Satirikerin Patti Basler ist zu Gast in Folge 17 von SQUARE Talks. Mit Intendant Tim Kramer und Corinne Riedener beleuchtet sie ihre erfolgreiche Karriere als Slam-Poetin, Kabarettistin, Autorin und Moderatorin. Basler berichtet von ihren Erfahrungen als Selbständige im Kulturbereich, ihrer Rolle als Instant-Protokollantin bei der SRF-Arena und spricht über die Feinheiten ihres Handwerks. Wir lernen: Authentizität und Selbstbewusstsein braucht es nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Vorlesungssaal.
Das Gespräch wurde am 18. Februar im Rahmen von Patti Baslers Aufenthalt als Artist in Residency am SQUARE geführt.
Square Talks, unser Podcast mit den Personalities und Artists in Residence. Ja, hallo, willkommen bei Squaretalks. Wer ist heute bei uns? Sie hat einst Erziehungswissenschaften und Kriminologie studiert.
Heute ist sie eine der markantesten Stimmen der Schweiz. Sie ist Slam Poetin, Kabarettistin, Autorin und Moderatorin.
Manche kennen sie von der Bühne, andere lesen ihre Kolumnen und ganz wenige schauen vielleicht ab und zu die Arena im Schweizer Fernsehen SRF, wo sie als schnellste Protokollantin der Schweiz amtet. Willkommen im Square, Patti Basler.
patti:Ganz herzlichen Dank, dass ich hier so willkommen geheißen werde. Ich bin natürlich nicht die schnellste Protokollantin der Schweiz, sondern die einzigste Protokollantin der Welt, würde ich sagen.
Nein, die einzige Instant Protokollantin der Schweiz.
Und ich finde es schön, dass du sagst, dann und wann, weil es gibt ja Menschen, die mir unterstellen, dass ich eine Anstellung beim Schweizer Fernsehen hätte. Und obwohl ich natürlich gegen diese Halbierungsinitiative bin, das sage ich jetzt gerade mal noch kurz hier.
Ich weiß nicht, wenn das gesendet wird, ist egal. Es ist überhaupt nicht Politpropaganda. Ich bin einfach aus Demokratiegründen. Dagegen muss ich.
Nein, ich habe schon viele wirklich eklige Sachen gemacht im Schweizer. Deutsche gruselige Sache.
Ich hab viel Ekliges schon gemacht im Leben, aber ich war nie in einer Partei und ich war nie Angestellte des Schweizer Fernsehens.
corinne:Du bist ja quasi Entrepreneurin, selber bei dir angestellt. Dazu kommen wir später vielleicht noch. Wer sitzt mit uns am Tisch? Tim Kramer, Intendant des SQUARE. Hallo Tim.
tim:Hallo.
corinne:Wie geht's dir noch gut.
tim:Ich bin schon ein bisschen fertig gemacht worden im Vorgespräch.
corinne:Hast du ein bisschen Angst vor Patti?
tim:Ich hab Respekt.
patti:Hatten wir ein Vorgespräch? Respekt ist das falsche Wort. Tim, seien wir ehrlich. Die richtige und angemessene Reaktion auf mich ist entweder Schockverliebtheit oder blanke Panik.
Du kannst wählen, aber ich spüre schon, bei dir ist es eine Mischung zwischen Flucht, Instinkt und Totstellen. Man weiß es nicht genau.
tim:Totstellen, da ist es einer meiner höchst besten Qualitäten. Totstellen, das habe ich lange geübt auf der Bühne.
patti:Man nennt sich auch der Seestern. Hast du oft die Leiche gespielt? Also wurdest du auch dafür gecastet?
tim:Ich hatte tatsächlich einen Prof. Der uns erklärt hat, wie man Totstellen spielt.
Dazu hat er sich hingelegt auf die Bühne, sich totgestellt Dann hat er den Arm gehoben und dann hat er den Finger bewegt, während er gesprochen hat. Ich sehe so aus, wie wenn ich tot bin. Aber damit ihr seht, dass ich nicht wirklich tot bin, bewege ich gleichzeitig den
patti:Finger und spreche auch noch. Aber liebe Hörerinnen und Hörer dieses Podcasts, merkt euch, wenn ihr euch gut totstellen könnt, dann schafft ihr es an die HSG zumindest in Square.
corinne:Apropos HSG, du warst jetzt zwei, zwei Tage Artist in Residence bei uns am Square und bevor du hierher gekommen bist, hast du in einem nicht näher genannten sozialen Netzwerk geschrieben, du wagest dich ins Haifischbecken. HSG hat diese Vorahnung gestimmt oder war es dann doch eher ein kleiner Teich jetzt?
patti:Ja, jeder Teich ist klein für mich in der Schweiz. Das sei mal vorausgeschickt. Also ich bin der Big Fish, Little Pond. Nein, das hat Tim vorhin hat mir das unterschrieben.
Ich sei der große Karpfen, der Hecht kam. Ja, ich bin Gott, ich bin Göttin, bitteschön. Nein, das ist jetzt, das ist natürlich blasphemisch, hat nicht mit der erstgenannten Tätigkeit zu tun.
Wenn es blasphemisch ich als Mensch, menschgewordene, fleischgewordene, inkarnierte Gottheit quasi habe mich hinunter begeben in die Tiefen und Untiefen dieser HSG. Und dieses Square hier, das ist ja tatsächlich sieht aus wie ein Aquarium. Insofern Haifischbecken passt ja.
Und die Menschen hier, die sehen sich ja gerne ein bisschen als Haie. Also es ist ja viele Menschen, die Wirtschaft studieren oder auch Recht und gerade halt die HSG auch wählen. Es ist ja eine bewusste Wahl.
Man geht eben Wahl nicht high, aber es ist eine bewusste Wahl, dass man hierher geht, nicht nach Zürich oder Basel. Man sieht sich ja gerne ein bisschen so als Raubtier, als Hai in den Gewässern des Stockmarkets oder was auch immer der Investition, als Finanzhai.
Das ist ja eher eine Selbstdeklaration von Menschen, die sich irgendwo in dieser Branche bewegen. Das ist ja gar nicht von mir. Mir ist das eigentlich egal. Das ist mir einfach so aus den Fingern geflossen. Das habe ich kurz.
Ich musste irgendwie das Teilen auf LinkedIn. Wir können das Netzwerk nennen, weil es ist ohnehin klar, wo die HSG irgendetwas ausschreibt. Wahrscheinlich nicht auf Tinder.
corinne:Du, wenn du wüsstest, wir haben da
patti:eigene Apps, ihr habt eigene Apps. Ihr habt so eine HSG Dating App?
corinne:Nein, das nicht. Aber tatsächlich funktioniert Jodl hier noch ganz gut. Ich weiß nicht, wo Jodl sonst funktioniert, aber hier schon.
patti:Ja, das ist dann wirklich sie. Ja, es ist die einzige Hochschule, die Jodl noch benutzt. Und drum ist es wirklich so ein inzestuöses, in sich geschlossenes Netzwerk.
corinne:Aber einfach, damit wir es jetzt noch klarstellen. Du bist also freiwillig in dieses Haifischbecken getaucht?
patti:Ich bin nicht getaucht. Es war zu seicht, um zu tauchen. Ich habe mich treiben lassen.
corinne:Du hast immerhin drei Schreibworkshops geleitet. Wie waren die?
patti:Das müsste man ja die Teilnehmenden fragen. Aber es war erstaunlich wenig Menschen von der HSG dabei.
Ich habe natürlich gedacht, seien wir ganz ehrlich, ich bin eine alternde Kabarettistin, auch wenn man es nicht sieht. Tim schaut mich ganz verständnislos an. Der hat Ich bin doch eine junge Frau. Ich könnte seine Tochter sein. Gefühlt bin ich es natürlich auch.
