Wäre es Fiktion, fänden wir es kitschig: Am 4. Juli 1826, dem 50. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung, sterben der zweite und der dritte Präsident der Vereinigten Staaten. Die Gründerväter John Adams (1735-1826) und Thomas Jefferson (1743-1826) waren einst im gemeinsamen Kampf für die amerikanische Unabhängigkeit und die Verfassung. Doch als sie im ersten Kabinett George Washingtons dienen, entwickeln sie sich zu politischen Gegnern, die sich 1800 einen der gehässigsten und hässlichsten Präsidentschaftswahlkämpfe der US-Geschichte liefern sollten. Wie konnte es zu einem solchen Bruderzwist kommen? Was können wir aus ihren Streitigkeiten für die heutige US-Politik lernen?
HSG-Alumnus Dr. Daniel Brühlmeier ist in die «Beziehungsgeschichte» der beiden eingetaucht und hat den Briefwechsel mit «So viele Themen bedrängen mich» zwischen ihnen übersetzt und kommentiert. Dr. Brühlmeier studierte ursprünglich Philosophie an der Universität Genf und doktorierte an der HSG zur Rechts- und Staatslehre von Adam Smith. Er war mehr als zwei Jahrzehnte lang beratend für die Zürcher Kantonsregierung tätig, unter anderem als Leiter der Aussenbeziehungen des Kantons. Daneben unterrichtete er immer wieder an unterschiedlichen Universitäten, darunter natürlich auch an seiner Alma Mater in St.Gallen.