Folge 19 mit TV-Koch und Unternehmer Tim Mälzer. Im Gespräch mit SQUARE-Intendant Tim Kramer und Corinne Riedener spricht der Hamburger über die Bedeutung des Geschichtenerzählens in der Gastronomie. Er vertritt eine Philosophie, die Essen mit persönlichen Erzählungen verknüpft, und erklärt, dass unsere Lieblingsgerichte oft untrennbar mit bedeutungsvollen Erinnerungen und Emotionen verbunden sind. Ausserdem spricht Mälzer über die Herausforderungen des öffentlichen Lebens, die Unbeständigkeit des Erfolgs und die Resilienz im Angesicht des Scheiterns.
Das Gespräch wurde am 25. März 2026 im Rahmen von Tim Mälzers Aufenthalt als Artist in Residence am SQUARE aufgezeichnet.
Square Talks, unser Podcast mit Den Personalities und Artists in Residence. Willkommen zur 19. Episode von SquareTalks. Heute haben wir einen Gast, den muss man eigentlich nicht mehr vorstellen.
Er ist Koch, er ist Unternehmer, TV Promi, war jetzt drei Tage bei uns als Artist in Residence am Square und er hat heute seine erste Kinderfestbratwurst verköstigt. Willkommen Tim Melzer.
tim m.:Hallo, vielen herzlichen Dank für die Einladung. So langsam fühle ich mich auch heimisch.
co:Neben uns sitzt der andere Tim, der Kramer. Ich glaube, ich muss jetzt einfach vom Melzer und vom Kramer sprechen, wenn ich euch was frage.
Intendant ist quer, Ich bin Corin Redener, ebenfalls Team Square. Dann erzähl doch mal, Melzer, wie war die Kinderfestbratwurst?
tim m.:Die Wurst war wirklich gut. Am Ende des Tages ist eine Wurst.
co:Oh, können wir das rausschneiden?
tim m.:Nein, ist ja so. Die Wurst wird über das Handwerk bestimmt und das war sehr gut. Sie war sehr würzig.
Ist jetzt aber so auch nicht unbedingt, dass der Hamburger keine gute Wurst hat oder der Thüringer oder der Brandenburger oder Der Wurst ist ja schon irgendwie auch manchmal so ein regionales Icon, wo die Region glaubt, dass sie es erfunden haben. Wenn du aber ein Dorf weitergehst, dir.
co:Mal auch eine Die Olmer Bratwurst. Ich glaube, die ist patentiert, die hat die Rechte. Du darfst nicht jede Bratwurst, Olmer oder Kinderfestbratwurst.
tim m.:Warum Ulmer?
tim k.:Das ist die Landwirtschaftsmesse, die Ostschweizer Landwirtschaftmesse und Ausstellung.
tim m.:Also war toll gegrillt, war super. Das Momentum drumherum war ein bisschen. Ich glaube, die jungen Leute sagen cringe.
co:Vielleicht müssen wir uns erklären für unsere Zuhörerinnen. Wir haben eine kleine Frage Antwort Runde mit Romeo Meier vor dem Grill gespielt, was nur so ein bisschen angenehm war für dich.
tim m.:Es gibt, es gibt so Situationen. Ich bin ja nun wirklich eine Rampensau und es gibt aber Momente, vor denen ich immer große Angst hab und hatte. Das sind Autogrammstunden.
Meine größte Sorge ist, du hast eine Signierstunde, wenn du ein neues Kochbuch veröffentlichst, irgendwie sitz im Buchladen und da sind dann natürlich immer Tische aufgebaut und Bücher aufgebaut und dann gibt es eine Absperrkordel und dann sitzt du da und keiner will ein Autogramm.
tim k.:Ist das ein Traum oder ist es.
tim m.:Ich habe es leider mal bei jemandem gesehen.
Das fand ich ganz, ganz, ganz traurig und das ist ein ganz fürchterlicher Moment, weil du verlierst natürlich die Würde oder nicht Du verlierst nicht die Würde, aber es ist unangenehm. Es ist ein bisschen als wenn du vor deiner Traumfrau auf der Treppe ausrutscht oder den Schneidezahn ausschlägst.
Ist halt egal, kann passieren, aber trotzdem ist es wirklich unangenehm und es gibt auch so Definition von Karrieren wie wenn man sie am Anfang, wenn du gar nichts hast, dann hast du glaube ich auch gar keine ganz großen Ansprüche.
Jetzt war ich mal oder bin vielleicht auch noch, das muss man ein bisschen anders beurteilen noch relativ präsent innerhalb der wahrnehmbaren Karriere und wenn du dann irgendwann anfängst vor Karstadt Sparschäler zu verkaufen mit deinem Bild drauf, dann kann das sehr unangenehm sein, glaube ich. Das ist dann zwar immer noch toll, weil es immer noch dein Bild drauf, aber es ist schon so ein anderes Ding.
tim k.:Aber ist auch die Frage, wie sehr man abhängig ist von der Resonanz dann.
tim m.:In dem Fall oder Resonanz bedeutet Umsatz.
Umsatz wiederum bedeutet wahrscheinlich Einkommen und das ist ja insbesondere jetzt in dem Teil der Branche, von dem ich gerade rede, nämlich die Öffentlichkeit, die Medien ist das was sehr Volatiles? Es kann morgen vorbei sein, aber was.
tim k.:Glaubst du ist sozusagen der Umsatz sozusagen das entscheidende oder ist eigentlich mehr das angeknackste Ego dann das Problem?
tim m.:Klar das Ego.
Also jede Karriere hat irgendwann mal ein Ende oder es gibt wenige Leute, die außer Gottschalk hat auch ein Ende, ist auch durch, also muss man einfach sagen und ist auch schon vielleicht viele viele Jahre durch und die Karriere ist eigentlich wetten das und das Drumherum hat schon Knackse gehabt.
Also viel Erfolg kam da ja in bestimmten Bereichen auch nicht mehr so dolle das soll aber das Ganze nicht minimieren aber irgendwann ist dann okay, dann lässt der Druck nach, dann ist so ich bin jetzt 55, früher war ich der junge Wilde, jetzt bin ich irgendwie noch so der Möchtegern junge Wilde oder der alte Wilde aber irgendwann muss man auch der Realität mal ins Auge schauen und.
co:Ist das so, dass du dir schon jetzt Gedanken machst wie so ein Fußballer, was mache ich, wenn es nicht mehr läuft?
tim m.:Na gut, Gott sei Dank bin ich 55 und das ist auch in der allgemeinen Welt das Ende einer beruflichen Karriere. Und da freue ich mich doch schon sehr drauf. Also ich freue mich auf eine Art.
co:Von Ruhestand und dann, was machst du dann im Ruhestand?
tim m.:Pilotschein, Angelschein, ich baue ein Haus, keine Ahnung, ich leg einen Garten an. Also das, was so Ich züchte Schafe, irgendwas, irgendwas werde ich schon finden. Also ich werde immer irgendwas machen.
Ich werde immer irgendein Projekt machen.
Ich werde immer irgendwie umtriebig sein, weil dazu habe ich zu viele Ideen, bin ich zu kreativ und bin auch zu, wie soll ich sagen, ich bin auch gut nicht?
Also ich bin gut ahnungslos und ich gehöre zu den Menschen, die ganz wenig drüber nachdenken, was schiefgehen kann, sondern vielmehr überlegen, wie kriege ich das gewuppt, wie kriege ich das umgesetzt? Welche Ideen kann ich, was kann ich dazu beitragen?
tim k.:Aber ich habe auch rausgehört, dass du so durchaus gesellschaftspolitisch auch Positionen hast und dich auch einbringst. Könnte das noch was sein, was du noch mehr ausbaust?
co:Bürgermeister?
tim m.:Ja, spaßeshalber sage ich immer, egal welchen Bürgermeister ich kennenlerne, sag ich benimm dich, ich will deinen Job. Es gibt einen Film, der heißt Eat the Rich und da ist Lemmy von Moderhead, der Sänger ist der Außenminister von England.