Nein, aber ich bin eine alternde Kabarettistin und ich habe bei mir im Publikum normalerweise so meine Row Zero, als die ich eigentlich meine jungen, hübschen Fans generieren möchte, um sie nachher Backstage an die Afterparty mitzunehmen. Das ist meist so ein bisschen die Palliativstation des örtlichen Pflegeheims und wirklich meist ältere Menschen.
Und ich habe mich gefreut, dass ich hier an der HSG junge Menschen rekrutieren könnte, gerade auch männlichen Geschlechts, weil die meisten meiner Fans, die dann auch ins Kabarett kommen, das sind meist Frauen oder sehr oft Frauen. Und wenn es Männer hat, es hat schon auch Männer, erstaunlich viele sogar. Aber die werden halt wirklich mitgeschleppt von ihren Frauen.
Und die taugen dann natürlich auch nicht als Backstage Material, weil da sind ja die Frauen schon noch dabei. Also die sind schon irgendwie da online, also an der Leine, die kann man nicht noch irgendwie an der Kette hinter die Bühne ziehen.
Der Tim ist schon am Einschlafen, der möchte auch mal was sagen. Aber ich habe mich gefreut, dass ich dann hier junge Studierende oder eben auch, das darf man ja nicht sagen, hier Studierende, junge Studenten.
Ich muss es nicht schändern, dass ich hier junge Männer jetzt rekrutieren könnte, Handverlesen für mein Publikum. Nur war keiner da in meinem Workshop.
Es waren viele Pensionisten da, Rentner, Rentnerinnen oder einfach Menschen, die aus der halben Schweiz angereist sind und einige wenige Menschen hier von der HSG weiblichen Geschlechtsarbeiterin und
corinne:die waren doch auch jünger.
patti:Einige ja gefühlt gleich alt natürlich. Ja, aber nein, aber wirklich einige. Also aber war wirklich cool. Also von Studieren bis zu Rentnern hatte es alles.
Das fand ich eine unglaublich tolle Mischung und die Stimmung war wirklich auch toll. Also war gut. Es haben alle was geschrieben und alle auch was vorgetragen.
corinne:Jede einzelne Person. Ein Rohdiamant.
patti:Ja, zum Teil sogar schon ein bisschen geschliffen. Gut, es hatte auch so Bergkristalle dabei, nicht nur Diamanten, aber das ist auch OK.
corinne:Ja. Ist das so ein bisschen ein Revival, wenn du so einen Workshop gibst von deinem früheren früheren Job? Du warst ja mal Lehrerin.
Würdest du das wieder tun, unterrichten, würdest
patti:du das wieder tun? Die großen Fehler deines Lebens? Was würdest du heute anders machen?
corinne:Ich kenne Lehrer innen, die sind Ex
patti:Lehrer innen, die sen wirklich Lehrer meist. Also leergepumpt, ausgebrannt, hohl, abgelöscht, abgelöscht. Ich bin jetzt voller, voller Erwartungen, voller Hoffnung, aber nicht mehr Lehrer.
Weder Lehrer in noch Lehrer außen. Ich bin wirklich überall gefüllt, angefüllt mit Poesie, mit Lyrik, mit Worten.
Nein, tatsächlich hilft es mir natürlich, mich vorne hinzustellen und mit meiner autoritären Art, die Leute sanft zu zwingen, auch da mitzumachen.
Aber was man sagen viele Comedians oder Kabarettistinnen, die vorher im Lehrberuf waren, die waren ja schon immer eigentlich Bühnenmenschen und haben was gesucht, was möglichst nahe dran kommt. Und dann wurden sie halt Lehrer oder Lehrerin, weil man da auch vorne steht, was etwas besser verdient. Also ich verdiene zum Glück jetzt mehr.
corinne:Ihr wollt gerade auch nicht auf dich anspielen, sondern auf die 90 Prozent anderer Kulturschaffender.
patti:Ja, Augen auf bei der Berufswahl. Man sollte halt auch das machen, was man kann. Kann man auch Geld machen. Ich habe mir jetzt die Arroganz ein bisschen antrainiert hier an der HSG.
Wenn man es halt nicht kann, ist man halt auch als Kabarettistin dann nicht erfolgreich. Dann sollte man vielleicht lieber Lehrerin bleiben. Nein, das ist absolut arrogant.
Und nächstes Jahr habe ich wahrscheinlich keinen Rappen mehr auf dem Konto. Das würde mir auch recht investieren.
corinne:Kann man vielleicht hier auch lernen. Könntest ja noch ein Cas machen oder so.
patti:Nein, ich habe absolut kein Interesse zu investieren. Wirklich nicht. Außer vielleicht noch ein Haus kaufen. Ich habe schon eins und das ist eigentlich das einzige Investment, das ich brauch.
Ich muss nicht das Geld für mich arbeiten lassen. Ich arbeite gern. Ich würde einfach gern mit dem, was ich arbeite, auch Geld verdienen. Bisher ist das immer so aufgegangen.
corinne:Du bist ja schon, ich glaube, das kann man schon so sagen, eine der wirtschaftlich erfolgreichsten Kabarettistinnen oder Kulturschaffenden der Schweiz. Würdest du das unterschreiben? Und wenn ja, was müssen wir tun? Zehn Punkten am besten, um auch dahin zu kommen?
patti:Ein Punkt reicht. Du musst einfach besser sein als die anderen. Nein, Jein. Ich weiß gar nicht, ob ich wirtschaftlich so erfolgreich bin.
Was sicher wirtschaftlich noch mehr bringen würde, ist, wenn man zum Beispiel, so wie jetzt Stefan Böser zum Beispiel eine eigene Show hat, einmal wöchentlich am TV kommt.
Man hat zwar mehr Hasser dann auch, aber man hat seinen Marktwerkzeug so stark gesteigert, dass man auch halt dann für solche Workshops oder für abendfüllende Programme oder wenn man irgendwo bei einer Firma oder einer Partei oder sonst irgendwo sich prostituiert mit seiner Kunst, dass man da auch wirklich sehr viel verlangen kann. Und ich bin wirtschaftlich deshalb sehr erfolgreich, weil ich auch sehr viel arbeite. Also ich trete auch gerne auf.
Also ich bin nicht jemand, ich sage nicht, ah, ich fülle dann lieber einmal einen großen Saal und trete nur so drei, vier Mal im Monat auf, sondern ich mag es schon, wenn ich sehr oft auftreten kann.
corinne:Also ich höre raus, man muss geschickt verhandeln, fleißig sein.
patti:Nein, alles nicht, alles nicht. Nein, gut sein und sich ein gutes Management suchen. Das ist auch eine gewisse Professionalität.
Da muss man nämlich nicht selbst verhandeln, sondern hat den Rücken und den Kopf und die Hände frei, wirklich für Kunst und das, was man eigentlich machen möchte. Da muss man eben nicht verhandeln.
corinne:Aber diese Konstanz, die du ansprichst, man muss dann eben fleißig auch auf der Bühne sein wollen. Das stelle ich mir unglaublich hart vor.
Vielleicht frage an euch beide, Tim und Pati, wie macht man das, wenn man einfach muss und es ist vielleicht nicht so mein Tag und man muss doch performen.
patti:Ich würde jetzt gerne Tim antworten lassen, aber er hat keine Antwort.
Für mich ist eigentlich immer so, dass es egal wie es mir geht, geht es mir meist nach dem Auftritt besser als vorher, wie beim Sport, da kann ich nicht mitreden. Das habe ich noch nie gemacht. Also ich habe gesagt, ich mache viel Ekliges, aber ich gehe nicht in eine Partei.
