Artwork for podcast Das Schwere leicht gesagt
Trauer am Arbeitsplatz - Erben ist Respekt - Dr. G. Flothow
Episode 12226th May 2026 • Das Schwere leicht gesagt • Stefan Hund
00:00:00 00:35:43

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Shownotes

Gute Erbregelung als Schutz für Familie, Arbeitsplatz und die eigene Würde

Trauer am Arbeitsplatz - Dr. Gerhart Flothow zu Gast im Trauermanager - Podcast

Gastgeber: Stefan Hund

Welche grundlegenden Herausforderungen entstehen beim Erben von Immobilien im heutigen Deutschland?

Das Vererben von Immobilien führt durch massiv gestiegene Grundstückswerte, komplexe steuerliche Anforderungen und veränderte gesellschaftliche Erwartungen zunehmend zu finanziellen und emotionalen Überforderungen. Dr. Gerhart Flothow erläutert: „Die Immobilienpreise, die Immobilienwerte sind durch die Decke gegangen […]. Geschwister auszuzahlen und die Immobilie zu sanieren, ist für die meisten finanziell nicht darstellbar, plus die Steuer“ Dr. Gerhart Flothow 01:19. Stefan Hund konkretisiert, dass heute „entweder du erbst Immobilien oder du arbeitest dich arm“ 02:53.

Mehr dazu im gerade erschienen Buch von Dr. Gerhart Flothow: "Erben" - Hier Link zum Bestellen

Warum eskalieren Erben häufig in Familienkonflikte – und was liegt tiefer?

Beim Vererben geht es nicht allein um Geld, sondern primär um Anerkennung und emotionale Altlasten. Dr. Gerhart Flothow stellt klar, dass „im Konflikt geht es […] um Anerkennung, Wertschätzung […] Das sind Themen, die auf der Erdebene auch nicht ausgleichbar sind. Eine unglückliche Kindheit sind nicht gleich fünf Mehrfamilienhäuser“ 06:42. Unrealistische Erwartungen und fehlende Kommunikation verschärfen diesen Effekt und führen zur Eskalation: „Die Menschen verrennen sich“ Dr. Gerhard Flotho 07:17.

Inwiefern ist fehlende Testamentsgestaltung respektlos und wirtschaftlich riskant?

Wer nichts regelt, nimmt seinen Angehörigen Würde, trauert nicht wirklich und gefährdet das eigene Lebenswerk. Stefan Hund nennt es „respektlos“, Dr. Gerhart Flothow ergänzt: „Angehörige haben ein Recht darauf, am Tag meiner Beerdigung zu trauern – und sich nicht mit dem zu befassen, was ich in meinem Leben hätte aufräumen können“ 08:30. Zusätzlich droht wirtschaftlicher Schaden: „Durch Nichtreglung im Erbe werden schnell Euroscheine weggeworfen […] Kein normaler Mensch schmeißt einfach mal Euroscheine zur Seite, aber genau das passiert“ Dr. Gerhart Flothow 10:18.

Wann und wie sollte man das Erbe (emotionale und sachliche Ebene) praxisorientiert regeln?

Das Erbe sollte geklärt werden, solange man geistig und körperlich voll leistungsfähig ist, da „im Pflegefall oder bei unerwarteter Krankheit“ schnelle Handlungsfähigkeit erforderlich ist Dr. Gerhart Flothow 17:11. Frühzeitige, offene Gespräche auf Augenhöhe mindern späteren Streit: „Ich empfehle, das Erbe dann zu regeln, wenn man den eigenen Tod noch weiter ferne hofft“ Dr. Gerhart Flothow 16:43. Die Erkenntnisse aus der Mediation und Praxis fließen direkt in die Trainings und Beratungsleistungen des Trauermanagers.

Wie unterstützt der „Trauermanager“ Unternehmen sowie betroffene Mitarbeitende im Erbfall?

Unternehmen können mit dem Trauermanager des Ingenieurbüros Heinke Wedler folgende Systemleistungen implementieren:

  • Firmenindividuelle SOPs: Maßgeschneiderte Handlungsanleitungen (z.B. für Trauerfall, schwere Diagnosen, inkl. Suizid)
  • Schulungsprogramme für Führungskräfte: Fokus auf die ersten 3 Minuten der Krisenbegegnung
  • Akute Notberatung: Klärt Fragen und gibt Sofortorientierung, jedoch ohne juristische/ärztliche Fachberatung
  • Kollaborativer Wissenskreislauf: Jede Erkenntnis, die Stefan Hund und Dr. Gerhart Flothow im Gespräch herausarbeiten, geht direkt in die Aktualisierung der Trauermanager-Plattform ein, um die Relevanz für Führungskräfte und Mitarbeitende zu sichern.

Prozessempfehlung für Firmen im Erbfall-Kontext:

  1. Situationsanalyse (z.B. akuter Trauerfall)
  2. Krisen-SOP anwenden / Notfallberatung kontaktieren
  3. Schlüssel-Rollen (Führungskräfte, HR) sofort schulen
  4. Externe Fachexpertise, z.B. Mediation, gezielt hinzuziehen
  5. Lessons Learned ins System und in die Prävention rückspielen

FAQ: Was fragen Betroffene und Unternehmen am häufigsten?

1. Was kostet es, einen Erbkonflikt nicht zu lösen?

„Wenn es blöd läuft, die Gesundheit und das Leben. Menschen, die sich über Jahre streiten, sehen aus, als ob sie Krebs gehabt hätten“ Dr. Gerhart Flothow 31:09.

2. Warum regeln so wenige ihr Erbe rechtzeitig?

Angst, Tabuisierung und familiäre Hierarchien blockieren Sachlichkeit: „Wir haben Tabuthemen, da gehört Tod und Erbe dazu …“ Dr. Gerhart Flothow 15:02.

3. Welche Rolle spielt der Trauermanager praktisch für Unternehmen?

Er ermöglicht, nach „Firmenlogik“ individuell abgesicherte, sofort handlungsfähige SOPs bereitzustellen und Führungskräfte für sensible Ausnahmesituationen zu qualifizieren. Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil bei Mitarbeiterbindung und Gesundheitsschutz.

Kontakt zu Dr. Gerhart Flothow in Mainz: www.immobilienkonflikte.de

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Wir sprechen über Themen rund um Trauer. Für Unternehmer, Führungskräfte und Betriebsräte.