Und wenn da die Nation ein Problem miteinander haben, dann ziehen wir sich die Außenminister sozusagen in einen Raum zurück und hauen sie auf die Schnauze. Und wer gewinnt, der hat Recht. Und wenn man das jetzt mal auf die große Weltpolitik bezieht, funktioniert das ja genau, der stärkere Gewinn, fertig.
Plus, dass da nur zwei Leute beteiligt sind.
Und ich finde manchmal so diesen pragmatischen Ansatz einfach zu Warum macht ihr nicht Arm drücken ist doch genau das Gleiche, nur einfach kleiner und schneller.
Und ich denke manchmal, insbesondere ein Mensch wie ich, der eigentlich nichts zu verlieren hat, weil ich ja nicht, also jetzt in der politischen Wahrnehmung oder so, darf der manchmal Wahrheiten klarer aussprechen. Ich glaube, dass nicht die Politiker einfach nur alles verklausulieren.
Ich glaube auch, dass der Empfänger, also wir die Wähler, manchmal die Wahrheit gar nicht hören wollen oder sehr umdrehen. Und das ist mir relativ egal.
co:Ja, du hast ja mehrmals gesagt in den letzten zwei Tagen, dass wir zu wenig streiten, auch als Gesellschaft, aber die politische Bühne doch ein guter Orden mehr zu streiten.
tim m.:Aber ich glaube die Politik. Also ich habe das während Corona ja festgestellt, da habe ich mich ja sehr eingesetzt für die Gastronomie, für die Soforthilfen etc.
Und habe das wirklich versucht, auch sehr schnell und unkompliziert in der Umsetzung mit nicht ich alleine, sondern ganz, ganz viele haben da gearbeitet.
Und das war schon faszinierend zu sehen, wie sehr die Politik, wenn die Türen geschlossen sind, wie konstruktiv die miteinander gesprochen haben, wie inhaltlich wertvoll die gesprochen haben, wie sehr die sich gegenseitig zugehört haben. Und es war wirklich ein offenes Gespür am Arsch irgendwie, wenn die Türen auf waren.
Und es gab sozusagen Sendungspotenzial, wie schnell die sich hinter einem Programm versteckt haben, wie schnell sie versucht haben, dem Gegenüber was abzusprechen und wie sehr sie sich selber diese Lorbeeren ans Revers heften wollten in der oh, wir haben was Tolles gemacht und vielleicht kriegen wir dafür eine Stimme. Inhaltlich haben die gar nicht so schlecht gearbeitet.
Nur sobald irgendeine Kamera, ein Mikrofon dazu kam, habe ich so das tut doch jetzt das Spiel doch gerade gar keine Rolle.
Also wir haben doch jetzt gar kein parteipolitisches Problem, sondern wir haben gerade insgesamt eine gesellschaftliche Herausforderung auf so vielen Ebenen.
Da kann man doch mal ganz kurz das sein lassen, ob ich links, rechts, Mitte, oben, wo auch immer mich befinde oder ob ich blau, rot, schwarz bin, grün, gelb.
tim k.:Das ist tatsächlich so. Also man weiß ja, dass glaube ich, bei 80 Prozent aller Gesetzesvorlagen einstimmig beschlossen werden vom Bundestag Deutschland total irre.
Das wird nie irgendwo veröffentlicht oder so.
tim m.:Und dann eben dieses Krakele drumherum, wo ich auch sage, was soll das? Ich meine das, das ist für mich überflüssig. Deshalb glaube ich ja, ich könnte in der Politik aber eher auf Tresenniveau.
Ich könnte ja auch Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft sein, Das könnte ich auch. Ich habe nur gar keine Ahnung von Fußball. Aber deshalb weiß ich trotzdem.
Also ich habe eine Taktik und das ist halt aggressiver Tripler, Sturmfussball, Sturmfussball, Ich will nicht gewinnen, ich will gewinnen, das ist mein Ziel.
co:Aber das Ehrentor gibst du noch.
tim m.:Ja klar, Selbstverständ, den mache ich selber rein. Das ist das einzige Tor, was ich jeweils schieße, das Eigentor. Ne, Politik ist nichts für mich.
Ich habe das mal, deshalb sind auch Initiativen und solche Sachen alles nicht. Ich versuche die mit anzuschieben.
Ich versuche da ein bisschen mit tätig zu sein, aber per se Initiativen mich einzusetzen, finde ich wahnsinnig schwerfällig, weil dann kommen auf einmal zehn Meinungen, dann ist das nicht ganz konsequent, ist das nicht ganz richtig und dann zerfasert das Ganze schon wieder.
tim k.:Aber du hast durchaus den jungen Leuten gestern auch so ans Herz gelegt, ihr seid die, die in der Gesellschaft was machen können. Wie weit siehst du das dann bei dir auch, weil du jetzt sagst, da kann ich nicht sozusagen. Wo wäre bei dir der Ansatz, dass.
tim m.:Du was tun kannst? Ich glaube, wir haben da schon viel drüber. Ich bin ein Freund von Mikro. Also ich kann die Welt im Kleinen ganz leicht verändern.
Dafür brauche ich nur morgens aufwachen, ein bisschen freundlich zu meinen Mitmenschen sein. Da muss ich vielleicht einfach nur am Zebrastreifen einfach mal stehen lassen, stehen bleiben und die Fußgänger rübergehen lassen.
Wenn eine Fahrverengung kommt, kann ich vielleicht mit Lichthube anzeichnen, du darfst schon mal durchfahren, alles cool.
Ich muss nicht reinfahren, um eng jemandem Tür aufhalten, ein Stück Müll aufheben, was vielleicht bei mir in der Straße rumliegt, Dinge ganz simpel, nichts Großartiges. Vielleicht den Nachbarn mal fragen, ob es ihm gut geht, ob er irgendwas braucht. Das kann ein jeder und das kann auch ein jeder in seiner Welt.
Und ich habe das gemacht. Ich habe mich innerhalb meiner Branche der Gastronomie von einer bestimmten Form der Gastronomie distanziert.
Das war die Hochleistungs die Sterne die Wertungsgastronomie mit ihren Parametern, wie sie umgesetzt worden ist, mit der verbalen und physischen Misshandlung, die ich selber miterleben durfte, nicht auch an mir, aber bei mir kam es nicht so richtig an. Aber ich habe beobachtet, wie andere Menschen misshandelt worden sind. Durch meine Passivität war ich vielleicht auch teilweise ein Mittäter.
Und ich habe nämlich dann entschieden, das will ich nicht und versuche seitdem eine Gastronomie zu führen, die nicht auf der Ausbeutung, Missachtung, Misshandlung bestimmter Parameter basiert, sondern ich versuche ein guter Unternehmer zu sein. Klare Arbeitszeitenregelung, eine Kommunikation auf Augenhöhe, ein Fördern, ein Fordern auch ganz wichtig.
Ich möchte Leute nicht da stehen lassen, wo sie sind, sondern ich möchte mehr aus ihnen rausholen, weil ich schon der Meinung bin, dass die wenigsten Leute wirklich was aus dem Potenzial rausholen, weil sie zu oft hören, was sie nicht können.
tim k.:Und es macht sie auch unglücklich, wenn sie ihr Potenzial nicht aus. Also kann man zusammenfassen. It's nice to be important, but remember. It's important to be nice. So ein bisschen.
tim m.:Wenn das so ist, dann ja. Also mein Konzept ist ja immer Hilfe zur Selbsthilfe.