Ich arbeite nicht als Angestellter beim SRF und mach keinen Sport. Repetitive Bewegungen haben ihren Sinn in gewissen Situationen, die ich nicht näher benennen muss, aber auch da nicht so lange.
Aber so beim Sport, wo man dann im Gym oder so dann den ganzen Stundenlang dieselbe Bewegung. Das ist einfach eine Verspottung des Menschlichen. Tim, machst du das jemals? Gehst du so? Ich muss ihn ein bisschen ins Gespräch einbeziehen.
corinne:Er hat sicher auch eine Antwort auf die letzte Frage, da bin ich überzeugt.
tim:Aber ich kann jetzt gut verstehen, wenn diese Moderatoren, wie ist das, wenn du den und den als Gast hast und dann sagen, das ist super, weil da muss ich nichts mehr selber reden. Das kann ich sehr gut nachempfinden. Aber vielleicht mit dem Gutsein.
Das Gutsein finde ich schon ist, aber vielleicht, ich sehe es anders, weil ich hab mich noch nie, ich hab noch nie mich zwingen müssen, außer im Kindertheater. Ich hab Kindertheater gehasst. Also über alles. Es gibt ja so Leute, die sagen, Kindertheater ist doch schön und so weiter. Ich hab's gehasst.
Was aber auch immer zur Folge hatte, dass ich immer nur einmal eingesetzt worden bin.
patti:Als Leiche.
tim:Ja, dann als Leiche. Oder ich war Colonel Hartie zum Beispiel. Ein Dschungelbuch.
patti:Kannst du das noch singen? Das Dschungelbuch.
tim:Das Problem am deutschsprachigen Theater ist, dass man nicht die Rechte bekommt für die Originallieder des Dschungelbuchs. Das ist wirklich eine Katastrophe.
Und dann kommen immer die ganzen Familien ins Theater und alle Kinder sind schwer enttäuscht, weil die nicht die Originallieder vom Dschungelbuch gespielt haben.
patti:Also dann darfst du nicht so. Probier's mal mit Gemütlichkeit.
tim:Nein, das darfst du nicht. Kommt die Polizei und du wirst verhaftet
patti:sofort die Suiza Polizei. Aber dann sing jetzt doch mal das andere.
tim:Welches gibt es noch?
corinne:Das ist doch der Affe.
tim:Ich möchte gehen wie du.
corinne:Da gibt es auch wie die Elephant Patrol.
patti:Ich kenne das alles nicht. Ich kenne nur dieses eine Lied und auch das nicht wirklich. Ich bin wirklich nicht Dschungelbuch abrupt.
Kindertheater ist wahrscheinlich auch nichts für mich.
tim:Ich würde auch sagen, das ist eine. Da hast du ganz gut Selbsterkenntnis.
patti:Ich bin überqualifiziert.
tim:Ab 15 sind wir überqualifizielt, aber Tatsache ist es wirklich so. Also wenn du eben nicht sozusagen, wenn du irgendwie dich zwingen musst dazu, dann bist du eben auch nicht gut.
Und dann ist eben, das ist eigentlich der Punkt der ganzen Geschichte.
patti:Was hast du gehasst am Kindertheater?
tim:Ich habe einfach, was ich überhaupt nicht kann, ist dieses Nein, mich hat es wahnsinnig gemacht, dass da unten so eine Unruhe ist. Ich wäre am liebsten immer aufgestanden, Könnt ihr nicht mal zuhören? Was natürlich total blöd ist. Ich weiß aber ich konnte nicht. Ich hatte das.
Dann spielst du 40 Vorstellungen, dann eine um 9 Uhr in der Früh, eine um 11 Uhr und eine um 13 Uhr und Mogli verschläft dann noch, Der kommt dann kurz vorher mit dem Taxi angefangen und so. Also es ist Kindertheater. Im Stadttheater ist schon, das ist schon das Härteste, würde ich sagen.
patti:Das ist die Ochsentour für Schauspieler. Das habe ich eben ausgelassen, die Ochsentour. Ich war gerade die Leitkuh.
corinne:Hast du es überhaupt mal mit Schauspiel probiert?
patti:Ist das jetzt so ein subtiler Diss eigentlich? Hast du mal versucht, was auf der Bühne zu machen?
tim:Anständiges?
corinne:Ja, ich denke ja nicht, dass du das spielst.
patti:Ich glaube du, du bist so, aber ich spiele ja schon auch verschiedene Rollen. Die Hauptrollen habe ich hauptsächlich am Bauch, die Nebenrollen eben auch.
Aber ich spiele da gewisse Rollen, die ich mir aber eben auf die Hauptrollen geschrieben habe. Die habe ich mir auf den Leib natürlich geschrieben.
Schauspiel besteht ja zu einem großen Teil darin, einfach das zu machen, was der Regisseur, die Regisseurin sagt oder was im Drehbuch steht. Und das ist ja dann oft nicht von dir selbst. Und das ist halt der Unterschied zum Kabarett.
Auch bei Comedy ist es oft so, dass das geschrieben wird von jemand anderem. Auch bei gewissen Kabarettistinnen und Kabarettisten ist es oft auch so, dass jemand anders da noch mitschreibt, Ich möchte das nicht.
Ich will meine eigenen Gedanken, meine eigenen Worte. Auch wenn jemand Du, ich schenk dir einen da, ich hab einen Witz, ich hab was erlebt, das schenke ich dir.
Oder dieses Wortspiel, wenn passiert dann ja dauernd. Und selbst wenn es ein richtig tolles Wortspiel ist, das mir jemand schenken möchte, dann nehme ich es gerade extra nicht. Ich will doch das nicht.
Ich will ja, dass es aus mir kommt und aus mir geschöpft wird. Meine beste Freundin sagt immer, man sollte nicht aus dem Vollen schöpfen, sondern aus dem Leeren schöpfen. Das ist doch die große Kunst.
Das finde ich einen schönen Gedanken. Sie ist auch kochen so da sind nicht die Skifahrerin, sondern Podcast.
Sie ist ja Speedpainterin und Karikaturistin und sie hat dann wirklich ein leeres weißes Blatt, so wie ich halt auch beim Instant Protokoll jeweils ein leeres weißes Blatt habe und man schöpft ja nie aus dem Leeren. Man hat natürlich immer das, was man alles gelernt hat und was man kann und eben die Umgebung, die einen inspiriert.
Bei mir sind es dann eben diese Talks oder die Arena, die mir eigentlich schon einen Rahmen vorgibt, einen inhaltlichen.
Aber ich komme dann trotzdem auf diesen Event an sich bin ich nicht vorbereitet, sondern ich schöpfe aus dem, was sonst schon alles hier ist und ich finde den Gedanken noch schön. Die große Kunst ist aus dem Leeren zu schöpfen, nicht aus dem Vollen oder aus dem Lehrer, aus dem Ex Lehrer
corinne:zu unterrichten zu schöpfen.
tim:Das finde ich ein super Gedanke, weil Kreativität noch mal anders definiert ein Teil davon.
Kreativität ist ja wichtig für uns hier im Square, weil das ein Bereich ist, den wir irgendwie versuchen in der Universität bisschen anzuschieben, bisschen das Bewusstsein dafür zu machen Und oft ist natürlich, wenn man von der anderen Seite kommt, also ist wir müssen erstmal die Grundvoraussetzungen alle schaffen.
Wir müssen sozusagen es muss eine Bühne her oder so, wenn man mit dem Studententheater hier spricht, wir brauchen eine Bühne, wir brauchen das Licht und so weiter Und da ist eigentlich genau der umgekehrte Weg.