Wir sind das

Ingenieurbüro Heinke Wedler, Ingenieurbüro für Arbeitssicherheit und ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement. - Laudenbach/Bergstraße

Wir stehen für gesundes Arbeiten und Handlungsfähigkeit von Unternehmen.

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Dein Gastgeber im Podcast: Stefan Hund, Trauermanager

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  1. Hast Du eine Frage, die wir thematisieren sollen? Schreib uns: podcast@trauermanager.de
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Die Hintergrundmusik: One Last Time by Dan Phillipson - Lic by Premiumbeat

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Impressum

Transcripts

Speaker:

Erben will gelernt sein. Und hier bei

Speaker:

Trauer am Arbeitsplatz, das schwere leicht gesagt,

Speaker:

gucken wir noch mal genauer hin. Denn manchmal ist es

Speaker:

nicht nur die Trauer, sondern manchmal sind es auch so die Begleitumstände. Und in dem

Speaker:

Moment, wo ich zum Beispiel ein Haus geerbt habe, aber nicht

Speaker:

alleine bin, dann könnte es Konflikte geben.

Speaker:

Und nach einem Jahr habe ich, habe ich mir wieder

Speaker:

den gleichen Fachmann eingeladen, nämlich Dr. Gerhart

Speaker:

Flutow. Lieber Gerhart, ganz herzlich willkommen. Vielen

Speaker:

Dank, dass ich hier sprechen darf. Liebe Hörerinnen und

Speaker:

Hörer, damit ihr noch mal wisst, wo ihr seid. Ihr seid hier im

Speaker:

Podcast des Trauermanagers, das schwere leicht gesagt.

Speaker:

Hier geht es um alle Themen rund um Trauer am Arbeitsplatz.

Speaker:

Und mein Name ist Stefan Hund. Ja,

Speaker:

lieber Gerhart, vor einem Jahr ziemlich genau warst du schon mal bei

Speaker:

uns. Wir haben auch zwischendurch das Thema

Speaker:

Erbe und wie gehe ich mit dem Erbe um bis hin zum Erbe ausschlagen

Speaker:

auch noch mal gehabt mit dem Jan Hindahl als

Speaker:

Rechtsanwalt. Und

Speaker:

was heißt es heutzutage ein Haus zu erben?

Speaker:

Da hat sich ja auch viel geändert innerhalb der letzten 30 Jahre.

Speaker:

Da hat sich sehr viel geändert. Vor allem hat sich geändert, dass die

Speaker:

Immobilienpreise, die Immobilienwerte durch die Decke

Speaker:

gegangen sind in den letzten 30 Jahren. Und tatsächlich ist

Speaker:

eine Besonderheit und die ist

Speaker:

halt immer wieder Teil des Problems, dass der Immobilienwert vor

Speaker:

allem wegen der Grundstücke nach oben gegangen ist. Das heißt, ich

Speaker:

muss als Geschwister auf Basis einen sehr hohen

Speaker:

Grundstückswert ausbezahlen, obwohl die Immobilie, die

Speaker:

draufsteht, in aller Regel sanierungsbedürftig ist.

Speaker:

Und das überfordert die meisten finanziell. Also

Speaker:

Geschwister auszuzahlen und die Immobilie zu sanieren, ist für die

Speaker:

meisten finanziell nicht darstellbar,

Speaker:

plus die Steuer. Das führt zu Konflikten, insbesondere dann, wenn man

Speaker:

sich kurz folgende Szene vor Augen fü Die

Speaker:

eigenen Eltern üblicherweise in der Generation

Speaker:

noch mit einem Einkommen, weil die

Speaker:

Mutter oft zu Hause war und die

Speaker:

konnte das Haus abbezahlen. Und ich als Kind kann es im

Speaker:

Erbfall, obwohl meine Frau und ich beide arbeiten, es

Speaker:

nicht mal mir leisten. Und da neigen natürlich

Speaker:

auch Menschen dazu, das als eigenen Mangel zu empfinden. Dabei

Speaker:

können sie überhaupt nichts dafür Die Gesellschaft hat sich verändert. Heute

Speaker:

gilt Immobilienvermögen schlägt Erwerbseinkommen. Das war halt

Speaker:

in der Generation der heutigen Erben in Toto anders.

Speaker:

Und das ist keine Schuld oder kein Verdient. Es ist halt einfach so.

Speaker:

Das heißt, um es auf den Punkt zu bringen, entweder du erbst

Speaker:

Immobilien oder du arbeitest dich arm. So ist es.

Speaker:

Also das Thema, Das hat sich tatsächlich geändert.

Speaker:

Früher war Arbeit das Wohlstandsversprechen und heute ist es

Speaker:

halt Erbung. Und in aller Regel

Speaker:

entscheidet die Frage, ob du erbst oder nicht, ob du mit deiner Familie im

Speaker:

Wohlstand der ersten Liga lebst oder im Wohlstand der zweite Liga.

Speaker:

Das ist natürlich gesellschaftlicher Sprengstoff.

Speaker:

Klar. Also ich habe jetzt gerade mit jemandem gesprochen,

Speaker:

die hat in Frankfurt zwei Häuser geerbt,

Speaker:

renovierungsbedürftig und die Häuser sind

Speaker:

im Millionenbereich und sie wird eines davon

Speaker:

verkaufen müssen, A um die Steuer zu bezahlen und B um das

Speaker:

andere zu renovieren. Und die weiß im Augenblick noch nicht,

Speaker:

wo ihr der Kopf steht. Da hat sie Gott sei Dank keine Erbengemeinschaft,

Speaker:

die sie mir erzählt hat. Aber trotzdem, selbst

Speaker:

in dieser Konstellation, wo es eigentlich einfach ist,

Speaker:

ist es sauschwer. Und die Erbschaftssteuer ist ja einer der

Speaker:

Steuer, wo diese Gesellschaft sich aus meiner Sicht und das ist auch

Speaker:

Teil in meinem neuen Buch, die Gesellschaft sich wirklich mal entscheiden

Speaker:

muss. Die Erbschaftsteuer bringt vom

Speaker:

Gesamtsteueraufkommen 1,5 Prozent, ist

Speaker:

also vom Aufkommen irrelevant. Gleichzeitig führt sie in Fällen,

Speaker:

wie du sie gerade beschrieben hast, zu wirklich richtig

Speaker:

ernsten Problemen und eine Steuer zu

Speaker:

generieren, die für Steueraufkommen nicht beiträgt und

Speaker:

gleichzeitig Einzelne in existenzielle Probleme bringt. Auf

Speaker:

so eine Idee können wir Deutsche kommen.