Einfach mehr an sich selber, mehr auf sich gucken, um zu gucken, was kann ich ändern, als immer nur den anderen für irgendwas. Die Verantwortung Ich würde ja, wenn ich könnte.
Das sind die schlimmsten Mitarbeiter, weil es gibt bei mir im Betrieb zum Beispiel ein einziges Nein und das ist meins. Egal welches Problem. Ja, aber das ist egal, welches Problem sie haben. Wenn sie oh, ich würde ja, aber der Mitarbeiter oder der Vorgesetzte.
Und dann sage ich, Diggi, ich bin jeden Tag im Laden. Ich sage immer, wenn ihr was verändern wollt, kommt zu mir. Wenn ihr das nicht macht, seid ihr verantwortlich dafür, dass sich die Welt nicht ändert.
co:Das heißt, du versuchst deinen Mitarbeitern auch Spielräume zu lassen, dass sie selbst irgendwie die Probleme lösen und nicht zu dir kommen. Und wie soll ich das machen?
tim m.:Richtig? Also komplett. Die sollen die Probleme lösen, dafür werden sie bezahlt. Dann bräuchte ich ja keine Abteilungsleiter.
Abteilungsleiter sind Führungskräfte. Führungskräfte treffen Entscheidungen. Führungskräfte führen Mitarbeiter.
Und führen bedeutet nicht, dass sie ihnen sagen, was sie zu tun haben, sondern das bedeutet, sie weiterzuentwickeln, sie auszubilden, sie mit ihren Schwachstellen sozusagen anzusprechen, zu konfrontieren, um zu gucken, OK, das ist nicht ganz so gut. Kritik wichtig. Wie übst du Kritik? Machst du das mit einer Herablassung, indem du Wenn ihr das nicht könnt, dann mache ich alles selber.
Ich glaube, ein ganz klassischer Unternehmerspruch Am liebsten würde ich alles selber machen. Das wird richtig katastrophal. Und ich sage immer am liebsten würde ich gar nichts selber machen.
Es ist eine wahnsinnig schlaue Sichtweise in meiner Welt.
tim k.:Und wenn es nach hinten losgeht, auch.
tim m.:Dann übernehme ich die Verantwortung.
Also es ist noch nie bei mir für jemanden diskreditiert, angeschwärzt oder entlassen oder wie auch immer abgemahnt wurden für eine Sache, die er gemacht hat, immer nur für Sachen, die er nicht gemacht hat.
co:Und hast du das mal gelernt, wie man konstruktiv und gut Kritik anbringt? Oder ist das auch so mit den Jahren gekommen.
tim m.:Ich weiß ja nicht, ob ich das gut mache, ob das konstruktiv ist. Ich mache es einfach. Und also ich habe da jetzt kein. Natürlich habe ich mich als. Ich habe mich auch mal coachen lassen.
Ich habe auch mal versucht zu hinterfragen, was ist dieses Arbeitgeber Arbeitnehmer Verhältnis? Was hat wirklich für den Arbeitnehmer eine Relevanz? Weil ich als Arbeitnehmer anders funktioniert habe. Also ich war anders als Arbeitnehmer.
Ich weiß einfach so, ich habe immer ein selbstständiges Denken gehabt in meinem Leben. Also wenn der Chef nicht da war, habe ich Entscheidungen getroffen. Ich habe das nicht mehr hinterfragt, ob ich das darf.
Das war für mich natural born. Vielleicht ist es die Prägung, vielleicht ist es die Kindheit, vielleicht das Landleben, keine Ahnung.
Ich habe es einfach gemacht und deshalb habe ich schon geguckt und ich habe auch mich mit Dingen beschäftigt, was ein Arbeitgeber ist. Und es gibt so ein paar Sätze, die bei mir hängen geblieben sind, an die ich mich nicht halte, aber orientiere.
Zum Beispiel ist ein Satz, den ich irgendwo mal gelesen habe oder gehört. Wenn du ein Inhaltsgetrie. Ne, warte, wie ist das, wenn du ein.
Unternehmensgründer bist, dessen Unternehmen eine Mitarbeiterzahl von 100 überschreitet, dann musst du aus der Geschäftsführung aussteigen, weil die Idee des Unternehmers lässt sich irgendwann nicht mehr weiter auf die vielen Mitarbeiter skalieren. Das heißt, deine Entscheidungen, die du teilweise triffst, sind zu emotional, weil du der Unternehmer bist, weil das dein Unternehmen ist.
Das ist deine Vision. Und irgendwann ab einer gewissen Größenordnung lässt sich das nicht mehr skalieren.
tim k.:Also der menschliche Faktor kann nicht mehr stattfinden. Dann ab einer bestimmten Größe lässt sich nicht mehr verweilen.
tim m.:Also auf beiden Seiten genau, lässt sich nicht mehr vorbei. Und daran halte ich mich. Also deshalb bin ich nicht der Geschäftsführer bei mir im Laden. Ich habe mein Fachbereich.
Das sind die Geschichten, die wir erzählen wollen. Das sind die Zwischentöne, das ist die Verdichtung der Atmosphäre.
Das sind inhaltliche Ideen im Sinne von was für Events, was wollen wir machen, wie wollen wir uns auf der Straße präsentieren. Wie es aber zur Umsetzung kommt, das überlasse ich den anderen.
tim k.:Geschichten erzählen.
co:Was heißt das konkret? Geschichten erzählen. Also kannst du da Beispiel machen von einem Projekt?
tim m.:Relativ simpel. Angenommen, du bist jetzt, wenn ich.
Ich glaube, Das trifft zu 90 95 Prozent zu, wenn ich dich nach deinem Lieblingsessen frage, dann wird es selten ein Essen sein und es wird das Essen von einer Person oder das Essen in einer bestimmten Situation oder in Verbindung mit einer bestimmten Erinnerung sein. Die Oma, der Urlaub, das Streetfood, das zahlt alles in dieses Essen mit hinein und dessen bin ich mir wohlbewusst.
Und diese Geschichte versuche ich zu kreieren. Das heißt, wenn ich sag mal, ein Lieblingsgericht von dir, wie bitte?
co:Später wahrscheinlich mit Käse.
tim m.:Genau. Und was ist Spätzle? Eiermehl, ein bisschen angeschlagen, ein bisschen gekocht und dann kommt Käse dazu. Kann ja nicht so kompliziert sein.
Jetzt muss ich ein bisschen gucken, gibt es eine regionale Ausarbeitung in deiner Region? Sind da noch Röstzwiebeln drauf? Ist da eine B, schmeißt das eine richtige Käsesoße oder ist es nur Käse, was unter ist?
Hauptgericht, Nimmst du Apfelmus dazu und dann mache ich das. Und dann versuche ich das Klischee zu treffen.
Wenn ich das Ganze jetzt in einem, ich sag mal, von Gucci designten Designergeschirr packe und dir mit goldenen Stäbchen serviere, dann mache ich eine Geschichte kaputt. Habe ich aber in Töpfern etwas erdenen, einfachen Teller. Wir waren gestern essen hier in Baratella, hast du mal das Geschirr angeguckt?
Es ist komplett aus der Zeit gefallen, aber es ist genau die Leinwand, die dieses Essen braucht. Alles ist perfekt, Es ist ein perfekter Laden.
