mal. Oder man merkt dann, okay, irgendwie sind alle ein bisschen quengelig dann geht es wieder zurück in die Lodge ein bisschen früher als vielleicht angedacht.
Und das handeln die Guides alle sehr, sehr flexibel. Die sind sehr, sehr gut da drin, ihre Gäste, und vor allem auch die kleinen Gäste, zu lesen. Und so erlebt man alles ein wenig entspannter.
[:[00:14:42] Laura: Ab sechs Jahren dürfen Kinder mit auf die regulären Pirschfahrten, ab drei Jahren in einem privaten Safari-Fahrzeug. Ich sage mal, wenn die Kinder unter drei Jahren sind, ist es vielleicht auch nicht unbedingt die beste Idee, mit in einen... Fahrzeug zu gehen, um auf Pirschfahrt zu gehen, weil die natürlich nicht ganz so viel still sein können oder man hat das jetzt nicht unbedingt so unter Kontrolle, wie bei einem Kind, das schon drei Jahre aufwärts ist. Aber ein privates Fahrzeug kann dazu gebucht werden.
[:Aber wenn jetzt irgendwie zwei Familien unterwegs sind, dann wird von der Lodge aus, werden die Familien zusammen auf ein Fahrzeug und die Nichtfamilien vielleicht auf andere Fahrzeuge, damit man sich gegenseitig weniger stört, sage ich einfach mal.
Absolut, zu 100 Prozent. Es wird immer geschaut, dass man die Familien zusammensteckt. Und das Schlimmste, was du machen kannst, ist ein Honeymoon-Pärchen, mit einer Familie mit sieben, acht, neunjährigen Kindern zusammenzustecken.
Ja, sorry, ich hatte dich unterbrochen, als du das Programm erklärt hattest, also morgens und abends gehen die Kinder mit, wie wir gerade besprochen haben.
[:Festangestellte Lehrer, das heisst es sind wirklich Personen, die eine educational Laufbahn vollbracht haben, die die betreuen die Kinder dann tagsüber mit verschiedenen Programmen.
Das Programm wechselt fast täglich, aber ich würde hier einfach mal so ein kleines Beispielprogramm durchgehen. Das heisst Kinder ins Elephant Central kann man circa ab drei, vier Jahren bis etwa zwölf Jahren stecken entweder kann man die Kinder komplett abgeben und wenn die Lust haben, können die den kompletten Tag von 10 bis 15.30 Uhr dort verbringen oder auch nur für verschiedene Projekte dann quasi reinkommen.
Das könnte zum Beispiel starten so direkt nach dem Frühstück nach dem Game Drive morgens mit einem sogenannten Obstacle-Course-Fun. Das heisst, wir haben einen riesigen Outdoor-Spielplatz, wo auch ein kleines Labyrinth ist, wo ein umgebauter Landcruiser ist, wo ein Klettergerüst ist, und da werden dann Spiele gespielt, die die Kids auch wirklich so ein bisschen Fordern, dass man mal so ein bisschen aus dieser aufgestauten Energie rauskommt, und das geht dann so knapp eine halbe Stunde und dann geht es direkt in Sports rein.
Da werden dann verschiedene Sportübungen gemacht, aber natürlich alles auf Kinder ausgelegt, da kann man dann so ein bisschen Spiel und Spass auch mal im Gym ...
[:[00:18:08] Laura: Genau, genau, also es ist wirklich, es ist nicht ein festes Programm, aber Grundgedanke ist einfach, dass die Kids sich bewegen, dass die Kids so ein bisschen Gemeinschaftsfühl durch den Sport auch reinbekommen, und so ein bisschen aus diesem, "ich habe jetzt irgendwie zweieinhalb drei Stunden im Fahrzeug gesessen und musste ruhig sein" rauskommen.
Laut sein, wild sein. Dann wird es kreativ zum Beispiel mit Sand Art, also verschiedene
[:[00:18:34] Laura: genau. Kunst mit Sand oder man macht zum Beispiel seine eigene Ndebele-Doll, also eine Ndebele-Puppe das sind diese Puppen mit diesen vielen Perlen
Also viel mit kreativen Arbeiten und alles verbunden mit verschiedenen Stämmen die man im südlichen Afrika findet, damit man eben auch hier so ein bisschen Educational Purpose auf eine spielerische Art und Weise reinbekommt, dass man auch erklärt warum sind zum Beispiel jetzt diese Formen und Zeichen wichtig, und das eine Art von Kommunikation oder ist das ein Geschenk, vielleicht zum Beispiel wenn jemand geheiratet hat, oder das soll Glück bringen damit man Reich wird oder solche Sachen, damit auch die Kinder so ein bisschen mit der Kultur von den verschiedenen Stämme im südlichen Afrika in Kontakt kommen.