Speaker:

Zumal die Frau, mit der ich mich unterhalten habe,

Speaker:

die ist jünger als wir. Aber viele

Speaker:

haben ja eher das Problem, da ist derjenige der Erblasser oder

Speaker:

derjenige, der verstorben ist, sag mal 90 plus

Speaker:

Sohn oder Tochter, die geerbt hat oder die zusammen

Speaker:

geerbt haben, die sagen 70 plus, die

Speaker:

brauchen gegebenenfalls auch das Erbe gar nicht mehr, zumindest nicht vom.

Speaker:

Das ist ja einer der entscheidenden Punkte, die auch heute für

Speaker:

die Konflikte verantwortlich sind. Die gestiegene

Speaker:

Lebenserwartung verändert das Thema Erbo komplett.

Speaker:

Ich war auf einer Beerdigung, da stand der

Speaker:

jährige Sohn am Grab seiner Mutter,

Speaker:

er stand am Rollator. Ich sagte zu meiner Hoffentlich fällt

Speaker:

er nicht rein. Wenige Wochen ist er später, ist er

Speaker:

gestorben, da ist Erbe Syria. Es hat

Speaker:

keinerlei Bedeutung mehr. Der hätte Millionen erben können, er hätte

Speaker:

nichts mehr damit tun können. Die einzigen Wünsche, die er noch hatte, war ein

Speaker:

Stück Erdbeerkuchen und eine Runde im Park. Mehr war da nicht mehr drin.

Speaker:

Und das verändert das Thema. Deshalb müssen wir in meiner Welt heute auch über

Speaker:

das Thema reden, weil der Erbfall und

Speaker:

der höchste Geldbedarf der Erben fällt in aller Regel

Speaker:

nicht mehr zusammen. Ich frage jetzt

Speaker:

einfach mal, du bist ja ein sehr erfahrener

Speaker:

Immobilienmediator. Geht es eigentlich in erster Linie

Speaker:

bei den Leuten noch ums Geld oder um was geht es eigentlich?

Speaker:

Also Geld spielt schon eine Rolle, weil die Frage,

Speaker:

ob ich Immobilieneigentum habe oder nicht, ist halt keine ganz

Speaker:

unentscheidende Frage. Wenn ich mir die durchschnittliche Rente in Deutschland

Speaker:

angucke, ist eigentlich Miete zahlen im Alter nicht drin.

Speaker:

Das muss man schon offen sagen. Aber im Konflikt

Speaker:

geht es natürlich um Anerkennung, Wertschätzung und

Speaker:

natürlich gesehen werden von den eigenen Eltern. Und

Speaker:

das sind natürlich Themen, die auf der Erdebene auch nicht

Speaker:

ausgleichbar sind. Also eine unglückliche Kindheit

Speaker:

sind nicht gleich fünf Mehrfamilienhäuser. Also das gleicht sich nicht aus.

Speaker:

Und einer der wichtigen Punkte für mich als

Speaker:

Mediator ist unrealistische Erwartungshaltung

Speaker:

abzuräumen. Also eine unglückliche Kindheit kann

Speaker:

man über Erbe nicht auflösen. Komplett

Speaker:

unrealistisch. Wenn man es den Leuten sagt,

Speaker:

sagen sie es dann auch selbst, dass sie da sich

Speaker:

verraten haben. Aber es passiert relativ häufig,

Speaker:

dass die Menschen sich verrennen. Ich gehe mit meinen

Speaker:

Konfliktparteien einzelnen Wald spazieren, einfach

Speaker:

um mit den Menschen darüber zu sprechen, was sie wirklich

Speaker:

bewegt. Und das ist meistens was völlig anderes.

Speaker:

Du hast mir schon ein bisschen was im Blick auf dein Buch gesagt.

Speaker:

Da kam für mich ein Gedanke, den ich auch

Speaker:

früher auch als Gemeinde und Klinikpfacher immer wieder erlebt habe.

Speaker:

Nichts zu regeln ist doch eigentlich respektlos.

Speaker:

Absolut, absolut. Also gilt ja der

Speaker:

alte Satz, den hast du bestimmt auch schon hunderttausend

Speaker:

Mal gehört. Wenn ich da mal tot bin, kann es mir doch egal

Speaker:

sein.

Speaker:

Erster Fehler, die

Speaker:

Sterbreihenfolge steht nur ex post fest.

Speaker:

Ex kann das schief laufen, weil

Speaker:

wenn meine Frau, auch wenn sie eine jährige Oma hatte, einen

Speaker:

Unfall hat, hat sie halt einen Unfall. Und dann ist nicht meine Frau, die mein

Speaker:

bisschen aufräumen muss, sondern ich muss es selbst tun. Also das ist der erste

Speaker:

Punkt. Aber der zweite Ich glaube,

Speaker:

dass Angehörige ein Recht darauf haben, ein Recht

Speaker:

darauf haben, am Tag meiner Beerdigung

Speaker:

trauern zu dürfen und zu können und sich nicht darüber

Speaker:

Gedanken machen müssen und faktisch müssen,

Speaker:

was ich in meinem Leben hätte aufräumen können. Das ist nicht in

Speaker:

Rat. Das ist ein zweiter Punkt, warum ich

Speaker:

sehr stark dafür werbe. Ich habe das Buch ja geschrieben,

Speaker:

um das Thema Erben Ton zu entharmonisieren,

Speaker:

weil wir müssen über das Thema reden. Warum müssen wir darüber

Speaker:

reden? Es ist nicht trivial, sein

Speaker:

Erbe so zu regeln, dass die Erben was davon haben

Speaker:

und man gleichzeitig für Alter und Pflege versorgt ist.

Speaker:

Das ist nicht trivial. Und deshalb,

Speaker:

man kann es einfach dem Zufall überlassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das funktioniert,

Speaker:

ist nahe null.

Speaker:

Ja, wie gesagt, für mich ist auch noch mal so dieser Punkt, nichts

Speaker:

zu regeln ist ja respektlos. Auch ich denke auch sich selbst

Speaker:

gegenüber, denn jeder hat ja im Endeffekt zu diesen

Speaker:

Gedanken, wenn ich hier gehe, möchte ich nicht nur einen leeren

Speaker:

Tisch hinterlassen, sondern ich habe ja auch ein Lebenswerk, was ich

Speaker:

weitergeben will. Und in dem Moment, wo ich da

Speaker:

eine Immobilie, vielleicht auch eine ganze Firma

Speaker:

weitergebe und da nichts geregelt habe, dann

Speaker:

zerstöre ich doch hintenrum mein eigenes Lebenswerk.