Das Gericht, die Einfachheit, die Klarheit der Präsentation der Speisen, das ist diese ganze Emotion, was genau dafür sorgt, dass man sich in diesem Laden wohlfühlt, weil wir den Raum haben für uns. Wir konnten uns aufeinander konzentrieren, miteinander kommunizieren.
Und wenn ich jetzt anfange, deine komischen Spätzle auch noch mit Blattgold zu servieren, dann zerstöre ich die Geschichte. Also fange ich eher an, indem ich mir Parametern wähle.
Ich versuche ein Ambiente zu schaffen, dass du diese Wohligkeit, vielleicht das Lagerfeuer, vielleicht das Kamin, vielleicht sogar die Holzhütte, vielleicht sogar das zu erzählen. Wir haben das gerade in der Bollerei gehabt im Winter. Wir hatten relativ schweren Winter diesmal in Hamburg. Also.
co:Wir waren sogar da Ende Januar, da hatte Schnee, da waren wir in der Bullerei. Du hast uns eben nicht gesehen.
tim m.:Einen schweren Winter hatten wir und das ist ja nun mal so im Winter. Berge, Skilaufen. Was hast du beim Skilaufen? Isst du gerne Kaiserschmarrn?
Also habe ich angefangen einen Abend lang Schnitzel und Kaiserschmarrn zu machen, nur wegen des Wetters draußen, weil diese Idee im Sommer würde keine Geschichte erzählen, aber im Winter, wo Leute Sehnsüchte haben, wo sie das Wärmende haben wollen, wo sie Das wird diese Geschichte perfekt. Und das habe ich halt gemacht. Und schon kriegt dieses Gericht sehr viel mehr Bedeutung. Also es eigentlich hat, weil es auch.
tim k.:Nur Eier und Mehl und interdisziplinär mal gedacht Geschichten erzählen. Gibt es bei dir so? Also nicht Vorbilder, aber Inspirationen von Geschichtenerzählern, die nicht direkt mit der Küche zu tun haben.
tim m.:Ja, Musik ganz, ganz wichtig. Also ich vergleiche Kulinarik sehr viel mit Musik. Vielleicht nicht in der Also ich analysiere das nicht so hardcore, aber es ist schon.
Ich beneide Musiker sehr.
Ich würde am liebsten jedem Musiker die Nase brechen von dem Alter von 14 bis 84, weil mit 14, wenn der Typ, der da mit der Gitarre am Lagerfeuer beim Klassengrillen irgendwie saß, irgendwie so, wollte ich dem schon weg Feuer schubsen, weil das so schön war. Ich finde jeder, der eine Fertigkeit hat, seine Stimme oder ein Instrument so zu bewegen, dass du emotional berührt wirst. Musik war für mich wichtig.
Zwischen 14 und 30 ist bis heute so. Das ist die Musik, die ich immer noch höre und ich kann mich emotional durch Musik beeinflussen.
Wenn ich traurig bin oder wenn ich traurige Musik höre, dann werde ich automatisch ein bisschen ruhiger. Es gibt Lieder, die ich hören kann, da könnte ich sogar vielleicht auf Kommando heulen. Es gibt Bilder. Manchmal mache ich mir so Themenmomente.
Beerdigung ist ein ganz tolles Thema, Ganz tolles Thema.
co:Dann machst du ein Moodboard zum Thema,.
tim m.:Werde musikalisches Moodboard und dann steigere ich mich komplett rein und denke, oh Gott, wie sehr würde ich um mich selber trauern, wenn ich denn tot wäre.
Und dieses Lied spiel oh Gott, die Welt ohne mich, Weißt du, Liebe, Liebe, schöne Melancholie, Traurigkeit durch traurige Musik unterstützt, ist wunderschön. Fröhlichkeit, Frühjahrsputz, Sonntagmorgen, 10 Uhr, Fenster auf, bisschen poppig, ein bisschen druckvolle Musik.
co:Das Prinzip Playlist oder Playlist des Lebens.
tim m.:Und das Gleiche ist Kulinarik auch.
Wenn ich jetzt sage Weihnachten und Essen, sage ich, die eine Hälfte hat wahrscheinlich Enten, Gänsebraten, dann ist ein Viertel Fondue dabei, dann ist ein bisschen Das aber ist sofort eine Emotion da, da ist sofort ein Geschmack auf der Zunge. Ist genau das. Und das ist das, warum ich mich von Musik inspirieren lasse. Ich gucke auf Emotionen.
Der beste Fisch deines Lebens, den du je gegessen hast, wird wahrscheinlich zu großen Teilen im Urlaub gewesen sein.
Irgendwo Italien, Griechenland, Spanien, Frankreich, an der Küste, ganz einfaches Restaurant, Plastikstühle, ein bisschen Olivenöl, ein bisschen Auster, bisschen billiger, suave, irgendwie so. Warum ist das der beste Fisch?
Du bist entspannt, du hattest vielleicht Sonne, die Haut hat gekribbelt, vielleicht trotz vieler Jahre Beziehung hat man vielleicht auch noch mal ein bisschen rumgeknistert. Irgendwie so.
Du sitzt einfach und die Welt ist einfach gerade da, der Alltag ist nicht da, die Belastung ist nicht da, du bist viel offener und auf einmal komplett kommt ein einfaches Stück Fisch. Du siehst Meer und du denkst, der Fisch ist gerade aus diesem Meer gekommen, nur für mich, nur für dich.
Und dann fährt vielleicht noch ein Fischer vorbei. Das ist der Fischer, der hat mir und das erzählt dir, der wird auch noch. All das macht es auf einmal.
Deshalb, wir haben so ein gängiges Wort bei uns im Laden, das heißt Dorade im Urlaub.
co:Dorade im Urlaub.
tim m.:Es ist dieselbe Dorade, die wir servieren, aber im Urlaub ist sie immer ein Stückchen geiler.
co:Ja, ich bin jetzt gerade voll zurückversetzt worden in Urlaub irgendwie, was war ich vielleicht 18 Ecuador am Meer, Ceviche, Salat und der Fischer ist sehen, wie er da vor mir rüber läuft.
tim m.:Das ist genau das. Durch solche Momente, Kunst, Form, Farben lasse ich mich inspirieren. Architektur, Brutalismus, der hier ganz passend zur Uni, finde ich sehr oft.
Also Kontraste setzen und einfach mal gegen Harmonie.
Ich sage immer, mein Kochen hat einen gesetzten Fehler, da ist immer ein bisschen was falsch dran und dieses bisschen falsch ist aber das, was bemerkenswert ist. Harmonie ist nicht immer geil, ist manchmal eben auch nicht erinnerungswürdig. Perfektion im Schönen ist nicht perfekt.
Deshalb sagt auch der Japaner Wabi Sabi, das imperfekte Perfekte oder das Perfekte in der Ende.
co:Es ist auch in der Mode die Asymmetrie, die so wichtig ist.
tim m.:Und das ist bei mir auch in der Kulinarik halt.
tim k.:Beim Thema Musik hoffe ich jetzt jedenfalls, dass ich bei dir damit punkten kann, weil du das gestern erwähnt hast, Free Jazz.
Aber ich habe tatsächlich, weil du gestern den Gegensatz gemacht hast zwischen einem großen Plattenladen und einem kleinen, zu dem du gerne gegangen bist. Und ich habe da tatsächlich drei Jahre gearbeitet.
tim m.:Bei WOM?
tim k.:Ne, bei Michelle.
co:Ach so, ernsthaft, Was hast du da? Also du hast Platten verkauft?
tim k.:Nein, ich gehörte zu, die haben das selber erfunden. Das war ja so eine Gang von so independent Leuten eigentlich. Und ich war so ein bisschen der Außenseiter.