[:[00:19:24] Laura: Ja, also die Kinder dürfen den ganzen Tag dort auch verbringen. Sie müssen nicht zwangsweise in diesen Projekten teilnehmen, sondern können auch einfach nur auf dem Spielplatz spielen.
André: Und wie sieht es aus, ich meine, Puppen basteln und Kunst machen kann man ja zu Hause auch in Braunschweig sage ich einfach mal. wird der Busch also die Tier- und Pflanzenwelt den Kindern nähergebracht?
Laura: Das ist dann meistens um die Nachmittagszeit, nachdem die Kids dann Mittag gegessen haben. Da ist dann Zeit für Nature Walks oder also für Naturspaziergänge oder Naturgespräche. Wo dann die Guides auch teilweise mit den Kids unterwegs sind und dann wird Spurenlesen gemacht, es wird ein bisschen mehr über die Tiere erklärt. Vielleicht hat dann einer noch eine Frage von der morgendlichen Pirschfahrt und hat irgendwie den ganzen Nachmittag darüber nachgedacht, "das habe ich heute Morgen gesehen, da muss ich noch mal fragen" und dann kann das dann mit einem besprochen und erklärt werden.
Pflanzenkunde wird gemacht und die Kids auch was mit den Händen machen können, werden dann auch ab und zu noch mal so 3D-Tiere zum Beispiel gebastelt wo dann gleichzeitig noch ein bisschen was darüber erzählt wird über diese Tierart.
[:Dann ist die grosse Frage, die ich oft höre und weder du noch ich bin Arzt, soweit ich weiss, aber Sabi Sabi liegt in einem Malaria-Gebiet. Wie geht ihr damit um Das schreckt schon manche Leute ab und muss es das?
[:Wie du schon gesagt hast, weder du noch ich sind Ärzte, das heisst, meine erste Empfehlung ist immer natürlich das Tropeninstitut oder der Tropenarzt. Was ich mit auf den Weg geben kann, ist, dass in den letzten 25 Jahren kein Malaria-Fall weder auf den Lodges von Gästen noch auf den Lodges von Mitarbeitern oder vorgekommen ist.
Es gibt sehr, sehr viele Familien mit Kindern, die dorthin reisen und auch die Mitarbeiter von Sabi Sabi die z.B. im Sales & Marketing arbeiten, machen auch gerne mal Ferien mit den Kindern dort. Das heisst, es ist wirklich ein grosses Sicherheitsgefühl dort in der Region auf der Lodge und das ist das, was ich gerne mitgebe.
[:[00:22:38] Laura: Und vor allen Dingen sind es auch nur die Zeiträume Mai bis September, die vom Gesundheitsamt in Südafrika quasi als diese Risikozeiten angegeben werden. Was das Ganze auch nochmals mehr einschränkt.
Danke, Laura für die vielen Infos. Es ist doch bei unterschiedlichen Lodges irgendwie unterschiedliche Programme, was ich einfach spannend finde.
Ich danke dir, André, dass ich Familien-Safaris auf Sabi Sabi mit dir und deinen Hörern teilen durfte. Und ja, ich finde das tatsächlich auch sehr schön, dass es dort immer wieder Abwechslung gibt von den Lodges untereinander auch, weil dann wird natürlich auch das Erlebnis immer wieder neu.
[:Hallo Manuela und willkommen!
[:[00:23:45] André: Erzähl uns doch kurz über eure Lodge, bitte.
[:Er ist ja im Jahr 1965 als österreichischer Bergsteiger ausgewandert, hat aber alle Berge in Afrika mit einer Expedition bestiegen, und ist also quasi in Südafrika hängen geblieben. Und da er immer schon der Natur verbunden war, und stets die Tierwelt und die Natur schützen wollte, ist eben das Reservat mittlerweile auf 6000 Hektar gewachsen.