Wir haben nichts eigentlich ist das leere Blatt und das ist eigentlich die Kunst jetzt aus diesem Nichts eigentlich eben was zu assoziieren, was dann auf einmal sehr viel ist. Also das finde ich einen super Gedanken.
corinne:Es braucht ja wahnsinnig viel einerseits Routine und auch würde ich mal behaupten große Sicherheit mit sich selbst, weil Infrastruktur wie Licht und Bühne und alles, das gibt einem ja ein bisschen Sicherheit, weil man hat ja immerhin mal dieses Gelände und wenn man dann einfach ein weißes Blatt hat, in der Arena sitzt und nach irgendwie 70 oder wie viel 70 schlimmen Minuten auch immer da was irgendwie Lustiges und auch noch on point und das muss auch noch wahr sein. Also ich stelle mir das schon krass vor. Ist das nicht oder hast du da eine Taktik, dass dann auch was Gutes rauskommt oder wie gehst du vor?
patti:Wie oft soll ich es noch? Man muss einfach gut sein. Nein, man muss das schon tatsächlich können.
Also viele Leute, ich habe ja wirklich viele Hater und die schreiben mir manchmal dann auch so auf X vor allem oder auch auf Facebook oder beim Blick oder keine Ahnung. Es sind immer dieselben Plattformen, wo der Hass eigentlich kommt.
Meist wo ältere Leute mit zu viel Zeit sich verweilen und die schreiben, ja, das könnte ich auch. Nein, ich glaube, die wenigsten könnten es.
Ich glaube aber, es könnten sehr viel mehr Künstlerinnen und Künstler, die im ähnlichen Bereich tätig sind wie ich, könnten das wahrscheinlich mehr.
Aber viele trauen sich nicht, weil sie sich zu viele Gedanken machen, weil sie eben gewohnt sind, ich muss doch vorbereiten, es ist doch gar nichts wert, wenn ich da nicht, weiß ich nicht, wie viel Zeit reingesteckt habe und ich könnte ja verkacken. Dabei sind das oft auch Leute, die super sind, improvisativ und wenn sie einfach so ein bisschen das was rausballern.
Aber normalerweise ist es, ich verstehe es auch irgendwo, wenn Leute das nicht so toll finden und sagen, das ist, das ist doch schlecht, gerade beim Fernsehen, wenn man das sieht. Es ist immer viel, viel schlechter vermittelt übers Fernsehen, als es live ist.
Also wenn man die Leute, die live da drin sitzen, das sind ja etwa 80 Zuschauende jeweils meistens hat so Kantis, also Gymnasiastinnen, Gymnasiasten, die verstehen dann auch nicht immer alles.
Aber die Leute, die da drin sitzen, sind immer sehr beeindruckt, auch die Politikerinnen und Politiker, weil die waren ja dabei, die haben gesehen, ich hab nichts vorbereitet, die haben das gespürt, diese kurze Zeit, wie beim klassischen Theater, die Einheit von Zeit und Ort und Personen, das ist ja wirklich so ein Kammerstück, das spürt man nur, wenn man live dabei ist. Und man ist am Fernsehen gewohnt, dass man geskriptete Dinge sieht.
Also auch ich meine alle diese Lammfrauchuch und all diese Sachen, das ist alles geskriptet.
Das ist nicht so, dass die Leute spontan sich da hinsetz, sondern das wird gemeinsam angeguckt und dann wird es vielleicht drei, vier Mal aufgenommen, bis es wirklich sitzt und überall alles, was so spontan aussieht am Fernsehen, ist eigentlich immer schon geprobt und abgeschliffen und meins ist wirklich das einzige, Das ist absolut ungeprobt. Es ist ungeschnitten Es ist unzensuriert. Ich mache das wirklich.
Ich habe das zur Bedingung gemacht, dass ich nicht will, dass da noch irgendjemand irgendwas zu sagen hat dazu, sonst würde ich das nicht machen. Und das ist man nicht gewohnt, weil normalerweise, wenn dann jemand etwas ablesen muss, ist es mit Teleprompter.
Das heißt, die Person kann trotzdem in die Kamera schauen bei mir. Ich kann nicht in die Kamera schauen. Das heißt, es ist auch sehr unschmeichelhaft gefilmt.
Ich steh dann immer so da mit Doppelkinn, weil ich so runter gucken muss. Ich kann nicht so offen in die Kamera schauen.
Ich kann den Text nicht auswendig, weil ich ihn ja erst gerade geschrieben habe und übrigens auch eine Sauklaue habe, sehr oft improvisieren muss, weil ich ihn gar nicht ablesen kann. Ja, das sind so Sachen und das ist man nicht gewohnt. Man ist gewohnt am Fernsehen was Geschliffenes zu sehen.
Anders ist es im Netz Bei so kleinen TikTok oder weiß ich nicht. Dort ist man gewohnt, dass es schnell geht, aber dort gibt es dann dafür so diese Jump Cuts, wo man alles so zusammenschneidet.
Und das, was ich mache, ist eigentlich sehr ungewohnt, dass man das einfach so ein Kunsttext, der eigentlich eben als Kunsttext geschrieben ist und nicht einfach ein normaler Dialog ist, nicht ein Interesse oder so wie jetzt hier, dass man so einen Kunsttext nicht probt, nicht übt, nicht per Teleprompter und so weiter, mit Kameraeinstellung alles übt. Das ist man nicht gewohnt und deshalb wirkt es ein bisschen unprofessioneller, ungeschliffener. Und das ist es eben auch.
Das ist auch die Idee dahinter.
corinne:Ich frage mich gerade, wer da mehr Mut braucht, Du oder das SRF, Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen?
patti:Ich natürlich. Also ich würde mich nie so wenn das SRF gesagt hätte, du musst, das hätte ich Nein, dann geht's trotzdem. Ich bin tatsächlich zu denen gegangen.
Ich habe gesagt, das war noch eine Zeit, da hatte man noch nicht oder ich hatte da noch nicht eine Agentur mit Telefonnummer und meine Handynummer habe ich natürlich nicht gerade jedem gegeben, aber ich hatte so ein Kärtchen, Visitenkärtchen und ich bin da zur Redaktion gegangen, hab guckt, ich kann das und ich bin die Einzige, die das kann, habe ich einfach mal behauptet und die sich dann traut und ihr braucht mich, weil niemand mehr schaut die Arena bis zum Schluss. Und so hättet ihr einen Grund, dass die Leute bis zum Schluss dranbleiben. Das ist meine Karte.
Ihr könnt mich anrufen, wenn ihr wisst, dass ihr mich braucht, könnt ihr noch mal besprechen. Und wenn ihr es dann auch wisst, dass ihr mich braucht, ruft ihr mal an. Und das haben sie gemacht.
corinne:Wie viele Stunden Wochen später?
patti:Ja, es war nicht mal so lange, etwa drei Wochen später. Das war noch Jonas Breuer.
Und viele sagen jetzt heute ja, diese linksversifften, feministischen, linksextremen, SP rot, das kann man jetzt von Breuer nicht sagen. Und der Jonas Breuer ist ein rechtsliberaler, Libertär, würde ich sagen. Also da ist die HSG linksversifft verglichen mit Jonas Breuer wirklich.
Und der hatte aber die Eier zu okay, das mache ich. Ich glaube, lieber Sandro Protz, wenn du hier mithörst, seien wir ehrlich, du hättest dich nicht getraut.
Sandro, du bist ein Profi, Du willst wissen, was da kommt, aber du hast schon gesehen, dass ich es kann. Danke, dass du mich mit übernommen hast.
corinne:Wie oft machst du es? Wie viel immer das vierte Mal oder wie viel?
patti:Ja, es kommt ein bisschen darauf an, wenn Abstimmungs und Wahljahre sind, dann mache ich es seltener, weil bei Abstimmungen, Abstimmungsarenen darf ich nicht erzählen. Die Sekunden.
tim:Du hast jetzt schon, also wir wissen jetzt, dass du gut bist.
patti:Wusstest du das vorher nicht?
tim:Jetzt wissen wir es noch einmal. Ich würde da gerne aber noch mal nachfragen.