Ich war so der Disco Fuzzi, wollte ich gerade sagen.
tim m.:Da warst du bei Mainstream, bei der Außenseiter oder in den Außenseiter, Da kannst du nur Mainstream gewesen sein. Du warst Britney Spears.
tim k.:Ich war vor allem die Abteilung Tüte ab, hieß das, weil ich war ja in meiner Schulzeit und musste immer einer dastehen. Das war eher vor dem ganzen Technischen, was man. Und dann musste ich immer dafür sorgen, dass man man die Tüte abgibt.
Und wenn man so einen langen Samstag hatte, dann habe ich bestimmt tausendmal gesagt, Tüte ab, Tüte ab. Da sind wir uns vielleicht mal begegnet, habe ich gestern gedacht.
tim m.:Also kann gut sein. Also da bin ich leidenschaftlich immer gerne hingegangen, weil da hattest du auch so ein ganz gutes Gespür dafür, was die gut fanden.
War denn auch immer so ein bisschen gut? Nicht alles. Einiges war auch anstrengend. Also ich habe mir da mal eine Platte von Diamanta Galas gekauft, die durch gute rale Chorgesänge aus dem 13.
Jahrhundert irgendwie, als meine Mutter, als ich die Platte gehört habe, kam meine Mutter in mein Zimmer rein, hat mir in die Augen geguckt und gesagt, nimmst du Drogen? Und hat dann meinen Schreibtisch durchsucht, ob ich Klebstoff schnüffel. Kranke Musik. Kranke, kranke, kranke Musik.
co:Aber wie gesagt, hast du noch eine Plattensammlung?
tim m.:Leider ist sie verbrannt.
co:Was? Wie kann das passieren?
tim m.:Abgebrannter Bauwagen. Leider, leider, leider. Aber es gibt so ein paar Platten, die ich mir so peu a peu wieder kaufe.
Und wenn ich das mal entdecke, ich habe gar keinen Plattenspieler, aber so ein bisschen aus der Romantik heraus. Ich kann mich an so schöne Momente erinnern, wie wichtig und wie besonders Musik ist.
Und ich glaube, das wird immer schwerer, weil das Angebot so groß ist und die Situation zu schnell sich abwechseln und Platten hatten noch ein bisschen was langsames, da gab es so alle Monat mal irgendwas in unserem Metier und ich kann mich noch zum erinnern Nirvana smells like Teen Spirit.
Als ich das allererste Mal diesen Schlagzeugeinsatz gehört habe, kriege ich immer noch Gänsehaut, weil man Känguru Records in Pinneberg und Frank, der Plattenverkäufer hat irgendwie Ich hab was ganz Besonderes für dich, musst du hören halt, dass ich so ein bisschen in between bin. Und dann kommt diese wenn die Plattennadel ging und dann auf einmal dieser Schlagzeugeinsatz Wow, ist das wütend, Ist das geil.
Ich bin wirklich kein Tänzer. Also wenn ich tanze, dann denkst du okay, wir müssen Arzt rufen epileptischen. Aber das war so, da war so.
co:Eine Was wäre das jetzt für ein Rezept? Also was wäre es, wenn ich Smell Slice Laktin Spirit essen müsste? Was würde ich essen?
tim m.:Ich hasse diese Fragen. Wenn du ein Gericht wärst, was wärst du echt?
co:Nein,.
tim m.:Also ich würde eher halt sagen auf die Faust rustikal, nicht nachdenken, irgendwas gegrilltes vielleicht? Ne, noch nicht mal. Es geht eher um die Art und Weise des Essens. So dann kriegst du halt was.
Du hältst die Hand auf, ich gebe dir was und du frisst das. Also du denkst nicht nach. Das ist emotional pur. Das ist in dem Moment ja und.
tim k.:Es geht um die Geschichte am Ende wieder. Man kann es ja nicht immer eins zu eins. Die Frage ist was für eine Geschichte steckt dahinter?
tim m.:Das passte. Ich war 19, ich war 17, 18, ich war kurz, ich hatte Ängste, ich war wütend, ich war begeistert.
Ich war nicht, als ich wusste, wer ich bin, was ich bin und ich hatte, ich sag mal, ich war ein Halbstarker und ich hatte Kraft und ich hatte keine Kraft. Also ich war jetzt nicht muskulös, ich war jetzt keiner, der sich kloppen konnte. Trotzdem hatte ich ja Kraft.
Ich hatte Energie in mir drin und irgendwo muss das ja hin.
tim k.:Ich finde mit der Geschichte ist das immer so, wenn man Fuß auf YouTube kannst du doch manchmal so alte Fußballspiele sehen, die du in Erinnerung hast, dass du gesagt hast, boah, das war damals und 11 Meter schießen und so weiter. Und dann siehst du es auf jeden Fall YouTube und dann denkst mein Gott, hast du das? Habt ihr das früher wirklich euch angeschaut?
Das kann doch nicht sein, ihr müsst doch eingeschlafen sein. Und da merkt man so, wie so eine Geschichte eine total andere Geschichte dahinter ist.
Wie wir mit elf Leuten in Griechenland in so einer Bar waren, das Spiel gesehen haben und es war mega spannend und dann siehst du es dreiig Jahre später und es ist einfach nur noch langweilig, weil die ja stehen. Die stehen ja, die laufen nicht mal richtig.
tim m.:Deshalb, es gibt Emotionen, die kannst du nicht wieder aktivieren. Wir haben das eine Zeit lang gemacht, als ich in London gelebt habe, waren wir alle pleite und wir waren alle am Leben interessiert.
Da hat sich ein sehr guter bekannten Freundeskreis draus gebildet und wir haben dann versucht, regelmäßig einmal im Jahr uns immer wieder in London zu treffen, genau in dieser Verbindung und sind in dieselben Kneipen gegangen, sind in dieselben Abstiegen gegangen, haben versucht dasselbe Gefühl, also haben uns genauso volllaufen lassen.
Nur der Unterschied war irgendwann a lebten wir nicht mehr da, sondern wir sind dahin gereist, wir wohnten auf einmal in einem Hotel und wir mussten uns keine Gedanken drum machen, wie wir unsere Getränke bezahlen und schon ist die Energie eine ganz andere.
Das ist was ganz anderes, ob du mit deinen Jungs irgendwie die Groschen zusammenlegst, um irgendwie vier Dosen Bier zu haben oder ob du einfach deine Kreditkarte zockst und wie Viel brauchen wir? 40, Alles klar, da ist was anderes, da ist.
So, wenn du diese Angst, nicht in einen Club reinzukommen, nicht irgendwo reingelassen zu werden, weil du keinen Eintritt zahlen konntest. London war immer so, selbst wenn du keinen Eintritt zahlen konntest, bist du reingekommen.
Wenn du mit den richtigen Leuten connected warst, nicht die coolen, sondern einfach da war eine andere Tür. Heutzutage entscheidet erstmal Eintritt oder du bist befreundet, aber das hatten wir eh nicht.
Also wir mussten uns da richtig rum und wenn wir nirgends reingekommen sind, gab es einen illegalen Club in der Oxford Street.
Da waren dann irgendwelche halb zugedröhnten Spanier mit langen kleinen Fingernagel und die haben an der Gitarre Musik gemacht und da hast du wirklich Reste saufen. Also alles, was da irgendwie noch kreuchte und fleuchte, ist da dann halt nochmal. Aber es war toll, es war trotzdem toll.
tim k.:Wir haben ja gestern, vor allem gestern Abend gab es. Also habt ihr euch auch die Unterschiede zwischen Uni und Praxis, sage ich einmal, und akademischem Dasein und wirklich unternehmerischem Dasein.
