Endlich kann die KI mit allen Systemen sprechen – also am besten gleich alles anbinden? Genau an dieser Frage trennt sich Strategie von Reflex. Zum ersten Mal sitzt Viktoria mit am Mikro: Sie steuert bei Erium zentral alle Projekte und bringt die Fragen mit, die dort immer wieder auf den Tisch kommen. Theo antwortet – und seine erste Antwort dürfte Technikern kurz wehtun.
Es geht darum, wann im Projekt der richtige Moment für Schnittstellen ist und was du mit Software machst, die noch nie eine API gesehen hat: nachrüsten, drumherum bauen oder gleich neu? Warum rücken manche Anbieter ihre Schnittstellen partout nicht raus – und wieso ist das für sie ein riskantes Spiel? Dazu das Muster mit dem schönsten Namen der Softwaregeschichte: die Würgefeige.
Außerdem geht's ums Geld – genauer um die Rechnung, die nach der Token-Rechnung kommt: Was passiert eigentlich, wenn du bei deiner schnell gebauten Web-App auf Publish klickst? Warum traut sich in vielen Firmen niemand mehr, alte Agenten und Mini-Apps abzuschalten? Und die Frage mit doppeltem Boden: Wenn dein Agent eine E-Mail verschickt – wessen Name steht drunter, und was macht das mit dem, der sie liest?
Zum Schluss klären wir, warum trotz aller Chatbots das gute alte Dashboard nicht ausstirbt – und woran du erkennst, wann du welches von beiden brauchst.
Theo: In der letzten Folge waren Maxim und ich wieder mal ziemlich stark im Maschinenraum unterwegs.
Speaker:Theo: Tool-Calling, Schnittstellen und warum MCP sowas wie das USBC für KI-Agenten ist.
Speaker:Theo: In der heutigen Folge gehen wir eine Flughöhe höher, denn nur wenn man Systeme
Speaker:Theo: zusammenschließen kann, heißt es ja noch lange nicht, dass man das dann auch
Speaker:Theo: immer sofort und immer zu tun sollte.
Speaker:Theo: Letztlich geht es um die Projektstrategie. Wann ist im Projekt der richtige
Speaker:Theo: Moment, um sich um die Schnittstellen-Themen zu kümmern?
Speaker:Theo: Außerdem, was machst du mit Software, die noch nie eine API gesehen hat?
Speaker:Theo: Was kostet der ganze Spaß? Und außerdem, bei welchem Use Case sollte ein KI-Agent
Speaker:Theo: unter welchem Namen genau arbeiten?
Speaker:Theo: Maxim fällt heute krankheitsbedingt leider aus und deshalb hört er heute eine neue Stimme.
Speaker:Theo: Viktoria ist schon seit mittlerweile über viereinhalb Jahren bei Erdium,
Speaker:Theo: hatte ursprünglich bei uns als Data Scientistin angefangen und steuert heute
Speaker:Theo: zentral alle unsere Projekte.
Speaker:Theo: Und ganz nebenbei, sie hat vor kurzem ihre Promotionen für SICK abgeschlossen.
Speaker:Theo: Sie bringt heute die Fragen mit, ich bin mit den Antworten dran.
Speaker:Theo: Willkommen bei Beyond AI. Let's go! Du hast ein paar Fragen dabei.
Speaker:Viktoria: Absolut, genau. Ich darf heute Fragen stellen.
Speaker:Viktoria: Insbesondere, wenn wir die Möglichkeit haben, diese ganzen Anbindungen zu schaffen.
Speaker:Viktoria: Ihr seid ja letztes Mal sehr technisch in die Tiefen gegangen.
Speaker:Viktoria: Aber die Frage ist quasi, wann in einem Projekt ist da eigentlich der richtige Moment dafür, oder?
Speaker:Viktoria: Also gehe ich direkt darauf los, schaffe quasi die technischen Voraussetzungen
Speaker:Viktoria: oder mache ich eigentlich…
Speaker:Viktoria: Naja, schaue ich mir zuerst die Kernlogik von einem Projekt an,
Speaker:Viktoria: weil am Schluss brauche ich irgendwie beides.
Speaker:Viktoria: Was ist da die, was hat sich als Best Practice herausgestellt,
Speaker:Viktoria: wann, wie funktioniert das, mit welcher Strategie gehe ich da ran?
Speaker:Theo: Das war eines der größten Learnings tatsächlich, die ich persönlich auch machen musste.
Speaker:Theo: Also weil der Reflex vor allem für Techniker ist ja, und du kennst es ja auch
Speaker:Theo: selber, dass man zuerst schaut, okay, cool, da gibt es die und die Schnittstellen
Speaker:Theo: und jetzt binden wir erstmal alles an und so weiter.
Speaker:Theo: Und es versucht, dass man Projektbudget quasi erstmal auf die technischen Foundations investiert,
Speaker:Theo: um dann später im schlimmsten Fall festzustellen, dass zwar jetzt alles verbunden
Speaker:Theo: ist und eine KI-Zugriff auf die nötigen Systeme hat, aber am Ende,
Speaker:Theo: kann die KI das System gar nicht richtig bedienen, weil es das zum Beispiel
Speaker:Theo: nicht checkt, weil das KI-Modell nicht mächtig genug ist.
Speaker:Theo: Und also deswegen würde ich sagen, auch wenn es einem in die Finger juckt,
Speaker:Theo: erstmal Konnektivität rauslassen aus der ganzen Geschichte und sozusagen im
Speaker:Theo: guten alten Hypothesentest-Mode,
Speaker:Theo: erstmal anschauen, ist denn die KI an sich überhaupt in der Lage,
Speaker:Theo: die Aufgabe zu lösen, was bedeutet, dass man auch wenn man jetzt sozusagen einen MCP-Server hätte,
Speaker:Theo: dass man den bewusst erstmal außen vorlässt und Daten im Zweifel eher über einen
Speaker:Theo: USB-Stick oder über einen ZIP-Export erstmal in die KI reinbringt.
Speaker:Viktoria: Voll. Gerade weil vielleicht aber auch am Anfang noch nicht man meint vielleicht,
Speaker:Viktoria: das ist zu 100% klar, aber ab und zu ist es das dann vielleicht doch nicht,
Speaker:Viktoria: dass man genau weiß, welche Schnittstellen man eigentlich genau braucht,
Speaker:Viktoria: welche Daten brauche ich eigentlich, um den Prozess von vorne bis hinten abzubilden.
Speaker:Viktoria: Auch Auch da lerne ich ja vielleicht erst noch was dazu, wenn ich mir quasi die Logik, so
Speaker:Viktoria: den Herzprozess eigentlich anschaue und meinetwegen dann zuerst Daten per Excel-Import
Speaker:Viktoria: irgendwo reinstecke, aber dann weiß ich zumindest…
Speaker:Viktoria: Zu 100 Prozent. Gut, ich habe jetzt alles auf dem Tisch liegen,
Speaker:Viktoria: was ich denn brauchen könnte. Sonst gibt es da vielleicht auch hinterher böse Überraschungen, oder?
Speaker:Theo: Ja, stimmt. Also so gesehen, für mich ist das mittlerweile einfach selbstverständlich.
Speaker:Theo: Aber was du da bei mir triggerst, das ist ja die Erkenntnis.
Speaker:Theo: Die meisten Daten, vor allem in industriellen Kontexten, die werden erfasst,
Speaker:Theo: mit einem System, das ursprünglich, als das aufgesetzt wurde,
Speaker:Theo: nicht dazu gedacht war, dass am Ende eine KI damit arbeitet oder Data Science.
Speaker:Theo: Also wenn du dich vor allem an unsere früheren Data Science Projekte erinnerst,
Speaker:Theo: da haben wir ja immer mit Daten zu tun gehabt, die wurden irgendwie weggespeichert
Speaker:Theo: von irgendeiner SPS, also einer speicherprogrammierbaren Steuerung oder von
Speaker:Theo: irgendeinem Produktionsleitsystem oder, oder, oder.
Speaker:Theo: Und da hatte man noch gar nicht am Schirm, dass es sowas wie Data Science oder
Speaker:Theo: jetzt nicht heute KI geben könnte.
Speaker:Theo: Und dementsprechend ist sozusagen die Erwartungshaltung, naja,
Speaker:Theo: man bindet die Daten ein und gibt irgendwie nur eine URL und einen API Key da ins System.
Speaker:Theo: Das ist ja nicht wahr. Also Anbindung von Daten bedeutet ja mehr als das,
Speaker:Theo: weil man Daten aufbereiten muss, gerade eben, wenn es so industrielle Daten sind.