Mit dem Gut sein, welche Kompetenzen, weil das ist unser auch hier sozusagen, das ist das, was uns interessiert hier.
Welche Kompetenzen bei dem Gutsein jetzt zum Beispiel in dem Moment, wenn du die 70 Minuten hast, welche Kompetenzen sind das, die dich dann so gut machen, die das dazu bringen, dass du das dann, dass du das auf den Punkt bringen kannst und dann auch noch unterhaltsam auf den Punkt bringen kannst.
patti:Also das mit dem man muss gut sein und so weiter, ist natürlich bis zu einem gewissen Grad war jetzt das natürlich auch eine satirische Überhöhung und diese nachgespielte Arroganz.
Aber ich bin überzeugt davon, dass wenn man eben selbstbewusst ist und ich meine eben mit Selbstbewusstsein, wenn man sich bewusst ist darüber, was man kann und was nicht, das hilft. Selbstbewusstsein sollte sich nicht darin erschöpfen, dass man selbst selbstsicher ist im Sinne vom Auftreten.
Und das ist oft der Fehler, den ich sehe, gerade im Business Zusammenhang, dass hier irgendwie, man hat dann so Kurse, selbstsicheres Auftreten, ich coache Unternehmer und auch ein paar Unternehmerinnen im selbstsicheren Auftreten kommen sie zu mir, sie lernen bei mir blabla und dann okay, ja, das aber so extrinsisch von außen, wie man sich hinstellen soll und so weiter. Aber man sollte tief drin überzeugt sein, dass das, was man macht, einen gewissen Wert hat, einen künstlerischen Wert, dass man das auch will.
Also ich habe ja auch Bock drauf. Ich möchte diesen Politikerinnen und Politikern auf eine kreative Art und Weise ihre eigenen Worte um die Ohren schlagen. Ich möchte genau den.
Ich will, dass die mich angucken müssen, dass die mir zuhören müssen, die mich angucken müssen und sich das geben müssen quasi.
tim:Aber kannst du die sozusagen besonders gut durchschauen? Ist das sozusagen eine Kompetenz?
Ich durchschaue die besonders gut, ich begreife das schneller als andere, was da eigentlich dahintersteckt, was der Subtext von dem, was die dort sagen, solche Dinge.
patti:Ich glaube, die meisten Leute, die sich mit Politik auseinandersetzen, durchschauen das relativ schnell. Also man weiß ja auch, ich will nie wieder, wer in die Arena kommt und ich will das Thema nicht wissen.
Ich versuche sogar, wie Leute, die sich das Fußball-Endspiel nicht spoilern lassen.
Wollen und dann in der Wiederholung schauen, versuche ich die Ohren und Augen zu verschließen, wenn da irgendwie am Mittwoch schon rauskommt, was das Thema sein wird und wer eingeladen ist, weil man weiß ja schon ziemlich genau, was die sagen werden. Man kennt diese Parteiprogramme und ich glaube nicht, dass ich es besser durchschaue als andere.
Ich bin sicher sehr schnell denken, im Sprechen, im Assoziieren, in verschiedene Ebenen mitdenken. Das sind aber andere Leute auch.
tim:Denkst du schon über Formulierungen nach in der Zeit?
patti:Das passiert sofort. Also die Formulierung, ich kann relativ schnell auch in gedruckten oder in druckbaren Sätzen mich ausdrücken, wenn es sein muss.
Das passiert automatisch. Ich höre, ich sehe was und dann kommt eine Assoziation, dann kommt ein Reim, dann kommt ein ganzer Satz dazu. Das passiert mir dauernd.
Also das ist einfach, in meinem Kopf läuft das so ab. Das hilft sicher auch. Das Durchschauen hilft auch.
Und das, was viele Leute ja nicht glauben bei Menschen, die ein bisschen an ADHS oder Ähnlichem leiden. Ich kann sehr gut zuhören und das Zuhören, das gute Zuhören führt bei mir dazu, dass ich eben gerade umformuliere.
Das ist in Gesprächen mühsam, weil ich dann die Leute immer unterbreche, weil ich ein Wortspiel mache aus dem, was sie gesagt haben oder eine Antwort gebe. Aber eigentlich ist das ein Zeichen, dass ich gut zuhöre. Wenn ich schweige und nur so nicke, dann bin ich wahrscheinlich gedanklich ganz woanders.
Also ich muss das irgendwie gerade verarbeiten können. Und beim Instant Protokoll ist das cool. Ich kann das gerade schriftlich verarbeiten, Ich schreibe mir das gerade auf.
tim:Könnte man sagen, dass alle anderen Zuschauer nicht so gut zugehört haben wie du?
patti:Wenn Sie Zuschauer sind, dann sowieso, wenn Sie Zuhörende, bitte.
Also ich glaube schon, dass ich vor allem, wenn ich an Kongressen und zu Weiterbildungen und Tagungen das auch mache, ich mache das oft so bei genauso quasi HSG Abgängerinnen, Leuten, die irgendwo im Management arbeiten, zu Management Tagungen oder halt irgendwie von dem Mikro oder von der UBS oder was auch immer, so Tagungen mache ich das auch oft.
Dann sind einige Keynote Speeches, dann noch zwei, drei Panels, dann bin ich drei, vier Stunden sitze ich auf der Bühne am Bühnenrand, schreibe mit und am Schluss mache ich so ein viertelstundiges Instant Protokoll. Das ist eigentlich dann eine Comedy Nummer. Natürlich über den ganzen Morgen oder über diese letzten paar Stunden.
Ich bin garantiert die Einzige, die wirklich die ganze Zeit zugehört hat. Dazu bin ich ganz sicher. Ich gucke auch ins Publikum. Die einen sind ein bisschen am Wegschlafen, die anderen sind am Handy oder was auch immer.
tim:Was machen die in der Zwischenzeit, wenn sie nicht zuhören? Die sind ja eh schon da.
patti:Ja, aber was machen die Studierenden in der Vorlesung?
tim:Sie denken über sich selber nach.
patti:Ja, die scrollen irgendwo.
corinne:Ich weiß nicht, ob die jetzt alle über sich selbst nachdenken.
patti:Das glaube ich auch.
corinne:Mich würde noch interessieren, du hast vorhin dieses Selbstbewusstsein angesprochen, wo es eben auch dazu gehört, dass man ganz genau weiß, was man kann und aber auch, was man nicht kann. Und diese Seite, das rauszufinden, was man kann, ist ja immer mit Lust verbunden und auch schön und meistens auch ist es einfach.
Aber was man nicht kann, das rauszufinden Das kann ja auch ganz schön schmerzhaft sein. Ist ja auch ein blöder Prozess, wenn dann unterm Strich rauskommt, ja, Steuererklärung kann ich offenbar nicht oder so.
Hast du da einen Prozess durchgemacht oder wie hast du überhaupt rausgefunden, dass du gewisse Dinge, wenn es jetzt auch um Schreiben oder ums Auftreten geht, einfach nicht so kannst?
patti:Du sagst unterm Strich ist es, Unterm Strich sind wir alle unfähiger, auf dem Strich sind wir freier, wenn wir Männer sind vor allem. Nein, ich würde das umgekehrt sagen. Du sagst, es ist ein schöner Prozess herauszufinden, was man kann und schwierig, was man nicht kann.
Ich glaube, nein, da braucht es nicht mal glauben. Ich weiß, dass wir fast alle fast alles nicht können. Und zwar meine ich damit wirklich so special skills.