Aber ich glaube, ich weiß, jetzt bin ich gespannt, was du sagst. Ich glaube, ich habe eine Gemeinsamkeit entdeckt zwischen dir und dem wissenschaftlichen Arbeiten hier.
Ich weiß es, ich weiß es und du hast es noch nicht.
tim m.:Und dann versucht man, ob da irgendwo was war.
tim k.:Nein, nein, nein, nein, gar nicht. Du hast es auch erwähnt, aber mehr im Nebensatz. Ich habe das Gefühl, dass du sehr gut recherchierst, dass du sehr gut in der Vorbild.
Und das ist natürlich etwas, was sie hier schon auch machen. Das ist halt ein völlig anderer Output oder Out. Aber da habe ich so gedacht, da seid ihr euch gar nicht so unnäher.
Und vor allem, du gehst damit nicht hausieren mit deiner Recherche.
tim m.:Richtig. Das ist Koketterie bei mir. Ich sage immer, mein Chaos ist wirklich hart vorbereitet, da ist eine Idee dahinter.
Nichtsdestotrotz lasse ich mich davon nicht lähmen. Aber ich kann ja nur in den Wald reinrufen, wenn ich so ein bisschen weiß, was auch der Wald ist oder wo der Wald ist.
Wenn ich gar nicht, gar keine, aber nur so, dann ist das auch nicht respektvoll mir selber gegenüber, weil ich gar keine Position, aber dir gegenüber auch nicht. Deshalb, ja, ich recherchiere, ich bereite mich vor, ich gucke, ich bin informiert, deshalb liebe ich das ja auch genau diese Welten.
Aber wenn ich kein Wissen habe, dann kann ich auch sehr gut ein Warum Fragen beharren ich auf meiner Position. Und ich finde insbesondere Positionswechsel, das ist immer das Spannendste. Ich gehe, manchmal habe ich Erlebnisse. Wann war das?
Das habe ich schon im Konzert. Achso, einer meiner besten Freunde, Max Mutzke lebt ja auch in der Schweiz. Und als ich Max Mutzke kennengelernt hab, war der gerade bekannt.
So ein bisschen flaute das ein bisschen ab nach dieser Schnulli Nummer, die er Stefan Raab gemacht hat, So mit der Mütze, halb geschlossene Augen, kein Ding, irgendwie so. Und ich bin ein Punk. Also ich kann doch Max Mutzke nicht gut finden. Das ist so ein Schnudi Sänger, das ist so ein, Das ging ja nicht.
Aber ich habe einen Freund besucht, der hat den Beleuchter bei ihm gemacht und das war in Berlin.
Ich gehe in den Saal rein und denke, oh Diggi, könnte, Also eigentlich wollte ich mich woanders mit ihm treffen, weil ich mag sein, ich nicht geil fand oder auch so dachte, ne, muss ich nicht haben.
Besuch meinen Freund als Beleuchter da, geh in den Raum rein, also war auf Gästeliste, geh dann da rein, irgendwie so, sehe mein Freund schon, wink ihn, macht so zwei Schritte auf ihn zu und auf einmal höre ich Max Stimme und wirklich wie der Rattenfänger von Hameln, wie ein geschissener Ohrwurm, bohrt sich eine miese Stimme in mein Ohr rein und ich denke wow, dreh mich um, guck ihn an, denk immer noch was für ein Schnitt, sehe da die ganzen Sekretärinnen im Publikum. Das ist nicht meine Veranstaltung. Und nur die Qualität, nur das Besondere war so, wo ich sage wirklich wow, wow, wow.
Einer der begnadetsten, besten Sänger, Musiker, die wir in Deutschland haben, trotz seiner Schnulli Nummer, einer meiner wirklich besten, besten, besten Freunde inzwischen irgendwie so.
Und da fand ich halt so ganz toll, dass jemand nur über die Qualität seiner Leistung mein sehr enges Bild, was ich von ihm hatte in dem Moment komplett pulverisiert gesprengt. Und Attitüde, Einstellung hat ganz viel damit zu tun.
Ich war zwischen Lockdown 1 und 2 in Kopenhagen essen, da durften wir ganz kurz ein bisschen reisen, waren in einem Restaurant, der Alchemist, der Alchemist ist eigentlich alles das, was ich nicht gut finde. Kopfessen, philosophisches Essen, politische, gesellschaftliche Aussagen auf dem Teller und Leute, die es noch wissen, nonstop.
Und als ich da war, ich wollte einfach nur eine gute Zeit. Ich wollte einfach nur raus und dann kommt dieses ganze drumherum. Ich wurde ein bisschen sauer, weil ich das vergeudete Lebenszeit hier.
Und dann habe ich Aber du bist doch einfach nur hier. Entspann dich doch einfach, genieß doch einfach nur den Abend. Du bist mit der Person gerade da, mit der du gerade da bist. Das ist wichtig.
Scheiß aufs Essen. Und ich hab meine Attitüde geändert und hab Ich will jetzt den Abend gut, ich will ihn genießen. Ich möchte Freude dran haben.
Ich bin aus diesem laden morgens um 4 best entertain. Ich habe großartig gegessen. Es ist ein fantastisches Konzept. Das ist spektakulär.
Es war inspirierend, es war eindrucksvoll und das innerhalb von fünf Minuten hat sich das Konzept geändert, weil ich mich geändert habe. Das Konzept war das Gleiche, nur meine Attitüde, meine Erwartungshaltung.
Ich habe mein Erwartungshaltung überprüft habe gemerkt, ich hatte falsche, ich habe mich nicht informiert, ich wusste nicht, was mich erwartet.
Und dann ist auch meine Verantwortung, diese Erwartungshaltung wieder zu ändern und dann zu gucken, ist es wirklich das, was gegenüber ist, was ich nicht gut finde oder gut finde oder bin ich es?
co:Das habe ich eben gedacht.
Als du von den Gemeinsamkeiten von wissenschaftlichen Arbeiten und dem Unternehmertum á la Melzeits gesprochen hast, dachte ich, du meinst die Fehlerkultur oder die Bereitschaft, Dinge auszubilden, auszuprobieren, zu verifizieren, zu falsifizieren.
tim k.:Ja, das sehe ich ja differenzierter, weil die Fehlerkultur wird, also gerade in den letzten Jahren, vor allem auch im Unternehmer, gibt es ja, dann gibt es ja solche Fehler. Also es gibt ja solche Veranstaltungen, wo Leute sich auf die Bühne stellen und dann von ihren Fehlern erzählen. Kennt ihr das?
Und das finde ich immer so, das ist so institutionalisiert, wo ich auch das Gefühl habe, wie weit ist es nun wirklich ein Fehler gewesen, Wie weit hefte ich mir das einfach auch nur als, Also man geht auch ein bisschen hausieren mit seinen Fehlern, habe ich so ein.
co:Bisschen das Gefühl, so habe ich es jetzt nicht gemeint mehr so die Bereitschaft, auch die Lust, einfach den Weg zu gehen und wenn es der falsche ist.
tim k.:Aber das sehe ich eben schon auch im akademischen Leben, muss ich ehrlich sagen,.
co:Dass es zu performativ ist.
tim k.:Wo werden wirklich Fehler gemacht?
tim m.:Es geht nur darum, dass man nicht hier glaubt, der einem Erfolg vorgaukelt. Darum geht es. Deshalb ist Fehlerkultur sehr, sehr wichtig, weil keiner weiß, wie Erfolg funktioniert. Das weiß keiner.
Am Ende des Tages ist immer auch eine Koinzidenz von bestimmten Sachen. Ich glaube dagegen.