Speaker:Theo: Und dann sozusagen erstmal auf Verdacht, alles anbinden zu wollen,
Speaker:Theo: dann bündet man am Ende gar nichts mehr an.
Speaker:Viktoria: Klingt nach einer blöden Idee.
Speaker:Theo: Ja, richtig. Also so habe ich dich gerade verstanden, oder? So diesen Ansatz.
Speaker:Theo: Erstmal gucken, was brauche ich überhaupt? Welche Aggregation brauche ich vielleicht?
Speaker:Theo: Und dann, wenn das klar ist, dann macht man den Connector, aber halt so,
Speaker:Theo: dass er wirklich zu dem passt, was ich benötige.
Speaker:Viktoria: Das war gerade genau mein Punkt und tatsächlich hast du noch einen ganz spannenden
Speaker:Viktoria: im Nebensatz angeschnitten.
Speaker:Viktoria: Selbst wenn ich alle Daten auf dem Tisch habe, die ich brauche, weiß ich noch nicht,
Speaker:Viktoria: ob ich die überhaupt so benutzen kann, weil die vielleicht die letzten zehn
Speaker:Viktoria: Jahre nie irgendjemand angeschaut hat und Leute meinen, da steckt irgendwas
Speaker:Viktoria: ganz anderes drin hinter den Daten.
Speaker:Viktoria: Oder man, keine Ahnung, die sind halt nie benutzt worden.
Speaker:Viktoria: Da gibt es die eine oder andere Überraschung. Das heißt, auch da habe ich quasi
Speaker:Viktoria: so den Datenvalidierungspunkt
Speaker:Viktoria: dann mit drin, der einem sonst hinterher auf die Füße fällt,
Speaker:Viktoria: den man ganz hemmsärmelig einfach sonst halt einfach mal mit einem Datenexport
Speaker:Viktoria: sich die einfach anschaut.
Speaker:Theo: Genau. Und die einzige Einschränkung, die ich dann machen würde,
Speaker:Theo: also weil wir ranten ja jetzt ziemlich in die Richtung, erstmal nichts anbinden
Speaker:Theo: und erstmal mit den Exports arbeiten, um mit den Daten selber erstmal klar zu kommen.
Speaker:Theo: Dann gibt es eine Einschränkung und zwar, wenn es eine kritische Hypothese ist,
Speaker:Theo: dass man erstmal vertestet, ob der Zugriff überhaupt möglich ist.
Speaker:Theo: Ja, weil das darf einem natürlich auch nicht passieren, dass man feststellt,
Speaker:Theo: wow geil, das wird super, KI kann perfekt mit den Daten umgehen,
Speaker:Theo: um dann festzustellen, ja, shit, die Anbindung kann nicht funktionieren.
Speaker:Theo: Also das darf natürlich auch nicht passieren.
Speaker:Viktoria: Und dann habe ich am Schluss jede Menge Overhead, um die Daten irgendwie händisch
Speaker:Viktoria: dann da rein zu kippen, wenn ich eigentlich das System automatisieren wollte
Speaker:Viktoria: und das der Mehrwert wäre.
Speaker:Theo: Ja, genau. Und vor allem, wenn es um Legacy-Systeme geht, aber auch die neueren KI-Konnektoren.
Speaker:Theo: Also das ist jetzt natürlich eine generische Aussage, aber ich bin immer sehr skeptisch.
Speaker:Theo: Also wenn mir jemand verspricht, so gib uns 14 Dollar im Monat und ab dem Zeitpunkt
Speaker:Theo: ist alles perfekt konnektiert. Das ist das Gleiche wie bei den Vektordatenbanken.
Speaker:Theo: Also zum Beispiel auch Pinecone oder LamaParse, die versprechen dir,
Speaker:Theo: egal, gib uns ein PDF und am Ende ist es maschinenlesbar, ist alles gelogen.
Speaker:Theo: Und genauso ist es bei den Konnektivitätsanbietern.
Speaker:Viktoria: Ja, voll. Tatsächlich bringst du mich da gerade schon eigentlich auf die nächste
Speaker:Viktoria: Frage, die ich dabei gehabt hätte.
Speaker:Viktoria: Nämlich genau, was gibt es quasi, also die,
Speaker:Viktoria: Anbindungen sind schön und gut und das hört sich alles immer so wunderbar an,
Speaker:Viktoria: alles Rede mit Rede, mit jedem.
Speaker:Viktoria: Aber oft habe ich es ja irgendwie dann in der Realität mit Problemen zu tun,
Speaker:Viktoria: wo es dann irgendwelche Legacy-Systeme gibt, wie du gerade angesprochen hast, die,
Speaker:Viktoria: wenn es gut geht, überhaupt irgendwelche Schnittstellen haben,
Speaker:Viktoria: möglicherweise überhaupt keine.
Speaker:Viktoria: Was mache ich dann?
Speaker:Theo: Du meinst, wenn man eine Schnittstelle nachrüsten muss?
Speaker:Viktoria: Also das wäre eine Möglichkeit, genau, also entweder irgendwie nachrüsten,
Speaker:Viktoria: wenn es das geht, oder ich meine, mittlerweile kann man sich auch die Frage
Speaker:Viktoria: stellen, ab wann geht man quasi, ab wann löst man das Altsystem quasi komplett
Speaker:Viktoria: ab und baut es einfach von scratch neu?
Speaker:Viktoria: Halt dann mit den entsprechenden Schnittstellen dran.
Speaker:Theo: Ja, das ist ein guter Punkt. Und die Antwort auf die Gemengelage der hätte wahrscheinlich
Speaker:Theo: vor einem Dreivierteljahr noch ganz anders ausgesehen wie heute.
Speaker:Theo: In der Folge mit dem Tom Deuster, der hat ja auch viel drüber gesprochen,
Speaker:Theo: Softwareentwicklung mit KI.
Speaker:Theo: Mit dem Claim, heutzutage darf niemand mehr fürs Tippen von Softwarecode bezahlt werden.
Speaker:Theo: Und wenn man sich das reinzieht, dann verschiebt es natürlich die Hemmschwelle,
Speaker:Theo: zu sagen, wisst ihr was, dann lassen wir es einfach bleiben, mit dem alten Zeug.
Speaker:Theo: Rumzufrickeln und bauen es einfach nochmal neu, weil wir die Geschäftslogik
Speaker:Theo: super gut verstanden haben.
Speaker:Theo: Und deswegen, also ich ticke momentan so, so ein bisschen der Variantenbaum,
Speaker:Theo: ist die Geschäftslogik trivial? Na, okay.
Speaker:Theo: Ist es eine Thematik, die sehr stark von Konnektivität zu wirklichen Alt-Alt-Systemen lebt?
Speaker:Theo: Wenn nein, okay.
Speaker:Theo: Und inwiefern habe ich noch kompliziertes Dashboarding oder komplizierte Nutzerführung
Speaker:Theo: obendrauf oder ist meine Lösung
Speaker:Theo: eigentlich nur Datenbank plus ein bisschen Visualisierung obendrauf.
Speaker:Theo: Und wenn das dann auch noch der Fall ist, dann ganz ehrlich,
Speaker:Theo: setz dich hin mit deinem KI-Coding-Sparings-Partner oder mit deinem Entwicklungspartner,
Speaker:Theo: so wie uns, und dann ziehst du es eigentlich fast heutzutage schneller,
Speaker:Theo: von Scratch neu hoch und hast dann die Schnittstellen so, dass die auch für
Speaker:Theo: KI gedacht sind vom ersten Moment an,
Speaker:Theo: als dass du sagst, okay, jetzt verheiraten wir uns an einer Legacy-Software
Speaker:Theo: und versuchen da jetzt irgendwie eine Schnittstelle heranzupatchen,
Speaker:Theo: damit dann eine KI so halbwegs damit arbeiten kann.
Speaker:Theo: Also ich muss sagen, vor allem wenn wir über Projektvolumina reden,
Speaker:Theo: so fünfstelliger Euro-Betrag, um eine alte Schnittstelle irgendwo heranzusetzen,
Speaker:Theo: dann lohnt es sich eigentlich, das schon mal durchzurechnen,
Speaker:Theo: meines Erachtens das Ding komplett neu zu bauen.
Speaker:Viktoria: Trotzdem ist halt immer so ein bisschen das Bauchweh vielleicht mit drin.
Speaker:Viktoria: Wenn ich komplett was neu baue, dann ist das ja erstmal, also oftmals hält mich
Speaker:Viktoria: ja das Altsystem, auch wenn es überhaupt keine Schnittstellen bietet,
Speaker:Viktoria: irgendwie langsam ist, aber es hält mich am Leben und am Laufen als Firma.