Also überleben können diejenigen, die noch hier sind. Man hat gemerkt, okay, ich habe überlebt. Man weiß, dass man seinen Job einigermaßen beherrscht, sonst hätte man ihn nicht mehr.
Das ist relativ einfach. Aber es ist auch ganz ganz einfach zu Hey, ich kann fast alles nicht.
Ich guck eben zum Beispiel Fernsehen und sehe Marco Odermatt da Skifahren und ich weiß, ich könnte das nie, nie, nie, nie. Ich kann das nicht. Ich kann nicht Ballett tanzen. Ich kann ich kann nicht singen wie Beyoncé. Ich kann einfach wahnsinnig vieles nicht.
Ich kann fast alles nicht, was ich da sehe, draußen, auch andere Berufe. Ich weiß, dass ich nicht den ganzen Tag in dem Mikro an der Kasse sitzen könnte, freundlich lächeln und die Sachen über den Scanner ziehen.
Ich hätte nach 5 Minuten Sehnenscheidenentzündung an den Armen von derselben Bewegung und der Hintern würde mir schmerzen, der Rücken. Ich weiß, dass ich fast alles nicht kann. Ich sitze hier neben dem Tontechniker. Das sieht man natürlich nicht.
Ich weiß, der beherrscht diese Knöpfe und der weiß ganz genau, wann er lauter und leiser machen muss. Ich weiß, dass ich das nicht kann. Ich kann fast alles nicht.
Ich kann sehr wenige Dinge, die über das normale eben Überleben hinausgehen, über das normale Schulwissen hinausgehen, sehr wenige Dinge, in denen ich wirklich besser bin als der Durchschnitt. Und das sind so wenige. Das merkt man relativ schnell, wenn man es mal ausprobiert.
Also ich finde es viel, viel schwieriger herauszufinden, was man kann, als was man nicht kann, weil man kann mal davon ausgehen, Ich kann fast alles nicht.
corinne:Ja, manches kann man vielleicht noch lernen, anderes hat dann wieder mit Talent zu tun. Aber ja, so habe ich es jetzt noch nicht angeschaut, dass ich eigentlich mega viel nicht kann. Jetzt bin ich wieder depressiv, wenn ich da rauslaufe.
patti:Aber da hast du auch die Verpflichtung. Ich hatte, als ich zum ersten Mal zu einem Poetry Slam ging, hatte ich ein bisschen Bammel. Ich bin ein weitgehend angstfreier Mensch.
Ich kenne das nicht so Angst zu haben, wirklich. Ich habe auch keine Phobien. Ich habe auch keine Angst, irgendwie nachts allein unterwegs zu sein.
Ich weiß auch in einem Raum voller Menschen, egal Männer oder Frauen, ich bin sowieso die Übergriffigste da. Also ich habe auch da nie an. Ich habe wirklich selten Angst.
Aber beim ersten Poetry Slam hatte ich Bammel und nicht, weil ich Angst hatte, dass ich es nicht kann. Ich hatte Angst davor, dass ich gut bin. Und ich wusste, wenn ich gut bin, das ist eine Verpflichtung an mich selbst.
Das wird mein Leben verändern und das ist dann auch passiert. Und die Das werde ich ja gar nie können. Das ist doch so befreiend.
Also ich muss doch gar nicht trainieren, dass ich Skifahren kann wie der, oder Erstens bin ich viel zu alt und zweitens, ich werde das gar nicht können. Also ich finde das das Befreiendste, wenn man weiß, hey, ich bin dafür gar nicht gemacht und das muss ich doch nicht können.
Ich muss doch nicht alles können.
corinne:Ja, das sagst du jetzt so, die natürlich Dinge total super kann. Das hat auch nicht allen gegeben. Und wenn du sagst, das ist eine Verantwortung, um Stan Lee quasi zu zitieren.
Wenn ich das schon kann, dann muss ich das auch tun.
patti:Du hättest sagen können, du hättest mich zitiert statt immer irgendwelche alten Männer. Ich wusste nämlich nicht, dass Stanley das gesagt hat.
corinne:Hat er nicht zu Spider Man gesagt. Größere Macht kommt große Verantwortung.
patti:Ich hab das selber zu mir gesagt. Egal ob Stanley das gesagt zitiert, nicht immer diese alten Männer.
corinne:Ja, ich wäre auch froh, hätte eine Frau Spider Man gezeichnet.
patti:Nein, ich kenne natürlich Spider Man auch nicht so eben zu wenig Arachnophobie, für das ich mich für Spider Man interessieren würde. Und der rettet ja auch immer irgendwelche Frauen. Ich finde das immer so schlimm.
Ich kenne ja schon auch, also wenn ich so mit Männern unterwegs bin, egal ob es jetzt meine Verabredung ist oder sonst irgendeinen random Mann, Cousin, Bruder hab ich nicht, aber egal. Der sagt dann oder der will dann, wenn ich irgendwie belästigt werde oder so, will der dazwischen gehen und mich beschützen oder retten.
Dann hau ich dem zuerst einen in die Fresse. Nein, das untergräbt doch meine Autorität. Das geht gar nicht. Ich will nicht beschützt oder gerettet werden.
Also wenn schon, bin ich die Retterin und die Heldin. Ich habe auch nie irgendwelche Poster aufgehängt gehabt von irgendwem im Zimmer früher.
Ich habe immer gedacht, wenn da mal wer hängt, dann ich entweder am Strick oder an der Wand. Und jetzt habe ich tatsächlich Poster von niemandem. Also schon irgendeinem Baum.
corinne:Was ist in deinem Kinderzimmer für Poster gehangen?
tim:Welches Alter sozusagen hing immer etwas anderes da mit acht war es glaube ich
patti:John Travolta, OK, da bist du nahe dran gekommen.
corinne:Ich hatte diesen ganzen Es hat mal so einen riesen Kalender gegeben von Dune und Haya Illustration und ich hab mein ganzes Zimmer damit irgendwie vollgepumpt und dann ist meine Mama gekommen, hat Dir geht's gut? Ja, tolle Bilder.
tim:Aber wie macht man das jetzt herausfinden, was man kann? Was würdest du den Studenten hier sagen?
patti:Try and error? Natürlich. Also wenn natürlich schon jemand Boah, was das Lampchi, das interessiert mich. Ich kann doch nicht schreiben.
Also ich hatte solche Teilnehmenden heute einer Ja, ich kann, ich kann. Ich habe gemerkt, dass ich Das ist nichts für mich kann das nicht. Und ich hab doch schreib mal auf. Und dann hatte sie einen tollen Text.
corinne:Sie ist ja gekommen. Also offensichtlich wollte sie zumindest etwas dagegen unternehmen, dass sie nicht gut schreiben kann.
patti:Ja, aber es sind auch gestern zum Beispiel ein Ehepaar gekommen, Schirm im Rentneralter und er war offenbar ein großer Fan.
Eben auch so einer, der halt nicht mehr weiß, wo die Fernbedienung liegt am Freitagabend und bei der Arena auch mich dann noch sieht und sich erfreut offenbar drüber Und die Frau und sie wollte eigentlich gar nicht dabei sein. Sie hat ihn einfach begleitet, weil das ist halt so in einem Alter, in einer Generation, da macht die Frau halt mit, was der Mann will.
Und die dachten, sie können jetzt einfach hier mich ein bisschen kennenlernen und so. Und die sind dann auch irgendwann gegangen. Also es war auch völlig OK.
Und ich war denen auch nicht böse oder so, aber die wussten nicht genau, was sie erwartet, dass es eben darum geht, dass man selber halt was macht. Es hätte ja tatsächlich einfach so sein können, dass ich so zwei Stunden eine Vorlesung halte. Kann ich ja auch, hat man jetzt gemerkt.