Speaker:

Das ist eine perfekte Formulierung. Das ist genau so ist

Speaker:

es. Wir arbeiten ein ganzes Leben darauf,

Speaker:

was aufzubauen und schmeißen durch Nichtregelung von

Speaker:

Dingen Euro Scheine weg. Das

Speaker:

würden wir niemals tun. Kein normaler Mensch,

Speaker:

Milliardäre vielleicht, aber kein normaler Mensch

Speaker:

schmeißt einfach mal Euro Scheine zur Seite. Das ist aber

Speaker:

durch Nichtregnung im Erbe schnell passiert.

Speaker:

Immobilie muss verkauft werden, im Winter

Speaker:

verkaufen sich Immobilien schlechter, also kriegst

Speaker:

du Euro weniger. Das ist alles

Speaker:

nicht trivial. Das ist ein ernstes Thema. Und

Speaker:

weil du das nochmal sagst. Also es ist der Respekt vor dem eigenen Lebenswerk.

Speaker:

Größer kann es eigentlich nicht sein. Der zweite Punkt.

Speaker:

Ich glaube, dass man auch eine Planung für die Erbschaftsteuer haben

Speaker:

sollte. Man sollte ein Konzept haben, wo das Geld für die

Speaker:

Erbschaftssteuer hinkommt, weil es fällt

Speaker:

nicht vom Himmel. Und Immobilien unterscheiden sich ja vom Geld

Speaker:

dadurch, dass sie eben nicht beliebig teiler sind. Das ist ja

Speaker:

der fundamentale Unterschied, der übrigens im Steuerrecht keinen

Speaker:

Menschen interessiert. Es ist ein Unterschied, ob ich von dem Konto

Speaker:

mit der Million überweise oder von dem Haus

Speaker:

überweise, geht halt nicht.

Speaker:

Und dieses Problem kann man nur durch

Speaker:

vernünftige, verantwortungsvolle Vorsorge

Speaker:

regeln. Wie oft hast du das in deinem

Speaker:

Beruf? Du begleitest ja auch Menschen,

Speaker:

Ist fast, also wenn ich jetzt zurückgucke,

Speaker:

dieses Thema ist in irgendeiner Facette

Speaker:

fast bei jedem zweiten Beendigungsgespräch dabei.

Speaker:

Entweder dadurch, dass ich Geschwister, du

Speaker:

kennst den Satz, seid ihr euch noch einig? Oder habt ihr schon geteilt,

Speaker:

dass da eben halt der Verstorbene, ich

Speaker:

sage es jetzt mal sehr brutal, noch nicht mal kalt ist und

Speaker:

dann wird schon gefeilscht. Oder dann wird eben halt auch

Speaker:

gesagt, damals hat mein Onkel und so weiter und so fort.

Speaker:

Da werden dann teilweise auch Potjemkinsche Dörfer oder

Speaker:

eben halt Lügen aufgebaut, um da an bestimmte Sachen

Speaker:

ranzukommen. Oder es werden eben halt auch

Speaker:

Menschen ausgetrickst. Bis hin dazu,

Speaker:

es wäre nicht das erste Mal, dass wir den

Speaker:

Monatsende haben und nach dem liebe

Speaker:

Oma, schaff es noch zwei Stunden länger, damit der neue Monat begonnen

Speaker:

hat. Auch das habe ich erlebt im Krankenhaus.

Speaker:

Das muss man sich mal alles vorstellen, was das mit der Würde

Speaker:

eines Menschen zu tun hat.

Speaker:

Lass mich aber ein Aspekt noch mal auf den Tisch

Speaker:

legen, weil wir tatsächlich eine Zeitenwende haben, über die wird

Speaker:

zwar in Deutschland nicht gesprochen, aber wir haben tatsächlich eine Zeit.

Speaker:

Das, was wir jetzt aktuell erleben, hätte es unter Bismarck

Speaker:

nicht einen einzigen Fall gegeben. Wir erleben

Speaker:

das erste Mal, seit die Bundesrepublik Deutschland gibt,

Speaker:

dass in Einzelfällen zwei Generationen in Rente

Speaker:

sind. Wenn man heute

Speaker:

Wiesbaden aufwecken könnte und ihm das erzählen würde, würde

Speaker:

er sein Schuss.

Speaker:

Das ist von der Vorstellung, jemanden für die letzten

Speaker:

Jahre noch so ein bisschen zu versorgen. Das war ja die Vorstellung von

Speaker:

Bismarck, so zu zwei Generationen in Rente.

Speaker:

Und damit ist ja auch klar, dass die Kinder

Speaker:

der Erben faktisch in aller Regel schon ausgezogen sind.

Speaker:

Eine völlig neue Situation.

Speaker:

Ich würde gerne noch mal den Punkt zurückgehen. Warum wird

Speaker:

das in dem Moment nicht angegangen? Ist das aus deiner Sicht

Speaker:

Angst? Ist das Feigheit

Speaker:

konfliktscheu? Oder warum

Speaker:

geht es der Erblasser nicht an? Warum geht es gegebenenfalls auch die Familie

Speaker:

nicht an? So im Sinne, Es darf ja

Speaker:

keiner über den kranken Opa sprechen, auch wenn jeder genau

Speaker:

weiß, auch der Opa. Der Opa sagt mir eben halt auch beim

Speaker:

Krankenbesuch im Krankenhaus, Herr Pfarrer, ich habe noch

Speaker:

14 Tage und draußen vorher hat mir die Tochter

Speaker:

gesagt, sagen es meinem Vater nicht, aber er hat noch zwei Wochen.

Speaker:

Spätestens dann merkst du einfach auch den Irrsinn an dieser Stelle. Das ist

Speaker:

der völlige Irrsinn. Es ist ein völliger Irrsinn.

Speaker:

Und ich glaube, dass es zwei Probleme gibt.