Speaker:Viktoria: Gerade Ich habe dann einen riesen Altbestand an Daten da drin,
Speaker:Viktoria: das dann alles rüberzuziehen auf das neue System, da muss man auch super vorsichtig sein, oder?
Speaker:Theo: Auf jeden Fall. Also man darf natürlich nicht den Fehler machen,
Speaker:Theo: dass man jetzt sagt, okay, man legt irgendwie über Nacht den Schalter um und
Speaker:Theo: dann ist die Firma erstmal lahmgelegt.
Speaker:Theo: Das wäre schlecht. Vor allem, weil das ja insbesondere Systeme sind,
Speaker:Theo: wenn wir jetzt mal konkret werden, für ein Vertrieb-CRM-System oder,
Speaker:Theo: für die Firmenorganisation ein ganzes ERP-System, wo man feststellt,
Speaker:Theo: okay, wir stoßen hier irgendwie an eine Schallmau und möchten das ablösen.
Speaker:Theo: Und das kannst du natürlich eben nicht einfach so rausreißen.
Speaker:Theo: Liegt ja in der Natur der Sache, weil wenn ein Systemwertes nicht wichtig ist,
Speaker:Theo: dann wird sich ja der ganze Aufwand nicht lohnen, eine KI anzubinden.
Speaker:Viktoria: Absolut.
Speaker:Theo: Und deswegen, also da gibt es eigentlich aus der guten alten Software-Engineering-Ecke,
Speaker:Theo: ich finde den Namen nur so lustig, das Würgefeige-Pattern, wie man schon immer
Speaker:Theo: eigentlich Legacy-Software abgelöst hat.
Speaker:Theo: Und das ist, dass du, vereinfacht gesagt, einfach eine Datenweiche einbaust
Speaker:Theo: und sozusagen erst mal das Alt-System weiterlaufen lässt, nur halt für neue
Speaker:Theo: Prozesse das neue System nutzt.
Speaker:Theo: Dann ist die Datensynchronisation zwischen Alt und Neu, das haben wir auch schon
Speaker:Theo: gelernt, da muss man ein bisschen vorsichtig sein, aber ist machbar in den meisten Fällen.
Speaker:Theo: Und dann hast du erst mal einen Parallelbetrieb und wirkst quasi die Legacy-Software
Speaker:Theo: so nach und nach aus deiner Firma raus.
Speaker:Viktoria: Der Kernpunkt, auf den man da aufpassen muss, ist, wo liegt gerade die Datenhoheit, oder?
Speaker:Viktoria: Also gerade bei einem Parallelbetrieb, das Schlimmste, was passieren kann,
Speaker:Viktoria: ist, dass sich am Schluss irgendwie zwei Datenbestände widersprechen und dann
Speaker:Viktoria: ist das Chaos groß, weil ich herausfinden muss, wer Recht hat.
Speaker:Theo: Ja genau, das ist dann der Synchronisationscase.
Speaker:Viktoria: Genau, genau.
Speaker:Theo: Aber auf der anderen Seite, was wir jetzt ja auch schon in den diversesten Projekten
Speaker:Theo: gesehen haben, ist, es gibt ein Legacy-System, das ist ja gerne mal 30 Jahre
Speaker:Theo: alt und hey, das bedeutet heutzutage, das ist von 1995, 96, 97,
Speaker:Theo: ja, also ich kann mich da gut an die Zeit einleiten.
Speaker:Theo: Und die Software wird ja den heutigen Prozessanforderungen in der Firma eh schon
Speaker:Theo: immer gerecht. Und was machen dann die Leute? Die bauen dann Parallelprozesse in Excel.
Speaker:Viktoria: Ja, stimmt.
Speaker:Theo: Und wer das jetzt gerade anhört, der wird sich vielleicht mal in der eigenen
Speaker:Theo: Nase fassen, wenn man überlegt, wir können ja auf keinen Fall unser Bestandssystem
Speaker:Theo: irgendwie da sofort killen.
Speaker:Theo: Naja, vielleicht fängt man halt einfach mit dem an, was momentan eh,
Speaker:Theo: an der Seitenlinie, an der proper Software vorbeiläuft.
Speaker:Theo: Und dann zieht man halt erst mal die Prozesse, die in Excel passieren,
Speaker:Theo: in die neue Software rüber.
Speaker:Viktoria: Und es ist das Risiko gar nicht so groß, weil die Daten sowieso nicht dahin
Speaker:Viktoria: zurückfließen, wo sie vielleicht hin zurückfließen sollten.
Speaker:Theo: Ja, genau. Das heißt, du eliminierst eigentlich dann ab Projektstunde 1 deine
Speaker:Theo: Schatten-IT eher, als dass du eine neue Schatten-IT schaffst.
Speaker:Viktoria: Ja, na ja.
Speaker:Theo: Ja, das ist ein bisschen kontraintuitiv vielleicht, wenn man jetzt von einer
Speaker:Theo: heilen Welt ausgeht, aber du kannst ehrlich sagen, ich bin da völlig desillusioniert mittlerweile.
Speaker:Viktoria: Ja, die schöne heile Welt ist nicht immer so.
Speaker:Theo: Ja, genau.
Speaker:Viktoria: Ja, apropos schöne, heile Welt, das könnte ja, also
Speaker:Viktoria: manchmal wird man ja auch in der Hinsicht desillusioniert, das hatten wir auch schon erlebt, dass
Speaker:Viktoria: gerade wenn man jetzt irgendwie in einem neuen Projekt ist und Schnittstellen
Speaker:Viktoria: anbinden will, dass dann die Anbieter von irgendeiner Software einfach die nicht rausgeben,
Speaker:Viktoria: dass die sich da quasi blockieren. und
Speaker:Viktoria: einem quasi das Schnittstellenbauen schwierig machen.
Speaker:Viktoria: Was steckt denn da dahinter? Also warum...
Speaker:Viktoria: Warum?
Speaker:Theo: Ja, das ist erstmal kontraintuitiv wieder, oder?
Speaker:Viktoria: Ja, ja, weil eigentlich sollte ja die Idee sein,
Speaker:Viktoria: sobald ich quasi Herr über eine Datenbank bin, die existiert ja da nicht zum Spaß.
Speaker:Viktoria: Die existiert, um mit den Daten irgendwie was Produktives zu machen.
Speaker:Viktoria: Das heißt, die müssen irgendwo hin und benutzt werden.
Speaker:Viktoria: Das heißt, in meinem Verständnis wäre irgendwie, also wären Schnittstelle halt
Speaker:Viktoria: die, wenn die einmal gebaut sind, ist das ja auch überhaupt
Speaker:Viktoria: kein Aufwand und nur damit bin ich als Datenbankbetreiber überhaupt irgendwas wert.
Speaker:Theo: Ja, also wenn ich so drüber nachdenke, ich glaube, da gibt es verschiedene Varianten,
Speaker:Theo: oder was wir auch in die Projekte gesehen haben, warum jemand eher weniger Bock
Speaker:Theo: hat, eine API auch zur Verfügung zu stellen.
Speaker:Theo: Und eines ist, was man schon auch sehen ist, weil es einfach nicht mehr geht
Speaker:Theo: mit der Legacy-Software.
Speaker:Theo: Ja, also ich war wirklich überrascht, wenn es jetzt so aus der modernen Welt
Speaker:Theo: der Softwareentwicklung kommt, wo so Paradigmen herrschen wie API First Development,
Speaker:Theo: also alles hat eine wohl definierte Schnittstelle oder,
Speaker:Theo: da reden wir noch gar nicht von Microservice-Architekturen, aber dass du vor
Speaker:Theo: allem halt verwöhnt bist von.
Speaker:Theo: Entwicklungs-Stacks mit sauberem DevOps, das heißt, der ganze Weg vom Code hin
Speaker:Theo: zur laufenden Software-Applikation ist vollautomatisiert.
Speaker:Theo: Du hast deine Schnittstellen, alle Services agieren über Standard-Web-Protokolle miteinander.
Speaker:Theo: Und dann siehst du sowas, dass auch heute noch Software entwickelt wird,
Speaker:Theo: bei der Daten gespeichert werden, nicht in einem Data Lake oder im Data Lake-Haus, sondern,
Speaker:Theo: eine SQLite-Datei auf einem Windows-Server ist okay, aber nicht, wenn dann die Daten,
Speaker:Theo: als Files im NTFS-Dateisystem unter,
Speaker:Theo: C-Data abgelegt werden und man darauf hofft, dass nicht irgendjemand eine Datendatei verschiebt.