Ich will mal was von Tim hören. Ich kann einfach zwei Stunden auch sprechen. Du kannst so. Es ist ein Perpetuum mobile eigentlich, wenn du mal anstößt. Ich bin ein anstößiger Mensch.
Wenn du mich anstößt, dann geht es einfach weiter, Dann rollt es Tim.
tim:Ja, ich habe vor allen Dingen, ich habe immer gedacht, wie ist das eigentlich mit dem Poetry Slammer Ist. Ich finde, ihr seid immer so wahnsinnig aggressiv. Liebt man den Menschen noch als Poetry Slammer oder hasst man die Menschen?
patti:An wie vielen Poetry Slams warst du schon in deinem Leben? Acht. OK, ich war an etwa 800. Acht Poetry Slams. Und an wie vielen hast du teilgenommen als Slammer? Ist ja Openstage. Warum?
tim:Weil ich das nicht kann.
patti:Du könntest es garantiert. Also die Bühnenpräsenz hättest du. Du kannst eine Leiche spielen, dann kannst du auch Slam Poeten spielen. Das ist sehr nahe.
Ich glaube im Gegenteil, ich glaube, ich kenne keine Szene in der Kunst, in der Kultur oder in der Unterhaltungsbranche, zumindest in der Schweiz, in der man wohlwollender ist, auch gegenüber Anfängerinnen und Anfängern, in der mehr quasi gekuschelt wird, auch verbal.
tim:Ja, untereinander. Aber wenn ich die Texte, die ich gehört habe, sind sehr oft gewesen.
Nicht alle, aber es sind doch viele gewesen, wo man sozusagen die unangenehmen und negativen Seiten der Gesellschaft der Menschen herausgenommen hat. Was? Ja.
patti:Ist das aggressiv? Das empfindest du als aggressiv?
tim:Ich fand es manchmal sehr aggressiv.
patti:Du empfandest die Vorgabe durch das Format,
tim:dass die anderen abstimmen dürfen und dann habe ich manchmal das Gefühl, es entsteht so ein Druck irgendwie von oben.
Man muss was besonders, ja etwas besonders besonders Witziges sagen, aber der Witz ist dann manchmal schon, hat man sich auch sozusagen auf Kosten von anderen Witze gemacht.
patti:Warst du schon mal in einer Stand up Comedy Show oder einem Comedy Roast?
corinne:Okay, ein Roast ist natürlich, also weil
patti:in der Slammer Innenszene und du hörst, wie ich das so schön durchgendere, weil da ist man so inklusiv und so politisch korrekt.
Und dann, wenn Menschen wie ich eigentlich so aus dem politischen Trislem irgendwann rauswachsen, einfach weil es halt da, wenn man gut ist, einfach nur Whisky gibt und man wird Alkoholikerin, statt dass man Geld verdient und dann eben halt in die Comedy geht, wo man auch kommerziell Erfolg haben kann, dann erwacht man schon noch mal anders, aber eben nicht in Wokeness, sondern da kriegt man dann schon sein Fett weg. Und ganz wörtlich jetzt bei mir zum Beispiel the Body Shaming is großes Thema, aber eben ist überhaupt kein Thema, sondern man macht es einfach.
Da wird wirklich aufgrund von Aussehen, aufgrund von wirklich Äußerlichkeiten, aufgrund von Herkunft, Geschlecht und so weiter auf Klischees rumgedrescht.
Und da wird man so richtig auch Menschen, die auch im Leben schon Diskriminierungserfahrung haben, die werden dann einfach auch noch mal links und rechts abgewatscht und dann feiern man das auch so ein bisschen, diese Klischees und so weiter. Und im Poetry Slam ist man da ja wahnsinnig woke, eigentlich sehr inklusiv unterwegs.
Das Aggressive ist vielleicht einfach, dass man die Sprache nutzt, um Dinge aufzuzeigen in ihrer Gänze, eben auch die schlechten Seiten und die mal wirklich benennt, was halt im Theater vielleicht manchmal, da macht man es mehr durchs Spiel, vielleicht auch eben durch die Figur, durch die Requisiten. Alles, was man nicht sagen muss, ist ja gut im Theater, man soll alles spielen, was man spielen kann, da muss man es nicht sagen.
Und im Poetisch Slam ist halt umgekehrt, man sagt, man benennt alles.
Und in Purge Islam, wenn du das vergleichst mit Literatur, also auch wirklich mit Literatur, die als Literatur gilt, einfach irgendeinen seichten Roman, Da ist der Poetry Slam zum Teil heilig. Dagegen. Also wenn du Literatur liest, alles, gibt
tim:es eine Grenze des Humors für dich?
patti:Nein, an deiner Beerdigung würde ich lachen, um die Gäste aufzuheitern, die alle sehr traurig wären, weil du weg bist und auch um meine eigene Laune wieder zu heben, weil ich sehr traurig wäre, wenn du tot wärst.
tim:Da bist du in der Tradition von George Bernard Shaw 100 Prozent um wieder einen alten Mann.
corinne:Ich wusste, dass sie das jetzt sagt.
patti:Natürlich, ich hab's auch für, ich hab's auch für dich getan, aber siehst du, was ich mache? Ich sag was Böses, um es dann wieder eigentlich aufzulösen in Liebe.
corinne:Ich habe die Slam Szene, ich war jetzt auch schon länger nicht mehr, aber überhaupt nicht als aggressiv irgendwie empfunden. Man spricht ja auch immer von dieser Slamily und alle sind gut miteinander.
Was ich sehr schätze an Slammer innen ist so diese Direktheit und auch, dass sie ganz klar sind, wenn es zum Beispiel um Honorarverhandlungen geht oder wenn es irgendwie, da hat sich wirklich eine coole Kultur entwickelt, die ich in anderen Kultursparten mir nur wünschen würde, dass man da irgendwie diesen Zusammenhalt hat und auch nicht eben irgendwelche Leute, die dann unten rein dumpen und dasselbe Halt den irgendwie 55 Sturz machen und so. Das habe ich wirklich, finde ich cool und ja, aggressiv. Sie mögen es halt alle auf der Bühne zu stehen, aber da sag ich dir ja nichts.
patti:Er liegt lieber auf der Bühne als die Leiche. Wann hast du eigentlich das letzte Mal so eine Hauptrolle gespielt? Wann hast du den Jedermann gegeben?
tim:Den Jedermann habe ich nie gegeben, aber es war wirklich Tradition bei uns. Im ersten Jahrgang haben wir bei der Tischgesellschaft mitgespielt in Salzburg traditionellerweise.
Das ist eine riesenszene, das sind 35 Minuten, wo zum Schluss der Tod kommt und geht's zur Sache.
patti:Das ist doch viel Akademie, wenn der
tim:Tod kommt am Schluss, Das ist ja, das ist alles katholisch, so ein bisschen mehr so ein Puppenspiel eigentlich. Ist nicht so aggressiv.
Ich habe noch eine Frage und zwar, weil du gesagt hast, so schön mit den Dozierenden, du warst selber Lehrerin, Es gibt einen und das ist Originaltext, den ich vor kurzem auch gesagt habe, es gibt den Aspekt des Auftritts und ich muss gestehen, dass ich den auch sehr mag, habe ich als Lehrer gesagt. Was würdest du den Dozierenden oder könntest du den Dozierenden?
Du hast sie natürlich jetzt nicht hier so erlebt, aber was könntest du ihnen an die Hand geben, damit das ein
patti:bisschen mich mehr Workshops mich an die Hand geben, ganz wörtlich, wenn sie hot sind. Nein, aber tatsächlich, ja, man kann auch Privatkurse bei mir buchen. Ich brauche einfach auch Kohle. Meine lieben Menschen hier draußen.