Und wenn Leute, ich beobachte das auf Messen, auf bestimmten Kinovorträgen, wo Leute wahnsinnig viel Geld dafür bezahlen, dass irgendein Klugscheißer auf der Bühne steht und in 30 Minuten versucht, ein Leben darauf zu reduzieren, was man zu, um in Zukunft einen Privatflieger nach Dubai zu haben. Und das glaube ich einfach nicht. Das stimmt nicht.
Wenn wir das alle wüssten, dann hätten wir alle, hätte jeder Musiker wüsste genau, wie er eine Nummer 1 schreibt und ich habe viele musische Freunde, die kämpfen um jede Wand, dann würde jedes Restaurant 3 Wochen im Voraus ausgebucht sein und der Wirt würde machen können und würde tolle Löhne bezahlen können und ähnliches, dann würde jeder Absolvent hier in Zukunft per se ein sechsstelliges Jahresgehalt mit einem Lächeln einstreichen können, Weil das ist das, was ihr hier vorbereitet und das funktioniert nicht.
Deshalb ist wichtig, dass Fehler, und darum geht es, glaube ich, ich glaube Fehler ist inzwischen das Synonym für Erfahrung, dass du Erfahrung sammelst und die Erfahrungen, aus denen man den größten Nutzen zieht, sind Sachen, die nicht richtig waren. Die Entscheidung, die Bullerei als Beispiel, als Unternehmen seit 17 Jahren sind wir sehr, sehr erfolgreich unterm Strich.
Aber was macht den Erfolg aus? Das kann ich dir nicht sagen. Ich kann es dir nicht sagen.
tim k.:Eingrenzen kannst du es eingrenzen?
tim m.:Naja, meine Mitarbeiter ist Punkt 1, halte ich für den größten Erfolgsfaktor, weil ich begeisterte Gastgeber als Mitarbeiter habe, die das wirklich gerne machen.
Ich glaube, ich bin ganz gut im Sinne von die Energie hochhalten, wenn das abflaut, dass ich wieder versuche, da so eine Wärme irgendwas reinzubringen.
Die Lage, das Ambiente, das Preis Leistungs Verhältnis, die Beweglichkeit bei uns, die Ansprache, die nicht vorhandene So, jetzt zerfasern wir so ein bisschen. Aber ich würde sagen, im Wesentlichen meine.
tim k.:Mitarbeiter doch würden, wenn man die Summe aller dieser Sachen zusammennehmen würde, würde man nicht automatisch einen Erfolg daraus ziehen von.
tim m.:Den Dingen, die wir Was ich aber weiß, wenn was nicht funktioniert hat, dann weiß ich oft sehr genau, woran es gelegen hat, was meine Fehlentscheidung war.
Und das ist vielleicht, was man dahinter in der Fehlerkultur ein bisschen akzeptieren sollte, dass das eben viel einfacher ist, einen Fehler zu erkennen, als was Richtiges zu erkennen. Und wenn Leute Ich bin so geil, meine Haare, ich bin jetzt 55 Jahre, schau mal meine Haare an, dicht schon.
co:Geile Haare eines Jährigen.
tim m.:Und wenn ich jetzt sagen würde, es liegt daran, weil ich nie eine Mütze getragen hab, was ist das für eine Aussage?
co:Es gibt bestimmt Leute, die würden dir das glauben.
tim m.:Du kannst bestimmte Dinge nicht deklinieren. Warum ist Joko? Warum bin ich erfolgreich? Ich mein guck mich an.
Das Einzige, was ich Ich hab Haare, ich bin alt, ich bin fett, ich kann nicht sauber sprechen, ich lispel, ich kann gar nicht so geil kochen, ich habe manchmal Dreck unter den Fingernägeln, ich rede manchmal pipi, KKA. Alles Parameter, die Erfolg nein nein, also das ist meine erste Intendantin, hat der Typ gehört in den Knast, aber nicht ins Fernsehen.
Der zweite Mann unter ihr hat ja schick in den Knast, aber von dort aus macht er Kochfernsehen, weil ich höre ihm gerne zu. Da waren ganz viele Leute,.
tim k.:Aber die haben auch nichts verstanden. Oder diese Fernsehproduzenten und Intendanten haben doch fast nichts verstanden.
tim m.:Aber sie haben es gelernt, sie haben es ja studiert, sie wissen ja, wie es funktioniert. Schlimmste Satz, Lass mich mal machen. Ich weiß, wie es funktioniert. Bitte mach.
Also deshalb ist ich verstehe, was du sagst, weil ich finde auch immer dieses Glorifizieren von Schwäche ist nicht geil. Macht überhaupt keinen Sinn. Wir sollten mal wieder das Glorifizieren von Stärke auch mal wieder übernehmen.
tim k.:Mir geht es aber sogar noch um was anderes, weil es braucht auch ein Gewissen.
Meiner Meinung nach beuchte oder es müsste in der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür da sein, dass es einen Schutzraum braucht, um Fehler machen zu können.
tim m.:Richtig.
tim k.:Aber das meine ich jetzt positiv gedacht damit dann eben sozusagen, weil man eben weiß, dass aus diesen Fehlern wahnsinnig viel Produktives bei entstehen kann, müssten wir aber auch viel mehr in der Gesellschaft das Bewusstsein haben.
Es braucht eben auch diese, ich komme mal zurück kurz auf unser Gebäude hier, ein Teil unseres Gebäudes oder der Auftrag von diesem Projekt Square, was wir hier machen, besteht auch darin, Experimente zu machen.
Und dann ist aber oft so, dass ich in den Diskussionen habe, wenn wir bestimmte Dinge machen, wo es trotzdem immer letztlich, wo es immer merkt, es muss aber immer noch ein Netz, ein Sicherheitsnetz,.
co:Das letzte Stückchen Move.
tim k.:Ja, es muss noch eine kleine PowerPoint, die dann irgendwie das noch absichert.
tim m.:Ich kann ja gestern sagen, ich habe einen Kochkurs gemacht und wir durfen nicht kochen. Also da ist schon relativ schwierig in der Herangehensweise. Warum?
tim k.:Hat doch funktioniert.
tim m.:Weiß gar nicht was du hast Ja aber schon mal. Also mit der Restriktion überhaupt so ein Kochevent zu machen und Herd, Ne, haben wir nicht und nein, haben wir nicht. Nein, haben wir nicht.
Wasserkocher haben wir nicht. Okay, das wird spannend jetzt hier heute.
co:Ja, vielleicht letzte Frage, wenn wir noch bei Fehlerkultur kurz Gibt es was jetzt in deiner Karriere als Unternehmer, das du gerne früher gewusst hättest, Das du vielleicht auch unseren Studis mitgeben könntest? Gebt Acht, wenn.
tim m.:Ne, weil das, was ich wissen will, weiß ich immer noch nicht. Das würde ich lieber von euch wissen oder von euren Studis wissen.
Ich glaube, dass ich mit meiner Marke Tim Mälzer noch keinen einzigen Cent verdient habe.
Das ist jetzt ein bisschen schwierig zu verstehen, weil natürlich bin ich die Marke, aber alles, was ich mache, hat was mit mir unmittelbar zu tun und ich weiß nicht, wie ich passiv Geld verdienen kann.
Das bedeutet, ich investiere jeden Tag Euro in mein Restaurant, jeden Tag, um abends dann zu gucken, was habe ich unterm Schnitt erwirtschaftet in den Medien, Zeit, Sichtbarkeit, ich verzichte, ich investiere mein Privatleben, ich investiere meine Privatsphäre vor allen Dingen, was ein sehr hoher Preis ist. Nichtsdestotrotz, und ich gehöre noch zu den Leuten in meiner Wahrnehmung, wenn ich nicht arbeite, verdiene ich auch kein Geld.