Speaker:Theo: Also so Zeug. Oder das, was ich auch erst neulich gesehen habe, war,
Speaker:Theo: eine Software, die du darüber startest auf dem Client, dadurch,
Speaker:Theo: dass du dir, die meisten kennen das wahrscheinlich heutzutage gar nicht mehr,
Speaker:Theo: dass du ein Netzlaufwerk bei dir einhängst an deinem Laptop und dann die .exe
Speaker:Theo: vom Netzlaufwerk aus startest.
Speaker:Theo: Schick. So Zeug, ja. Da denke ich mir, ja okay, wenn das vor 20,
Speaker:Theo: 30 Jahren entwickelt wurde, fair enough, aber nicht mehr heute.
Speaker:Theo: Und also ich weiß nicht, da muss ich gerade dran denken, wenn du sagst,
Speaker:Theo: warum kriege ich keine API, weil auf so ein System dann eine REST API drauf zu klatschen.
Speaker:Viktoria: Gut, ja, viel Spaß.
Speaker:Theo: Viel Spaß. Also da brauchst du es ja dann wirklich neu.
Speaker:Viktoria: Ja, okay.
Speaker:Theo: Aber jetzt bist du ja deutlich tiefer bei uns als Herrin über alle Projekte
Speaker:Theo: im Projektmanagement drin und schaust dir die Projekte strategisch an.
Speaker:Theo: Also manchmal habe ich das Gefühl, dass es da strategische Gründe gibt und nicht
Speaker:Theo: nur technische. Wie geht es dir dabei?
Speaker:Viktoria: Ja, das ist lustigerweise genau der Punkt, in dem ich selber irgendwie so eine
Speaker:Viktoria: kognitive Dissonanz irgendwie verspüre.
Speaker:Viktoria: Die eine Seite ist halt quasi die, die ich vorher schon kurz angeteasert habe, wo ich meinte,
Speaker:Viktoria: als Datenbank schieße ich mir ja eigentlich selber ins Knie,
Speaker:Viktoria: wenn ich meine Daten nicht rausgebe, weil im Zweifel wird es halt dann neu gebaut
Speaker:Viktoria: und dann bin ich komplett raus.
Speaker:Viktoria: Das heißt dann hat da habe ich überhaupt nichts gewonnen und gleichzeitig gibt
Speaker:Viktoria: es irgendwie lustigerweise diese andere komponente
Speaker:Theo: Aber ich glaube, dass es ein neues Phänomen ist. Früher konnten die Systemhersteller
Speaker:Theo: die Kunden zu einem gewissen Grad erpressen.
Speaker:Theo: Also stell dir mal vor, du migrierst hinzu, nennen wir mal ERP-System.
Speaker:Theo: Das Migrationsprojekt, bis alle Geschäftsprozesse in dem spezifischen ERP implementiert sind,
Speaker:Theo: egal ob das SAP ist oder nicht, es wird immer so auf die SAP-Migration geschimpft,
Speaker:Theo: aber es ist ja im Endeffekt immer so,
Speaker:Theo: da hast du schon mal Geld investiert.
Speaker:Theo: Dann hast du deine Prozesse und Daten in einem ERP-System.
Speaker:Theo: Das ist ein fetter Lock-In-Effekt. Und ich glaube, dann konntest du dir es ja
Speaker:Theo: echt bisher gut erlauben, zu sagen, Kunde wünscht sich eine Schnittstelle,
Speaker:Theo: sagst du einfach mal Nein.
Speaker:Viktoria: Ja, ist natürlich bequem, weil
Speaker:Viktoria: Customization ist immer extra Aufwand. Je weniger man davon braucht,
Speaker:Viktoria: wenn man das durchgesetzt kriegt, ist das natürlich super bequem.
Speaker:Theo: Und jetzt mal angenommen, du hast eine Softwarelandschaft, also quasi deine
Speaker:Theo: Datenbank ist vielleicht der Kern, aber dann hast du Applikationen,
Speaker:Theo: die mit den Daten arbeiten, dann möchtest du natürlich auch nicht unbedingt,
Speaker:Theo: dass der Kunde jetzt eine Alternativsoftware benutzt, die auf,
Speaker:Theo: deine Daten zugreift, also die Daten, die du für den Kunden hostest und dann
Speaker:Theo: an deiner Lösung vorbei entwickelt.
Speaker:Theo: Ja, aber das ist quasi beides riskant.
Speaker:Viktoria: Und du musst quasi da auch als Anbieter möglichst deine Kunden genau kennen.
Speaker:Viktoria: Mindestens heutzutage. Kannst du es mit denen machen oder nicht?
Speaker:Theo: Ja, und da wird der Eindruck, je mehr ich darüber nachdenke,
Speaker:Theo: das ist so ein Alles-oder-nichts-Spiel.
Speaker:Theo: Also wenn du es überreizt, dann verlierst du den Kunden halt komplett.
Speaker:Viktoria: Ja, genau. oder du gehst ein Stück weit mit und
Speaker:Viktoria: Okay, cool. Jetzt waren wir irgendwie sehr tief in dem,
Speaker:Viktoria: wie gehe ich mit Anbindungen um, wann brauche ich die, wie auch immer.
Speaker:Viktoria: Und wir gehen jetzt quasi immer so implizit von größeren Anwendungen aus,
Speaker:Viktoria: die genau solche Anwendungen brauchen. Das heißt,
Speaker:Viktoria: ich bin da schnell in irgendwelchen agentischen Systemen größere,
Speaker:Viktoria: halt quasi viel, viel größer als jetzt beim klassischen Chatbot,
Speaker:Viktoria: dem stelle ich eine Frage und kriege eine Antwort.
Speaker:Viktoria: Und ganz natürlicherweise sind das halt dann irgendwie größere Anbindungen,
Speaker:Viktoria: die 24-7 laufen, nicht nur on demand.
Speaker:Viktoria: Das ist ja dann irgendwann auch eine Kostenfrage, oder?
Speaker:Theo: Also erstmal, Anno, mit zur Einordnung, das, was Maxim und ich letztes Mal diskutiert
Speaker:Theo: haben, das war sehr viel Abstraktes auf technischer Ebene, MCP,
Speaker:Theo: API und so weiter. Und das ist erstmal natürlich stateless im Sinne von,
Speaker:Theo: das ist erstmal nur Kommunikationsprotokoll.
Speaker:Theo: Und jetzt gibt es natürlich die Variante, dass ich einen Chatbot habe und der
Speaker:Theo: greift dann auf ein System zu, auf ein Wikisystem oder auf meine E-Mails oder
Speaker:Theo: so, erledigt seine Aufgabe und das war es.
Speaker:Theo: Aber was glaube ich vielen nicht klar ist, weil es sozusagen bei den Chatbot-Anbietern,
Speaker:Theo: es diffundiert halt da jetzt so in die End-User-Lösungen rein,
Speaker:Theo: dass es schon sowas gibt wie führe folgende Prompt alle 24 Stunden aus.
Speaker:Theo: Oder natürlich, dass du sagst, okay, du hast eine Software, die von sich aus KI-Agenten triggert.
Speaker:Theo: Und das ist etwas, das finde ich jetzt extrem wichtig, dass du das ansprichst,
Speaker:Theo: eben die Kostenfrage, weil es mehr ist als mittlerweile nur noch Token.
Speaker:Theo: Also früher haben alle darüber gesprochen, okay, wie teuer ist die Prompt,
Speaker:Theo: wie teuer ist die Prompt, können wir irgendwie die Token runterdrücken?
Speaker:Viktoria: Wie viel Kontext geht rein?
Speaker:Theo: Wie viel Kontext geht rein? Ja, ganz genau, ganz genau. Und mittlerweile geht
Speaker:Theo: da halt ein echter Rattenschwanz an Infrastruktur mit.
Speaker:Theo: Und da finde ich es ziemlich cool eigentlich, also bin ich echt stolz,
Speaker:Theo: dass wir schon immer auch die Architektur in Hallerium so hatten,
Speaker:Theo: dass sich ein, zum Beispiel eben ein KI-Agent, egal ob der jetzt vom Nutzer
Speaker:Theo: oder von einem Drittsystem automatisch
Speaker:Theo: getriggert wurde, dass sich der On-Demand-Infrastruktur auch holen kann.
Speaker:Theo: Also zum Beispiel irgendwie eine dicke Maschine, um ein Video zu verarbeiten,
Speaker:Theo: und die Infrastruktur dann auch wieder loslassen kann.