Ihr könnt mir auch Geld schicken. Nein, natürlich nicht. Ich will arbeiten fürs Geld. Nein, für die Auftrittskompetenz.
tim:Mir geht es gar nicht so um die Kompetenz selber, sondern auch, wie du sagst, du hast, wie ist mit den jungen Leuten? Also es verändert sich ja jedes, auch alle paar Jahre ändert sich auch noch mal das Auditorium hier.
Also die Leute, die hier sind ja auch wieder andere. Ich habe schon das Gefühl, es ist eine Wie kann ich als Dozierender da mitkommen? Wie schaffe ich es, die Aufmerksamkeit?
patti:Also tatsächlich ist es so, ich glaube nicht, dass Leute, die jetzt einfach hier sind und dozierend sind und gewisse Skills nicht haben oder irgendwie sich nicht wohlfühlen, dass man denen einfach einen 10 Punkte Plan vorlegen kann. Sagen das, das, das. Weil alle sagen immer, du musst authentisch sein, sei authentisch, sei du selbst, sei authentisch.
In jedem Workshop hört man das immer, wenn es um Auftrittskompetenz oder eben um etwas vermitteln geht und dann sagt Du musst authentisch sein, du selbst. Und dann bringt man diesen Punkte Plan, der ja völlig extrinsisch ist. Also das ist ja fertiger Witz.
Also wenn du schon du selbst sein sollst, dann ist es gut natürlich, wenn du einfach schon als Person eben halt ein bisschen dazu geschaffen bist, da vorne zu stehen und etwas zu erzählen. Und das ist ja oft das Problem.
Jemand, der oder die eine große Fachexpertise hat in einem Fach, muss nicht unbedingt dazu geschaffen sein, dieses Fach zu vermitteln.
Es hilft natürlich, wenn man eine Leidenschaft hat für das Fach oder für die Materie, weil das steckt natürlich dann auch die Studierenden oder Schülerinnen und Schüler je nachdem an.
Aber man kann sie eben damit auch überfordern, weil wenn die diese Leidenschaft nicht haben, dann können die nicht nachvollziehen, wie man so dafür brennen kann und das dann aber so schlecht vermitteln kann.
Und eben die Vermittlung von etwas, und das sage ich jetzt nicht als ehemalige Lehrerin, sondern das sage ich als Erziehungswissenschaftlerin und Bildungsexpertin, die Vermittlung eines Stoffes sollte so geschehen, dass man selber an seine Methode glaubt.
Und das hat die größte Metastudie der Welt, die über alle Lehrpersonen und von verschiedenen Altersklassen auch Dozierende gemacht wurde und über das Lernen an sich. Das ist John Hattie Studie hat gezeigt, am besten performen die Lehrpersonen, welche an ihre Methode, mit der sie etwas unterrichten, glauben.
Sie müssen selbst überzeugt sein, dass die Methode, mit der sie unterrichten oder dozieren, dass die gut ist. Und im besten Falle passt diese Methode natürlich auch zu ihnen als Person. Und das ist nicht bei jedem Dozierenden dasselbe. Das ist einfach so.
corinne:Also die müssen auch rausfinden, was sie gut können.
patti:Genau. Der eine kann vielleicht eben sehr authentisch am Anfang einen Witz erzählen und die Leute durch Humor und Lachen so ein bisschen öffnen.
Wenn aber jemand kein guter Witzerzähler ist und sich halt Ja, das ist doch toll, immer am Anfang einen Witz zu bringen, das ist auch nur bemühend. Das findet man peinlich.
Das ist so, wenn einer immer seine Dad Jokes bringt und da wirklich, wenn man halt eher der trockene Mensch ist, dann schauen wie kann ich diese lakonische Trockenheit vielleicht so rhythmisieren, dass das sozialverträglich ist. Dann bringt man halt wirklich das, was man kann und was man ist, in eine sozialverträgliche Form, statt das völlig zu ändern.
Und wenn jemand so sehr assoziativ ist, eher wie ich, und da kommt mir noch das in den Sinn und das und das, dann versucht man auch das in eine Form zu bringen, dass es nicht die Leute überfordert, weil es zu viele Abzweigungen und Seitenäste generiert und man den Baumstamm am Schluss vergisst. Und das Zweite ist, man muss tatsächlich, das ist blöd, das Modalverb, das müssen sie, aber bemüht wird, aber man sollte, man muss Menschen mögen.
Man sollte auch wollen, dass die was lernen.
Wenn man zynisch wird und verbittert und das verstehe ich sogar ganz gut, dass man das werden könnte, dann lieber nicht mehr dozieren, mach was anderes oder geh mal, mach mal ein halbes Jahr Pause, bis du die Leute wieder gern hast.
Also wenn man irgendwie hier und sagt, ihr seid doch alles Arschlöcher und ich kann es völlig nachvollziehen, wenn man denkt gerade an der HSG, ich meine nur schon jetzt ich hier in diesem Raum, ich finde schon auch nein, aber du
corinne:bist das einzige Arschloch hier.
patti:Das stimmt. Ich habe aber ein wunderschönes auch muss man jetzt auch mal sagen.
tim:Vielleicht du hast auch jetzt jemanden alten weißen Mann zitiert gerade vorhin, das fand ich auch schön, John Hattie.
patti:Genau, aber er hat einfach ganz viele Studien zusammengeführt. Das ist einfach Empirie. Das ist nicht ein Zitat, das er aus dem Lehren geschöpft hat, sondern er hat einfach die Empirie zusammengefasst. Genau.
Ich hätte gesagt, wenn ich der hätte wäre, hätte Fahrrad gehabt.
Nein, aber tatsächlich ist es so, wenn man will, dass die Leute was lernen, weil man die Leute auch gern hat, das sind die zwei wichtigsten Voraussetzungen. Man soll die Form, die zu einem selber passt, bringen. Man sollte die Menschen mögen sollte, wollen, dass die wirklich das auch lernen.
Und dann eben natürlich die Begeisterung für die Materie ist vielleicht auch nicht schlecht, also dass man etwas versteht von dem, was man vermittelt.
corinne:Also ich würde sagen, wer besser werden will in der Lehre, darf sich gern bei Patti Basler bzw. Bei deiner Managerin melden. Hast noch freie Slots.
patti:Ja, das ist eine intime Frage, aber doch sehr gut.
corinne:Wir müssen uns jetzt nämlich auf die Socken machen langsam und den Poetry Slam für heute Abend vorbereiten, der leider leider schon vorbei ist. Wenn diese Folge erscheint, wäre trotzdem geil, oder?
patti:Ich hoffe, dass es ein bisschen Publikum hat dann auch, obwohl der Podcast natürlich jetzt zum falschen Zeitpunkt offenbar wird er überhaupt gehört. Wie viele Menschen hören sich das an?
corinne:Das eruieren wir dann, wenn die Folge draußen ist. Aber du wärst sicher der Schlager.
patti:Ich weiß, liebe Menschen, Dietz, ich gehe wieder eine halbe Oktave tiefer. Der innere Moment, ein alter weiß man, der innere Thorsten Sträter erwacht wieder oder die innere Theresa Orlowski.
Alle, die das jetzt bisher gehört haben, folgt mir doch bitte auf Instagram und schreibt mir, slidet mir in die DMs, wie man so schön sagt, schreibt mir privat eine Nachricht, dass ihr das bis hierhin angehört habt und könnt auch noch dazu schreiben. Ich hätte gern ein bisschen mehr von Tim noch gehört, weil ich hätte gern mehr von Tim gehört, aber er hat sich die freien Slots nicht gekrallt.
corinne:Ja, vielen Dank. Und besucht natürlich HSG Square CH und alle unsere weiteren Veranstaltungen.
Das Semester hat erst begonnen und es warten noch viele weitere illustre Gäste.