Speaker:

Das eine Thema ist, wir haben Tabuthemen, da gehört Tod

Speaker:

und Erbe dazu. Darüber darf man nicht sprechen, was ich für

Speaker:

einen völligen Irrsinn halte, weil alleine die

Speaker:

Tatsache, dass die meisten Lottogewinner nachher ärmer sind als

Speaker:

vorher, zeigt, dass es nicht nur der Geldzugang ist,

Speaker:

sondern es ist auch die Frage, damit zu lernen

Speaker:

umzugehen. Gerade wenn ich Immobilien

Speaker:

erbe, dass ich auch weiß, okay, da ist eine Frau, die runter seit

Speaker:

35 Jahren, wenn ich denn jetzt die Mieter erhöhe, muss sie ausziehen.

Speaker:

Aber Wenn da jemand 35 Jahre wohnt, macht man das ihm

Speaker:

trotzdem nicht. Auch wenn das natürlich ökonomisch

Speaker:

richtig ist. Aber diese Verantwortung, das

Speaker:

ist ja die Kehrseite der Medaille, die auch zu lernen,

Speaker:

fällt eben nicht automatisch mit meinem Tod auf meine Tochter

Speaker:

über das der erste Punkt. Der zweite Punkt ist,

Speaker:

den halte ich persönlich für den allerwichtigsten Punkt. Ich

Speaker:

glaube, dass wir ein Problem haben, weil wir

Speaker:

immer noch in der Idee leben, dass die Eltern dem Tod

Speaker:

vorgeben und Kinder nicht in letzter Konsequenz auf Augenhöhe

Speaker:

sind. Und klar, wenn ich über meinen eigenen Tod spreche,

Speaker:

spreche ich über den Moment, wo meine Tochter lebt und ich

Speaker:

in der Kiste liege. Das ist keine

Speaker:

Augenhöhe. Da bin ich sogar unter meiner Tochter vor

Speaker:

den Augen. Und das fällt den meisten Menschen mit unseren Erziehungsmustern

Speaker:

halt schwer, mit Kindern wirklich auf Augenhöhe zu sein.

Speaker:

Aber daran kommt man trotzdem im

Speaker:

Leben nicht vorbei.

Speaker:

Ich empfehle, das Erbe dann zu regeln, wenn man

Speaker:

den eigenen Tod noch weiter ferne hofft. Man

Speaker:

weiß es ja nicht, Aber ich glaube, dass es einem leichter fällt,

Speaker:

wenn man das für irgendeinen Tag in

Speaker:

vielen, vielen Jahren regelt und nicht für den Tag heute.

Speaker:

Das zweite ist, glaube ich, es ist auch kein Nachteil, wenn man das gab

Speaker:

dann angeht, wenn man im Vollbesitz seiner Kräfte ist,

Speaker:

geistlich wie körperlich. Ich weiß nicht, wenn ich

Speaker:

morgen Krebs haben sollte, was Gott verhüten möge, ob ich dann

Speaker:

Lust hätte, mich um ein Erbe zu kümmern oder ob ich mich um meine Krankheit

Speaker:

kümmern wollte. Vermutlich wäre mir da die Krankheit jetzt im

Speaker:

Fokus. Und der dritte Punkt ist, wenn die

Speaker:

Erwartungshaltung der Erben noch nicht so groß

Speaker:

ist. Das will ich an folgender Filmszene

Speaker:

erläutern. Wir haben das alle schon mal gesehen. Da hat

Speaker:

ein älterer Mann einen Unfall. Die Angehörigen kommen ins

Speaker:

Krankenhaus und Machen diese

Speaker:

Operationen denn überhaupt noch Sinn? Ist das

Speaker:

wirtschaftlich denn noch verantwortbar? Es wäre doch

Speaker:

besser für ihn, wenn er jetzt abgehen könnte und für uns

Speaker:

auch war das ärm, gehändig. Und diese

Speaker:

Situation will ich in meinem Leben um alles

Speaker:

verhindern. Ich möchte nicht, dass irgendjemand zu

Speaker:

jemandem sagt, wägen wir doch mal ab. Deshalb

Speaker:

rege früh Vollbesitz seiner Kräfte. Es gibt

Speaker:

keine Garantie, dass nur die anderen Unfälle haben und schwere

Speaker:

Krankheiten haben und geringe Erwartungshaltung. Das macht die

Speaker:

Sache sehr viel leichter. Jetzt habe ich eine gute

Speaker:

Nachricht. Es ist

Speaker:

bewiesen, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen den

Speaker:

Dinge anzugehen und schwere Krankheit. Das heißt, wenn man

Speaker:

das regelt, kriegt man weder eine schwere Krankheit

Speaker:

dadurch noch ein Unfall. Es ist völlig unabhängig

Speaker:

voneinander. Sehe ich nicht ganz so.

Speaker:

Also ich sehe, ich kann es auch nicht nachvollziehen

Speaker:

im Sinne von, wenn ich darüber rede, dann bekomme ich es, sondern ich erlebe

Speaker:

es eher so, In dem Moment, wo ich zwei Hände frei

Speaker:

habe, kann ich leichter gehen. Ich habe viele

Speaker:

Menschen auf den letzten Metern des Lebens begleitet und in dem

Speaker:

Moment, wo klar war, alles war geregelt, der Tisch war sauber,

Speaker:

in dem Moment konnten die Menschen deutlich einfacher gehen, als

Speaker:

wenn es da noch riesen Berge auf dem Tisch gab, die es eigentlich

Speaker:

nur so hätte zu regeln hätte geben müssen. Also

Speaker:

das ist natürlich zu 100 Prozent genauso, wie du es sagst.

Speaker:

Ich meinte es anders. Ich meinte es wenn man

Speaker:

vorhat, regelt, passiert dadurch nichts Negatives. Aber was

Speaker:

richtig ist, und das ist ja deine these, da stimme ich zu 100

Speaker:

Prozent zu Menschen können nicht

Speaker:

ungeregelt sterben. Die Menschen atmen auf,

Speaker:

wenn sie die Dinge regeln. Also tut man sich seinem eigenen

Speaker:

Lebenswerk und auch der Qualität des Abganges, soweit man da

Speaker:

Qualität haben kann. Aber in Sorge zu sterben, in

Speaker:

Ungewissheit zu sterben, ist bestimmt nicht schön. Nein,

Speaker:

nein. Und tief im Inneren wissen wir Menschen ja, dass wir die

Speaker:

Themen regeln müssen. Ja,

Speaker:

aber jetzt der dritte

Speaker:

Aspekt ist, es ist eine schwere Aufgabe, sein Erbe zu regeln

Speaker:

ist nicht trivial. Das darf man auch mal sagen.