Speaker:Theo: Dann wird die virtuelle Maschine gestoppt und dann bezahlst du halt für eine
Speaker:Theo: sündhaft teure virtuelle Maschine nur für eine Minute und nicht irgendwie Stunden und Tage lang.
Speaker:Theo: Aber generell bei Web-Applikationen, die müssen halt echt irgendwo laufen.
Speaker:Theo: Und gerade da musst du die Infrastruktur am Schirm haben.
Speaker:Theo: Weil, wie gesagt, nur für Token zu bezahlen und dann gleichzeitig zu erwarten,
Speaker:Theo: ja, es läuft trotzdem irgendwie jetzt eine Web-App for free,
Speaker:Theo: will not gonna happen, bei keinem der Anbieter.
Speaker:Viktoria: Ja, voll. Aber auch gerade bei dem, also eine Web-App ist irgendwie eine Sache,
Speaker:Viktoria: klar, die muss 24-7 irgendwo laufen, aber selbst dann ist die Frage dann,
Speaker:Viktoria: der reicht ja vielleicht, eine relativ kleine virtuelle Maschine,
Speaker:Viktoria: die kostet dann nicht so viel und quasi wenn ich mehr Rechenpower dahinter brauche,
Speaker:Viktoria: kann ich mir die ja immer noch on demand quasi dazu bestellen dann für einzelne Minuten.
Speaker:Viktoria: Genau also da da gibt es irgendwie mehrere layer an wo ich irgendwie genau
Speaker:Viktoria: so sollte man sich vielleicht auch möglicherweise relativ früh im projekt überlegen
Speaker:Viktoria: was was für komponenten brauche ich eigentlich was muss ich 20 for seven erreichbar
Speaker:Viktoria: haben und was davon soll on demand angesprochen Ja,
Speaker:Theo: Exakt. Ja, weil du hast ja jetzt den Punkt, ich sehe das relativ häufig bei
Speaker:Theo: den Leuten, die so erste Experimente machen und sich mal so eine erste Web App bauen.
Speaker:Theo: Und nimm, egal welchen Anbieter, Manus, bau dir relativ niederschwellig eine
Speaker:Theo: App, die für einen Prototype okay, aber Ende zu Ende läuft.
Speaker:Theo: Und dann klickst du da Publish. Und was total versteckt ist,
Speaker:Theo: dass ab dem Zeitpunkt das Taxometer tickt.
Speaker:Theo: Und ab dem Zeitpunkt wird Minuten genau die VM abgerechnet. Und da habe ich
Speaker:Theo: es jetzt schon einige Male erlebt,
Speaker:Theo: dass mir Leute erzählen, dass nicht nur quasi der Token-Schock dann auf die
Speaker:Theo: Firmen zukommt, dass auf einmal, wie, ihr habt jetzt 400.000 Euro KI-Token verbrannt,
Speaker:Theo: sondern auch der Infra-Kostenschock.
Speaker:Theo: Weil die Leute aus Versehen Applikationen am Leben erhalten,
Speaker:Theo: die eigentlich als Wegwerf-Applikationen gedacht waren und dann laufen die aber und keiner merkt es.
Speaker:Viktoria: Und das ist ja nichts, was ich unmittelbar spüre, wenn ich...
Speaker:Theo: Bis die Abrechnung kommt.
Speaker:Viktoria: Ja, genau, aber quasi wenn ich Token verbrauche, dann muss ich die ja aktiv tippen.
Speaker:Theo: Achso, ja, genau.
Speaker:Viktoria: Ich kriege Output und dann, gut, muss man vielleicht
Speaker:Viktoria: daran denken, dass das pro Token, pro Textbaustein quasi abgerechnet wird,
Speaker:Viktoria: aber das ist eine relativ greifbare Größe, die ich selber produziere,
Speaker:Viktoria: beziehungsweise selber sehe, vorgelegt kriege, wie viel Kosten ich da gerade produziere.
Speaker:Theo: Du hast ein Abo-Modell mit Mischkalkulation. Ja, genau. Ja, richtig.
Speaker:Theo: Aber da kann nichts schief gehen, ne?
Speaker:Viktoria: Genau, genau, genau. Und die Infrastruktur, die im Hintergrund läuft,
Speaker:Viktoria: habe ich im Zweifel als Anwender überhaupt keinen Schimmer davon,
Speaker:Viktoria: was da eigentlich läuft, geschweige denn wie viel das kostet.
Speaker:Viktoria: Und dass da was laufen muss, denke ich ja erstmal nicht dran.
Speaker:Theo: Ja, und kleiner Teaser, wir arbeiten momentan an Helerium Next Gen,
Speaker:Theo: heißt der Arbeitstitel.
Speaker:Theo: Und da rückt man dieses ganze Element der KI entwickelten, also für und mit
Speaker:Theo: KI entwickelten Applikationen hat deutlich stärker einen Mittelpunkt,
Speaker:Theo: als es bisher der Fall war.
Speaker:Theo: Und gerade so die Übersicht und das Management, was habe ich eigentlich am Start
Speaker:Theo: und wo entstehen welche Kosten, das ist ein ganz, ganz wichtiger Aspekt da drin.
Speaker:Theo: Und am Ende, du kannst es dir als Firma einfach nicht leisten,
Speaker:Theo: dass du sagst, okay, jeder ist jetzt imstande, Software-Code zu schreiben.
Speaker:Theo: Du lässt es einfach unkontrolliert laufen, weil, also was nämlich da noch mit
Speaker:Theo: dazu kommt, Das ist ja sozusagen die Potenzierung vom Clusterfuck der explodierenden KI-Agentenflut. Es,
Speaker:Theo: trauen sich ja häufig, heute schon gar keine, also die Mitarbeiter in der Firma
Speaker:Theo: gar nicht mehr, Agenten zu löschen, weil es könnte ja sein, dass die noch irgendjemand benutzt.
Speaker:Theo: Und gerade bei sowas wie ChatGPT, wenn du ChatGPT im Team benutzt,
Speaker:Theo: das ist extrem schwer nachzuvollziehen, ist jetzt ein Agent noch,
Speaker:Theo: also ein GPT, im GPT-Star ist der jetzt gerade aktiv im Gebrauch oder nicht,
Speaker:Theo: bei den Co-Piloten ähnlich und jetzt stell dir vor, du hast eine.
Speaker:Theo: Der Mitarbeiter, die Mitarbeiterin, die es gebaut hat, hat vielleicht sogar
Speaker:Theo: die Firma verlassen. Wer traut sich, das jetzt noch abzuschalten?
Speaker:Theo: Da bist du in einer extremen IT-Governance-Herausforderung.
Speaker:Viktoria: Absolut. Ich meine, auf der anderen Seite ist das Problem ja aber überhaupt
Speaker:Viktoria: nicht neu, weil das hatten wir seit jeher mit irgendwelchen Dokumenten,
Speaker:Viktoria: Notizen, alles, was irgendwo quer durch die Gegend fliegt.
Speaker:Viktoria: Man hat vielleicht so sein eigenes Chaos noch irgendwie unter Kontrolle,
Speaker:Viktoria: aber wehe, da arbeiten ein paar Leute zusammen und dann ist schnell die Frage,
Speaker:Viktoria: wer wäre jetzt für irgendwas verantwortlich?
Speaker:Viktoria: Niemand hat einen Überblick und dann wird halt im Zweifel mal einfach nichts
Speaker:Viktoria: gelöscht und alles laufen gelassen.
Speaker:Theo: Ja, was aber letztlich ja dann irgendwo auch ein Indiz dafür ist,
Speaker:Theo: diese Harmonisierung vorzunehmen, also anstatt, dass ich jetzt völlig voneinander
Speaker:Theo: losgelöste Apps baue, genauso wie es sich ja herauskristallisiert,
Speaker:Theo: dass eine blöde Idee ist, eine total diversifizierte Agentenlandschaft irgendwie wuchern zu lassen.
Speaker:Theo: Also mit der Haley in Hallerium Next konsolidieren wir im Wesentlichen alle Agenten hin zu einer.
Speaker:Theo: Und genauso auch die Applikationsseite Konsolidierung, dass es gibt nur noch
Speaker:Theo: einen Data Lakehouse und dann, man könnte fast sagen, verschiedene Fuse auf das Data Lakehouse.
Speaker:Theo: Je nachdem, was jetzt deine Aufgabe ist.
Speaker:Theo: Und ich finde, das ist ein extrem spannendes Thema, weil, sagen wir mal ganz
Speaker:Theo: ehrlich, es hat ja keiner Zeit und Lust, irgendwie jetzt auf ausufernde IT-Governance,
Speaker:Theo: dass man jetzt jede Woche immer alles reviewt, brauchen wir das jetzt noch.