[:[00:24:39] Manuela: Wir haben alle Tiere, auch vier der Grossen Fünf, allerdings keine Löwen. Und aus diesem Grund sieht man auch alle Arten sehr gut. Wir haben letztes Jahr Geparde eingesetzt und auch die Säbel-Antilope. Die Lodge ist sehr klein, also sehr persönlich, das ist unser Motto. Es
[:[00:25:25] Manuela: Ein typischer Tag auf Mziki beginnt quasi mit dem Mittagessen, sehr leichtes Mittagessen, das wir im Garten servieren und dann ist die Nachmittagssafari im offenen Geländewagen den Landcruisern und das gibt dann auch einen Sundowner.
Da wird dann gestoppt zum Sonnenuntergang im Busch. Danach ist das Abendessen in unserer Boma. Das ist eben ein Versammlungsplatz, so nennt man das auf Zulu, im Freien, am offenen Lagerfeuer. Und das ist immer sehr romantisch und gemütlich. Am nächsten Tag gibt es dann die Morgensafari mit einem Stopp mit Kaffee oder Tee, beziehungsweise heisse Schokolade für die Kinder.
Und dann gibt es das grosse Frühstück, wenn man zurückkommt von der Safari.
[:[00:26:24] Manuela: Wir bieten für Kinder Junior Ranger Kurse an. Und zwar ab dem Alter von sechs Jahren, aber auch manchmal schon ab fünf Jahren. Es kommt immer darauf an, wie interessiert die Kinder sind.
Und das funktioniert so, dass es zum Teil auch während der Safari gemacht wird. Denn hier kann man Spuren lesen im Sand. Hier sieht man die verschiedenen Tiere, die der Ranger dann auch erklärt natürlich. Beziehungsweise auch die Vegetation. Es gibt also Bäume, wo man die Blätter für verschiedene Dinge verwenden kann. Man kann zum Beispiel einen Tee kochen, der gut ist gegen eine Darminfektion.
Oder es gibt auch den sogenannten Zahnstocherbusch, von den kleinen Zweigen kann man also eine Zahnbürste machen. Das haben wir auch schon des Öfteren mit den Kindern gemacht.
Dann nach dem Frühstück haben die Rangers circa eineinhalb Stunden, mit den Kindern für verschiedene Survival, also Überlebens-Taktiken, die man sehr leicht anwenden kann, zum Beispiel um ein Dach oder einen Schutz zu machen vor Regen und Sonne.
Da dürfen die Kinder nichts anderes verwenden, als was sie im Busch finden. Also keine anderen Hilfsmittel zur Verfügung nehmen. Und sie dürfen auch nichts brechen also jetzt nichts zerstören, ob das jetzt ein Busch ist oder ein Ast. Also ganz einfach einen Unterschlupf bauen mit den Dingen, die man dort im Busch findet, wo sie dann mit dem Ranger hingehen oder durch die Gegend eben.
[:[00:28:14] Manuela: Zweiter Punkt ist, dass Sie auch lernen, wie man Wasser reinigt. Denn es kann ja sein, dass es irgendwo ein dunkles Wasser gibt und das ist natürlich mit Bakterien versehen Und da lernen Sie, wie man Wasser reinigt, dass man dann eben auch trinken kann.
[:[00:28:37] Manuela: Also da gibt es verschiedene Abstufungen Bei den kleineren Kindern gibt es verschiedene Hilfestellungen vom Ranger. Wenn sie aber jetzt grösser sind, können durchaus auch zwei Steine verwendet werden, die dann gegeneinander gerieben werden. Das ist wirklich sehr, sehr interessant und vor allem auch für die Eltern, die da sehr, sehr dankbar sind, dass wir den Kindern die Natur näherbringen.
[:[00:29:24] Manuela: Wenn die Familien jetzt länger bleiben, also diese Art von Kurs machen wir bei Minimum zwei Nächte Aufenthalt, also mit einer Nacht Aufenthalt können wir das nicht unterbringen.
Und wenn, was wir ja sehr, sehr oft haben, dass die Familien vier oder fünf Nächte bleiben, dann kommen dann andere Elemente noch dazu, wie Orientierung, was ganz wichtig ist. Tagsüber natürlich ist das leichter an der Sonne oder an verschiedenen Merkmalen. Aber in der Nacht ist dann der Sternenhimmel, den man beobachten kann.
Und der Ranger sagt dann eben auch, die Kinder sollen jetzt den Weg zur Lodge, sagen, wo wir hier fahren müssen, damit wir wieder zur Lodge kommen.
Darüber hinaus haben wir auch Archery, also Pfeil und Bogenschiessen, und wir haben natürlich auch einen grossen Garten, einen grossen Swimmingpool gegründet.