Speaker:

Aber manche sind auch

Speaker:

überregelbütig. Da

Speaker:

gibt es so manche nach dem Motto, ich habe hier

Speaker:

eine Million zu vererben, die bekommst du aber erst, wenn du auf

Speaker:

jeden Fall zum 30. Geburtstag verheiratet bist.

Speaker:

Oder wenn du die Firma mit übernimmst. Wie siehst du das an dieser

Speaker:

Stelle, wenn man sowas mit in die Erbdiskussion mit

Speaker:

reinbringen möchte? Ich halte das für völlig unmöglich,

Speaker:

ehrlich gesagt, weil es in meiner Welt maximal übergriffig

Speaker:

ist. Ich bin froh, dass keiner meiner Vorfahren

Speaker:

Bäcker war. Ich bin ein notorischer

Speaker:

Spätaussteller. Also es hätte kein schlimmeres Erbe für mich geben

Speaker:

können als eine Bäckerei. Ich glaube,

Speaker:

dass wir, das ist natürlich auch ein Punkt, der das Thema

Speaker:

schwer macht, ich glaube, dass Eltern akzeptieren

Speaker:

müssen. Ich glaube, dass Eltern akzeptieren müssen, dass Kinder

Speaker:

immer aus dem höchst egoistischen Wunsch der Eltern entstehen,

Speaker:

weil die Kinder werden ja nicht gefragt. Es sind ja die Eltern, die entscheiden, ob

Speaker:

sie ein Kind haben wollen oder nicht. Und aus

Speaker:

diesem Wunsch, ein Kind haben zu wollen, leitet sich für mich

Speaker:

erstmal Pflichten für die Eltern ab und nicht für die Kinder, weil die hat

Speaker:

niemand gefragt. Und ich glaube tatsächlich, dass wir lernen

Speaker:

müssen, radikal anzuerkennen, dass mein

Speaker:

Lebenslauf nicht zwingend der Entwurf für den

Speaker:

Lebenslauf meiner Tochter ist. Absolut.

Speaker:

Das ist nicht immer leicht, aber ich glaube, dass wir das lernen

Speaker:

müssen anzuerkennen, Zumal sonst hat,

Speaker:

glaube ich, du hast jetzt gerade gesagt, deine Tochter oder mein

Speaker:

Sohn, dann haben die einfach auch

Speaker:

eine bewusste Möglichkeit, das einfach auch zu zerstören,

Speaker:

einen Auftrag, das zu zerstören und eben halt nicht

Speaker:

gleichzeitig die

Speaker:

unverrichteten Aufgaben der Eltern zu

Speaker:

übernehmen und möglicherweise zu Ende zu führen, denn das ist

Speaker:

übergriffig, Überforderung und passt einfach nicht.

Speaker:

Und ich bringe das immer gerne mit. Es gibt ja von Bismarck

Speaker:

dieses Generation Modell, die erste baut auf, die zweite

Speaker:

hält die dritte Versauber. Man

Speaker:

kann sich nicht aussuchen, ob man die erste, zweite oder dritte Generation ist,

Speaker:

aber ich hätte keine Lust, da die dritte Generation zu sein.

Speaker:

Ganz klar, ganz klar. Und ich sage mal so, wir

Speaker:

beide sind altersmäßig beieinander. Wir haben, glaube ich, in der Schule alle noch die

Speaker:

Buttenbruchs lesen dürfen und da haben wir es ja nun

Speaker:

auf 1000 Seiten direkt dargestellt. Bekommen, was das an der

Speaker:

Stelle dann bedeutet. Das ist so. Und

Speaker:

ich glaube auch, dass man sich bewusst sein darf, dass

Speaker:

Eltern, die einen zu großen Schatten werfen, ihre Kinder

Speaker:

im Dunkeln leben lassen. Das würde ich für mein Kind nicht wollen.

Speaker:

Das würde ich für mein Kind nicht wollen. Und ich

Speaker:

müsste, glaube ich, auch akzeptieren, dass vielleicht meine Tochter eine

Speaker:

andere Risikoaffinität hat als ich. Nicht

Speaker:

schlechter oder besser. Es ist halt anders.

Speaker:

Und ich stelle dann immer noch die Frage, welchen Platz

Speaker:

hat ein kind, wenn es 5, 6, 7 Millionen erbt?

Speaker:

Was soll es denn da selber leisten? Dann

Speaker:

finde ich noch einen sehr, sehr wichtigen Aspekt. Da

Speaker:

kommt die Tochter zu ihrem Vater. Der Vater ist sehr

Speaker:

vermögend und die Tochter fragt den Vater, darf

Speaker:

ich dich etwas fragen? Der Vater sagt, natürlich darfst du mich was fragen,

Speaker:

jederzeit. Und dann fragt die Tochter,

Speaker:

wie finde ich denn heraus, wenn ein Mann mich küssen will, dass

Speaker:

er mich küssen will und nicht ein Geld.

Speaker:

Auch der Aspekt darf beachtet werden und ernst genommen werden.

Speaker:

Oh ja, gib dir den,

Speaker:

Heirate nicht um des Geldes willen. Auf der Bank bekommst du es billiger.

Speaker:

Genau,

Speaker:

Aber all solche Aspekte habe ich in meinem neuen Buch drin. Ich habe das Thema

Speaker:

bewusst mal nicht juristisch angegangen. Bewusst nicht

Speaker:

juristisch angegangen, sondern Erbe ist keine

Speaker:

Rechenaufgabe. Du hast auch

Speaker:

noch mal so dieses Stichwort

Speaker:

Erben darüber sprechen auf Augenhöhe.

Speaker:

Was heißt für dich in dem Moment Augenhöhe? Wie bringst du den

Speaker:

Erblasser auf die Augenhöhe? Denn das haben wir ja teilweise auch

Speaker:

als ein Problem, dass der Erblasser möglicherweise nicht auf Augenhöhe ist.

Speaker:

Oder wie bringst du die verschiedenen Erben auf Augenhöhe, damit sie

Speaker:

einfach miteinander überhaupt Mediation machen können?

Speaker:

Das ist eine der schwierigsten Herausforderungen. Ich muss als

Speaker:

Mediator bei jedem Menschen, der bei mir Kunde ist, das

Speaker:

Liebenswerte herausfinden und ihm zeigen, dass ich

Speaker:

das sehe. Und dann ändert sich alles.