Speaker:Viktoria: Naja, und auch die Benutzung davon ist, also selbst wenn man die Dinge noch braucht,
Speaker:Viktoria: da drin zu navigieren und jeweils immer das zu finden, was jetzt gerade der
Speaker:Viktoria: aktuellste Stand ist und mit, keine Ahnung, im Zweifel mit Leuten,
Speaker:Viktoria: Leute zu fragen, wer vielleicht gerade irgendwie eine bessere Lösung für mein Problem hat.
Speaker:Viktoria: Das ist ja alles extraaufwand, die ich nicht brauche, wenn ich einfach mal alles an einem Fleck habe.
Speaker:Theo: Ja, aber wie siehst du das? Also jetzt vor allem, du bist ja bei uns auch in
Speaker:Theo: der Firma sehr stark an den verschiedensten Schnittstellen mit dran.
Speaker:Theo: Also einerseits Richtung Sales, wenn die Übergabe stattfindet mit,
Speaker:Theo: okay, Projekt wurde gewonnen, geht jetzt los, aber auch quasi Folgeprojektgewinnung.
Speaker:Theo: Dann natürlich mit dem Projektteam, mit den Consultants.
Speaker:Theo: Dann aber natürlich auch, okay, wir haben jetzt festgestellt,
Speaker:Theo: wir brauchen das und jenes Feature in Hilarium, also auch das Dev-Team.
Speaker:Theo: Und wenn du jetzt mal vom Projektmanagement her guckst, wir haben unser Projektmanagement-Tool,
Speaker:Theo: das aktuell auch wegwandert von, wir sind nicht öffentlich-rechtlich,
Speaker:Theo: von Asana in unser eigenes Projektmanagement.
Speaker:Theo: Und nichtsdestotrotz, momentan ist es noch die Architektur, es gibt ein Tool,
Speaker:Theo: das dann von allen benutzt wird,
Speaker:Theo: was ja quasi wieder so ein klassisches Softwareentwicklungsparadigma ist.
Speaker:Theo: Ist es für dich aber der Way to go oder siehst du da vielleicht sogar das,
Speaker:Theo: was ein Kollege von uns, Sebastian, immer propagiert?
Speaker:Theo: Ja, ey, mach da gar nicht die Mühe, irgendwas bauen zu wollen,
Speaker:Theo: das allen Erwartungen gerecht wird.
Speaker:Theo: Ich habe heute eine Frage ans Projektmanagement-Tool.
Speaker:Theo: Ich lasse mal vom Agenten einfach meine Übersicht kurz ad hoc bauen.
Speaker:Theo: Was sind meine heutigen To-Dos? Passt du, brauch kein Dashboard,
Speaker:Theo: gib mir einfach die Visualisierung ad hoc.
Speaker:Viktoria: Ja, also ich meine, prinzipiell der Grund, warum wir quasi dieses eine System
Speaker:Viktoria: haben, das von allen benutzt wird, das glaube ich ist eine extrem
Speaker:Viktoria: wertvolle Idee oder ein guter Weg, einfach weil sonst genau diese Schnittstellen
Speaker:Viktoria: auseinanderklaffen. Und
Speaker:Viktoria: gut, das mag in einem überschaubaren Rahmen noch wunderbar funktionieren,
Speaker:Viktoria: indem man halt einfach mit den Leuten persönlich redet. Wunderbar.
Speaker:Viktoria: Aber
Speaker:Viktoria: Na gut, also spätestens wenn man irgendwo an Skalierung denkt ich kann nicht immer also quasi,
Speaker:Viktoria: dann wird dieser Schnittstellengedanke, den man halt in dem Moment quasi personell tragen müsste halt
Speaker:Viktoria: immer größer, von daher alles in einem System zu vereinbaren das glaube ich
Speaker:Viktoria: ist der Kernmehrwert davon.
Speaker:Viktoria: Und dann ist ein Punkt gerade ganz spannend.
Speaker:Viktoria: Ich glaube, es gibt einfach super verschiedene Anforderungen.
Speaker:Viktoria: Also klar gibt es und ich habe kein klares, wir brauchen nur das oder nur das andere.
Speaker:Viktoria: Ich glaube, es braucht beides. Also natürlich gibt es irgendwie One-Shot-Aufgaben,
Speaker:Viktoria: wo ich jetzt einfach nur die Antwort brauche, mir völlig egal woher und wie
Speaker:Viktoria: und dann frage ich quasi genau einen Chatbot, der sich mir egal wie in dieser Datenbank
Speaker:Viktoria: durchcrawlt und mir einfach nur meine Antwort gibt, idealerweise mir noch sagt,
Speaker:Viktoria: woher das her hat, damit ich es halbwegs nachvollziehen kann.
Speaker:Viktoria: Aber genau, da werde ich alt mit Dashboard bauen, funktioniert nicht.
Speaker:Viktoria: Gleichzeitig um quasi alles, was Stringenz und Konsistenz erfordert,
Speaker:Viktoria: Stichwort einen Projektplan oder ein FKC.
Speaker:Viktoria: Ich muss ja irgendwie zum Beispiel einen Fortschritt in einem Projekt tracken.
Speaker:Viktoria: Der, wenn ich heute 60 Prozent sage, kann ich nicht nächste Woche bei 50 Prozent sein.
Speaker:Viktoria: Also es sei dann irgendwas, das ist schiefgegangen.
Speaker:Theo: Ja, oder man hat eine Folgebestellung bekommen und das Projekt würde größer.
Speaker:Theo: Aber das ist eher eine Anomalie.
Speaker:Viktoria: Genau, dann brauche ich einen guten Grund für sowas. Aber das sind quasi Aufgaben,
Speaker:Viktoria: wo ich ein System brauche, wo ich mir nicht einfach mal eine Antwort,
Speaker:Viktoria: hey, wo stehen wir denn, ja, hier und da,
Speaker:Viktoria: wie mal da mit 60 Prozent von einem Chatbot geben lassen kann,
Speaker:Viktoria: sondern da brauche ich eine ordentliche Datengrundlage, die ich im Zweifel dann
Speaker:Viktoria: auch eigentlich ganz gern sehen würde.
Speaker:Viktoria: Und halt einfach, also ich würde sagen, mal mindestens brauche ich einen,
Speaker:Viktoria: brauche ich genau die Datengrundlage und die Sicherheit, dass das auf die Grundlage
Speaker:Viktoria: meiner Antwort dann ist.
Speaker:Viktoria: Und wenn das halt dann quasi eine super strukturierte Datengrundlage ist,
Speaker:Viktoria: wie ein Projektplan, wo halt dann sukzessive abgehakt ist, was haben wir erledigt,
Speaker:Viktoria: wo stehen wir gerade, was ist noch offen,
Speaker:Viktoria: das ist ja dann auch ein Thema, wo ich mir vielleicht mit einem Dashboard oder
Speaker:Viktoria: sowas ähnlichem einen Gefallen tue, weil ich es einfach immer dann in der gleichen
Speaker:Viktoria: Form einfach direkt vor Augen habe.
Speaker:Viktoria: Und das ist ja was, was ich wirklich immer wieder auch in der gleichen Form brauche.
Speaker:Viktoria: Ja, insofern ist da für mich die Koexistenz von beidem
Speaker:Viktoria: Ich wüsste nicht, wie ich auf eins von beiden verzichten kann,
Speaker:Theo: Glaube ich. Ja, stimmt schon. Vor allem bei den standardisierten Ansichten,
Speaker:Theo: wenn man die gelernt hat, wo finde ich welche Information, das ist mir da wahnsinnig schnell.
Speaker:Theo: Bis auf eine halbe Sekunde hast du genau die Information, in der Zeit tippst
Speaker:Theo: du keine Prompt, geschweige denn, dass der Bot in der Zeit antworten kann.
Speaker:Viktoria: Genau, und dann muss ich die Antwort noch lesen und dann ist vielleicht auch
Speaker:Viktoria: irgendwo was falsch verstanden worden oder so und ich muss immer eine Nachfrage stellen.
Speaker:Viktoria: Genau. Ab und zu bin ich mit einem Blick dann halt auch schneller.
Speaker:Viktoria: Okay, dann hätte ich tatsächlich noch eine letzte Frage an dich.
Speaker:Viktoria: Da gehen wir nämlich dann so ein bisschen
Speaker:Viktoria: in die Use Cases rein. Wir haben
Speaker:Viktoria: jetzt so High Level über super viele Möglichkeiten geredet, wie man quasi
Speaker:Viktoria: letztes Mal von der technischen Seite her, heute von der, wann setze ich wie
Speaker:Viktoria: agentische Systeme ein, was mache ich damit?