Es gibt auch Boardgames für Jung und Alt, aber auch die Boardgames sind angelehnt an den Busch, also ob das jetzt ein Puzzle ist mit Tieren, beziehungsweise Malbücher, beziehungsweise auch Storytelling, also wo man Geschichten ganz einfach lesen kann, aber es handelt sich eben alles über Tiere. Also, "warum sind die Streifen des Zebras schwarz und weiss"?
Am Ende des Junior Ranger Kurses gibt es dann ein Quiz. Natürlich helfen hier auch die Eltern und wir sehen auch sehr, sehr oft, dass die Eltern auch bei den einzelnen Punkten dabei sein möchten. Da geht es manchmal um die Übersetzung, wobei ich sagen muss, dass die Kinder sehr, sehr verständlich sind, auch wenn sie nicht Englisch sprechen.
Unsere Ranger sind sehr gut und erklären das mit Händen, Füssen und Spuren bzw. bildhaft eben. Und den Test, da gibt es dann ein Zertifikat mit dem Namen des Kindes und das ist eine schöne Sache zum Schluss.
[:[00:31:32] Manuela: Ja, bei der Abreise ist es oft mit sehr viel Tränen verbunden. Die Kinder wollen einfach gar nicht mehr wegfahren.
[:[00:31:52] Manuela: Unsere Mitarbeiter sind zwischen 10 und 20 Jahren bei uns und das ist wirklich meine zweite Familie, und zusammen mit meinen beiden Söhnen
Also der eine Sohn wird eben auch die Lodge dann übernehmen. Und so sind wir in jeder Richtung ein Familienbetrieb, ob das jetzt unsere eigene kleine Familie ist, oder die Mitarbeiter oder unsere Gäste. Und sehr oft haben wir eben auch drei Generationen, die uns besuchen und von überall aus der Welt.
[:[00:32:37] Manuela: Was auch wichtig ist, unsere Köchin ist sehr auf Kinder eingestellt, und sie checkt dann auch immer mit den Eltern die verschiedenen Gerichte. Und oft hören wir, "unsere Kinder essen nur das oder das oder das", aber unsere Köchin, Kecho, vergattet sie immer, dass sie auch ihre Sachen dann auf eine andere Weise isst und da sind manche dann sehr überrascht, aber und wenn wir zum Beispiel ein Barbecue am Abend machen, grillen am Feuer, dann bekommen die Kinder danach einen Marshmallow-Braai, wo sie dann die Marshmallows über dem Feuer braten können. Also es kommt immer sehr, sehr gut an.
[:[00:33:20] Manuela: Und ja, Mziki Safari Lodge, wie soll ich sagen, ist eine sehr, sehr persönliche Lodge, mit nur 8 Zimmern. Die Familien nehmen wir in der Regel auf ein eigenes Fahrzeug. Wenn wir dann Pärchen haben, oder eben nur Erwachsene, dann haben wir da ein eigenes Auto. So gut als möglich, machen wir das immer.
[:Ganz lieben Dank, Manuela, für deine Zeit.
::[00:33:51] André: Ich hoffe, dass die heutige Folge euch ein bisschen inspiriert hat, mit euren Familien mal auf Safari zu gehen. Meine persönliche Meinung ist, dass es erst ab sechs Jahren Sinn macht und auch dann allen Spass macht, auf Safari zu gehen. In dem Alter können die Kinder eher mal ruhig sitzen bleiben, wenn es sein muss.
Die Vorschläge mit privaten Fahrzeugen für die Familien mit Kindern finde ich klasse. Dann sind alle entspannt, und keiner wird genervt, wenn das Kind kribbelig wird oder nach Hause will.
Es ist auch toll, wie viele verschiedene Aktivitäten die Kinder machen können. In den jungen Jahren sind sie noch so neugierig und saugen alles Neues auf. Da trifft der Spruch "Reisen bildet" ganz gut.
Wie gesagt, Tiere faszinieren uns alle schon immer, in jedem Alter. Und mal auf Safari zu gehen und die Welt durch die Augen der Kleinen zu sehen, ist auch für Erwachsene was Spezielles.
Erzähle es mir: was wollen deine Kinder unbedingt auf Safari sehen? Was hat deinen Kindern besonders Spass gemacht, als ihr schon gegangen seid? Schick mir eine E-Mail auf podcast at africawithandre dot com. Dann kann ich vielleicht eine Follow-Up-Folge machen und die Ideen teilen.
Bis zum nächsten Mal!