Speaker:

Das ist einer der Punkte, warum ich so gerne im Wald spazieren gehe,

Speaker:

weil man die Menschen anders kennenlernt. Und ich fange dann

Speaker:

üblicherweise an, dass ich meine Schwächen erzähle.

Speaker:

In dem Moment, wo ich mich klein und verletzlich

Speaker:

zeige, kann jemand anders damit anders

Speaker:

umgehen.

Speaker:

Aber all das ist in meinem neuen Buch. Ja,

Speaker:

du hast auch in deinem neuen Buch einen

Speaker:

Aspekt drin, der brachte mich zu dem Punkt, es gibt ja

Speaker:

diesen Satz mit warmen Händen geben. Ich würde

Speaker:

ihn abwandeln, gerne warmen Lippen

Speaker:

geben, denn mit warmen

Speaker:

Händen, da ist für mich auch so diese

Speaker:

Gefahr drin. Ich gebe etwas mit warmen Händen und

Speaker:

lieber Sohn, liebe Tochter, du bekommst jetzt hier die Wohnung, aber ich hätte gerne

Speaker:

Nießbrauch recht und das ist ja für viele auch eine

Speaker:

Falle hintenrum. Wie erlebst du so was?

Speaker:

Also das sind problematische

Speaker:

Situationen, das ist gar keine Frage, weil die Dinge

Speaker:

natürlich lange dauern können und

Speaker:

natürlich auch Kreditwürdigkeit kosten können und und und.

Speaker:

Da gibt es eine Million Probleme und das gegenseitige unter Druck setzen

Speaker:

ist halt auch keine gute Basis, um Familienfried zu schaffen.

Speaker:

Das ist halt einfach ein schweres Thema.

Speaker:

Aber Immobilien insbesondere ist halt wirklich das

Speaker:

Thema, weil sie auf Basis von Erwerbseinkommen für die meisten nicht mehr

Speaker:

finanzierbar sind. Und das ist ein gesellschaftliches Problem.

Speaker:

Ich glaube, wir müssen über das Thema ohnehin noch mal anders sprechen,

Speaker:

weil wir werden jetzt eine Generation

Speaker:

bekommen, wo es einige gibt, die, wie ich sage, verzeih

Speaker:

mir mit Sperma Lotterie von Geburt an nicht arbeiten müssen

Speaker:

und andere leben mit Altersarmut und sammeln Flaschen. Da werden

Speaker:

wir eine Antwort darauf finden müssen als Gesellschaft und zwar nicht im

Speaker:

Gegeneinander, sondern im Miteinander. Aber das hält der

Speaker:

Gesellschaft auf Dauer nicht aus. Ich

Speaker:

würde noch eins dazusetzen, Das, was ich erlebe, ist, dass

Speaker:

die Konfliktfähigkeit der Einzelnen

Speaker:

innerhalb der letzten zwei Generationen

Speaker:

auch ziemlich deutlich abgenommen hat.

Speaker:

Das ist ein Bemerk oder eine

Speaker:

Feststellung, die ich auch schon mache. Über dieses Thema schreibe ich

Speaker:

aktuell ein Buch, was auch noch in diesem Jahr kommen wird, weil ich wirklich

Speaker:

glaube, dass wir Probleme hatten. Wir haben das Problem, dass wir

Speaker:

andere Standpunkte nicht mehr aushalten.

Speaker:

Ja, also ich habe jetzt eine Diskussion mit einer Kollegin,

Speaker:

die für Pflichtteil ist. Ich bin dagegen, ich bin dafür, dass man das

Speaker:

abschafft. Sie ist dafür, es beizubehalten, Aber

Speaker:

darüber kann man doch diskutieren, ohne dass man sich gegenseitig an den Hals

Speaker:

geht. Und ihr Beispiel, was sie gebracht hat, fand ich sehr gut. Wenn

Speaker:

als Kind bis Handwerk wählt in der Kindheit, dann

Speaker:

kann man ihm wohl kaum vorwerfen, dass es als Erwachsener keinen Kontakt mit seinen Eltern

Speaker:

haben will. Das wäre auch schon ein Argument

Speaker:

pro Pflichtteil. Das teile ich das Argument. Im Ergebnis

Speaker:

komme ich trotzdem zu Ergebnis. Aber das zu

Speaker:

diskutieren, das müssen wir wieder lernen auszuhalten.

Speaker:

Auf jeden Fall. Und wenn ich den ganzen

Speaker:

Blumenstrauß, über den wir jetzt gesprochen haben,

Speaker:

in dem Moment, wo ich noch irgendwo in einem Unternehmen arbeite,

Speaker:

dann belastet mich das ja auch, wenn ich der Erbe bin oder möglicherweise

Speaker:

zu Hause den Vater habe, der jetzt der jährige Erbe

Speaker:

ist und der einfach nicht mehr weiß. Wie gehe ich damit um?

Speaker:

Was rätst du an dieser Stelle möglicherweise auch den Führungskräften oder den

Speaker:

Arbeitgebern, wenn sie einen Mitarbeiter haben, der genau vor dieser

Speaker:

Herausforderung steht? Er braucht Unterstützung.

Speaker:

Ich glaube, die kann er auch bei dir finden. Oder irre ich mich da? Wir

Speaker:

geben an der Stelle, wir zeigen Wege auf, also juristisch beraten,

Speaker:

das können wir nicht. Da geben wir gerne weiter, zum

Speaker:

Beispiel, wie es neulich getan habe, an dich.

Speaker:

Aber klar, die brauchen an dieser Stelle Unterstützung. Und es muss

Speaker:

ganz klar sein, dass das ein Thema ist, was Leute wirklich

Speaker:

aus der Bahn schmeißt. Das ist genau einer

Speaker:

der Punkte. Deshalb habe ich auch dieses Buch geschrieben, weil das

Speaker:

Thema gehört entabuisiert. Ich bin ja nicht auf

Speaker:

rechtlicher Ebene unterwegs, ich bin rein auf emotionaler Ebene unterwegs, aber

Speaker:

das ist für die Menschen eine Überforderung. Und wenn dann

Speaker:

jetzt am Arbeitsplatz noch was schief läuft,

Speaker:

weil jemand überlastet ist, dann doch Abmahnungen kommen oder

Speaker:

Kündigung. Was für ein Desaster. Alle reden von

Speaker:

Fachkräftemangel. Hier hat dann ja der Arbeitgeber einfach seine Rolle nicht

Speaker:

wahrgenommen. Wenn jemand 30 Jahre beschäftigt ist und

Speaker:

er hat zwei Jahre ein Thema, dann kann man doch wirklich

Speaker:

jemanden wie dich einbinden, um den Menschen eine

Speaker:

Perspektive zu geben. Und es ist nicht

Speaker:

trivial. Das belastet Menschen,

Speaker:

wenn du im Augenblick einfach noch mal Vieles sind ja auch nur, ich sag mal,

Speaker:

über den Geldbeutel erreichbar. Was würdest du aus deiner Erfahrung

Speaker:

sagen, was ist der Wert

Speaker:

oder was würde es kosten, sich nicht zu einigen?