Speaker:Viktoria: Wann, und ihr seid ja auch letztes Mal schon reingegangen quasi so ein bisschen
Speaker:Viktoria: zumindest in die Überlegung, so wann
Speaker:Viktoria: wann lasse ich quasi einen Agenten für mich arbeiten und insbesondere vertritt der mich dann?
Speaker:Viktoria: Oder ist es mehr so eine virtuelle Assistenz, eine Servicekraft,
Speaker:Viktoria: die als solche aber eigentlich nirgends auftritt, sondern nur mir hilft,
Speaker:Viktoria: Dinge vorzubereiten oder sowas.
Speaker:Viktoria: Das würde mich auch noch interessieren, weil da gibt es irgendwie ein sehr...
Speaker:Viktoria: Ich glaube, da gibt es verschiedene Meinungen, wann was sinnvoll ist und vielleicht
Speaker:Viktoria: auch, was sich wo irgendwie gut anfühlt, oder?
Speaker:Theo: Ja, das ist ein Punkt, ich fand das ja echt interessant.
Speaker:Theo: Also der Begriff, den sich der Maxim da ausgedacht hat, der Scoped Tokens,
Speaker:Theo: also ein Token ist ein Zugriffsschlüssel und Scoped Token meint Zugriffsschlüssel genau,
Speaker:Theo: ein Schlüssel mit den Rechten, die jetzt für die Aufgabe gerade eben nötig sind und nur das.
Speaker:Theo: Und das ist auf Social Media, gab es ein paar Reaktionen, dass quasi,
Speaker:Theo: hey, vielen Dank für den Ansatz, hatte ich so gar nicht am Schirm und das ist
Speaker:Theo: aber natürlich schon jetzt quasi sehr im Detail die Ausbaustufe.
Speaker:Theo: Nur was du gerade angesprochen hast, nochmal kurz zur Einordnung,
Speaker:Theo: wenn ich dich richtig verstanden habe, eben die Frage, wo setzt man was wie ein. Ja, genau.
Speaker:Theo: Genau, also deswegen nochmal der Unterschied, Wenn ich einen Agenten habe,
Speaker:Theo: der in meinem Namen arbeitet,
Speaker:Theo: dann bekommt dieser Agent wie eine Form der Delegation oder Delegierung.
Speaker:Theo: Delegation im Englischen ist klar, wie immer das im Deutschen heißt.
Speaker:Theo: Das heißt, am Ende, das, was passiert, passiert wirklich in meinem Namen.
Speaker:Theo: Das ist dann am Ende auch, im Zweifel in den Log-Dateien steht das so drin,
Speaker:Theo: Theo hat das gemacht und nicht Agent 93B im Auftrag von Theo hat das gemacht.
Speaker:Theo: Das ist ein wirklich feiner Unterschied.
Speaker:Viktoria: Das heißt, die E-Mail an Kunden ist raus mit deinem Namen drunter.
Speaker:Viktoria: Es ist nicht nachvollziehbar, das war es halt einfach du.
Speaker:Theo: Vor allem jetzt E-Mail-Protokolle, ja. Man kann natürlich bei,
Speaker:Theo: Office zum Beispiel über die Graph API arbeiten, da sieht man das dann vielleicht
Speaker:Theo: schon, dass das ein Agent war, der die E-Mail verschickt hat,
Speaker:Theo: aber spätestens, wenn es Low-Level über SMTP, wenn da eine E-Mail rausgeht,
Speaker:Theo: das war deine E-Mail-Adresse, Frau Keins.
Speaker:Theo: Ja, so und deswegen, also muss man sehr vorsichtig sein, haben wir mit Maximo
Speaker:Theo: alles diskutiert, aber grundsätzlich, woran kommt es zum Einsatz?
Speaker:Theo: Aus meiner Sicht dann, wenn ein Agent die Verlängerung meines Gehirns darstellt.
Speaker:Theo: Also wenn ich mich sozusagen aufrüste, wie mit einem Exoskelett und die KI,
Speaker:Theo: die gibt mir jetzt super Power.
Speaker:Theo: Und ich bin aber derjenige oder diejenige, die das Ganze steuert und ich habe
Speaker:Theo: jetzt hier drei E-Mails raus, ich mache da Tickets, ich gebe da ein Review zu,
Speaker:Theo: einer Projektplanung ab und möchte das dann.
Speaker:Theo: Da bin ich aber 100% in der Kontrolle dessen, was passiert. Also auch von dem
Speaker:Theo: Spektrum Dunkelverarbeitung, Human in the Loop und Mensch hat das Heft in der
Speaker:Theo: Hand, bin ich komplett eben an diesem rechten Ende des Spektrums.
Speaker:Viktoria: Das heißt, du siehst auch alles nochmal, was da produziert wird,
Speaker:Viktoria: liest im Zweifel so eine E-Mail mal Korrektur?
Speaker:Theo: Ich mache das zumindest so, ja genau. Du schaust zumindest drüber.
Speaker:Viktoria: Dass kein völlig Blödsinn rauskommt.
Speaker:Theo: Wenn ein Agent in meinem Namen operiert, dann sind das immer Use Cases,
Speaker:Theo: bei denen ich wirklich das Ganze steuere.
Speaker:Viktoria: Genau.
Speaker:Theo: Und ein bisschen anders kann es aussehen, wenn man sagt, okay,
Speaker:Theo: man geht jetzt eher in dieses Modell, die Freigabe wurde von mir erteilt,
Speaker:Theo: aber es ist klar, dass es ein Agent ist.
Speaker:Theo: Also nehmen wir zum Beispiel Coding-Agenten. Bei den Coding-Agenten,
Speaker:Theo: da ist es auch gar nicht möglich, also ich betrachte LLMs wie Compiler von natürlicher
Speaker:Theo: Sprache hin zu Software-Code und heute schaut sich auch keiner mehr ein Binär-Code
Speaker:Theo: von irgendeiner Software an, wenn man den Compilern vertraut.
Speaker:Theo: Wir haben gutes Tooling. Das heißt, für die Fälle, wo ich die nötige Sicherheit
Speaker:Theo: da an der Stelle habe, ich lese mir den Software-Code ja nicht mehr im Detail durch.
Speaker:Theo: Und dann ist es sozusagen auch von der Nachvollziehbarkeit, bin ich in dem Modus,
Speaker:Theo: in dem eingereichten Asset, also in dem Fall dann Software-Code,
Speaker:Theo: steht da, das war jetzt die Haley mit der Freigabe von Theo,
Speaker:Theo: das Ganze zu releasen oder quasi in den Teststand mal zu deployen.
Speaker:Theo: Und genauso auch ein Assistent, der jetzt zum Beispiel mal vielleicht auf eine
Speaker:Theo: E-Mail reagiert oder so, intern im Team, dann steht halt da Hayley von Theo,
Speaker:Theo: aber nicht Theo. Weißt du, wie ich meine?
Speaker:Viktoria: Ja, ja, voll.
Speaker:Viktoria: Finde ich ja wirklich ganz spannend, weil wo ist es quasi für dich so der,
Speaker:Viktoria: vielleicht auch die emotionale Grenze zwischen, was sind Aufgaben,
Speaker:Viktoria: hinter denen ich als Person mit meinem Namen stehe und was ist quasi okay,
Speaker:Viktoria: wenn ich das abgebe, wie jetzt ein Coding-Agent.
Speaker:Theo: Naja, die Zuverlässigkeit spielt da natürlich auch eine Rolle, beziehungsweise.
Speaker:Viktoria: Ah, okay, weil ich muss ja, also ich will ja auch trotzdem, dass der Code das
Speaker:Viktoria: macht, was ich meine, dass er macht und das soll ja auch stimmen.
Speaker:Theo: Ja, ja, das ist wahr. Auf der anderen Seite, das ist eine gute Frage,
Speaker:Theo: ich hätte halt ein Problem damit wahrscheinlich, emotional, wenn mir jemand,
Speaker:Theo: also stell dir mal vor, du kriegst eine E-Mail, ja,
Speaker:Theo: und dann kommt deine E-Mail zurück, nicht von der Person, sondern von dem KI-Agenten dieser Person.
Speaker:Theo: Keine Ahnung. Also, und auch beim Code, wir haben die Review-Schleifen,
Speaker:Theo: die Agenten, die nichts anderes machen als Code-Review und auch Funfact, ja,
Speaker:Theo: Softwareentwicklung mit KI-Agenten, heutzutage zumindest, muss so ablaufen,
Speaker:Theo: nicht, dass man Fehler zu 100% ausschließt, weil es geht schlicht und ergreifend
Speaker:Theo: nicht, sondern, dass die Architektur das hergibt, dass die Fehler tolerant ist.