Ich physisch, händisch, mit meinem Gesicht, mit der Position und ich hätte schon gerne mal etwas Abstrakteres. Ich würde schon gerne mal die Emotionalität, die ich tagtäglich in mein Unternehmen einbringe, auch mein Unternehmen Temelzer.
Manchmal würde ich auch sagen, oh, es wäre auch cool, wenn du mal ein bisschen weniger brennst, wenn du mal ein bisschen weniger emotional bist, wenn man Dinge auch etwas rational, ich würde rational gerne lernen, ich würde gerne dieses Fenster aufmachen, ich habe es akzeptiert, ich lerne es nur nicht.
tim k.:Was ich wahnsinnig interessant finde an dem Unternehmung, Gastronomie, eigentlich jetzt weniger an Kochen selber, ist dieses, dass ihr so unglaublich nah am Puls der Gesellschaft seid, weil ja sich sofort Sachen zeigen, also eben Geschmäcker sich verändern oder Gewohnheiten, also wie oft gehe ich essen oder was ist mir wichtig beim Essen oder esse ich auf einmal nur noch sonntags Brunch zum Beispiel. Solche Geschichten wie, würdest du sagen, hast du vielleicht eine Idee, wie die Gesellschaft sozusagen in zehn Jahren aussehen könnte?
Worauf müsstet ihr euch einstellen?
tim m.:Ich hoffe irgendwann, dass wir aufhören, noch diverser zu werden. Ich hoffe ein bisschen mehr wieder Gruppenklischees, Schubladendenken.
Das wünsche ich mir wirklich, das erklärt die Welt manchmal ein bisschen einfacher.
Ich bin 55, aber innerlich fühle ich mich wie 18, benehmen tue ich mich wie, keine Ahnung, zwischen 25 und 35 manchmal rede ich aber schon wie ein Jähriger und bewege mich wie ein Jähriger. Auf der einen Seite bin ich Feminist und Chauvinist in einem. Manchmal denke, manchmal denke ich, erhebe ich die rechte Faust aus Solidarität.
Ich habe Freunde mit Migrationshintergrund, die mir wegen des Migrationshintergrund richtig auf den Sack gehen, wegen ihrer Weltbilder, Frauenbilder und Dinge. Und dann habe ich wiederum In mir brodelt trotzdem der Revoluzzer. Das ist das Wichtigste, was uns überhaupt in der Gesellschaft zur Verfügung steht.
Ich bin absolut gegen Kirche und für Kirche. Ich mag keine Institutionskirche. Aber ich denke, dass durch Kirchliches uns so viel kommuniziert.
Common Sense und so ein bisschen dieser gemeinsame Wertekodex, den wir am Ende des Tages ja doch haben, weil wir gehen nicht morgens auf die Straße und schießen uns ein Loch in den Kopf, nur weil wir uns nicht mögen. Wo kommt denn diese Solidarität her? In der Krise sind wir eigentlich ganz gut.
Wenn wirklich mal die Kacke am Dampfen ist, dann reichen wir auch dem Nachbarn, der uns auf den Sack geht, die Hand und fragen, ob wir helfen können. Da schließt keiner die Tür um und ne, da musst du selber klarkommen.
Sehen wir immer bei solchen Sachen wie Hochwasser oder Wetter, wenn so Unschuldige. Also da sehen wir, wir funktionieren noch gut als Gesellschaft. Es funktioniert. Das würde ich aber gerne ein bisschen mehr in den Alltag haben.
Und das glaube ich, können wir nur erreichen, wenn wir die Schublade wieder ein bisschen mehr aufmachen, ein bisschen Ruhephasen schaffen, nicht diese Hyperdiversität. Ansonsten glaube ich, ich bin gespannt drauf. Das ist die einzige frei. Ich bin ein.
Ich mag Menschen sehr, sehr gerne und ich glaube immer an das Urviech. Ich glaube immer an die Sehnsucht nach dem Lagerfeuer, an den Neandertaler in uns drin. Das gehört aber zu den Leuten neu Veränderungen.
Das wird immer auch das Alte noch ein bisschen beschützen. Ich bin gespannt drauf auf die erste Generation, die von KI erzogen wird.
Bin ich sehr gespannt drauf, die dann wirklich eben auch einfach in der DNA, also in ihrem ganzen Entwicklungsbild, diese Emotionen, diese Erinnerungen, diese Romantik gar nicht mehr haben. Ich rede von der Oma und noch haben wir die Romantik der Oma. Ich könnte Opa sein. Ich bediene schon gar kein Klischee mehr eines Opas.
Weißt du, was ich mein?
Der Opa war früher, das war der mit der Strickjacke, das war der auf dem Schoß, der Bücher vorgelesen hat, der Ruhe hatte, der Zeit hatte, weil musst du ja nicht mehr arbeiten. Die Obers heute sind ja schon ganz anders wieder so, die fangen erst mal an, eine Weltreise zu machen.
Da bin ich wirklich, wirklich, wirklich gespannt drauf.
Aber ich glaube immer irgendwie noch an das Analoge in uns, in der Menschheit, in dem Ganzen, Egal wie laut die Welt, so ein bisschen Ruhe, ein bisschen Sicherheit, ein bisschen Emotionalität werden wir, glaube ich, hoffentlich immer von Mensch zu Mensch erfahren wollen und auch weitergeben wollen. Deshalb ist das so wie heute nur different. Same, same, but different. Jede Generation ist different und trotzdem am Ende des Tages ist same, same.
Reduziers aufs Wesentliche. Entschuldigt meine Sprasse. Lass mich das ein bisschen netter formulieren.
co:Bremse hat gerade noch funktioniert, es wird aufgezeichnet. Wir schneiden auch nichts raus bei Vollbremsung.
tim m.:Mit Abs. Ich sag mal so, es wären eigentlich zwei Begriffe, die beide mit F anfangen.
Ich sage mal so, ich glaube, jeder Mensch möchte immer gutes essen und ein bisschen Liebe machen. Darauf reduziert sich.
tim k.:Lennon McCartney.
tim m.:Ja, das war, ich sag mal, Lennon McMelzer würde sagen, fressen und Wicken ist immer ein Interesse der Menschheit. Entschuldigt, das könnt ihr piepen.
co:Darauf können wir uns ein bisschen.
tim m.:Wir sind Tiere, hoffentlich bleibt das Tier auch immer.
co:Dieses Bild vom Lagerfeuer hat mir gut gefallen, weil es auch so Gemeinschaft und auch Auseinandersetzung beieinander sein.
tim m.:Aber ist ja verboten inzwischen. Also in Hamburg darf ich kein Lagerfeuer, ich darf nicht mehr marschieren, aber wir.
co:Können immerhin so am symbolischen Lagerfeuer, aber.
tim m.:Ich mache es trotzdem.
co:Okay, sag uns wann und wo, dann treffen wir uns in zehn Jahren.
tim m.:Du darfst ja kein Lager, kein Laub mehr verbrennen. Wieso das denn? Irgendwie so, aber so wie etc. Und den ganzen Bullshit darf ich.
Ich benutze keine Strohhalme mehr bei mir im Laden wegen der Delfine, aber vakuumiere inzwischen Essen in Tüten, um das gar zu kochen, weil manchmal ist die Welt drollig,.
co:Die wird trollig bleiben. Vielen Dank, dass du da warst an unserem metaphorischen Square Lagerfeuer. Danke, Tim Melzer.
tim m.:Sehr gerne.
co:Danke, Tim Kramer.
tim k.:Danke euch.
tim m.:Tschüss.