Speaker:

Also es kostet ein Vielfaches letztlich,

Speaker:

wenn es blöd läuft, die Gesundheit und das Leben. Also

Speaker:

Menschen, die sich über Jahre streiten, sehen aus, als ob sie Krebs

Speaker:

gehabt hätten. Und das Absurde ist,

Speaker:

wenn sie sich über Jahre streitet, ist es ihn letztlich in der Sache für nicht

Speaker:

egal, weil das Beenden des Streites alleine reicht.

Speaker:

Und deshalb glaube ich auch tatsächlich, dass man, wenn man

Speaker:

einen Konflikt hat, wenn man Trauer hat, sollte man zu

Speaker:

dir gehen, weil das ist kein triviales Thema. Das muss man

Speaker:

ernst nehmen. Und das Zweite ist, wenn man einen Konflikt hat, sollte man

Speaker:

sich mal überlegen, ob man ihn nicht auch auswürfeln könnte.

Speaker:

Weil meistens ist eine Lösung, selbst wenn

Speaker:

sie nicht ganz optimal ist, für mich besser als die

Speaker:

optimale Lösung. Nach vielen, vielen

Speaker:

Das macht ja richtig Mut, wenn ich mich mit dem

Speaker:

Thema auseinandersetzen will, in dein Buch reinzugucken, denn

Speaker:

ich habe nicht das Problem, da schreibt wieder

Speaker:

ein Jurist und ich kann die 87 Paragraphen

Speaker:

da unten drunter nicht lesen und die Busnoten will ich nicht lesen,

Speaker:

sondern es hat etwas mit mir und meinem Leben zu tun bzw. Mit dem

Speaker:

Leben meiner Mitarbeiter. Und insofern absolut,

Speaker:

ich habe es bewusst in drei Kategorien geteilt.

Speaker:

Drei. Das erste sind Geschichten aus dem Leben und

Speaker:

jedem daran. Kein Mensch muss sich dafür schämen,

Speaker:

dass in der Familie Streit ist. Es ist auch bei allen anderen Streit,

Speaker:

weil das Thema Erbe hat halt durch die höhere Lebenserwartung und

Speaker:

das nicht mehr in vollem Maße geltende Wohlstandsversprechen von

Speaker:

Arbeit eine völlig neue Bedeutung bekommt. Das ist der erste

Speaker:

Punkt. Wichtig enthaben. Keiner muss sich dafür

Speaker:

schämen. Das zweite ist, wir müssen als Gesellschaft

Speaker:

diskutieren. Das ist Sperber, Lotterie versus

Speaker:

Altersarmut. Das muss man auch in beiden

Speaker:

Welten, nicht gegeneinander, aber miteinander diskutieren. Und das dritte

Speaker:

ist, die Dinge, die man tun muss. Es gibt

Speaker:

Vollmachte, die muss man haben und

Speaker:

wenn Immobilien dabei sind, dürfen die bitte auch notariell sein.

Speaker:

Und wenn man dann denkt, naja, brauche ich doch alles nicht,

Speaker:

wenn ich tot umfalle, erbt das ja von alleine und so. Ja,

Speaker:

mag ja alles sein. Erstens kann das mit Erbschein dauern, aber das ist mal der

Speaker:

eine Punkt. Aber der andere Punkt ist, was passiert denn im Pflegefall,

Speaker:

im Pflegefall und die Immobilie müsste verkauft werden, bis man das dann

Speaker:

realisiert hat. Viel Spaß dabei. Das sind Punkte, die muss

Speaker:

man regeln, die muss man angeben und das darf man nicht dem Zufall

Speaker:

überlassen. Und all das.

Speaker:

Deutsche Wirtschaftsbriefverlag erschienen. Dieser Verlag ist

Speaker:

im Moment relativ oder ist immer sehr erfolgreich.

Speaker:

Aktuell hat er die Biografie von Wolfgang Krupp, dem

Speaker:

Trigema Inhaber, veröffentlicht. Also renommierter

Speaker:

Verlag. Gutes Buch.

Speaker:

Ich sag mal ganz, ganz herzlichen Dank. Ich

Speaker:

wünsche dir und deinem Buch viele Leser, viele nachdenkliche

Speaker:

Leser, die einfach an dieser Stelle in Bewegung kommen.

Speaker:

Denn um deinen letzten Punkt nochmal aufzugreifen, was vielen nicht

Speaker:

bewusst ist, in dem Moment, wo ich einen

Speaker:

Schlaganfall habe und nicht mehr handlungsfähig bin, nichts

Speaker:

hinterlegt habe, dann bekomme ich

Speaker:

jemanden vom Gericht bestellt, der das nachher ordnet

Speaker:

und ob der das im Sinne meines Unternehmens, meiner

Speaker:

Familie in meinem Sinne macht, lassen wir einfach mal offen.

Speaker:

Insofern wünsche ich eine gute Lektüre.

Speaker:

Ich darf einen Satz ergänzen. Woher soll er wissen, wie

Speaker:

du es machst, wenn er dich nicht mehr gekannt hat? Es ist ja eine Person,

Speaker:

die da bestellt wird, die dich gar nicht kennt.

Speaker:

Also liebe Leute, wir sollten darüber nicht nur

Speaker:

reden, wir sollten vielleicht das Buch lesen und wir sollten da

Speaker:

wirklich in Aktion gehen, denn es gibt ein zu spät

Speaker:

und das wirkt sich auf jeden Fall auf den Arbeitsplatz aus.

Speaker:

Absolut. Vielen Dank, ich habe zu

Speaker:

danken und bis zur nächsten Folge. Liebe Hörerinnen und Hörer,

Speaker:

wenn ihr noch Fragen habt, in den Shownotes findet ihr die

Speaker:

Kontakte, Schreibt uns, wir werden antworten.

Speaker:

Dankeschön.

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