Speaker:Theo: Ja. ist und aber bei einer persönlichen e mail oder bei kontakten muss was also
Speaker:Theo: entweder von der persönlichen oder einfach von der professionellen heben her
Speaker:Theo: wichtig ist das alles sitzt da möchte ich ja nicht sozusagen,
Speaker:Theo: eine minderwertige Antwort geben, indem ich sage, ja, okay, die E-Mail wurde
Speaker:Theo: jetzt von meinem Agenten verschickt.
Speaker:Viktoria: Ja, voll.
Speaker:Theo: Und ich weiß nicht, wie es dir geht, aber wenn mir jemand so eine,
Speaker:Theo: also auch eine offen deklarierte, schlechte KI-E-Mail schreibt,
Speaker:Theo: ich lese es im Zweifel auch nicht.
Speaker:Theo: Ich hatte schon den Fall, dass manche sich eingebildet haben,
Speaker:Theo: die können mich dann mit Text zu ballern, ja, irgendwie so E-Mail ist langweilig,
Speaker:Theo: ich habe mir nicht die Mühe gemacht, das runter zu kondensieren.
Speaker:Theo: Ich sage, nee, schick es mal bitte nochmal ordentlich.
Speaker:Viktoria: Absolut, genau. Deswegen meinte ich ja vorhin, ich glaube, das ist wirklich
Speaker:Viktoria: eher eine emotionale Komponente da drin, weil faktisch soll gefälligst sowohl
Speaker:Viktoria: die E-Mail als der Code stimmen. Gar keine Diskussion.
Speaker:Theo: Gehter Punkt, ja.
Speaker:Viktoria: Also in keinem Fall will ich Blödsinn produzieren.
Speaker:Viktoria: Aber das heißt ich muss quasi auf der einen Seite Vertrauen haben in den Prozess,
Speaker:Viktoria: in den Framework, dass das läuft, dass ich die entsprechenden Review, Cycles, Tests etc.
Speaker:Viktoria: Habe, um die Qualität zu gewährleisten, das wäre by the way auch cool wenn mein
Speaker:Viktoria: Agent der die E-Mails für mich schreibt sinnvolle E-Mails schreibt
Speaker:Viktoria: also auch da bringt es ja nichts, wenn ich irgendeinen E-Mail-Draft kriege und
Speaker:Viktoria: den dann einmal komplett händisch nochmal umschreibe weil die Qualität nicht stimmt.
Speaker:Viktoria: Also das will ich ja durchaus irgendwie in beiden Fällen sichergestellt haben.
Speaker:Viktoria: Genau, aber ich glaube, für mich ist es dann wirklich rein die emotionale,
Speaker:Viktoria: zwischenmenschliche Komponente,
Speaker:Viktoria: die halt manchmal einfach mehr Wert hat, als jetzt rein, wer den Code geschrieben hat.
Speaker:Theo: Und ich stelle gerade noch was fest. Und zwar, wenn ich jetzt eine E-Mail von dir bekomme.
Speaker:Theo: Egal, ob die jetzt mit Viktoria unterschrieben ist oder Hayley von Viktoria. Beides finde ich fein.
Speaker:Theo: Hätte ich jetzt kein Problem damit. Und es würde mir sogar helfen,
Speaker:Theo: zu unterscheiden, wenn da Viktoria unten drunter steht, weiß ich, das ist alles tiptop.
Speaker:Theo: Und wenn da Hayley von Viktoria unten drunter steht, dann ist es auch okay.
Speaker:Theo: Ich würde nur quasi das zum Beispiel nicht unreflektiert jetzt danach extern
Speaker:Theo: weiterleiten, weil ich weiß, okay, da war eine KI im Spiel und das ist wie so eine Metainformation.
Speaker:Theo: Die ist wertungsfrei, aber die ist wichtig für einen Rezipienten, was er zu erwarten hat.
Speaker:Viktoria: Man liest auch den Text ganz anders. Also mir ist es manchmal schon so,
Speaker:Viktoria: wenn ich mal mindestens vermute, dass irgendein Text, irgendeine Zusammenfassung
Speaker:Viktoria: von irgendwas KI generiert ist und einfach wo ich weiß,
Speaker:Viktoria: die Person würde nie im Leben so viel Text zählen oder die Struktur schon so ein bisschen
Speaker:Viktoria: eine andere Handschrift trägt, sagen wir mal so. Das findet man ja auch so raus,
Speaker:Viktoria: ohne dass da jetzt explizit drunter steht, von wem sie ist.
Speaker:Viktoria: Aber selbst dann, man interpretiert den Text einfach anders,
Speaker:Viktoria: liest anders drüber, bewertet.
Speaker:Viktoria: Ja.
Speaker:Theo: Ja, und also zumindest mir geht es so, wenn ich weiß, ein Text kommt von einem
Speaker:Theo: GPT-Modell raus, habe ich eine andere Lese-Schablone, als wenn ich weiß,
Speaker:Theo: der Text kommt von einem Cloud-Modell, weil die unterschiedlich die Info strukturieren. Voll, ja.
Speaker:Theo: Ja, genau, und um quasi das Bild auch nochmal komplett zu machen,
Speaker:Theo: es gibt auch die Legit-Cases, wo es total okay ist, dass ein KI-Agent ohne eine persönliche,
Speaker:Theo: Berechtigung von einem User arbeitet. Also das sind vor allem diese sehr stark
Speaker:Theo: dunkelverarbeitungsgetriebenen Fälle, wie du machst eine Datenplausibilisierung
Speaker:Theo: auf einem Stammdatensatz oder sowas.
Speaker:Theo: Und das läuft immer, wenn der Datensatz aktualisiert wird, automatisch im Hintergrund
Speaker:Theo: und keiner kriegt was davon mit, außer es wird ein Problem festgestellt im Datensatz.
Speaker:Theo: Da brauchen wir nicht irgendwelche persönlichen Zugriffsrechte.
Speaker:Theo: Man muss dazu aber auch sagen die systeme die sind hat dann aber eher auch abgeschottet
Speaker:Theo: und nichts womit jemand dynamisch arbeitet und dann ist es okay,
Speaker:Theo: Ich habe da nicht den Fall, dass aus Versehen ein Agent missbraucht wird,
Speaker:Theo: um über die persönlichen Zugriffsrechte von einem Nutzer, also dass ein Nutzer
Speaker:Theo: seine persönlichen Zugriffsrechte übertritt, indem er sich den Agent als Steigbügelhalter
Speaker:Theo: für den Datenschutzverstoß oder sowas beschafft.
Speaker:Viktoria: Ja, weil der da im Zweifel einfach gar nicht rankommt und der ganze Agent quasi ge...
Speaker:Theo: Das ist ein Agent, der im Hintergrund läuft, genau.
Speaker:Viktoria: Genau, und entsprechend irgendwie eingeboxt ist, als dass der das macht,
Speaker:Viktoria: was er soll, aber da sonst keiner rankommt, ja.
Speaker:Theo: Ja, genau, genau, genau. Und das sind so eben die unterschiedlichen Cases,
Speaker:Theo: nur es ist halt eben sehr bequem,
Speaker:Theo: dass man sagt, okay, jetzt für den ersten POC bauen wir mal einen Agenten,
Speaker:Theo: der hat eher einen Service-Token,
Speaker:Theo: und dann eher omnipotent und dann, weil man es halt irgendwie vergessen hat,
Speaker:Theo: geht dieser Chatbot in Production, habe ich mit Maxime auch schon in den letzten
Speaker:Theo: Folgen ein, zweimal angerissen,
Speaker:Theo: das ist natürlich dann der Super-GAU.
Speaker:Theo: Wenn du sagst, okay, ich konnte jetzt Firmen-Wiki-Seiten lesen,
Speaker:Theo: die eigentlich der Geschäftsführung oder HR oder Finance vorenthalten gewesen sind, das ist schlecht.
Speaker:Viktoria: Ja, voll.
Speaker:Theo: Danke, Viktoria, für die Fragen.
Speaker:Viktoria: Sehr, sehr gerne. Hat Spaß gemacht.
Speaker:Theo: Jawohl, du darfst dich maximal anstrengen. Ich wünsche mir eine gute Besserung,
Speaker:Theo: dass es bald wieder besser geht.
Speaker:Viktoria: Absolut.
Speaker:Theo: Und bis zum nächsten Mal.
Speaker:Viktoria: Bis zum nächsten Mal. Vielen Dank.